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Marokko:
Menschenrechtlern droht Verurteilung durch Militärgericht
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  Ali Salem Tamek
29. Januar 2010

Als der Menschenrechtler Ali Salem Tamek im Januar 2007 auf Einladung der GfbV in Berlin Gespräche mit deutschen Bundestagabgeordneten, dem Außenministerium und politischen Stiftungen führte, wurde ihm versichert, dass alles getan werde, um auch nach seiner Rückkehr in die von Marokko besetzte Westsahara für seine Sicherheit zu sorgen. Nun braucht er dringend Ihre Hilfe. Denn nur der Einsatz europäischer Politiker kann ihn und die fünf weiteren angeklagten Menschenrechtler aus der Westsahara noch davor bewahren, von einem Militärgericht zu langjähriger Haft verurteilt zu werden.

Die sechs Menschenrechtler und Aktivisten wurden am 8. Oktober 2009 auf dem Flughafen von Casablanca von marokkanischen Sicherheitskräften abgeführt, als sie von einem Besuch der Flüchtlingslager in Südalgerien zurückkehrten. Rund 165.000 ursprüngliche Bewohner der Westsahara leben dort heute in Tindouf, im Exil.

Vier Tage lang wurden die Festgenommenen mit verbundenen Augen an einem unbekannten Ort festgehalten, bevor ihre Angehörigen über die Festsetzung informiert wurden. Am 15. Oktober überwies ein Richter in Casablanca ihr Verfahren an ein Militärgericht. Dabei ist ihr einziges Verbrechen, sich für die Menschenrechte in der Westsahara öffentlich einzusetzen. Neben Ali Salem Tamek wurden auch die ehemaligen politischen Gefangenen Yahdih Ettarouzi, Brahim Dahane und Ahmad Nassiri sowie die Menschenrechtler Saleh Lebayhi und Rachid Sghayar angeklagt.

Die Westsahara wurde 1975 völkerrechtswidrig von Marokko besetzt. Mehr als 500 Sahauris "verschwanden" unter marokkanischer Besetzung. Mindestens 32 Sahauris sind zurzeit aus politischen Gründen in Marokkos Gefängnissen inhaftiert. Tamek gilt als einer der angesehensten Menschenrechtler und Vertreter des "friedlichen Widerstands" der Sahauris in der Westsahara. Er war erst Ende April 2006 aus marokkanischer Haft freigekommen. Zuletzt war er im Juli 2005 festgenommen worden und im Januar 2006 zu zehn Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden. Insgesamt verbrachte der 35 Jahre alte ehemalige marokkanische Verwaltungsangestellte wegen seines friedlichen Widerstands bereits fünf Jahre im Gefängnis.

Bitte appellieren Sie an Außenminister Guido Westerwelle und seinen spanischen Amtskollegen MIguel Moratinos, sich für ihre sofortige Freilassung einzusetzen.

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