Kontakt Regionalgruppe Düsseldorf

EMail an die Gruppe : duesseldorf@gfbv-rg.de

  • Klaus Deuchert  
    Im Umweltzentrum 
    Merowingerstraße 88
    D-40225 Düsseldorf 
    Tel.: 0211  46 82 74 84
  • Anke Konietzny
    Tel. : 0211 75 05 38
    mobil : 0157 57 94 95 86
    anke.gfbv@gmx.de 
  • Mike Harrington
    Tel.: 0203  37 14 33
    mobil : 0157 88 05 72 94
    m.harrington@gmx.de

Interessieren Dich fremde Kulturen ?
Liegen Dir Menschenrechte am Herzen ?
Bist Du selber betroffen ?

Unser Themenschwerpunkt ist die Schnittstelle
zwischen indigenen Gemeinschaften
und Klima- und Umweltfragen.

Hier siehst Du ein Beispiel :  
https://youtu.be/F5YwLGzJwnk

Wir suchen Verstärkung für gemeinsame Aktionen.

Wir verabreden uns spontan telephonisch und per eMail.

Trau Dich und sprich uns an !

(Photo : Dietmar Hasse)

Photos soweit nicht anders angegeben : Anke Konietzny

Sei dabei !

In der Regel an einem Mittwoch in der Monatsmitte - diesmal aber erst am 28. April 2021

Mahnwache für Leonard Peltier 16.00 - 17:30 auf dem Konrad-Adenauer-Platz (Hbf vorne) und anschließend bis 18.00 auf dem Bertha-von-Suttner-Platz (Hbf hinten)

Kommt gerne und unterstützt uns !   Natürlich beachten wir die CORONA-Regeln :   Abstand zu Passanten, Interessierten und untereinander - FFP2-Masken tragen

Das LP Defence Comittee in den USA hat eine weitere Online-Petition bei Change.org gestartet, die auch von uns unterschreiben werden kann :   Petition · Joe Biden: Free Political Prisoner Leonard Peltier · Change.org

Bei dieser Mahnwache werden wir mit einem besonderen Banner unsere Solidarität mit den ermordeten und vermissten indigenen Frauen und Mädchen in den USA und Kanada zeigen. Ihr massenhaftes Verschwinden findet bisher kaum Beachtung und wurde von den entsprechenden Regierungen lange ignoriert. Mittlerweile wird die Thematik als national crisis bezeichnet. In der ARTE-Mediathek zeigt ein sehenswerter Dokumentarfilm aus dem Jahr 2020, dass die Regierung und und Polizei in Kanada genauso menschenverachtend und respektlos agieren wie in den USA. https://www.arte.tv/de/videos/093799-000-A/misshandelt-und-umerzogen/
Als Quelle sexueller Gewalt gegen indigene Frauen sind besonders die sogenannten „Man Camps“ problematisch. Das sind die Lager der Öl-und Gasarbeiter an den Pipelines und Gasgewinnungsanlagen in den USA und Kanada.

Eine dieser Pipelines ist die umkämpfte Dakota Access Pipline, die Wasserreservoirs in den USA bedroht. Auch diese Petition an Präsident Biden kann von Europa aus unterstützt werden : No DAPL (lakotalaw.org). Dort findet Ihr auch die Geschichte von Red Fawn Janis, die wegen ihres Engagements gegen die DAPL viereinhalb Jahre im Gefängnis verbrachte. Ein Zehntel der Haftzeit Leonard Peltiers - aber genauso ungerecht.


Leonard Peltier (*1944), Angehöriger der Lakota und Anishinabe, indianischer Bürgerrechtler und Aktivist, Mitglied des American Indian Movement, ist seit 45 Jahren unschuldig in Haft. Leonard ist im wahren Lockdown im Gefängnis in Florida - hunderte Meilen weg von seiner Familie und seinen Freunden - und zusätzlich isoliert wg. mehrerer Corona-Fälle in seiner Nähe.
Mehr zu Leonard Peltier bei vergangene Veranstaltungen ab Juni/Juli 2020 auf www.leonardpeltier.de vom Tokata-LPSG RheinMain e.V.
und hier https://www.gfbv.de/de/news/der-fall-leonard-peltier-70/ 

Auch in der Zwischenzeit könnt Ihr jederzeit mithelfen : Schreibt Briefe an Präsident Biden und bittet um Leonards Freilassung !
Einen Textvorschlag findet Ihr hier :

                                                                                             From:


To
The White House
President Joe Biden
1600 Pennsylvania Avenue
Washington, DC 20500
USA
                                                                                            Germany, 


Re: LEONARD PELTIER #89637-132 USP COLEMAN I COLEMAN, FL 33521
Dear Mr. President Biden,
In view of the changes taking place in America at this very time, there must also be a change for one man: After 45 long and endless years behind bars, Leonard Peltier must be released. I am therefore appealing to you:
FREE LEONARD PELTIER – DON´T LET HIM DIE IN PRISON
He has been imprisoned for almost 45 years, even though his conviction was not in accordance with the necessary legal prerequisites. There is no evidence that proves his guilt in the crime for which he has been convicted. After all these years, more and more details are indicating that all the major witnesses in this case were pressurized and that evidence against Mr. Peltier was manipulated. All the evidence that proves his innocence was falsified and even the FBI knows about this. To say the least, this man has spent all these years, 16,437 days till today, in prison yet innocent! On February 6th his 46th year in prison will begin.
He is a grandfather, a father. He has a large family outside this prison, a community, a home where he could go to. And so many supporters. He could and would spend the rest of his days with his family and would play a valuable part in his community as an elder, especially for the youth. He has been a real model prisoner during all these endless years. He is a peaceful, respectful man; he is definitely not a threat to the public. He is 76 years old and has serious and to some extent life-endangering health impairments.
As a high-risk-patient, due to the Covid-19 pandemic, he fulfills all the necessary reasons for release. I would like to draw your attention to the CARES Act and to Attorney General Barr's order to "prioritize the use of your various statutory authorities to grant home confinement for inmates seeking transfer in connection with the ongoing COVID-19 pandemic."
All I can see is that the USA is doing everything it can to allow this man to die in prison. Without any evidence against him, without a fair trial, without a new chance for judicial proceedings in the light of new evidence and new facts relating to the case after all these years.
Such a judicial system is neither adequate nor dignified for the United States of America.
Please transfer Mr. Peltier to his family. That would be a decision commensurate with reason and humanity. Thank you for your kind attention.
Please free him now!

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Links und Rechts

GfbV-Bildkalender 2021 "Kulturen in Bewegung"

https://www.gfbv.de/de/informieren/bildkalender-2021/

Eine Investition von 19,15 €, die mindestens doppelte Freude bringt.

...

POGROM - Bedrohte Völker - FÜR VIELFALT

Aktuelle Ausgaben : https://www.gfbv.de/de/zeitschriftfuervielfalt/
Hier ist eine Auswahl von Ausgaben unserer Zeitschrift, die sich schwerpunktmäßig mit "Klima, Umwelt und Indigenen" beschäftigen : 

# 319 - 04/2020 -  Urbanisierung
# 317 - 02/2020 -  Klimawandel und Menschenrechte - Handeln wir jetzt
# 312 - 03/2019 - In Gefahr: Menschen der Inseln
# 309 - 06/2018 - Bedeutung von Wasser: Wasser ist Leben
# 307 - 04/2018 - Trump und die Minderheiten: Gekommen, um zu spalten
# 294 - 03/2016 - Indigene Völker in Australien und Neuseeland: Wir waren schon immer hier!
# 297 - 06/2016 - Brennpunkte Weltweit: Im Schatten großer Kriege.
Darin ein Bericht von Claus Biegert über Standing Rock :
https://www.gfbv.de/de/informieren/zeitschrift-bedrohte-voelker-pogrom/297-im-schatten-grosser-kriege/standing-up-at-standing-rock/
# 290 - 05/2015 - Indigener Umweltschutz: Hüter der Erde
# 288 - 03/2015 - Indianer in Nordamerika: Stark, selbstbewusst und ungebrochen
# 275 - 01/2013 - Ohne Wasser kein Leben. Der Kampf um das blaue Gold hat längst begonnen.
# 273 - 05/2012 - Kostbare Erde. Gier nach Land gefährdet Menschen rund um den Globus.
# 266 - 03/2011 - Uranabbau, Atomtests, Endlagersuche: Ureinwohner bangen um ihre Zukunft

Ältere Ausgaben (leider meist immer noch aktuell) : https://www.gfbv.de/de/informieren/zeitschrift-bedrohte-voelker-pogrom/aeltere-ausgaben/ 

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Lausch- und Kuck-Tips

Ohne Garantie einige Links zu Radio- und TV-Beiträgen, die (hoffentlich) noch in den Mediatheken verfügbar sind.
 

Wenn der Boden schmilzt: Russlands Probleme mit dem Permafrost
Ende Mai liefen wegen des auftauenden Permafrostbodens rund 21 000 Tonnen Diesel in die sibirische Tundra. Es ist die wohl grösste Ölpest der russischen Arktis. Und, die tauenden Böden könnten für noch grössere Probleme sorgen.
NZZ Neue Züricher Zeitung - 18.06.2020 2:55 min
https://www.youtube.com/watch?v=qs-ZDhIrfiQ

 

Überwacht : Sieben Milliarden im Visier
China erprobt die totale Überwachung an den Uiguren. Hunderttausende sind in Umerziehungslagern, Millionen fürchten Sippenhaft.
Auch westliche Demokratien setzen im Kampf gegen den Terrorismus immer mehr der Künstlichen Intelligenz. Ist bald jeder verdächtig ? 
ARTE - 15.05.2020 90 min. dort verfügbar bis 19.06.2020
https://www.youtube.com/watch?v=4DchNIXzmHM


Klimafluch und Klimaflucht 
Beispiele von der Meeresküste, den nördlichen Steppen und der Sahelzone - Indonesien, Russland, Kamerun.
ARD 3SAT - 18.03.2020 58 min. Verfügbar bis 18.03.2025
https://www.3sat.de/dokumentation/natur/klimafluch-und-klimaflucht-102.html 


Reset im Regenwald - Der Hype um Ayahuasca
Dok 5 - Das Feature 23.02.2020 52:56 min. Verfügbar bis 20.02.2021 WDR 5 von Lorenz Rollhäuser
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-dok5-das-feature/audio-reset-im-regenwald---der-hype-um-ayahuasca-100.html

       
ZeitZeichen  16.02.2005 - Kyoto-Protokoll tritt in Kraft - von Thomas Pfaff         
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/kyoto-102.html

       
ZeitZeichen  02.02.1970 - Todestag von Bertrand Russell  - Von Wolfgang Burgmerhttps://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/russel-100.html     
   
ZeitZeichen 15.01.1970 - Ende des Biafrakrieges in Nigeria - von Andrea Kath
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/biafrakrieg-100.html

       
Die Sklaven von Mauretanien - Mit Gospel für die Freiheit
Dok 5 - Das Feature 01.01.2020 53:01 Min. Verfügbar bis 31.12.2020 WDR 5 von Thilo Guschas und Mahmoud Tawfik
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-dok5-das-feature/audio-die-sklaven-von-mauretanien---mit-gospel-fuer-die-freiheit-102.html

          
Klimakrise in Mali - Über Bauern, Hirten und Islamisten
Dok 5 - Das Feature 15.12.2019 53:07 Min. Verfügbar bis 09.12.2020 WDR 5 von Bettina Rühl
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-dok5-das-feature/audio-klimakrise-in-mali---ueber-bauern-hirten-und-islamisten-100.html

       
Lithium - die Jagd nach dem "weißen Gold" in Bolivien
Dok 5 - Das Feature 25.08.2019 53:02 Min. Verfügbar bis 22.08.2020 WDR 5 von Karl-Ludolf Hübener
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-dok5-das-feature/audio-lithium---die-jagd-nach-dem-weissen-gold-in-bolivien-100.html

 

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September 2020

Das MERCOSUR-Abkommen - Mikes Mitschrift eines Online-Seminars

"Preconditioning the ratification of the EU-MERCOSUR trade agreement – What needs to change?" 
 "Erstellung von Vorbedingungen zur Ratifizierung des EU-MERCOSUR-Handelsvertrages – Welche Änderungen werden benötigt?"

Dieser Web-Seminar wurde von Climate Alliance (www.climatealliance.org ), Rainforest Foundation Norway (www.regnskog.no) und der GfbV am 17.09.2020 organisiert. Es war eine Fortsetzung des Web-Seminars vom 15.06.20 – "Wie kann Europa Brasilien unterstützen, damit das Land seine gegenwärtige humanitäre und ökologische Krise überwinden kann?"

Mitschrift und Übertragung ins Deutsche von Michael W. Harrington für die GfbV – Regionalgruppe Düsseldorf

Dieser Webinar wurde von Climate Alliance (www.climatealliance.org ), Rainforest Foundation Norway (www.regnskog.no) und der GfbV organisiert und war eine Fortsetzung des Webinars vom 15.06.20 – "Wie kann Europa Brasilien unterstützen, damit das Land seine gegenwärtige humanitäre und ökologische Krise überwinden kann?" Die Teilnehmer waren die indigenen Vertreter Kretã Kaingang von APIB ("Erläuterung der Indigenen Völker Brasiliens") und Dinamam Tuxá von APOINME ("Erläuterung der Völker und Indigenen Organisationen des Nordostens und der Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo"), Graham Stock von Blue Bay Asset Management (Unternehmens- und Finanzberater) sowie PolitikerInnen der Grünen und SPÖ bzw. Abgeordnete der Europäischen Parlaments aus Österreich und Belgien. Die Redebeiträge und Diskussionen fanden auf Englisch statt, und teilweise auf Portugiesisch, mit durchgehendem Simultandolmetschen zwischen beiden Sprachen.

Unter der engagierten Leitung der Moderatoren Thomas Brose, Geschäftsführer von Climate Alliance, und Truls Gulowsen von der Rainforest Foundation Norway gab es eine lebhafte aber auch sachliche Auseinandersetzung mit der Frage, ob das EU-MERCOSUR-Abkommen erst ratifiziert werden könnte, nachdem wesentliche Änderungen in den jeweiligen Klauseln eingebracht wurden, oder ob das Abkommen überhaupt nicht ratifiziert werden dürfte.

Der erste Sprecher war Kretã Kaingang, der vehement die letztere Position einnahm. Nach einem Einführungsvideo mit dem Titel "Würden Sie ein Abkommen mit einer Regierung unterzeichnen, die den Klimawandel nicht anerkennt?", argumentierte er, dass die Umweltpolitik der brasilianischen Regierung völlig planlos sei, ganz ohne Konzept für den Kampf gegen Entwaldung und Waldbrände. Die Regierung hätte sogar kein Bewusstsein von den ökologischen Unterschieden zwischen den zwei größten Waldregionen Brasiliens: dem Amazonas-Regenwald (Floresta Amazónica) und dem Atlantischen Regenwald (Mata Atlântica) mit ihren verschiedenen klimatischen Bedingungen und unterschiedlicher Flora und Fauna. Folglich hätte die Regierung Verständnis weder für die natürlichen Klimakreisläufe dieser Regionen noch für die Auswirkungen ihrer Zerstörung – nicht nur auf Brasilien sondern auf ganz Lateinamerika und auch auf Europa. Die Indigenen spürten Wut, Trauer und Frust gegenüber der Untätigkeit der Regierung vor der sichtbaren Zerstörung von Pflanzen und Tieren. Sie befürchteten, die Unterzeichnung des EU-MERCOSUR-Freihandelsabkommens (FTA) würde die Entwaldung und den Landraub finanziell noch weiter fördern. Sie bräuchten weitere Unterstützung von Deutschland, Norwegen und Europa insgesamt. Die EU müsste den (u.a. finanziellen) Druck auf Bolsonaros Regierung aufrechterhalten. Zwar hätten die schriftliche Kritik seitens der EU an die brasilianische Regierung eine einigermaßen positive Wirkung, diese Regierung aber brache ständig ihr Wort und betrachtete die Äußerungen der indigenen Organisationen als "Fake News". Diese wiederum wären davon überzeugt, Fortschritte könnten nur durch Zusammenarbeit zwischen den Organisationen und Europa erzielt werden.

