MEHR GEFORDERT: DIE EUROPÄISCHE UNION 
Oft stand die deutsche Bundesregierung bei ihren Bemühungen um ein Ende des Mordens allein in der EU. Zwar zeigten sich alle europäischen Staaten betroffen von den Verbrechen und verabschiedeten zahlreiche gemeinsame Erklärungen, in denen sie die Menschenrechtsverletzungen in Darfur verurteilten. Doch außer leeren Drohungen folgte nichts. Den von der EU ernannten Sondergesandten gelang es nicht, die unterschiedlichen Interessen der EU-Staaten zu bündeln und in eine glaubwürdige gemeinsame Darfur-Politik einfließen zu lassen. Statt massiv Druck auf die sudanesische Regierung auszuüben und wirksame Sanktionen gegen die Verantwortlichen des Genozids durchzusetzen, lassen sich die Europäer vom sudanesischen Regierung hinhalten und verfolgen ihre Partikularinteressen. Weil die EU keine stringente gemeinsame Politik in der Darfur-Frage verfolgt, wird sie weder vom Sudan noch von der internationalen Gemeinschaft besonders ernst genommen.
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