"Christina Haverkamp kämpft für die Yanomami, weil ihnen Besitz und Fortschrittsdenken fremd sind, weil sie schonend mit den Ressourcen ihres Landes umgehen und in Harmonie mit der Natur leben: ' Wir können einiges von ihnen lernen' ". So knapp wie der Rezensent eines ihrer Vorträge kann man zusammenfassen, welche Motivation Christina Haverkamp nun seit mehr als 10 Jahren antreibt, oft unter Risiko für Leib und Leben, für die Yanomami im Amazonasregenwald Brasiliens zu kämpfen. Die Yanomami - Indianer sind eines der letzten noch ursprünglich lebenden Ureinwohnervölker der Erde. Doch ihre Existenz ist noch immer bedroht. Das Projekt Calha Norte, mit dem die Regierung Brasiliens ihre Grenzen nach Norden absichern will, bringt ihre Landrechte erneut in Gefahr und auch die illegalen Goldsucher sind weiter aktiv. Am 4. Dezember 2000 erhielt das Bundesbüro der Gesellschaft für bedrohte Völker die Nachricht aus Boa Vista, dass erneut Goldsucher ins Yanomami-Gebiet eindringen. Mit Booten und Kanus gelangen sie von Boa Vista über den Fluss Mucujai ins Indianer-Gebiet. Die Goldsucher zerstören durch ihre rücksichtslosen Schürfmethoden das empfindliche Ökosystem im Regenwald und sie schleppen Krankheiten ein. Erst durch ihre Invasion breitete sich unter den Yanomami die Malaria dramatisch aus.
1990 lernte Christina die Yanomami kennen und beschloss spontan, dieses Volk und seinen Überlebenskampf bei uns bekannt zu machen und um Unterstützung dafür zu werben. Seit damals ist sie regelmäßig jedes Jahr bei den Yanomami gewesen, 1991 mit einer Frauenexpedition, auch mehrere Male mit Rüdiger Nehberg, mit dem sie 1992 im Kolumbusjahr den Atlantik in einer medienwirksamen Unterstützungsaktion auf einem Bambusfloß überquerte. Auf vielen Reisen hat sich Christina ebenso mit der Lage der Yanomami am Rio Orinoco in Venezuela und anderer Indianervölker in Amazonien vertraut gemacht.
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