Als konkrete Maßnahmen legten Kretã Kaingang und APIB die folgenden sieben Notmaßnahmen vor:

  1. Ein 5-jähriger Stopp ("Moratorium") der Entwaldung, vor allem im Amazonas
     

  2. Erhöhte Strafzahlungen für Umweltfrevel und Entwaldung, inklusive Einfrierung der Vermögen der 100 schlimmsten Umweltsünder
     

  3. Sofortige Wiederaufnahme des Aktionsplans PPCDAm für die Verhinderung und Kontrolle der Entwaldung im Staatlichen Amazonasgebiet (PPCDAm – Action Plan for Prevention and Control of Deforestation in the Legal Amazon*). Dieser Plan stand vor der Einführung, wurde aber dann von der Bolsonaro-Regierung "ad acta" gelegt.
     

  4. Gründung, Regulierung und Schutz von Naturschutzeinheiten (Conservation Units) sowie die Abgrenzung (Demarcation) der indigenen Territorien sowie der Territorien der "Quilombolas" (Nachkommen der Afro-Brasilianischen Sklaven).
     

  5. Die Neuorganisierung (Restructuring) der föderalen Agenturen, die den Umweltschutz und den Schutz der indigenen Rechte verwalten (Ibama, ICMBio und Funai – nützliche Erläuterungen unter Wikipedia)
     

  6. Die Durchsetzung des Waldkodex (Forest Code) – unter Berücksichtigung der teilweise negativen Änderungen und Gerichtsentscheidungen im Jahre 2018
     

  7. Erstellung eines gesetzlichen Rahmens für die Rückverfolgung von Lieferketten (supply chain traceability)

 

Kretã Kaingang betonte, dass die brasilianische Regierung nur dem internationalen Druck nachgeben würde, wogegen interner Druck aus Brasilien keine Wirkung haben würde.

Moderator Gulowsen sagte, die Botschaft an Europa sei "nachdrücklich und klar" ("loud and clear").

* Amazónia Legal (Legal Amazon / etwa Staatliches Amazonasgebiet): Alle neun brasilianischen Bundesstaaten im Amazonasbecken. Bildet die größte sozio-geographische Einheit Brasiliens.

Der nächste Redner, Graham Stock von Blue Bay Asset Management sagte, dass einige Firmen und Kapitalanleger die Appelle aufgegriffen hatten. Unter den Kunden von Blue Bay wären auch Rentenfonds. Er resümierte die Aktionen von Anlegern in der letzten Zeit:

Eine Gruppe von 29 Anlegern (mit Vermögenswerten von insgesamt 4 Billionen US$) hätten ein Schreiben an brasilianische Botschaften gerichtet. Ein Treffen (Videokonferenz) wurde mit dem Gouverneur der Brasilianischen Zentralbank organisiert, sowie mit dem brasilianischen Vize-Präsident, Mourão, dem Amazonischen Rat (Amazon Council, eine Neuschöpfung der Regierung zwecks Erhalt der Regenwälder, von Mourão geleitet (https://www.gov.br/planalto/pt-br/conheca-a-vice-presidencia/conselho-da-amazonia )) sowie mit Mitgliedern der Abgeordnetenkammer des Nationalkongresses (Sprecher: Rodrigo Maia), auch unter Beteiligung des EU-Botschafters. In den Gesprächen wurde auf eine größere und engagiertere Reaktion aus Brasilien auf die Problematik gedrängt. Mourão wiederum beschuldigte die EU, eine protektionistische und negative Haltung einzunehmen. Es wurde einen Arbeitsplan für die nächsten paar Jahre erstellt. Dieser Plan sollte auch als Modell für andere Länder mit ähnlichen Problemen dienen und beinhaltete eine Wunschliste mit den folgenden fünf Punkten, die sich größtenteils mit den von Kretã Kaingang geäußerten Notmaßnahmen decken:

  1. Eine erhebliche Reduzierung des Tempos der Entwaldungen sowie glaubhafte Anstrengungen, den Verpflichtungen der Brasilianischen Klimagesetzgebung, Art. 19 (betr. Indigene Land- und Umweltrechte sowie Konsultationen) nachzukommen.
     

  2. Die Durchsetzung des brasilianischen Waldkodex (Forest Code)
     

  3. Sicherstellen der Fähigkeit der föderalen Agenturen, die die Gesetzgebung zu Umweltschutz und Schutz der indigenen Rechte durchsetzen sollen, ihre Mandate wirksam auszuüben, sowie die Revidierung von etwaigen Weiterentwicklungen der Gesetzgebung, die den Schutz der Wälder beeinflussen können
     

  4. Verhinderung von Waldbränden und von Bränden in waldnahen Gebieten, damit es keine Wiederholungen der Situation von 2019 gibt
     

  5. Öffentlicher Zugang zu Daten über Entwaldung, Waldbedeckung, Waldbesitz und -nutzungsrechte, sowie über die Nachverfolgbarkeit der Waren-/Rohstoff-Lieferketten

Darüber hinaus sollen finanzielle Zuwendungen nicht nur an die brasilianische Regierung sondern auch an Firmen, die an den Waren-/Rohstoff-Lieferketten beteiligt sind, gewährt werden.

Graham Stock erläuterte, dass Blue Bay die erhofften Fortschritte über die nächsten Jahre kontrollieren wird. Im Falle von unbefriedigenden Entwicklungen würden die Finanzierungskosten erhöht werden.

Frage von Truls Gulowsen: Falls das FTA in Kraft gesetzt wird, wie wird dieses auf die Finanzierungen auswirken?
Antwort: Falls das FTA unterzeichnet wird, könnte dieses als Mittel zum Ausüben von Druck verwendet werden (a 'long-term positive' / Anm. Bedeutet eine Entscheidung oder Situation, die auf lange Sicht positive Ergebnisse bringen soll (natürlich mit Betonung auf "soll"!)). Also als eine Art 'Hebelwirkung' ('leverage').

Danach sprachen Rainer Handlfinger, SPÖ und Bürgermeister einer österreichischen Gemeinde; Irmi Salzer, Die Grünen – Greens / EFA (European Free Alliance), Stellvertretende Kabinettschefin im Österreichischen Umweltministerium; und Saskia Bricmont, MEP – Grüne Fraktion im EP / Ecolo (Wallonische Grünen in Belgien).

Rainer Handlfinger unterstrich die Wichtigkeit, den Druck seitens der lokalen Ebene (Gemeinden) auf die nationale Ebene auszuüben, damit das FTA möglichst nicht unterzeichnet wird. Irmi Salzer betonte, die Klimakrise sei eine globale Herausforderung, wofür globale Lösungen benötigt werden. Die österreichische Regierung hätte die Verpflichtung, den Entscheidungen des Parlaments Folge zu leisten, da beide Kammern des Parlaments gegen MERCOSUR seien. Es gäbe das Gefühl, das FTA sei als "Greenwashing" verpackt und es müsse seitens der Regierung verstärkten Druck auf Bolsonaro und die führenden Mitglieder seiner Regierung geben.

Saskia Bricmont sagte, das Europäische Parlament sei auf einer Linie mit den Zielen der Grünen. Um die Verhandlungen zu koordinieren, müsste man auf Basis von Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgehen, da die jetzigen Absicherungen in Sachen Umweltschutz und gesellschaftlicher Auswirkungen völlig unzureichend seien. Darüber hinaus sei das FTA mit dem "Green Deal und dem Pariser Abkommen völlig inkompatibel. Daher müssten alle Anstrengungen unternommen werden, die Ratifizierung des EU-MERCOSUR-Handelsvertrages in seiner jetzigen Form zu verhindern, auch weil Bolsonaro kein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner sei. Möglicherweise ergeben sich einige Verbesserungen in Sachen Klimawandel, aber die Grünen sind der Meinung, diese werden nicht ausreichend sein. Die Überprüfung und Bewertung von Investoren und Unternehmen im kommerziellen Sektor ("due dilligence") sei notwendig. Die nachhaltigen finanziellen Initiativen wie von Herrn Stock erläutert seien willkommen, sowie die Beteiligung von Supermärkten und Lieferketten. Es gäbe schon einige kurzfristige Initiativen, aber ein Überdenken des FTA in seiner Gesamtheit sei vonnöten.

Frage von Truls Gulowsen: Welche Kompromisse wären möglich?

Antwort von Saskia Bricmont: Ursula von der Leyens Rede zur Lage der EU hat MERCOSUR überhaupt nicht erwähnt. Also wird das FTA in der EU nicht als Priorität betrachtet? Was ist die Position der deutschen Ratspäsidentschaft? Danach kommen die portugiesischen und slowenischen Ratspäsidentschaften. Könnte es sein, dass diese das FTA ratifizieren werden wollen? Wahrscheinlich will die Europäische Kommission an das FTA nicht rütteln wollen.

Abschließende Bemerkungen:

Truls Gulowsen: Die klimatischen und gesellschaftlichen Probleme seien schon voll zugange. Wie Kretã Kaingang sagt, seien die Anstrengungen innerhalb Brasiliens unzureichend. Truls' 'Alptraum' wäre, das FTA könne ganz ohne Änderungen adoptiert werden. Die Importe von Fleisch und Soja treiben die Entwaldung schon an.

Irmi Salzer: Das Argument von '(finanziellem) Druck als Hebelwirkung' ('leverage argument') habe man schon zu oft gehört; z.B. könnte Bolsonaro sich weigern, zusätzliche Klauseln im FTA zu unterschreiben. Das Druck sollte eher von (hiesigen) Städten und Gemeinden, also auf kommunaler Ebene, ausgehen.

Saskia Bricmont: Die Debatten haben die Wirkung, das Bewusstsein zu erhöhen, und dieses sollte noch weiter gefördert werden. Schon jetzt müsste so viel Druck wie möglich auf die Regierungen ausgeübt werden, inklusive Druck aus der Öffentlichkeit.

Truls Gulowsen: Die 34 Anleger, die sich engagiert haben, seien nur ein ganz kleiner Anteil aller Anleger, die an Investitionen beteiligt sind. Daher sollten noch mehr an Bord geholt werden.

Kretã Kaingang: Europa müsste die brasilianische Regierung davon überzeugen, dass radikale Schritte unternommen werden müssen. Wir indigene Völker denken an die zukünftigen Generationen. Viele indigene Führer hätten wir nicht nur an Covid-19 verloren sondern auch als Folge ihrer Anstrengungen, ihre Völker zu verteidigen. Europäische Unternehmen müssten auch einen festen Standpunkt vertreten, auch in der Erkenntnis des Problems der Landnahme ('land-grabbing'): Europäische Rentenfonds, u.a. durch die Weltbank (World Bank), hätten schon in geraubten indigenen Landbesitz investiert. Große Unternehmen profitieren von der Landnahme, aber die lokalen Gemeinden hätten oft keinen Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen usw. Deswegen müssten die europäischen Firmen über die Folgen ihrer Investitionen in Kenntnis gesetzt werden.

Maria Laura Canineu, Human Rights Watch: Als Bezugspunkt ('Benchmark'): Es hätte keinen Zweck, Pläne und Initiativen vorzulegen, wenn es keine konkreten Ergebnisse gäbe. Die Entwaldung hängt eng mit Menschenrechtsverletzungen und Gesetzlosigkeit zusammen. Daher müsste die brasilianische Regierung beweisen, dass sie Fortschritte in diesen Bereichen macht.

In den kommenden Wochen und Monaten soll der Dialog zu diesem Thema fortgesetzt werden. Falls Sie dazu beitragen möchten, schicken Sie bitte eine E-Mail an climatejustice@climatealliance.org  !

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Februar 2020

Adani - Der Weg der Kohle von Australien nach Indien

Stichworte zum Bau einer der weltweitgrößten Kohleminen Carmichael durch den indischen Konzern Adani im australischen Galilee-Becken und den Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung in Australien und Indien.

- Die Mine soll teilweise auf dem Land der Wangan und Jagalingou liegen, die sich seit Jahrezehnten juristisch dagegen wehren. Der Bundesstaat Queensland hat ihnen jetzt den Native Title auf ihr Land abgesprochen.

- Der Betreiber plant jährlich 12,5 Milliarden Liter Wasser aus dem nahegelegenen Suttor River zu entnehmen.

- Per Bahn soll die Kohle zum Hafen Abbot Point transportiert werden, der dafür erheblich erweitert werden musste.

- Die Kohle soll mit dem Schiff durch das Great Barrier Reef und weitere 10.000 km bis nach Indien transportiert werden, wo bereits ein ganz neuer Hafen gebaut wurde. Dafür wurden Mangrovenwälder gerodet, die für den Küstenschutz gegen Stürme und Überschwemmung von zentraler Bedeutung sind.

- Vom Hafen geht es 700 km in den kohlereichsten Bundesstaat im absoluten Nordosten Indiens. Dort - nur 16 Kilometer entfernten von der nächsten indischen Kohlemine - soll die australische Kohle verstromt werden. Auch dort wurde für den Bau des Kraftwerkes fruchtbares Ackerland zerstört und indigene Adivasi enteignet und vertrieben.

https://www.dw.com/de/der-adani-effekt-was-kohle-in-indien-australien-sowie-f%C3%BCr-schwellenl%C3%A4nder-noch-lukrativ-macht/a-52016323

https://www.gfbv.de/de/pm/australische-adani-kohlemine-9905/

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Australien brennt - "Australien ist überall".
Der Wagenbauer Jacques Tilly sagt den Düsseldorfern und der Welt im Karneval schonungslos die Wahrheit.
Sein Greta-Wagen war seit dem Rosenmontag 2019 schon auf einigen FFF-Demos dabei. Vermutlich wird er noch häufig wiederverwendet werden müssen.
Auch der Amazonas Regenwald brennt - wenn er nicht abgeholzt wird. Über die indigenen Völker sagt Jair Bolsonaro : «Die Indios gleichen immer mehr menschlichen Wesen, wie wir es sind.».
Die möchten aber gar nicht werden wie er.
Das Hakenkreuz in der Flagge hatte Tilly selbst noch kurz vor dem Zug herausgerissen.
Unnötige Vorsicht - in solch eindeutig kritischem Zusammenhang ist das Zeigen verfassungswidriger Symbole gestattet.

 

geplante Veranstaltungen

Sommer 2021

Sibirische Steinkohle trifft rheinische Braunkohle

Indigene Aktivisten aus Russland besuchen uns und berichten über ihre Kultur,
ihre traditionelle Lebensweise, die Zerstörung ihrer Heimat durch den Steinkohletagebau und was das alles mit dem Strom aus unseren Steckdosen zu tun hat.

Angedacht ist ein offener Informationsabend für alle sowie anschließend ein zweitägiger Workshop besonders für jugendliche Menschen.

Vorraussichtlicher Veranstaltungsort soll in beiden Fällen ein großes Gartengelände im Düsseldorfer Süden sein. Es wird also rustikal und open-air zugehen. Dafür sind wir mitten im Grünen, was eine Erinnerung an die Ursprünglichkeit und einen interessanten Kontrast zu den aktuellen Zuständen in der Heimat unserer Gäste darstellt.
In diesem Video läd Euch Yana Tannagasheva selbst ein  https://youtu.be/F5YwLGzJwnk

Wer mag, kann sich hier schon einmal einstimmen :

KOHLEFÖRDERUNG IN SIBIRIEN   

Leise rieselt der Staub

von Stefan Scholl

Trotz Absatzproblemen soll die Steinkohleförderung im mittelsibirischen Kusbass auf Rekordumfänge gesteigert werden.
Ohne Rücksicht auf Umwelt und Anwohner.

https://www.fr.de/panorama/leise-rieselt-staub-13701536.html?fbclid=IwAR3l45hxDzQe0XxK3Bs0fcyzlYVRRLPwCQCLWPiSBHdFDT6vhfADDm

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vergangene Veranstaltungen

Mittwoch, 10. März 2021

8. Mahnwache für Leonard Peltier

Es ist ein wenig Bewegung in Leonards Haftbedingungen gekommen.

