Gesellschaft für bedrohte Völker
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 ENTSTEHUNG 
Die Entstehung der "Gesellschaft für bedrohte Völker"
 
1968: Krieg in Biafra (Nigeria). Die Weltöffentlichkeit ist schockiert von Bildern des Elends. Zwei Millionen Ibos sterben durch Hunger und Krieg. Die Sowjetunion und Großbritannien versorgen die Zentralregierung mit Waffen und machen sich mitschuldig. Weltweit entstehen Biafra-Komitees, die auf die Leiden der Biafraner aufmerksam machen.
Auch die Studenten Tilman Zülch und Klaus Guerke gründen im Juni 1968 in Hamburg die Aktion Biafra-Hilfe. Sie koordinieren Aktionsgruppen in der ganzen Bundesrepublik und versuchen, die Öffentlichkeit in der Hansestadt unter anderem durch die Besetztung des britischen Konsulats aufzurütteln. Doch es bleibt nicht dabei: Tilman Zülch reist nach Biafra und wird dort Zeuge eines grausamen Krieges, in dem Hunger als Waffe eingesetzt wird.
Diese Erfahrungen - Krieg, Hunger und internationale Förderung oder zumindest Duldung von Völkermord - führen zur Gründung einer Menschenrechtsorganisation mit dem Anspruch, weltweit Menschenrechte von ethnischen und religiösen Minderheitengruppen zu schützen und durchzusetzen.

1970 wird die Aktion Biafra-Hilfe in Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) umbenannt (Sitz seit 1979 in Göttingen). Die Zeitschrift pogrom wird gegründet. Seit April 1993 hat die GfbV als Nichtregierungsorganisation (NGO) beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) der Vereinten Nationen.

Seit Januar 2005 hat die Gesellschaft für bedrohte Völker International auch mitwirkenden Status beim Europarat.
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