Kirgisien: Deutschland soll usbekischen Flüchtlingen helfen
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Offener Brief an Außenminister Guido Westerwelle
Deutschland soll entscheidende Rolle bei humanitärer Hilfsaktion für usbekische Flüchtlinge aus Kirgisien übernehmen
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Göttingen/Berlin, 17. Juni 2010

Sehr geehrter Herr Außenminister,

in Kirgisien sind 300.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. 100.000 sind schon in Usbekistan oder stehen an den Grenzübergängen. 90% von ihnen sind Frauen, Kinder und alte Menschen. Diese Flüchtlinge sind durch Tage grausamer Gewalt traumatisiert, Frauen wurden Augenzeugenberichten zufolge vergewaltigt. Humanitäre Hilfe läuft zwar an. Doch die Nachbarländer, insbesondere Usbekistan, haben bereits ihre Grenzen geschlossen. Bitte appellieren Sie an die usbekische Regierung, die Flüchtlinge sofort passieren zu lassen und initiieren Sie weitere, der schrecklichen Situation angemessene humanitäre und finanzielle Hilfe von Seiten der EU. Die bisherigen Finanzzusagen aus Deutschland, der EU und den USA sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Nach verschiedenen Medienberichten behindern korrumpierte Beamte die Hilfstransporte, um sich persönlich zu bereichern. Bei der Mehrheit der Verletzten und Traumatisierten kommt die Hilfe nicht oder nur zu kleinen Teilen an. Deshalb bitte ich Sie dringend, dass sich das deutsche Außenministerium für die Organisation und Zuteilung der Hilfslieferungen engagiert. Schließlich ist Deutschland das einzige EU-Land, das in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek mit einer Botschaft vertreten ist. Bitte stocken Sie das Personal dieser Botschaft sofort deutlich auf, da nur so garantiert werden kann, dass die Hilfe auch wirklich bei den Bedürftigen ankommt. Da Deutschland zudem federführend an einem EU-Strategiepapier zu Zentralasien beteiligt war, könnte Ihr schnelles Handeln weltweit mit Sympathie und Unterstützung rechnen.

Mit freundlichen Grüßen
Tilman Zülch
Präsident der GfbV International

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