Ihm wurde eine Verlegung und die Herabstufung seiner Sicherheitsverwahrungsstufe in Aussicht gestellt. Allerdings - wohl aufgrund der aktuellen COVID-Lage - erst in frühestens sechs Monaten.... eine lange Zeit, die er noch durchhalten muss. https://www.leonardpeltier.de/7803-newsletter-des-ilpdc-sowie-weitere-aktuelle-infos-zu-leonard-peltier

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Samstag, 06. Februar 2021

7. Mahnwache für Leonard Peltier

Leonard Peltier (*1944), indianischer Bürgerrechtler, Aktivist, Vater und Großvater, Mitglied des American Indian Movement, ist an diesem Tag seit 45 Jahren unschuldig in Haft.
Wir bitten den neuen US-Präsidenten Biden :
Lassen Sie Leonard nicht in Gefangenschaft sterben !

An diesem traurigen Jahrestag haben wir mit einer besonderen Mahnwache am Düsseldorfer Hauptbahnhof an Leonards Schicksal erinnert - in oranger Sträflingskleidung und mit Masken, die sein Gesicht in verschiedenen Altern zeigen. 
Ein Zaun deutete die Größe von Leonards Zelle an.

Wir danken allen, die uns mit Unterschriften oder Briefen* unterstützt haben.
Leonard ist im wahren Lockdown im Gefängnis in Florida - hunderte Meilen weg von seiner Familie und seinen Freunden - und zusätzlich isoliert wg. mehrerer Corona-Fälle in seiner Nähe.

Mehr zu Leonard Peltier bei vergangene Veranstaltungen Juni/Juli 2020,
auf www.leonardpeltier.de vom Tokata-LPSG RheinMain e.V.
und auf Der Fall Leonard Peltier (gfbv.de).

* Hier ist der Brief, den Ihr auch selber verschicken könnt :

                                                                                             From:

 


To
The White House
President Joe Biden
1600 Pennsylvania Avenue
Washington, DC 20500
USA
                                                                                            Germany, 


Re: LEONARD PELTIER #89637-132 USP COLEMAN I COLEMAN, FL 33521
Dear Mr. President Biden,
In view of the changes taking place in America at this very time, there must also be a change for one man: After 45 long and endless years behind bars, Leonard Peltier must be released. I am therefore appealing to you:
FREE LEONARD PELTIER – DON´T LET HIM DIE IN PRISON
He has been imprisoned for almost 45 years, even though his conviction was not in accordance with the necessary legal prerequisites. There is no evidence that proves his guilt in the crime for which he has been convicted. After all these years, more and more details are indicating that all the major witnesses in this case were pressurized and that evidence against Mr. Peltier was manipulated. All the evidence that proves his innocence was falsified and even the FBI knows about this. To say the least, this man has spent all these years, 16,437 days till today, in prison yet innocent! On February 6th his 46th year in prison will begin.
He is a grandfather, a father. He has a large family outside this prison, a community, a home where he could go to. And so many supporters. He could and would spend the rest of his days with his family and would play a valuable part in his community as an elder, especially for the youth. He has been a real model prisoner during all these endless years. He is a peaceful, respectful man; he is definitely not a threat to the public. He is 76 years old and has serious and to some extent life-endangering health impairments.
As a high-risk-patient, due to the Covid-19 pandemic, he fulfills all the necessary reasons for release. I would like to draw your attention to the CARES Act and to Attorney General Barr's order to "prioritize the use of your various statutory authorities to grant home confinement for inmates seeking transfer in connection with the ongoing COVID-19 pandemic."
All I can see is that the USA is doing everything it can to allow this man to die in prison. Without any evidence against him, without a fair trial, without a new chance for judicial proceedings in the light of new evidence and new facts relating to the case after all these years.
Such a judicial system is neither adequate nor dignified for the United States of America.
Please transfer Mr. Peltier to his family. That would be a decision commensurate with reason and humanity. Thank you for your kind attention.
Please free him now!

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Seit Fr, 06.Februar 1976 ist Leonard Peltier ein politischer Gefangener der USA
- seit 45 Jahren - seit 16.437 Tagen - seit 394.488 Stunden -
Wenn Du mithelfen willst, schick Präsident Biden einen Brief.
Eine Vorlage findest Du weiter oben.
Ein Passant entschloss sich spontan mitzumachen. Er konnte Leonards Situation aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen.

.
 

Bereits anlässlich der Verleihung des Karls-Preises an US-Präsident Bill Clinton im Jahr 2000 demonstrierte die RG Aachen für ...
... Leonards Freiheit - teilweise in gestreifter Sträflingskleidung.
Die OG von Amnesty International unterstützte uns tatkräftig mit mehreren Mitgliedern.

 

Mittwoch, 25.11.2020

6. Mahnwache für Leonard Peltier

Wir haben einen Brief an Leonard geschrieben, um ihn zu grüßen und zu unterstützen (siehe Photos).

Beim Düsseldorfer Konsulat der Vereinigten Staaten von Amerika haben wir einen Brief abgegeben, in dem wir dringend die Freilassung des schwerkranken Leonard Peltier verlangt haben - hilfsweise Hafterleichterung und eine heimatnahe Verlegung.
Hier ist der Brief an das Konsulat, der gerne nachgeahmt werden darf :

 

US-Generalkonsulat Düsseldorf
Generalkonsulin Fiona Evans
Willi-Becker-Allee 10
40227 Düsseldorf

                                                                     Düsseldorf, November 25th, 2020

Re: Vigil for Leonard Peltier in front of the Consulate General

Dear Mrs. Evans,

Today, we have come for the sixth time to your Consulate General to demand the release ofthe political prisoner Mr. Leonard Peltier (# 89637-132, USP Coleman, Florida). He has beenimprisoned for over 44 years, in spite of his conviction lacking the necessary legalprerequisites.His conviction is a violation of his personal rights, of human rights in general and is, in fact,one of the most significant judicial matters in history of the United States.

Please let us tell you more about Mr. Peltier, so that you can assess for yourself that it is hightime to end this merciless and unjust affair. At least so as to honor the human, civil andfreedom rights that your country wishes to represent.
Mr. Peltier is 76 years old and is suffering from many very serious health impairments. Toname but a few: he has an aortic aneurysm, spots on his lung, serious heart and kidney issues,extreme arthritis in his hip and knee. None of these can be medicated adequately nor evenreceive primary treatment in USP Coleman I.

In the ongoing COVID-19 pandemic, he has the necessary age and health risk profile to granthim release and transfer home. The CARES ACT, signed into law by President Trump onMarch 27, also has provisions for granting home confinement in order to reduce the numberof inmates who might need medical treatment.
At the Turtle Mountain Reservation, in the presence of his family and supporters, he willreceive much better and more individual medical treatment than in USP Coleman.As the Ambassador of the United States here in North Rhine-Westphalia, Germany, we feelthat you especially would be able to speak up for Mr. Leonard Peltier, stand up for him, andcampaign for his release. To not let him die in prison! In the name of civil and human rights,humanity, and protection of human dignity.

We demand his freedom, his instant release, and we demand justice for the injustice that isbeing done to him!

We will therefore come back every month to make a vigil, to bring his destiny into the focusof the people who are passing by. And also to inform them about the American justice system,that is only made by and for white people.
We thank you for your attention

Yours,

 

Mehr zu Leonard Peltier bei vergangene Veranstaltungen Juni/Juli 2020.

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Sonntag, 25. Oktober 2020

Dorfspaziergang in Keyenberg - Dr. Michael Koch verliest Leonard Peltiers Brief

In seinen begleitenden Worten skizierte Dr. Michael Koch die Notwendigkeit des intersektionalen Widerstandes.
Den ausführlichen Text hat er uns zur Verfügung gestellt.
CONNECT THE MOVEMENTS !!! 

