Wären die Opfer nicht Staatsbeamte gewesen, so wäre Leonard Peltier heute vielleicht schon frei. So aber wird er als Gefangener mit der höchsten Sicherheitsstufe behandelt und erhält bei der Bemessung der Haftzeit keine Vergünstigungen. Er wird für den Tod zweier FBI-Beamter 1976 verantwortlich gemacht, beteuert aber seit jeher seine Unschuld. Bei den Ermittlungen und in dem Strafprozess kam es zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten, so dass auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty international, die Prozessbeobachter schickte, von einem unfairen Prozess spricht und mehrfach eine bedingungslose Freilassung Peltiers gefordert hat. Zu seinen internationalen Unterstützern gehören so prominente Menschenrechtler wie Simon Wiesenthal, Nelson Mandela oder Rigoberta Menchú.
Bei der letzten ordentlichen Anhörung vor der Haftprüfungskommission 1993 wurde eine vorzeitige Freilassung auf Bewährung abgelehnt. 1995 kam ein Gutachten zu dem Schluss, dass eine Bewährungsstrafe angemessen sei, weil der Nachweis, dass Peltier persönlich die tödlichen Schüsse auf die Agenten abgegeben habe, nicht erbracht werden könne. Doch entlassen wurde der Bürgerrechtler nicht. Mehrere Interimstermine der Kommission, welche bis zur nächsten ordentlichen Sitzung mögliche Veränderungen der Haftbedingungen prüfen sollten, entschieden immer wieder gegen Peltier, oft ohne ihn oder seine Anwälte auch nur anzuhören. Auch ein ärztliches Gutachten, das sich mit der dramatischen Gesundheitssituation Peltiers befasste, der in ständiger Gefahr schwebt, einen Schlaganfall zu erleiden, zu erblinden oder an einem Herzleiden oder Nierenversagen zu erkranken, änderte daran nichts. Deshalb ist der 27. Juli für ihn von entscheidender Bedeutung.
Leonard Peltier genießt seit langem den Ruf eines Mustergefangenen. Er ist zu einem Vorbild für junge indianische Strafgefangene geworden und hat ihnen die Kraft für eine erfolgreiche Resozialisierung gegeben. Er hat sich zu einem anerkannten Maler entwickelt und durch Spenden seiner Bilder immer wieder Bedürftige, Frauenhäuser, geschützte Wohnungen, Programme für den Alkohol- und Drogenentzug und indianische Stipendienprogramme unterstützt. Aufgrund seines Engagements ist er bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem internationalen Menschenrechtspreis der Menschenrechtskommission Spaniens. 2009 wurde er zum sechsten Mal in Folge für den Friedensnobelpreis nominiert.
Er ist mit Sicherheit keine Gefahr für die Öffentlichkeit, sondern ein kranker Mann, Diabetiker, herzkrank und seit einem Schlaganfall auf einem Auge fast erblindet. Es ist an der Zeit, dass er endlich auf freien Fuß kommt, damit er seinen Lebensabend zu Hause bei seiner Familie verbringen kann.
Leider lässt die Haftprüfungsbehörde die Zusendung elektronischer Post nicht zu. Deshalb bitten wir Sie herzlich, ausnahmsweise unseren Musterbrief zu kopieren und als Luftpostbrief abzuschicken. Bitte helfen Sie, damit Leonard Peltiers die Gefängnismauern endlich hinter sich lassen kenn.
Bitte senden Sie Protestbriefe an unten stehende Adresse. Die Haftprüfungsbehörde nimmt schriftliche Eingaben nur bis zum
14. Juli (Posteingang) entgegen. Wir bitten Sie daher sehr herzlich, Ihren Brief für Leonard Peltier möglichst unverzüglich abzusenden. Vielen Dank!
Briefvorlage als Word-Dokument 
United States Parole Commission
5550 Friendship Blvd., Ste. 420
Chevy Chase, MD 20815-7286
USA
Re: LEONARD PELTIER #89637-132
Musterbrief
Dear Commissioners,
I am writing to you in support of the release on parole for Leonard Peltier. While I am aware of the seriousness of the conviction I would also like to ask you to consider the humanitarian work he has done during his 33 years of incarceration.
He has donated his art work for charities such as battered women's shelters, half way houses, alcohol and drug treatment programs, and Native American scholarship funds.
Mr. Peltier has won several awards including the Spanish Human Rights Commission’s International Human Rights Prize and has been nominated for the Nobel Peace Prize for 2009 for the 6th time in a row. He has expressed his grief for the tragedy that occurred at Oglala and his compassion for the families of the two agents and the Indian man who died that day.
33 years is a long time. I plead you to look with empathy on a man who has done so much good while in prison and I think has the ability to do even more good for his community if he was released on parole. It seems to me it would be a huge unrighteousness if he was left to die in prison. Please release him on parole.
Respectfully
(Ihre Unterschrift)
Freie Übersetzung:
Sehr geehrte Mitglieder der Kommission,
mit diesem Schreiben möchte ich die Freilassung von Leonard Peltier auf Bewährung unterstützen. Ich bin mir der Tragweite des gegen ihn gesprochenen Urteils bewusst, bitte Sie aber zugleich, sein humanitäres Engagement während der 33 Jahre seiner Haft in Betracht zu ziehen. Immer wieder spendet er seine Kunstwerke für mildtätige Zwecke wie Frauenhäuser, geschützte Wohnungen, Therapieeinrichtungen für Drogen- und Alkoholkranke und indianische Stipendienprogramme. Mr. Peltier hat mehrfach Preise gewonnen, darunter den Menschenrechtspreis der Menschenrechtskommission Spaniens, wurde 2009 zum sechsten Mal in Folge für den Friedensnobelpreis nominiert. Er hat seiner Trauer über die Tragödie, die sich damals in Oglala ereignete, und seinem Mitgefühl für die Familien der getöteten FBI-Beamten und des jungen Indianers Ausdruck verliehen. 33 Jahre sind eine lange Zeit. Ich bitte Sie um ihr Mitgefühl für diesen Mann, der schon aus dem Gefängnis heraus so viel Gutes getan hat und sicherlich noch sehr viel mehr für seine Gemeinschaft tun kann, wenn er auf Bewährung entlassen wird. Aus meiner Sicht wäre es eine große Ungerechtigkeit, ihn bis zu seinem Tod im Gefängnis festzuhalten. Bitte lassen Sie ihn auf Bewährung frei.
Hochachtungsvoll