Auch Christen und Muslime werden in China verfolgt
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Außenminister Steinmeier spricht in China über Tibet
Auch Christen und Muslime werden in China verfolgt
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Göttingen, 13. Juni 2008

Mit Bedauern hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag zur Kenntnis genommen, dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Peking nur die Menschenrechtslage in Tibet ansprechen will. "Denn nicht nur die Proteste von Tibetern werden brutal niedergeschlagen, auch die Verfolgung von Christen und muslimischen Uiguren hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen", erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Die Verfolgung von Christen, Muslimen und Buddhisten zeige, dass es in China keine Glaubensfreiheit gebe.

Nachdem die Zahl der Übergriffe auf Christen in China im Jahr 2007 um 30 Prozent angestiegen und 415 Festnahmen von Pastoren und Gläubigen registriert worden seien, habe Peking im April 2008 eine neue "Kampagne gegen illegale christliche Aktivitäten" in der im Nordwesten Chinas gelegenen Region Xinjiang/Ostturkestan begonnen. Seither seien mehrere Christen in Ostturkestan festgenommen worden. Zuletzt sei am 16. Mai 2008 der Pastor Lou Yuanqi wegen Anstiftung zum "Separatismus" verhaftet worden. Der prominente Pastor der legal nicht registrierten Hauskirchen aus der Stadt Qingshuihe (Distrikt Huocheng) war aufgrund seines Eintretens für Glaubensfreiheit schon einmal im Oktober 2006 festgenommen worden. Während seiner 32 Tage andauernden Haft wurde er damals mehrfach geschlagen. Seine 16 Jahre alte Tochter Lou Nan war am 28. Februar 2008 verhaftet worden, als sie an einem Bibelkurs für Kinder teilnahm.

Auch die Verfolgung muslimischer Uiguren in Ostturkestan habe weiter zugenommen. So seien seit März 2008 mehr als 760 Uiguren aus politischen Gründen festgenommen worden. "Statt auf Verständigung setzt Chinas Führung gegenüber den Uiguren auf Konfrontation und schürt neue Spannungen zwischen Han-Chinesen und Uiguren im Westen Chinas", kritisierte Delius. So sei die Internet-Informationsplattform "Uigur Online", die sich um eine Verständigung zwischen Uiguren und Han-Chinesen bemühte, am 15. Mai 2008 von den chinesischen Behörden geschlossen worden.
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