Vorab erst einmal herzlichen Dank an Eva Töller, die mich fragte, ob ich denn hier ein paar Worte sagen könnte und an Michael Zobel, für die einleitenden Worte. Und natürlich großen Dank an Euch alle, die ihr hier mit eurer Präsenz den notwendigen Widerstandswillen zeigt. Wie toll, dass es euch gibt. Mein Name ist Michael Koch, bin seit 1968 politisch vielseitig aktiv, u.a. auch in den Bereichen Umwelt und Menschenrechte, aber auch in den Bereichen sozialer Fragen, Rassismus & Antifaschismus, Indigene und 3. Welt. Vor 20 Jahren hatten wir eine kleine aber doch recht schlagkräftige Menschenrechtsgruppe aufgebaut, die sich vor allem um indigene Belange in Nordamerika kümmert, u.a. auch um das Schicksal des dort seit fast 45 Jahren inhaftierten indianischen Aktivisten, Leonard Peltier, von dem ich dann zum Schluss auch eine Grußbotschaft an euch vorlesen werde. Wozu ich heute und hier etwas sagen möchte, würden meine Lakota-Freunde mit den Worten „es hängt alles miteinander zusammen“ beschreiben. Und in unseren politischen Diskussionen ließe sich dies als die Notwendigkeit internationaler und intersektoraler Verbindungen von Kämpfen und solidarischem Denken und Handeln bezeichnen, denn vieles was der Natur und den Menschen hier bei Euch und in anderen Teilen Deutschlands und Europas widerfährt, erleben Indigene seit Jahrhunderten aufgrund ihrer Kolonialisierung, Unterdrückung und Missachtung. Als ich Ende September mit meiner 9. Lesetour u.a. im Dannenröder und Hambacher Wald war sowie in Lützerath bei der Mahnwache, versuchte ich eine Verbindung zwischen den Themen Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, anhaltende Ausbeutungs-, Kolonialisierungs- und Völkermordpolitik gegenüber Indigenen aufzuzeigen und dabei auch die Verbindungen zu unseren Kämpfen hier herzustellen. Und auch die Verbindung zu unserer besonderen Verantwortlichkeit gegenüber diesen Menschen wollte ich damit aufzeigen, denn schließlich waren und sind es gerade wir Europäer und die von hier kommenden Einwanderer, die bezogen auf Indigene wesentlich für die Zerstörung derer Lebensgrundlagen, für Völkermord, Ausbeutung von Mensch und Natur, für tödliche Krankheiten und auch Hunger, Not und Flucht verantwortlich sind. Verantwortlich für eine rücksichtlose Ausplünderung des Planeten, einerseits aus Profitinteressen aber auch unserem eigenen Wohlstand und Lebensstil. Da sollten wir uns alle immer wieder auch selbstkritisch hinterfragen, inwiefern weniger nicht mehr wäre und wir durch bewussten Konsum bzw. Nichtkonsum und bewusstes politisches Handeln nicht alle einen Beitrag zu einer solidarischeren Welt leisten könnten. In den vergangenen Jahren war ich im HAMBI und auch bei Aktionen von Ende Gelände immer wieder mit Grußbotschaften sowie auch mit Delegationen aus dem indianischen Amerika. Dies hat sicherlich zum einen mit meinen eigenen Erinnerungen an die Kämpfe um die Frankfurter Startbahn West Anfang der 80er Jahre zu tun, als wir immer wieder Solidaritätsbesuche von Aktivist*innen aus Japan, Tibet oder dem indigenen Amerika erhielten. Dieses Gefühl internationaler Unterstützung hat uns politisch aber auch menschlich viel Kraft und Wärme vermittelt, auch wenn wir den Kampf vor Ort nicht gewonnen hatten. Was man uns aber nicht mehr nehmen konnte, war das Gefühl Gleichgesinnte in aller Welt gefunden zu haben, die sich für eine gerechtere und lebenswertere Welt und Umwelt einsetzen und von denen wir uns weder durch Ozeane, Glauben, Hautfarben, Sprachen wieder trennen ließen. Und so haben wir später auch Aktionen in anderen Ländern solidarisch unterstützt, ideell, finanziell und auch kämpfend vor Ort. Solidarität ist eben keine Einbahnstraße. Sie ist die wahre menschliche Verbindung zwischen all den, wie ich es gerne sage, good willing humans, all over the world. Und so unterstützen hier und heute auch wieder indianische Aktivist*innen mit ihren solidarischen Grüßen eure/unsere Kämpfe um den Hambacher und Dannenröder Wald oder gegen anhaltenden Kohleabbau, so wie wir sie unterstützen im Kampf gegen Fracking, Teersandabbau und Pipeline-Bauten sowie Mancamps von Minen- und Fracking-Arbeitern, die wiederum Ausgangsort von zahllosen sexuellen Übergriffen, Vergewaltigungen, Entführungen und Morden an indigenen Mädchen und Frauen sind. Bereits vor gut 20 Jahren warnten mich einige meiner indigenen Freund*innnen, dass wir in Europa besser auf unsere Umwelt, auf unsere sicherlich nicht ausreichenden aber doch in Ansätzen vorhandenen Errungenschaften im Sozial- und Gesundheitsbereich aufpassen sollten, dass wir nicht den Verlockungen von Luxus und Besitzgier erliegen sollten. Diese Warnung ist heute weltweit aktueller denn je, wissen wir doch nun einiges über die Folgen von Klimawandel und Artensterben. Auch hierzulande werden Menschen enteignet und zwangsumgesiedelt, um Platz für den Kohlebergbau oder Straßenbau Platz zu schaffen, auch hierzulande werden Luft und Wasser durch anachronistische Verkehrs- und Wirtschaftspolitik gefährdet. Ich persönlich versuche den Begriff HEIMAT möglichst zu vermeiden, da er historisch zum einen vorbelastet und zum anderen auch von Kreisen benutzt wird, mit denen ich nichts zu tun haben will. Doch mir ist auch klar, dass ich dies nicht allen unterstellen möchte, die diesen Begriff nutzen und dass für Indigene der HEIMATSBEGRIFF von zentraler Bedeutung ist, hat er doch mit ihrer Geschichte, Umwelt, Kultur und Sprache zu tun. Dinge, die wir ihnen seit Jahrhunderten genommen haben und immer noch nehmen. Dinge, die in mancherlei Hinsicht diese Menschen uns im Zusammenleben mit Mother Earth weit überlegen machen und wir von diesen Menschen vieles lernen können. Und so gibt es eine wunderbare Brücke, die ich dann gerne auch akzeptiere und beschreite, nämlich, dass wir die Heimat der jeweils anderen respektieren und nicht weiter ausplündern und uns mit diesen protectors and defenders of the forests and water verbünden. Alle reden von Globalisierung und von der Welt als global village - also als globales Dorf. Wenn ich dann die Parole ALLE DÖRFER BLEIBEN aufgreife, und dies tue ich gerne, dann bedeutet dies tatsächlich ALLE DÖRFER weltweit, ob hier in den Kohlerevieren oder im Dschungel von Borneo, im Amazonaswald, im borealen Regenwald Kanadas, in Afrika, Palästina – überall. Denn wohin wir auch schauen, es sind stets die gleichen ausbeuterischen Mechanismen und Strukturen, die Umwelt und Menschenrechte und Menschenwürde zerstören. Die Themen verbinden uns weltweit mehr als viele von uns denken oder wahrhaben wollen und sie verbinden die politischen Diskurse um Umwelt, Menschenrechte, Indigene, sogenannte Dritte Welt, Armut und Ausbeutung, soziale Fragen. Ich möchte in aller Kürze hierzu einige Beispiele skizzenhaft anbringen: ? in den letzten Dekaden des 20 Jahrhunderts wurden ca. 14.000 Diné/Navajo zwangsumgesiedelt, da sie dem Abbau von Kohle aus den für sie heiligen Black Mesa im Wege standen. Für den Transport des Kohlestaubs in das nächste, ca. 400 km entfernt gelegene MohaweKraftwerk wurden jährlich 5 Milliarden bestes Grundwasser verschwendet. Die Menge von 32.760.000 Badewannen. Der Strom diente der glitzernden Scheinwelt us-amerikanischer Großstädte, während viele Navajo und Hopi selbst weiterhin immer noch ohne Wasser- und Stromanschluss im Reservat lebten. ? Bleiben wir beim Thema Kohleabbau. Kolumbien ist einer der größten Kohlelieferanten Europas, vor allen Deutschlands und der Niederlande. 70% der kolumbianischen Kohle kommen hierher, u.a. auch dank solcher Verbrecherkonzerne (es steht RWE frei mich für diese Bezeichnung zu verklagen, ich würde dies als Ehrung auffassen) wie RWE, Vattenfall usw. Für diese Blutkohle wurden in den 50er & 60er sowie 90er Jahren des letzten Jahrhunderts je nach Schätzung zwischen 40 - 70.000 Indigene ermordet, ca. 130.000 vorwiegend indigene Menschen zwangsumgesiedelt und mehrere hundert Indigene werden immer noch vermisst. Wenn allein hier im rheinischen Kohlerevier in den vergangenen 30 Jahre über 300 Dörfer zerstört und über 40.000 Enteignungen stattgefunden haben, dann stelle ich mir allerdings die Frage, warum nicht diese Energiekonzerne allein für die Beteiligung an diesen BlutkohleDeals zu enteignen, zu zerschlagen und deren Verantwortliche vor internationale Gerichte zu stellen und wegen Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschenrechte und wegen Umweltzerstörung zu verurteilen. Aber natürlich stellt sich da auch die selbstkritische Frage, warum wir nicht schon lange im Namen der Ermordeten, Zwangsumgesiedelten, Misshandelten, Kriminalisierten und jährlich zu tausenden vergewaltigten indigenen Mädchen und Frauen laut schreien "Nicht in unserem Namen/Not in our Name". Machen wir es uns an dieser Stelle nochmals klar, was auch der amerikanische Sänger Pete Seeger in seinem Song LAST TRAIN TO NÜRNBERG fragte: „wer gab die Befehle, wer zahlte die Steuern, ist das Blut an deiner und meiner Hand?“ – also die Frage nach all unserer Mitschuld hieran aufgrund unseres Schweigens und so weiterlebens im Wohlstandskuschelpark Deutschland. ? Ein anderes Thema Erdölförderung: In Afrika hat der Shell-Konzern im Staat Nigeria u.a. durch die Ölförderung aber auch Pipelinepannen allein 2008 mit 500.000 Barrel Öl = 79.500.000 Liter ÖL das Niger-Delta verseucht, an den sich wehrenden Ogoni wurden schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen, damit auch hier bei uns wieder „der Rubel und das Rad rollt“. Konkret: In Nigeria wurden über 30.000 Ogoni wegen der Ölförderung durch den Shell-Konzern zwangsumgesiedelt, weitere 1000 flohen in Flüchtlingslager der Nachbarstaaten und weitere 2000 wurden durch das Militär ermordet. ? In Kanada wird in der Provinz Alberta für den Abbau von Teersand ein Gebiet in der Größe Englands unbewohnbar gemacht. Es bleibt in dieser Region keine Pflanze, kein Tier, kein Mensch, kein sauberes Wasser mehr erhalten. Welche Menschen betrifft es dort wohl ganz besonders? Und wie sieht es aus mit unserem Respekt gegenüber der restlichen Natur? ? Anderes Thema : Atomenergie, eine Energieform, die einige jetzt im Rahmen der Klimaschutzdiskussion wieder aus dem Geistergrab der Geschichte herausholen wollen. Doch haben wir vergessen, dass das meiste Uran, das auch wir hier in Europa und in Deutschland nutzen, in indigenen Gebieten abgebaut wird. Ja, für die Menschen dort bedeutet dies sicherlich auch Arbeit und finanzielle Existenzsicherung. Aber es bedeutet auch Arbeiten mit Todesfolgen, Arbeiten und Leben in höchstkontaminierten Gegenden: Flüsse, Atemluft, Pflanzen und Wildsowie Nutztiere sind kontaminiert und damit der gesamte Nahrungskreislauf. Exorbitant hohe Krebsraten und Raten an Missbildungen und Totgeburten bei Indigenen in Süd-Dakota, Arizona, Saskatchewan, Australien und anderen Ländern sind seit den 70er Jahren die bekannten Folgen. Das Sterben in diesen Regionen ist eine unserer Wohlstandsquellen, ist Profitquelle von Energiekonzernen und mitverantwortlich für eine Energiepolitik, die Verschwendung und nicht Sparsamkeit forciert. ? Schauen wir nach Brasilien, wo durch den Belo Monte Staudamm über 1 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt wurden, die allerdings von den Profiten dieses Projektes kaum partizipieren werden, ? und schauen wir nach Borneo, wo in den letzten 40 Jahren 90% des Regenwaldes abgeholzt wurden. Dort, wo ich 1981 noch durch den Dschungel wanderte, Dschungelflüsse durchquerte und die Vielfalt der dortigen Tier- und Pflanzenwelt bestaunte und die Gastfreundschaft der in Malaysia unter dem Sammelbegriff Orang Asli zusammengefassten Ureinwohner*inne kennenlernen durfte, ist heute Staub, trockene Hitze und Wassermangel. Doch den „nur“ 150.000 indigenen Menschen (bei einer Bevölkerung von 28 Millionen) werden aufgrund ihres geringen Bevölkerungsanteils weder von Regierung, Behörden noch von Nichtregierungsorganisationen Aufmerksamkeit gezollt, sie benötigen daher dringend unsere Unterstützung, denn ihr Lebensraum ist bedroht – aufgrund wirtschaftlicher Interessen zum Beispiel der Holzwirtschaft. Wer die kommenden Tage Zeit hat, sollte hierzu im Kino den Film „Die Stimme des Regenwaldes (Bruno Manser) anschauen. Ob in Brasilien, Indonesien, Borneo/Malaysia, Peru, Mexiko, Kanada....es sind vor allem Indigene, die durch diesen Raubbau vertrieben werden. Und es sind vor allem Indigene, die in den ersten Reihen der Umwelt-, Menschenrechts- und Sozialkämpfe stehen und dafür den höchsten Blutzoll zahlen....auch heute noch und gerade heute wieder. Sie werden verfolgt, vertrieben, kriminalisiert, ermordet. Die unmittelbaren Täter: Paramilitärs, bezahlte Todesschwadrone, Polizei, Militär, Security - Unternehmen. Die dahinter stehenden Auftraggeber: Großgrundbesitzer, Konzerne, Politik. Nochmals, wenn wir hier sagen ALLE DÖRFER BLEIBEN, dann meint dies weltweit auch alle Dörfer. Oder um den alten Spruch Georg Büchners "Friede den Hütten, Krieg den Palästen" auf hier und heute provokant kämpferisch umzuwandeln: "Friede den Dörfern, Krieg den Konzernen". Denken und handeln wir daher international solidarisch und führen die unterschiedlichen Kämpfe für Umwelt, Menschenrechte, Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit intersektoral zusammen. Dies ist die große Chance, die wir haben. Dies ist die einzige Chance, die wir haben. Lassen wir uns nicht spalten und gegeneinander ausspielen. Leonard Peltier, dessen Grußwort ich gleich verlese, sagte dies mit eigenen Worten wie folgt. „Don´t seperate issues of environmental degradation from the opression of people. We cannot win one struggle without understanding the other.“ Zu deutsch: „trennt nicht die Probleme der Degradierung unserer Umwelt von der Unterdrückung der Menschen. Wir können nicht die eine Schlacht gewinnen, ohne die andere zu verstehen.“ Die folgenden Grüße aus dem indianischen Amerika sollen uns und euch Mut, Stärke und Liebe zeigen,über alle Grenzen hinweg und sie sollten uns nachdenklich stimmen über unsere Verantwortlichkeit im globalen Kontext: Das Statement Leonard Peltiers aus dem Hochsicherheitsgefängnis Coleman/Florida aktuell: Erneut Grüße an meine Brüder und Schwestern in Deutschland. Wie ihr wisst, ist in unserer spirituellen Philosophie die Verbindung zur Natur ein sehr wichtiges Element. Wir als Menschen sind nur ein Teil dieses heiligen Zirkels, der Menschen, Pflanzen, Tiere, Berge, Flüsse, Wind und Regen verbindet – wir sind mit allen und allem verbunden und verwandt oder wie die Lakota sagen Mitakuye Oyasin -ALL MY RELATIONS. In dieser Zeit bin ich besorgt was rund um das Kohleabbaugebiet bei Garzweiler in Deutschland passiert, wo Menschen von ihren Wohnungen und Dörfern zwangsumgesiedelt werden, da die Kohlebagger ihr Land zerstören. Und ich bin weiterhin besorgt über den Hambacher Wald in Deutschland. Wir alle wissen doch dass dort die Tage der Kohleenergie gezählt sind. Aber Politik und Energiekonzerne zerstören weiterhin das Land nur wegen der Profite und gegen ihr eigenes Wissen, das diese Energie die Luft verschmutzt. Ein 12.000-Jahre alter Wald muss wirklich nicht für etwas Geld gerodet werden. Das gleiche gilt für den Dannenröder Wald, wo ein Autobahnprojekt 270 Acres teilweise 300 Jahre alten Buchenund Eichenwaldbestände zerstören soll. Da ist kein Respekt für Tiere und Pflanzen oder gegenüber den Menschen, die den Wald verteidigen. Da ist kein Respekt Mutter Erde zu schützen, um somit eine gesunde Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten. Ich weiß nicht, was ihr über mich und meine Situation wisst, aber ich weiß, dass ihr deutsche Aktivist*innen mich und meine indigenen Brüder unterstützt habt bei unserem Kampf Mutter Erde zu beschützen, zum Beispiel als Wasser Beschützer in Standing Rock oder gegen andere Pipeline-Projekte hier in Indian Country. Als politischer Gefangener bin ich Nichtschuldig für indigene Rechte und Mutter Erde gekämpft zu haben. (Nichtschuldig bedeutet hier: Hierfür stehe ich, dies ist meine Position)So also zwei Jahre nach meinem Grußbrief an die Schützer*innen des Hambacher Waldes, bat ich erneut meinen deutschen Bruder Mike, wieder euch meine solidarischen Grüße zu überbringen, an die Beschützer*innen der Wälder bei Dannenrod und Hambach und die Beschützer*innen ihrer Dörfer und Heime bei Garzweiler. Meine Grüße an euch und eure schönen Dörfer und Wälder. Es ist eine Ehre für mich all die Beschützer und Verteidiger von Mutter Erde zu grüßen. Ich nehme euch in meine Gebete und mein Herz auf: Ich wünsche euch Erfolg. Wir werden in unseren Bemühungen Mutter Erde aber auch die Menschheit vor Ausbeutung und Zerstörung zu schützen weltweit zusammenstehen. In the Spirit of Crazy Horse Leonard Peltier 89637-132, Sept. 5th 2020 Coleman, FL Und um es zum Schluss nochmals mit zwei Zitaten aus dem indigenen Amerika abzuschließen: Der berühmte Lakota-Häuptling SITTING BULL sagte einmal: „Lasst uns all unsere guten Gedanken zusammen nehmen, um zu überlegen, welche Welt wir unseren Kindern überlassen wollen“ Und DENNIS BANKS , Mitgründer des AMERICAN INDIAN MOVEMENT sagte einmal bezogen auf die bevorstehenden Auseinandersetzungen: NEVER GIVE UP , YOU ONLY LOSE WHEN YOU GIVE UP , NEVER ,NEVER GIVE UP , NO COMPROMISE AND NO RECONCILIATION, NO SURRENDER , Zu deutsch: Gebt niemals auf, wenn du aufgibst kannst du nur verlieren, gebt daher niemals, niemals auf, keine Kompromisse, keine Versöhnung, Keine Kapitulation.

Weiterlesen
Wenn nicht mal bei uns Menschenrechte Vorrang haben, wie können wir das dann von anderen Ländern verlangen.
Dr. Michael Koch liest Leonard Peltiers Brief vor
"UNSER ALLER WALD"

 

Mittwoch, 21. Oktober 2020 - 17:00-18:00 - Bertha-von-Suttner-Platz, Düsseldorf Hbf/VHS/Stadtbücherei

5. Mahnwache für Leonard Peltier mit Lesung seines Briefes an die Umwelt- und Klimaschützer in Deutschland

Wir haben Soli-Botschaften von Indianern aus Nordamerika sowie einen Brief von Leonard Peltier vorgelesen, den er an die Verteidiger des Hambacher und des Dannröder Waldes sowie der vom Braunkohletagebau bedrohten Dörfer gesendet hat. Er schrieb den Brief aus dem Gefängnis in Florida, wo er seit nunmehr 44 Jahren inhaftiert ist.

Mehr zu Leonard Peltier bei vergangene Veranstaltungen Juni/Juli 2020
und auf www.leonardpeltier.de vom Tokata-LPSG RheinMain e.V..
Hier sind die Botschaften und Leonards Brief : 

Solidarität aus dem indigenen Amerika an die Verteidiger*innen des Danneröder Waldes, des Hambacher Waldes und der Dörfer im rheinischen Braunkohlerevier übermittelt und übersetzt von Dr. Michael Koch :
(Auszug aus einer Presseerklärung des Vereins TOKATA-LPSG RheinMain e. V. vom 17.10.2020, der wir uns als GfbV RG Düsseldorf gerne anschließen.)

Lieber Mike, ohne jede Frage habt ihr unsere Solidarität in dem Kampf den wunderschönen Wald zu beschützen  International Leonard Peltier Defence Committee (Florida) -   Paulette Dauteuil

Starke Unterstützung für unsere deutschen Freunde, bitte schreibt unsere Namen, Frank & Anne Dreaver sowie den Namen des Leonard Peltier Defence Committees Canada in Solidarität. Wir stehen mit euch gemeinsam und wünschten, wir könnten bei euch sein. Bitte sendet uns Bilder, damit wir eure Verteidigung des Waldes publizieren und verbreiten können. Es ist einfach tragisch. Es bleibt immer weniger Natur übrig. Europa und die meisten Orte dieser Welt haben immer weniger Raum Wir senden euch unsere Gebete    Frank & Anne Dreaver, LPDC Canada

Benutzt meinen Namen in Solidarität , Madonna Thunder Hawk,   Cheyenne River Reservation/Süd Dakota,     AIM (American Indian M

Ja mein Bruder, ich unterstütze euer Anliegen, den Dannenröder Wald zu schützen. Lass mich wissen, wenn du ein längeres Statement benötigst. Du weißt, ich komme hier nur dreimal in der Woche aus meiner Zelle.. Ich liebe euch alle,  .   Leonard Peltier (Anishabe-Lakota), seit 1976 politischer Gefangener, AIM,  USP Coleman, Florida

Habah Michael, ich danke dir und deinen Landsleuten, Brüdern und Schwestern für die Haltung die ihr einnehmt im Dannenröder Wald, um unsere natürlichen Verwandten zu schützen, die Pflanzen, die Tiere unsere Verwandten, die Vögel – die alle dort leben. Und dafür, dass ihr die Umwelt und das Ökosystem verteidigt, dass uns allen ein nachhaltiges Leben sichert.  Ich reiche  die Hand der Solidarität allen von euch in diesem Kampf auch diese anderen Kreaturen zu beschützen, die genauso ein Recht auf ihr Leben haben. Ihr solltet wissen, dass eure über Jahrzehnte hinaus gehende Solidarität für uns indigene Nationen sehr gewürdigt wird ,  es ist daher für uns eine Ehre euch in euren Bemühungen zu unterstützen Ich wünsche euch Stärke, Weisheit, Mut und Sieg in diesem Einsatz, der wie ich weiß ein monumentaler  Einsatz gegen Konzerne ist, denen jeder Respekt für die Welt in der wir alle leben fehlt, auch sie. Ich segne Dich, Bruder   Nuhuusoho That is all, Das ist alles. Heetiineeso. May it come to pass. Es mag so geschehen. Dein und euer Freund und Bruder von  Turtle Island, Mitch Walking Elk  (Cheyenne Arapaho, Socialworker, musician, AIM, St. Paul, Minnesota)

 Posoh neqat, You have my support. 
Why do we have to continue to struggle to protect our Grandmother Earth when we are all living upon her and we all will suffer from her losses? 
All of life is sacred including the ancient trees that will be cut, the water that will be damaged, and the supply of clean air that all need for life.
Please remember your children and their children who need places like Dannenröder Forest to play in, to know what it is like to fill their lungs with clean air, and to foster a healthy relationship with Grandmother Earth that will ensure their survival.
In a good way,
Wade Fernandez /Wiciwen Apis-Mahwaew (Walks With The Black Wolf), Menominee Nation

 Aww Mike wopila and you can use my name for support.  Eileen Janis – Oglala Lakota, Pine Ridge (Süd-Dakota), Teenager Selbstmord Präventions Projekt, Unterstützerin Leonard Peltiers

Yes! Please list Indigenous Action, Protect the Peaks, Clean Up The Mines, Kinlani Mutual Aid and Indigenous Mutual Aid all in fierce support! We stand with all those who defend mother earth against all forces of capitalism. Resist state repression and fight for liberation! Klee Benally, Navajo Reservation, Diné (Navajo), Musiker (ex-Blackfire), Aktivist, Medienprojekte

 In Solidarität mit allen in eurem Land die Beschützer von Mutter Erde sind. Ich, als ein Mitglied der   PITT RIVER NATION OF NORTH EASTERN BOUNDARY von Kalifornien, weiß auch, dass in den frühen 70er Jahren viele Eurer Leute uns im Kampf gegen   PACIFIC GAS AND ELECTRIC ( P G&E ) COMPANY den FEDERAL GOVERNMENT FOREST SERVICE bei FOUR CORNERS, dem Land unserer Vorfahren, unterstützt habt. Denkt dran, was DENNIS BANKS , Mitgründer des AMERICAN INDIAN MOVEMENT sagte.  , NEVER GIVE UP , YOU ONLY LOSE WHEN YOU GIVE UP , NEVER ,NEVER GIVE UP , NO COMPROMISE AND NO RECONCILIATION NO SURRENDER , STAY SAFE ,STAY STRONG , PRAYERS UP ,AHOOOO!!!!   Zu deutsch: Gebt niemals auf, wenn du aufgibst kannst du nur verlieren, gebt daher niemals, niemals auf, keine Kompromisse, keine Versöhnung, Keine Kapitulation. Bruce Gali, Pitt River Nation, Kalifornien.

Weiterhin solidarische Grüße von Western Shoshone Nation, Nevada

Rafael Gonzalez aka Tufawon  Dakota/Boricua  HipHopMusiker – Minnesota

Jean Roach (Mnicoujou Lakota), Rapid City Süd-Dakota  ILPDC, AIM Grassroots

Jimbo Simmons – Choctaw, AIM West Leadership, Aktivist bei den Protesten gegen die Dakota Access Oil Pipeline

Jeneda Benally, Flagstaff, Arizona, Diné (Navajo), Musikerin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin

Berta Benally, Flagstaff   Musikerin, Aktivistin &  Mutter der Navajomusiker von Blackfire und Sihasin, Flagstaff/Arizona

Henry Red Cloud, Nachfahre von Chief Red Cloud, Oglala Lakota, Pine Ridge Reservation Süd Dakota, Umweltaktivist, Träger des European Award for Renewable Energy, Ehrendoktor der Universität Washington

Indigenous Action - Indigenous Action (IA/originally Indigenous Action Media) was founded on August 25th, 2001 to provide strategic communications and direct action support for Indigenous community’s sacred lands defense. IA are a radical volunteer crew of anti-colonial & anti-capitalist Indigenous media makers, designers, artists, writers & agitators that work together on a project by project basis for liberation for Mother Earth and all her beings. Over the years they’ve organized hundreds of actions, marches, banner drops, workshops, conferences, benefits, and much more

Protect The Peaks - Protect the Peaks! is a website not affiliated with any particular group. It is an medium for people to post any and all news about the San Fransisco Peaks and the destructive activities of Arizona Snowbowl Ski Resort.  As well, this is a space to post any actions, events, or press releases. Be creative, Stop the Construction Now!

Clean Up The Mines - Clean Up The Mines! is a campaign to clean up thousands of abandoned uranium mines throughout the US that emit radiation and heavy metals into the air, land and water. Clean up the Mines! exists to pass legislation for:

  • health and environmental studies on the effects of existing abandoned uranium mines;
  • to educate the public about the effects of the mines;
  • to clean up the mines and affected areas;
  • and to compensate and care for people who suffer adverse health effects related to radiation exposure.

Kinlai Mutual AID - Kin?ani/Flagstaff Mutual Aid is an all-volunteer community response to the threat of Covid-19.They have organized a hub to coordinate volunteers to collect and distribute necessary resources to those most vulnerable in our community and support unsheltered relatives. This group is created for autonomous relief organizing based on the principles of mutual aid, solidarity, and direct action.

Indigenous Mutual AID - Indigenous Mutual Aid is an information and support network with an anti-colonial and anti-capitalist framework. They exist to inspire and empower autonomous Indigenous relief organizing in response to COVID-19.

Frederik Cedar Face, Oglala Lakota, Pine Ridge (Süd Dakota), Oglala Commemoration Committee, Tready Council, Cedar Face Foundation, Peltier-Supporter

Stanley Starscomesout (Oglala-Lakota),Süd-Dakota, AIM – Aktivist, Peltier-Unterstützer

 

Das Statement Leonard Peltiers aus dem Hochsicherheitsgefängnis Coleman/Florida aktuell: 
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Erneut Grüße an meine Brüder und Schwestern in Deutschland. Wie ihr wisst, ist in unserer spirituellen Philosophie die Verbindung zur Natur ein sehr wichtiges Element. Wir als Menschen sind nur ein Teil dieses heiligen Zirkels, der Menschen, Pflanzen, Tiere, Berge, Flüsse, Wind und Regen verbindet – wir sind mit allen und allem verbunden und verwandt oder wie die Lakota sagen  Mitakuye Oyasin -ALL MY RELATIONS. In dieser Zeit bin ich besorgt was rund um das Kohleabbaugebiet bei Garzweiler in Deutschland passiert, wo Menschen von ihren Wohnungen und Dörfern zwangsumgesiedelt werden, da die Kohlebagger ihr Land zerstören. Und ich bin weiterhin besorgt über den Hambacher Wald in Deutschland. Wir alle wissen doch dass dort die Tage der Kohleenergie gezählt sind. Aber Politik und Energiekonzerne zerstören weiterhin das Land nur wegen der Profite und gegen ihr eigenes Wissen, das diese Energie die Luft verschmutzt.  Ein 12.000-Jahre alter Wald muss wirklich nicht für etwas Geld gerodet werden. Das gleiche gilt für den Dannenröder Wald, wo ein Autobahnprojekt 270 Acres   teilweise 300 Jahre alten Buchen- und Eichenwaldbestände zerstören soll. Da ist kein Respekt für Tiere und Pflanzen oder gegenüber den Menschen, die den Wald verteidigen. Da ist kein Respekt Mutter Erde zu schützen, um somit eine gesunde Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten. Ich weiß nicht, was ihr über mich und meine Situation wisst, aber ich weiß, dass ihr deutsche Aktivist*innen mich und meine indigenen Brüder unterstützt habt bei unserem Kampf Mutter Erde zu beschützen, zum Beispiel als Wasser Beschützer in Standing Rock oder gegen andere Pipeline-Projekte hier in Indian Country. Als politischer Gefangener bin ich Nichtschuldig für indigene Rechte und Mutter Erde gekämpft zu haben.    (Nichtschuldig bedeutet hier: Hierfür stehe ich, dies ist meine Position)So also zwei Jahre nach meinem Grußbrief an die Schützer*innen des Hambacher Waldes,  bat ich erneut meinen deutschen Bruder Mike, wieder euch meine solidarischen  Grüße zu überbringen, an die Beschützer*innen der Wälder bei Dannenrod und Hambach und die Beschützer*innen ihrer Dörfer und Heime bei Garzweiler. Meine Grüße an euch und eure schönen Dörfer und Wälder.  Es ist eine Ehre für mich all die Beschützer und Verteidiger von Mutter Erde zu grüßen.  Ich nehme euch in meine Gebete und mein Herz auf: Ich wünsche euch Erfolg. Wir werden in unseren Bemühungen Mutter Erde aber auch die Menschheit vor Ausbeutung und Zerstörung zu schützen  weltweit zusammenstehen. In the Spirit of Crazy Horse Leonard Peltier 89637-132, Sept. 5th 2020 Coleman, FL                              

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Mittwoch, 23. September 2020

4. Mahnwache für Leonard Peltier mit Dr. Michael Koch auf seiner RESIST-Lesereise

Dr. Michael Koch vom Tokata-LPSG RheinMain e.V. las aus seinem Buch 
"Ein Leben für die Freiheit - Leonard Peltier und der indianische Widerstand".
Die Veranstaltung fand im Rahmen seiner RESIST-Lesereise statt, die ihn auch ins Rheinische Braunkohlerevier und in den Dannröder Wald führte.

Mehr zu Leonard Peltier bei vergangene Veranstaltungen Juni/Juli 2020.

...
Dr. Michael Koch im Einsatz

 

30. August 2020 - Groß-Demo im Rheinischen Braunkohlerevier

Gegen Kohle - für den Erhalt der Dörfer und Klimagerechtigkeit weltweit

Die russische Umweltaktivistin Alexandra Korolewa und die aus Bangladesh stammende Ökonomin Tonny Nowshin hielten aufschlussreiche und aufrüttelnde Reden, die Ihr hier hören könnt : 
Aktionen / Demonstration für Klimagerechtigkeit in den bedrohten Dörfern am Tagebau Garzweiler II (Teil 2: Abschlusskundgebung) - 2020 (www.mutbuergerdokus.de)   (unter Bild 5 und Bild 13)
Hier erfahrt Ihr mehr über Tonny Nowshin und Alexandra Korolewa :

Tonny Nowshin ist Wirtschaftswissenschaftlerin, Klimagerechtigkeits- und Postwachstumsaktivistin und 2018 Teil der Klima­bewegung. Sie recherchiert bei Urgewald e.V. für die Global Coal Exit List und organisiert seit vier Jahren Proteste, um die Sundarbans, die größten Mangrovenwälder der Welt zu retten.
In diesem Artikel reflektiert sie über "grünen" Rassismus :
taz.de/Klimabewegung-und-Diskriminierung/!5689986/

Alexandra Korolewa leitete die etablierte russische Umweltorganisation Ecodefense! bevor sie 2019 in Deutschland politisches Asyl beantragte.
Ökoverteidigung! – Wikipedia

Weiter Infos www.alle-doerfer-bleiben.de

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Alexandra Korolewa
ALLE Dörfer, Wälder und Inseln BLEIBEN
Tonny Nowshin

 

Mittwoch, 26. August 2020

3. Mahnwache für Leonard Peltier und speziell auch für gefangene Mapuche

Mehr zu Leonard Peltier bei vergangene Veranstaltungen Juni/Juli 2020.

Unsere Kollegen von der GfbV-Regionalgruppe Köln haben uns tatkräftig unterstützt.

Näheres zur Situation der indigenen Mapuche in Chile hier : 
https://www.gfbv.de/de/informieren/laender-regionen-und-voelker/voelker/mapuche/ 

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Salbei für Leonard
Alex Mora ist unüberhörbar
Freiheit für die gefangenen Mapuche
Interkulturelle Begegnung

 

17. Juni und 29. Juli 2020

1. und 2. Mahnwache für Leonard Peltier

Leonard Peltier geboren 1944,
Angehöriger der Lakota und Anishinabe
seit 1972 Mitglied des American Indian Movement, 
ist seit 1976 unschuldig als politischer Gefangener
in den USA in Haft.

Zusammen mit zwei Freundinnen von Tokata – LPSG RheinMain e. V. haben wir am Düsseldorfer Hauptbahnhof zwei Mahnwachen für Leonard Peltier durchgeführt.
Im Juli haben dabei alle Anwesenden einen Brief unterschieben, der Leonard im Gefängnis etwas Mut zusprechen soll.
Beides - Mahnwachen und Briefe - werden wir monatlich fortsetzen.

Leonard Peltier (76) ist ein indianischer Aktivist des American Indian Movement (AIM) in den USA. Er wurde 1977 trotz umstrittener Beweislage wegen Beihilfe zum Mord zu zweifach lebenslanger Haft verurteilt und sitzt seitdem in verschiedenen Gefängnissen in den USA ein - z.Zt. im Hochsicherheitsgefängnis in Coleman, Florida.

1975 war er im Auftrag des AIM wegen der innerindianischen Konflikte um den korrupten Stammesvorstand Dick Wilson in der Pine Ridge Reservation in Süd-Dakota unterwegs. Wilson hatte eine Bürgerwehr aufgebaut, die Guardians of the Oglala Nation (GOON, populär abgekürzt zu „goon“ – „Schläger“). Zu der Zeit wurde Peltier bereits wegen eines später ausgeräumten Mordverdachts polizeilich mit Haftbefehl gesucht. Es kam in Pine Ridge zur exekutionsartigen Ermordung zweier FBI-Agenten nach einer Schießerei mit einem weiteren indianischen Toten. Peltier wurde beschuldigt der Täter zu sein und zum Sündenbock gemacht. Nach seiner Flucht nach Kanada wurde er dort 1976 gefangengenommen und nach einem komplexen und umstrittenen Verfahren an die USA ausgeliefert. Im anschließenden Prozess wurden Beweise gegen ihn nachweislich gefälscht und Zeugen manipuliert. Das Urteil lautete: Zweimal lebenslänglich wegen Beihilfe zum Mord. Einen fairen Prozess hat es nie gegeben, kritisiert auch Amnesty International (USA). Alle Versuche, dieses Urteil anzufechten und ein neues Verfahren zu erreichen, scheiterten. Bisher hat ihn auch kein US-Präsident begnadigt.

Leonard Peltier ist seit 45 Jahren in Haft wegen eines Verbrechens, das er nach menschlichem Ermessen nicht begangen hat.

Das AIM, Incomindios Schweiz und die Gesellschaft für bedrohte Völker sehen ihn als Prisoner of conscience bzw. politischen Häftling. Amnesty International teilt diese Einstufung nicht, sieht aber Zweifel am Verfahren wie auch politische Einflussfaktoren bei dem Verfahren und hat sich, wie auch andere Menschenrechtsorganisationen und viele Prominente, wiederholt für seine Freilassung eingesetzt.

Die nächste mögliche Anhörung zu einer vorzeitigen Freilassung ist für 2024 vorgesehen, das Haftentlassungsdatum für den 11. Oktober 2040. Leonard Peltier wäre dann 80 bzw. 96 Jahre alt. Er ist Diabetiker und herzkrank. Die medizinische Versorgung in Haft ist mangelhaft.

Während seiner Haft hat Leonard Peltier sich weiter für Bürger- und Menschenrechte engagiert und Umwelt- und Klimabewegungen unterstützt. Er hat ein Buch geschrieben und malt.

Mehr Informationen bei der Gesellschaft für bedrohte Völker  
Der Fall Leonard Peltier (gfbv.de)   

sowie bei 

Tokata – LPSG RheinMain e. V. – Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte & Leonard Peltier Support Group     https://www.leonardpeltier.de/

 

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Mike mit Maske
Welcher US-Präsident kennt Gnade ?
Wir haben Leonard einen Brief geschrieben.
Er hat ihn bekommen und sich gefreut.
(Photo: Michael Goergens)

 

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Ein Licht für verschleppte Yezidinnen

Die GfbV-Weihnachtsaktion wird auch von Frauen der katholischen Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen unterstützt.

https://www.gfbv.de/de/weihnachtsaktion/

Weihnachtszeit ist Familienzeit…, doch leider nicht für alle. Unsere Gedanken sind dieser Tage bei jenen, die wegen Krieg und Verfolgung nicht bei ihren Familien sein können. Darunter sind etwa 3.000 yezidische Frauen aus dem Nordirak. Sie wurden vom sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) verschleppt und sind noch immer verschollen.

Damit diese Frauen nicht in Vergessenheit geraten, haben wir uns zur Weihnachtszeit eine besondere Aktion ausgedacht: Dieses Jahr zünden wir „Ein Licht für verschleppte Yezidinnen“ an. Damit erinnern wir an die etwa 3.000 verschleppten, versklavten und vergewaltigten yezidischen Frauen, die noch immer vermisst werden. Wir fordern die Bundesregierung mit der Aktion auf, mehr für die Freilassung und die Aufnahme der vermissten Frauen zu tun. 

In ganz Deutschland leuchteten Lichter für die verschleppten Yezidinnen. Zusammen mit einem Appell wurden die Lichterfotos an die Bundesregierung übergeben – gegen das Vergessen und für die Freilassung und sichere Aufnahme der vermissten yezidischen Frauen und ihrer Kinder.  

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Freitag, 06. Dezember 2019

"In the Name of Confucius"

Filmvorführung über die sogenannten Konfuzius-Institute - von der chinesischen Regierung weltweit finanzierte Sprachschulen.

Volkshochschule, Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf, 18:30 Uhr

Die Tibet Initiative Deutschland und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigen im November und Dezember die Dokumentation „In the Name of Confucius“ in zehn Städten in Deutschland und Österreich. Anschließend werden die Regisseurin und Gäste aus Politik und Wissenschaft über den Film und die kontroversen chinesischen Bildungseinrichtungen diskutieren.

Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „In the Name of Confucius“ beleuchtet die wachsende globale Kontroverse um Chinas milliardenschweres Konfuzius-Institut-Programm: Sind die Institute tatsächlich nur harmlose Bildungseinrichtungen, die jungen Menschen die chinesische Kultur näherbringen?

„Dass Länder, die schwerste Menschenrechtsverletzungen begehen, überhaupt Bildungseinrichtungen in Deutschland betreiben dürfen, sollte grundsätzlich in Frage gestellt werden“, sagt Axel Grafmanns, Geschäftsführer der Tibet Initiative Deutschland. Und Hanno Schedler, GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung, fügt hinzu: „Es darf nicht den Konfuzius-Instituten – und damit letztendlich der chinesischen Regierung unter Xi Jinping – überlassen werden, was man in Deutschland über China lernt.“

Gezeigt wird der Film im OmU, im englischen Original mit deutschen Untertiteln. Im Anschluss an die Vorführungen der knapp einstündigen Dokumentation wird die kanadisch-chinesische Regisseurin Doris Liu mit wechselnden Gästen über den Film und über die Konfuzius-Institute diskutieren. Zur Premiere am 27.11.2019 in Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte werden die Bundestagsabgeordneten Margarete Bause (Bündnis 90 / Die Grünen) und Frank Heinrich (CDU) sowie der chinesische Künstler und Dissident Liao Yiwu erwartet.

 

Nützliche Links zum Film

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Xu Pei (Schriftstellerin), Doris Liu (Regisseurin)
Hanno Schedler (GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung)

 


 

Donnerstag, 28. November 2019

Das Schicksal der Minderheiten im Irak und Syrien

am Beispiel der Mandäer, Christen und Yeziden

Ein Vortrag von Dr. Kamal Sido (Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker)
gemeinsam mit Salwador Al Berkawi zur Situation der Mandäer und
Gian Aldonani (Vorstandesmitglied des Zentralrat der Eziden) zur Lage der Yeziden.

Haus der Kirche, Bastionstr. 6, Düsseldorf, 28.11.2019, 14.00 - 17:00

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Dr. Kamal Sido
Erschreckende Zahlen
Mandäer berufen sich auf Johannes den Täufer
Die Vortragenden
Gian Aldonani

 


 

Samstag, 19. Oktober 2019

Zeitgenössische Literatur und mündliche Tradition der Samen

Das einzige indigene Volk Europas ist auch auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. 

Hier ist Mikes Bericht über die Vorträge zu den Samen im Pavillon des Ehrengastlandes Norwegen.

Während der Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober gab es jeden Tag eine oder mehr Veranstaltungen zu den norwegischen Samen. Ich war nur an dem Samstag, 19.10. vor Ort, aber davor und danach fanden interessante Gespräche mit samischen KünstlerInnen und SchriftstellerInnen statt:
Am Mittwoch 16.10. eine Vorstellung der Samischen Literatur mit Harald Gaski, Inga Ravna Eira und Niillas Holmberg; am 17.10. Sámi-Gedichte von Joik bis Rap – samt Einführung einer Gedichtanthologie auf Deutsch mit Synnøve Persen und Rauni Magga Lukkan, ebenfalls am 17.10. Samische Musik und Literatur; am 18.10. Norwegisch-Samische Beziehungen – als Teil der "Meinungsfreiheit-Serie" - u.a. mit der Schriftstellerin Máret Ánne Sara, sowie Traditionelle Sámi-Joik und - Joikgedichte mit Inga Ravna Eira, Biret Risten Sara, Karen Anne Buljo und Juvvá Pittja, die auch am letzten Tag, Sonntag 20.10. wiederholt wurde.

Am Tag meines Besuchs am 19.10. gab es die Veranstaltung "Tradition und Modernes Leben – Sámi-Literatur für Kinder und Junge Erwachsene" mit den oben erwähnten Máret Ánne Sara und Karen Anne Buljo. Die Letztere, eine Joik-Dichterin (Jahrgang 1964), beschrieb ihre Gedichtsammlung für junge Leute "Šiellaspeajal" ("Der Amulettenspiegel"). Die Gedichte sind in der Nordsamischen Sprache geschrieben. Das Buch ist für den Literaturpreis 2019 für Kinder und Junge Erwachsene des Nordischen Rates in der Kategorie"Samisches Sprachgebiet" nominiert worden. Die Dichterin schreibt über eher traditionelle Themen, die die Lebensweise der Samen betreffen. Dabei lässt sie aber ihren jungen Protagonisten eigene Entscheidungen auswählen, anstatt sie mit Ge- und Verboten zu belegen. Immerhin überlässt sie die Themen, die jüngere Leute interessieren, den entsprechend jüngeren SchriftstellerInnen.
Eine solche junge Schriftstellerin ist Máret Ánne Sara (Jahrgang 1983), die auch Künstlerin ist. In ihrem Buch "Ilmmiid gaskkas" (norw. "Mellom verdener", dt. "Zwischen den Welten", engl. "In between worlds")erarbeitet sie die "Abenteuer des modernen Lebens" (wobei Motocross-Veranstaltungen einen großen Raum in der Handlung einnehmen) neben den alten, kosmologischen Mythologien, die in den Märchen der Samen verkörpert sind. "Alles fängt mit dem Land, mit der Erde an". Daher wollen die Leute ihre Verbindung zur Erde neu aufstellen und u.a. sich gegen die Projekte der Mineraliengewinnung in Sápmi auflehnen. Die Autorin setzt sich mit dem Neokolonialismus in der Arktis auseinander. Sie pflegt die oralen Traditionen und Kultur ihres Volkes, schätzt aber gleichzeitig den Wert des Internets. Auf jeden Fall war ihre Kindheit durch die "vor-internetzeitige" Märchenerzählkunst seitens der Älteren geprägt. Sowohl diese alten Erzählungen als auch die modernen Geschichten habendas Potential, die Leser- bzw. HörerInnen in Angst und Schrecken zu versetzen und gleichzeitig ihren Intellekt zu stimulieren. Dadurch soll ein "superdünnes Gleichgewicht" zwischen diesen beiden Empfindungen entstehen. Ganz im Sinne der norwegischen Erzähltraditionen.
Ebenfalls im Ehrenpavillon aber außerhalb der Sámi-Reihe gab es unter dem Titel "Natur und Literatur" ein Interview mit der auch in Deutschland sehr beliebten norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde. Sie erläuterte die Hintergründe zu ihren bisher drei umweltbezogenen Romane (angedacht ist ein "Klimawandel-Quartett") "Die Geschichte der Bienen", "Die Geschichte des Wassers" und "Die Letzten ihrer Art" ("Bienes historie", 2015; "Blå", 2017; "Przewalskis hest", 2019). Die Geschehnisse um die Umweltkatastrophen in den Romanen hat Maja Lunde teilweise in einer etwas ferneren Zukunft, d.h. in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, gesetzt. Inzwischen stellt sie entsetzt fest, dass die beschriebenen dystopischen Situationen schon jetzt eingetreten sind.

Mehr Infos zu den Sami und ihrer bedrohten Kultur und Lebensweise gibt es hier : 
https://www.gfbv.de/de/aktiv-werden/regionalgruppen/regionalgruppe-nuernberg-mittelfranken/

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"Unzerstörtes Land - Reines Wasser - lebende Kultur" - so ist es noch und so soll es auch bleiben. Das Plakat mit dieser Forderung hing im Juli 2019 im Protestcamp in Gallok, gelegen zwischen Jokkmokk und Kvikkjokk . Dort will die brit. Firma Beowulf Mining im Tagebau jedes Jahr ca. 10 Mill Tonnen Eisenerz fördern.
Mehr Infos zur Kultur und Lebensweise der Sami und was sie besonders bedroht, gibt es hier : 
https://www.gfbv.de/de/aktiv-werden/regionalgruppen/regionalgruppe-nuernberg-mittelfranken/
Photo : Dietmar Hasse

 

Freitag, 20. September 2019

Dritter globaler Klimastreik

Wie Millionen weltweit demonstrierten auch in Düsseldorf Menschen für effektive Maßnahmen zur Stabilisierung des Klimas und für Klimagerechtigkeit.

...
Land, Luft und Wasser sind nicht käuflich aber sie müssen einen Preis haben.

 


 

Freitag, 30. August 2019

AMAZONIEN BRENNT

Brasiliens Präsident Bolsonaro leugnet die Klimakrise und befeuert sie, indem er die Abholzung des Regenwaldes fördert.

Die Indigenen Amazoniens ringen nicht nur um ihre in der Verfassung zugesicherten Rechte -  sie kämpfen schlicht um ihr Überleben.

https://www.gfbv.de/de/informieren/kampagnen/brasiliens-indigene-in-akuter-gefahr/

...
Vor dem brasilianischen Konsulat in Düsseldorf ...
... protestierten wir gemeinsam mit Fridays for Future gegen die fortschreitende Vernichtung der Amazonas -Region ...
... jeder auf seine Art - hier Mitglieder von FFF bei einem Die-In auf einer Düsseldorfer Einkaufsmeile.

 


 

23. - 25. August 2019

Klimacamp im Rheinland 2019

Die GfbV-Regionalgruppe Düsseldorf ist zum zweiten Mal vertreten.

...
Der GfbV-Pavillion auf dem Klimacamp im Rheinland
ist informativ und hoffentlich einladend.

 


 

Juli 2019

Ein Wald, ein Gefangener und eine Bärenhöhle

Eine Reise zur Pine Ridge Reservation
mit Claudia Wegemann-Koch und Dr.Michael Koch
von Tokata – LPSG RheinMain e. V.  
Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte
& Leonard Peltier Support Group

Im "heißen Herbst 2018" begegnete ich im Hambacher Wald einem Mann, der den Waldschützern und Demonstranten dort Grüße von einem gewissen Leonard Peltier überbrachte.
Leonard Peltier ist ein indianischer Bürgerrechtler, Aktivist des AIM, des American Indian Movement und wegen des Todes zweier FBI-Agenten während einer Schießerei auf der Pine Ridge Reservation in South Dakota in einem äußerst zweifelhaften Gerichtsverfahren verurteilt zu einer zweimal lebenslänglichen Haftstrafe.
Diese sitzt er seit über 43 (dreiundvierzig ! ) Jahren ab - z.Zt. fern der Heimat in einem Gefängnis in Florida. Im September hat er dort schwerkrank seinen 75. Geburtstag verbracht.
Menschen und Menschenrechtsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker setzen sich rund um die Welt für ihn ein.
https://gfbvblog.wordpress.com/2016/12/01/obama-muss-leonard-peltier-begnadigen/#more-15018 ,
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Leonard_Peltier
Indianischer Widerstand war nie nur Kampf um Menschen- und Bürgerrechte sondern immer auch um Land und intakten Lebensraum. Darum also die Verbundenheit mit den Braunkohlegegnern, Waldbewohner und Klimaschützern im Rheinland.

Der Mann, der die Grüße im Wald überbrachte, heißt Dr. Michael Koch. Er leitet zusammen mit seiner Frau Claudia den deutschen Unterstützungsverein für Leonard Peltier. https://www.leonardpeltier.de/
Beide sind im Jugendamtsbereich tätig gewesen und haben fünfzehn Jahre lang deutsche Jugendliche zu musikalischem Austausch und Begegnung mit Gleichaltrigen auf die Pine Ridge Reservation begleitet.
In diesem Jahr fand die Reise nach "Turtle Island" zum zweiten und letzten Mal mit Erwachsenen statt und ich durfte mit.

Im Juli konnte ich mit neun Mitreisenden und unter kundiger Führung von Claudia und Michael die Pine Ridge Reservation sowie die Black Hills und den Yellowstone Nationalpark besuchen.
Wir wurden bekannt mit Henry Red Cloud, den die deutsche (inzwischen verbockte) Energiewende motiviert hat erneuerbare Energien ins Indianerland zu bringen.  http://www.lakotasolarenterprises.com/
Wir pflanzten Bäume auf dem Gelände der Familie Jumping Bull, wo 1975 die unselige Schießerei stattfand - Leonard Peltier erfuhr im Knast davon und freute sich sehr.
Und wir trafen die Leiterinnen des B.E.A.R. CAVE Projects - Bexited about reading https://bearproject.net/. Yvonne “Tiny” DeCory und Eileen Janis sind 24/7 im Einsatz, um indianische Kindern für das Lesen und für das Leben zu begeistern. Das hat einen traurigen Hintergrund. Suizide von Jugendlichen und sogar Kindern sind auf der Reservation epidemisch - verursacht u.a. durch die trostlose Armut und den allgegenwärtigen Alkoholismus. In der "Bärenhöhle" bekommen die Kinder Nahrung für den Körper - Hot Dogs sind am günstigsten -, für den Geist - natürlich Bücher - und für die Seele - Geborgenheit, Trost und Zuflucht. Ihnen wird vermittelt, dass Beten auf viele Arten geschehen kann. Egal ob nach christlicher oder indianischer Tradition oder auf ganz eigene Weise - es kann helfen Rat zu suchen, den Weg zu finden und zu überleben.

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Das Bild am Eingang zur Pine-Ridge Reservation zeigt Selbstbewusstsein.
Michael Koch und Claudia Wegmann-Koch von der Leonard-Peltier-Support-Group Rhein-Main
waren unsere sachkundigen und engagierten Reiseleiter.
Gedenkstein des AIM - American Indian Movement - auf der Farm der Familie Jumping Bull in Erinnerung an die Zeit der "Regierung des Terror" 1973-1976, die Leonard Peltier ins Gefängnis brachte und Joseph KillsRight Struntz und vielen anderen das Leben kostete.
Zu Ehren von Leonard Peltier pflanzten wir viele kleine Kiefern am Ort der unseligen Schießerei und dachten dabei an die Menschen, die ihr Ringen um eine intakte Umwelt mit Gefängnis oder Tod bezahlen.
"HAMBI supports Indigenous Resistance - DeCO2lonize NOW !"
"Burn prisons not Coal - until all are free !"
Zwei Photos von Bannern aus dem Hambacher Wald als Dank für die Soli-Botschaft, die Leonard Peltier im September 2018 an den Hambi übermitteln lies.
Das Grab von Machpiya-luta (Red Cloud), dem großen Strategen, Diplomaten und Friedensstifter der Lakota.
Sein Nachfahr Henry Red Cloud
gründete das Red Cloud Renewable Energy Center.
Henrys Kinder und Enkel halten die kulturelle Tradition lebendig.
Das Gästehaus ist mit einer Art gespritztem Pappmache gedämmt. So ist die Sommehitze erträglich.
Starke Frauen : Eileen Janis
und Yvonne “Tiny” DeCory vom B.E.A.R. Project
Josefine Fire Lame Deer
Medizinfrau und Tochter
von Archie Fire Lame Deer

 


 

Freitag, 21. Juni 2019 und Samstag, 22. Juni 2019

Erste internationale "Fridays for Future"-Demo in Aachen und Aktionstag am Braunkohletagebau Garzweiler

Der Einsatz der GfbV für Indigene Gemeinschaften bedeutet immer auch ein Ringen um Umweltschutz und Klimagerechtigkeit. Darum unterstützen wir die "Fridays for Future"-Bewegung wie hier am internationalen Aktionstag in Aachen.
Mehr als 10.000 Menschen aus mindestens 16 Nationen nahmen daran teil.

Am folgenden Tag protestierten wir im Rheinischen Braunkohlerevier gemeinsam mit dem Bündnis "Alle Dörfer bleiben" und vielen anderen gegen den Tagebau Garzweiler.

Dörfer auf der ganzen Welt sind bedroht von Tagebauen, Landraub, Umweltverschmutzung und den Folgen der Klimakrise.

Indigene Gemeinschaften sind häufig die ersten Opfer - jedenfalls die verletzlichsten.

...
Verpasste Chancen, vergeudete Jahrzehnte
Die bunte Klimagerechtigkeitsbewegung im Spiegel der Ordnungsmacht
Wir sind im Rheinland und sparsam.
Da wird ein Karnevalskostüm mehrfach verwendet.

Mein Kostüm war zwar spektakulär, aber leider nicht selbsterklärend.
Darum folgt auf dem unteren Bild die Legende.
Milan von ausgeCO2hlt beeindruckt immer wieder wenn er das Schneckenhorn bläst, das ihm die Pacific Climate Warriors während der COP 23 in Bonn gegeben hatten. Die vom steigenden Meeresspiegel bedrohten Insulaner wollen ihre Heimat nicht kampflos aufgeben.
Wir sind die gelbe Linie.

 


 

Montag, 03.06.2019, 18:00 - ca 22:00 Uhr (incl. Pause)

Die Friedensbotschaft der Haudenosaunee

Eine irokesische Weltsicht vorgestellt von Tom Porter Sakokwenionkwas,
Mitglied des Bären-Clans der Mohawk-Nation von Akwesasne

Tom Porter Sakokwenionkwas ("The-One-Who-Wins") erklärt in Geschichten, wie die Völker des Langhauses sich regieren. 
Er ist langjähriger Ältester im Longhouse Council der Sechs Nationen der Irokesen und Mitbegründer einer "reisenden Universität". 
Der charismatische Redner und gefragte Dozent überlegt gemeinsam mit uns,
was wir für unser Gemeinschaftsleben und über Verantwortung, Nachhaltigkeit und Ökologie von den Native Americans lernen können.

Workshop mit Mitbring-Picknick

Gefördert vom Eine-Welt-Beirat der Landeshauptstadt Düsseldorf
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Hier liegt die Einladung :

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Details auf Deutsch :

ÖKOTOP Heerdt, Am Ökotop 70, 40549 Düsseldorf
Der Workshop findet planmäßig unter freiem Himmel auf einer Wiese statt.
Bei ungünstiger Witterung können wir uns in einen Veranstaltungsraum zurückziehen. Sitzdecken dürfen gerne mitgebracht werden.

Es wäre nett, wenn jeder eine Kleinigkeit (!) mitbringen würde, damit wir in der Pause gemeinsam davon essen und trinken können. Becher und Teller bringe ich mit, jedoch kein Besteck.

Eintritt frei, Spenden erwünscht
Anmeldung erbeten unter duesseldorf@gfbv-rg.de

Vortrag in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung nach Bedarf.

Busse 828 und 833 bis Berzeliusstraße
Bahn U75 bis Aldekerkstraße o. Nikolaus-Knopp-Platz

 

Deutsch
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Die Friedensbotschaft der Haudenosauneee

  • Eine Weltsicht der Irokesen –

Vorgetragen von dem Mohawk-Ältesten

Sakokwenionkwas (Tom Porter)

Europäische Vortragsreise – 3. Mai bis 14. Juni 2019

Tom Porter (Sakokwenionkwas – "Der, der gewinnt") ist seit 1993 Gründer, Sprecher und geistiger Führer der Volksgruppe der Mohawk Kanatsiohareke (Ga na jo ha lay gay), die im Mohawktal bei Fonda, New York ansässig ist. Er ist Mitglied des Bären-Clans der Mohawk-Nation von Akwesasne. (Akwesasne, auch als Mohawk-Reservat von St. Regis bekannt, verteilt sich über die Grenze zwischen dem Bundesstaat New York und Kanada bei Massena, New York.) Er ist mit Alice Joe Porter verheiratet, einer Choctaw-Indianerin, und hat sechs Kinder.

Tom "Sakokwenionkwas" Porter ist seit den 60-er Jahren eine landesweit anerkannte Persönlichkeit in den Indigenen Territorien, als er damals die "Weißen Wurzeln des Friedens" mitgründete, eine Wanderuniversität von Indigenen Ältesten, die durch Nordamerika reiste, um traditionelle Lehren zu verbreiten und die Indianer zu ermuntern, ihre jeweiligen einheimischen Traditionen wahrzunehmen. Als es ihm bewusst wurde, dass die Sprache und die Kultur der Mohawk auszusterben drohten, wurde er auch Mitgründer der Freiheitsschule von Akwesasne. Tom ist als mitfühlender, humorvoller und mitreißender Sprecher landesweit anerkannt. Tom hat als Pädagoge an der Freiheitsschule von Akwesasne und an der Trent-Universität gelehrt sowie als kultureller Forscher und Berater für die Wanderhochschule der Indianer Nordamerikas gearbeitet.

Seit 21 Jahren ist er einer der neun Ältesten im Longhouse Council (Langhausrat) von Akwesasne, der als traditionelle Regierung unter dem "Großen Gesetz des Friedens" fungiert. Dieses Gesetz ist die Verfassung des (Irokesen-)Bündnisses. Diese Verfassung existierte schon Jahrhunderte lang bevor die Europäer in Nordamerika ankamen. Die Mitglieder des Bündnisses sind die Mohawk, Oneida, Cayuga, Onondaga, Seneca und Tuscarora. Die Sechs Nationen der Irokesen nennen sich die "Haudenosaunee, die Völker des Langhauses". Ihre matriarchalisch geprägtes Clansystem und ihre Verfassung haben die frühe feministische Bewegung sowie große Denker wie Henry L. Morgan, Friedrich Engels und Benjamin Franklin beeinflusst.

Tom Porter hat viele Bücher verfasst, darunter "Our Ways" ("Unsere Wege") sowie "And Grandma said" ("Und Großmutter sagte"). Er hat mehrere Menschenrechts- und Bildungspreise erhalten und ist mit drei Ehrendoktortiteln ausgezeichnet worden.

Tom wird Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien und die Niederlande besuchen, wobei er von seinem Sohn Aroniennens (Gefallenem Himmel) begleitet sein wird, der dem Schildkröten-Clan angehört und Sanger von traditionellen Liedern im Langhaus von Akwesasne ist.

Zum Einführen seiner Vorträge wird sich Tom Porter für die Jahrzehnte lange Unterstützung der Europäer bedanken, die von den Vereinten Nationen in Genf bis zu Einzelpersonen in den EU-Regierungsorganen sowie den deutschen Grünen reicht.

Die Themen seiner Vorträge:

  • Das Große Gesetz des Friedens – Die Verfassung der Haudenosaunee: Mehr als 800 Jahre alt und immer noch ein Modell für die Zukunft

  • Tadodaho – Eine Geschichte über Güte und Böse / Ein Historischer Meilenstein in der Geschichte der Versöhnung. Was bedeutet dieses für die moderne Welt?

  • Die Clan-Mütter: Hüterinnen des Gleichgewichts in der Langhausregierung

  • Willkommen auf diese Erde. Die Zeremonie bei der Geburt eines Kindes

  • Die Sieben Generationen – Ein Konzept der Verantwortung, Nachhaltigkeit und Ökologie

  • Der Erde eine Stimme verleihen – Die Weltsicht der Haudenosaunee:
    Alle Geschöpfe sind Teil dieser Welt

  • Der Zweireihige Wampum – 400 Jahre Transatlantischer Beziehungen

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Details in English :

Englisch
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The Haudenosaunee

Message of Peace

An Iroquois Perspective of the World –

Presented by

Mohawk Elder Sakokwenionkwas (Tom Porter)

European Speaking Tour May 3 – June 14, 2019

Tom Porter ( Sakokwenionkwas “The One Who Wins”) has been the founder, spokesperson and spiritual leader of the Mohawk Community of Kanatsiohareke (Ga na jo ha lay gay) located in the Mohawk Valley near Fonda, New York since 1993. He is a member of the Bear Clan of the Mohawk Nation at Akwesasne. (Akwesasne, also known as the St. Regis Mohawk Reservation, straddles the New York State/Canadian border near Massena, New York.) He is married to Alice Joe Porter who is Choctaw, and has six children.

Tom "Sakokwenionkwas" Porter has been a nationally recognized figure in Indian Country since the 1960’s when he co-founded the “White Roots of Peace”, a travelling university of Indigenous Elders who toured North America with traditional teachings and encouraging Indians to embrace their respective Native traditions. Recognizing that Mohawk language and culture were dying out, he also co-founded the Akwesasne Freedom School. Tom is recognized nationally as a compassionate, humerous and inspirational speaker. As an educator, Tom has taught at the Akwesasne Freedom School and Trent University and has worked as a cultural researcher and consultant for the North American Indian Traveling College. For 21 years he has been one of the nine chiefs of the Longhouse Council of Akwesasne, the traditional government that follows the “Great Law of Peace”, the confederacy’s constitution which was in existence for centuries long before Europeans came to North America. Members of the confederacy are the Mohawk, Oneida, Cayuga, Onondaga, Seneca and Tuscarora. The Six Nations of the Iroquois call themselves Haudenosaunee – People of the Longhouse. Their matrilinear clan system and their constitution has influenced the early feminist movement as well as great thinkers like Henry L. Morgan, Friedrich Engels and Benjamin Franklin. Tom Porter is the author of many books, among them “Our Ways” and “And Grandma said”. He has received numerous human rights and education awards and holds three honorary doctor degrees.

Tom will visit Germany, Austria, Switzerland, Italy and the Netherlands. He will be accompanied by his son Aroniennens (Fallen Sky) , Turtle Clan, who is a traditional singer in the Akwesasne Longhouse. Tom Porter will start his talks by thanking for the decades of European support – from the UN in Geneva to individuals in the European government and the German Green Party.

 

Topics of his Talks:

The Great Law of Peace – The Haudenosaunee Constitution: Over 800 years old and still a Model for the Future

Tadodaho – A Story about Good and Evil / A Historic Landmark in the History of Reconciliation. What does it mean to the modern world?

The Clan Mothers: Keepers of Balance in the Longhouse Government

Welcome to this Earth – The Ceremony when a Child is Born

The Seven Generations – A Concept of Responsibility, Sustainability and Ecology

Giving a Voice to the Earth – The Haudenosaunee World View: All Beings are Part of this World.

The Two Row Wampum – 400 Years of Transatlantic Relations

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Nach der Veranstaltung mit Tom Porter im Ökotop erreichten uns Kommentare von Teilnehmern, von welchen wir hier einige leicht gekürzt zeigen.

Weiterer Gedankenaustausch, Gespräche und Reflektionen unter den weiterführenden Links.

Gesendet: Dienstag, 04. Juni 2019 um 15:50 Uhr
Vielen Dank erst einmal für die Organisation dieser Veranstaltung, die ich sehr interessant fand. Da sie auf der anderen Seite meine Geduld auf eine Weise strapaziert hat, wie ich es schon sehr lange nicht mehr erlebt habe (obwohl ich vorzeitig, gegen 21:00, gegangen bin), möchte ich euch eine kritische Rückmeldung geben.
Zu Form und Inhalt des Vortrags:
- Der Vortrag von Tom kam mir wie eine religiöse Predigt vor. Deren Essenz, eine vollständig vormoderne schamanistische Weltsicht mit Mutter Erde im Zentrum, war mir nach einigen Minuten klar. Danach nur noch Wiederholungen und Ausschmückungen. Ein für mich extrem langweiliger Monolog.
- Dann die Antwort auf die erste (und so lange ich da war einzige) Frage. Ebenfalls extrem langer Monolog, keine Gelegenheit zum Austausch. Das Rollenspiel, das sich entwickelte, führte bei mir zu einem Hauch von Berührung, weil es ein Versuch war, menschliche Beziehungen lebendig zu machen. Das ging aber im ständigen Reden von Tom für mich schnell wieder unter.
- Toms Weltsicht sehe ich als vormodern. Keine Spuren von moderner Wissenschaft, Demokratie und Menschenrechten. Führungspersönlichkeiten werden schon mit sechs Monaten identifiziert und bleiben es dann ein Leben lang. Sexualität hat den Charakter von unrein. Und das Buddeln von Löcher in "Mutter Erde" fügt ihr angeblich Schmerzen zu, die als Argument gegen den Braunkohleabbau im Hambacher Forst herhalten.
Interessant fand ich, so jemand mal persönlich zu erleben. Ich war allerdings ziemlich erschüttert, dass jemand, an dem die Moderne so vollständig vorübergegangen zu sein scheint, als Sprecher einer heutigen native American Community bei uns auftaucht. Ich frage mich, ob er tatsächlich irgendein Mandat hat von seinen eigenen Leuten, oder ob insbesondere die jüngeren Mohawk ihm schon lange nicht mehr zuhören. Ich hatte gehofft, auf jemand zu treffen, der seine Geschichte und die Geschichte seines Stammes im Kontext einer heutigen Weltgesellschaft versteht und mit uns gemeinsam über Lösungen für die Welt von heute und von morgen nachdenkt.
Freundliche Grüße von Köln nach Düsseldorf     Martin Esch

Gesendet: Mittwoch, 05. Juni 2019 um 14:45 Uhr
Ich habe richtig gute Erinnerungen an die Stunden mit Tom und Euch beiden, vor allem an den Morgen am Bahnhof. War einfach gut, noch mal persönlich mit Tom zu sprechen und ein paar Dinge über Akwesasne heute zu erfahren, auch uns über die Zeit Anfang der Neunziger auszutauschen.
Zu den beiden Reaktionen, die Du übersandt hast: Der erstere Schreiber, er hat ganz andere Erwartungen und Hoffnungen an Tom Porter gehabt, eigentlich falsche Erwartungen - so meine ich das jedenfalls. Die Indianer sind nicht unsere Retter. Sie haben sehr mit sich selbst zu tun, sie müssen sehen, wie sie ihre Traditionen, ihre Kultur erhalten und bewahren können. Und Tom ist da an einer ganz wichtigen Stelle für sein Volk: Er ist einer der hauptsächlichen Bewahrer des eigenen Wissens, der Irokesischen Weltsicht, der Abläufe im Jahr, im Lebenskreis, in der Sprache, in den Mythen. All das war ja in der Mitte des letzten Jahrhunderts schon fast vergangen, es gab nicht mehr viel Mohawks, die all das kannten und wussten.
Tom hat am Montag die große thanksgiving adress der Haudensaunee gesprochen. Die Irokesen halten diese Ansprache vor jeder Versammlung. Auch in der Akwesasne Freedom Scool wird das - soviel ich weiß - jeden Morgen von den Schülern so gemacht: die Danksagung an alle Wesen und Lebewesen auf der Erde, die uns ihre Gaben für unser Leben schenken. Sie ist ein zentraler Bestandteil der irokesischen Weltsicht, nicht aus dem Alltag wegzudenken.
Natürlich hätte man mit Tom auch anders zusammensein können. Klar hätte man über Themen miteinander reden können. Aber Tom hat keinen inneren Drang, ein moderner Mensch zu sein, kann er gar nicht haben - siehe oben. Natürlich gibt es auch Mohawks, vor allem auch jüngere, die mehr in der heutigen Welt sich auskennen, darin leben, es gibt studierte, gut ausgebildete Leute. Aber ihr Hintergrund ist immer ein traditioneller, sie sind keine weißen europäisch denkenden Menschen.
Das muss der Emailschreiber bedenken - wir haben einfach unterschiedliche Gedankenwelten und Lösungsansätze. Man muss sich gegenseitig für voll nehmen, einander so anerkennen, wie man halt ist. Und versuchen, die Botschaft des anderen zu verstehen.
Tja, das ist es, was ich dazu sagen kann.
Die zweite Email - nun ja, sie ist sehr esoterisch - ich möchte da nicht urteilen. Aber das ist es eigentlich nicht, was mit Tom zu besprechen wäre. Die irokesische Weltsicht ist eine in Jahrhunderten gewachsene, sie ist im Volk praktisch verankert. Das Esoterische ist etwas Künstliches, etwas Gewolltes, so sehe ich es. Es wirkt abgehoben, nicht wirklich echt. Es ist natürlich auch der Wunsch, dass die Welt eine bessere werde. Aber es ist eher etwas Ideologisches.
Schwierig, schwierig, wir Menschen!
Trotzdem: denk immer daran: Mindestens 3 mal lachen am Tag!
Herzliche Grüße    Bernd

 

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Weiterführende Links rund um einen Artikel in der Zeitschrift OYA :

 

Am 02.05.2019 unterhielt sich Claus Biegert mit Tom Porter. Hier ist ein Mitschnitt des Gespräches https://www.youtube.com/watch?v=Tv0PWtv4FqE

In Ausgabe 54 der Zeitschrift OYA vom 07.09.2019 erschien dazu eine Reflektion  
https://oya-online.de/article/read/3200-frieden_stiften_und_bewahren.html

Martin Esch aus Köln hat auch der OYA-Redaktion einen Leserbrief geschrieben aus dem sich eine kleine Korrospondenz entwickelte. Die Briefe sind auf seiner Seite zu finden : http://lokotopia.net/index.php/themen

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Das Ökotop in D-Heerdt bot einen angemessenen und angenehmen Rahmen für Toms Vortrag.
Mike sorgte für eine kompetente Übersetzung.
Das Mitbring-Picknick war bunt und kommunikativ.
Tom bereicherte es durch eine Erdbeerbowle, die bei den Mohawk im Frühjahr das wichtigste Fest im Jahreskreis begleitet.
Eine aus Japan gebürtige Teilnehmerin sah ihren Begriff von der Gleichheit aller Menschen, den ihr die europäische Aufklärung geschenkt hatte, durch Toms Verständnis von der Verwandtschaft alles Lebendigen erweitert und bereichert.
Bernd Wehner hatte zu Beginn der 1990er Jahren eine Reise auf die Akwesasne-Reservation unternommen. In seinem Buch "Der Mohawk-Traum" setzte er Tom Porter ein literarisches Denkmal. Beide freuten sich über das Wiedersehen. Möglich gemacht wurde es durch die Vermittlung von Bernds Verleger von der Düsseldorfer Edition Oberkassel.

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Tom Porter besuchte auch den Hambacher Wald

Da Tom Porter schon am Vorabend angereist war, der Vortrag aber erst am Abend stattfand, bot sich Gelegenheit am Montag tagsüber den weltberühmt-berüchtigten Hambacher Wald zu besuchen.
Wir warfen zuerst bei "Terra Nova" einen Blick in die Tagebaugrube. Der Anblick rührte ihn fast zu Tränen.
Dann erhielten wir von den freundlichen Waldbewohner*innen eine kleine Führung.
Schließlich trafen wir in Oaktown, einem der Baumhausdörfer, mit etwa 25 meist jungen Menschen zusammen.
Diese lauschten Tom Porter aufmerksam, als er ihnen z.B. Geschichten über den großen Friedensstifter der Haudenosaunee erzählte. Anschaulich erklärte er, wie wichtig es ist, dass man zusammen hält.
Eine handelte von einem weißen Friedensbaum, der zu fallen droht, ermüdeten Anführern, die ihn nicht mehr stützen können und Kindern, die unter Decken liegend erwachen und zu Hilfe kommen. Den jungen Waldmenschen tat diese Geschichte sehr gut ...
Thilo Klütsch fertigte dazu spontan eine kleine Zeichnung an, die er Tom Porter schenkte.
Außerdem hat Tom natürlich auch die Geschichte vom Mohawk Cut - dem Irokesenschnitt - erzählt. Besonders zwei Anwesende, die eine ebensolche Haartracht trugen, hörten gut zu ...
... und erkundigten sich anschließend, ob die Native Americans denn etwas dagegen hätten, wenn sie diese Frisur kopieren würden, was Tom aber freundlich verneinte.
Thilo schenkte Tom noch eine Portraitzeichnung.
Toms Tabakbeutel ist immer dabei.
Klimagerechtigkeit - ein neuer Begriff für etwas, dass die GfbV schon seit vielen Jahren problematisiert. Indigene Gemeinschaften sind die ersten Opfer des Raubbaus an der Natur und der Klimakrise.
Es geht nicht nur um den Wald. Es geht auch um die Menschen - im Rheinland, in den USA, Russland, Kolumbien, ... weltweit. ALLE Dörfer bleiben !

 


 

Freitag, 03. Mai 2019

IrRWEge stoppen - Protest für gutes Klima anlässlich der RWE Hauptversammlung in Essen

Die RG Düsseldorf nimmt teil an Aktionen unter dem Motto IrRWEge stoppen, die von der Grugahalle bis in die Essener Innenstadt besonders vor dem Hbf stattfinden.
Da die HV diesmal an einem Freitag stattfindet, sind auch viele Schüler*innen und Student*innen von Fridays for Future dabei.

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Schoren in Sibirien
Wayuu in Kolumbien
Kuckumer im Rheinland
Billige Kohle für RWE zerstört Lebensraum von Ureinwohnern.

 


 

Mittwoch, 01. Mai 2019 11:00 bis 16:00

GfbV-Stand am Maifeiertag beim DGB-Familienfest am Rheinufer

2019 ist das Jahr der indigenen Sprachen.
Die GfbV wird dazu noch eine besondere Aktion durchführen.
Auch unser Stand ist besonders dem weltweiten Sprachensterben und seinen Ursachen gewidmet.

Wer schon hier mehr über das Sprachensterben erfahren möchte, sollte weiterlesen ...

Wir bringen ein Sprachenrätsel und das "Weltkarten-Memory" wieder mit.
Wer mag, kann bei den Maifeiertags-Veranstaltungen der vergangenen Jahre schon mal lünkern ...

Wir sind in Sichtweite des Apollo-Theaters auf dem Johannes-Rau-Platz in Düsseldorf zu finden.

Bus 726,  Bahnen 706, 708, 709 bis Landtag/Kniebrücke

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Glaub‘se nich ?

In den letzten 40 Jahren sind rund 1000 Sprachen ausgestorben 
- die meisten davon in den Regenwäldern am Äquator.
6000 Sprachen gibt es noch weltweit - davon 200 allein in Europa.

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Woran denn ?

Am Nichtgesprochenwerden.
Vor allem in schriftlosen Sprachen wird Wissen und Tradition
nur mündlich weitergegeben.

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Echt jetz‘ ? Wieso ?

Die Gründe sind vielfältig :
Verbot, Diskriminierung, Kindesentzug, Umsiedlung, Landraub,
Verstädterung oder schlicht
die erdrückende Präsenz der Mehrheitssprache.

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Ja und wie reden die Leute dann ?

Sie sprechen notgedrungen die Sprache der Mehrheitsgesellschaft
d.h. häufig die der Unterdrücker.

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Ja und ?

Mit der Sprache gehen auch Kultur, Tradition, Weltanschauung
und Identität verloren.

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Was kümmert‘s mich ?

Ihr Wissen über lokale Umwelt und Ökologie geben indigene
Völker mündlich an die nächste Generation weiter.
Dieser Reichtum an Erfahrung geht der ganzen Menschheit
verloren, wenn es keine Worte mehr dafür gibt.

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Eine für alle reicht doch, oder ?

Mean you that really ?

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Ist das nich‘ egal ?

Sprache ist mächtig.
Ohne Sprache ist ein Mensch machtlos.


Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Möchtest Du darüber reden ?

Sprichst Du selber eine seltene Sprache ?
Wurdest Du oder Deine Familie daran gehindert, Eure Sprache zu sprechen ?
Erzähl uns von Deinen Erfahrungen !

 

Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache.

Hasse‘n Problem damit ?

Dann sprich uns an !
Informier Dich bei der GfbV !
Beteilige Dich an unseren Kampagnen !
Engagiere Dich bei einer unserer Regional- oder Aktionsgruppen
oder mache ein Praktikum in unserem Göttinger Bundesbüro !

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Sprach(lose) Blasen
Sprachen und Völker der Arktis

 


 

Samstag, 13. April 2019, 15:30 Uhr

Die Klimakrise ergreift die Arktis und die Borealen Wälder

Bildvortrag 1 : Die Klimakrise bedroht die Ureinwohner der Arktis
Bildvortrag 2 : Der Muddus-Nationalpark - Beispiel für einen Borealen Wald

Der AKW-Experte der GfbV Dietmar Hasse berichtet.

Gefördert vom Eine-Welt-Beirat der Landeshauptstadt Düsseldorf

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Am auf den Vortrag folgenden Sonntag fand ein er der traditionellen monatlichen Waldspaziergänge durch den Hambacher Wald statt. Der Waldführer Michael Zobel gab Dietmar Hasse Gelegenheit zu den Teilnehmern zu sprechen. Dieser beschrieb die Auswirkungen der CO2-intensiven Braunkohleverstromung auf das arktische und subarktische Klima. Besonders indigene Bewohner wie Samen und Inuit leiden unter den Folgen der Klimakrise, die auch im Rheinland weiter befeuert wird.
Hier ist Dietmars Seite :
https://www.gfbv.de/de/aktiv-werden/regionalgruppen/regionalgruppe-nuernberg-mittelfranken/

 


 

Mittwoch, 20. Februar 2019, 19:00 Uhr

Die Hüter der kalten Regenwälder

Bildvortrag von Joe Martin (Angehöriger der Nootka) 
über das Biosphärenreservat Clayoquot Sound auf Vancouver Island in Kanada, sowie die Kultur der Indigenen an der Nordwestküste und ihr Ringen um Landrechte.


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Joe Martin schlägt zur Begrüßung seine Trommel, ...
... die wunderschön bemalt ist.

 


 

10. Dezember 2018

Die RG Düsseldorf ehrt anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises 2018 die aktuelle Preisträgerin Nadia Murad und die Partner*innen der GfbV, die in der Vergangenheit die höchste Menschenrechtsauszeichnung oder den Right Livelihood Award erhielten.

Am 10 . Dezember 2018 wurde der Friedensnobelpreis an Nadia Murad und Denis Mukwege verliehen. Siebzig Jahre zuvor verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Aus diesen Anlässen lud ai zu einer Demo durch die Düsseldorfer Innenstadt ein. Die Regionalgruppe Düsseldorf der Gesellschaft für bedrohte Völker und fast hundert weitere Menschen folgten dem Aufruf und gingen u.a. über die weihnachtlich erleuchtete Königsallee.

Unser Ältester Klaus Deuchert trug ein Plakat zu Ehren der diesjährigen Preisträgerin Nadia Murad. Sie setzt sich unentwegt für ihre yezidischen Leidensgenossinen ein, die immer noch zu Tausenden von IS-Männern versklavt und vergewaltigt werden.

Mit der Vorderseite eines großen Banners ehrten wir zwei weitere Friedensnobelpreisträger*innen und sechs Träger*innen des Right Livelihood Award, die sich gemeinsam mit der GfbV für verfolgte Gemeinschaften einsetzen.
Der Dalai Lama, Rigoberta Menchu sowie die Schwestern Mary und Carrie Dann, Roy Sesana San, Erwin Kräutler, Sheila Watt-Cloutier, Evaristo Nugkuag Ikanan und der hingerichtete Ken Saro Wiwa kämpften und kämpfen mit uns für individuelle und kollektive Menschenrechte.

Auf der Rückseite schließlich erinnerten wir daran, dass billige Kohle Lebensräume von Ureinwohnern zerstört. Beispielhaft wurden Schoren in Sibirien, Wayuu in Kolumbien und Kuckumer im Rheinland genannt - letztere mit einem gewissen Augenzwinkern. Denn natürlich passt der Begriff Ureinwohner hier nicht. Aber auch die Bewohner dieses rheinischen Dorfes sind von der Kohlegewinnung im Tagebau betroffen. Und die Methoden, mit denen sie von RWE verunsichert, gegängelt, übervorteilt und schließlich aus ihrer Heimat vertrieben werden, verschaffen eine Idee davon, wie schlimm es indigenen Gemeinschaften in aller Welt geht, deren Land von Großkonzernen begehrt wird.


Hier nochmal eine Zusammenstellung aller Preisträger :

14.Dalai Lama    Tibeter    1989 Friedensnobelpreis
Rigoberta Menchu    Maya 1992 Friedensnobelpreis
Mary und Carrier Dann    Western Shoshone 1993 "alternativer Nobelpreis"
Ken Saro Wiwa    Ogoni    1994 "alternativer Nobelpreis"
Roy Sesana    San    2005 "alternativer Nobelpreis"
Erwin Kräutler    Indigene Brasiliens    2010 "alternativer Nobelpreis"
Sheila Watt-Cloutier    Inuit    2015 "alternativer Nobelpreis"
Nadia Murad    Yeziden    2018 Friedensnobelpreis

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Klaus ehrt Nadia Murad ...
... und neun weitere Persönlichkeiten
Festliche Beleuchtung auf der Kö - extra für die Menschenrechte ...
Gegen Tagebaue demostrieren wir gleich mit.

     


06.Oktober 2018

Die GfbV feiert ihr 50jähriges Bestehen und gratuliert dem Hambacher Wald zu gerichtlichen Teilerfolg. Das schorische Aktivistenehepaar Tanagashev sendet eine Solidaritätsbotschaft.

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August 2018

Das Klimacamp im Rheinland 2018

Was ist denn ein Klimacamp ?

Im heißen Sommer 2018 war Tjan von ausgeCO2hlt eingeladen worden im Rahmen der Reihe CONNECTING THE MOVEMENTS einen Vortrag über Kohleabbau in Südsibirien zu halten. Dieser sollte im August im Klimacamp im Rheinland stattfinden. Allgemeine Infos waren schon Monate vorher einsehbar, der genaue Ort wurde erst wenige Tage vorher bekanntgegeben: ein abgemähtes Getreidefeld bei Erkelenz. 

Damit sich die Anreise auch lohnte, verabredeten Tjan und ich eine Woche dort zu verbringen und "Bildungsurlaub" zu machen. Eine gute Idee, wie sich zeigen sollte. 

Klimacamps wurden vor etwa zehn Jahren im Rheinland erfunden, um Vernetzung von Menschen und Gruppen zu forcieren, die sich gegen Braunkohletagebaue und die Klimakrise engagieren. Seitdem breitet sich die Idee in Deutschland und Europa aus.

Klimacamps sind spendenfinanziert, basisdemokratisch und sich selbst organisierend. Wer mag, der kommt und trägt bei, was er oder sie kann. Auf die Frage "Darf ich ... ?" heißt es " Ja, solange es keinen stört." und auf die Frage "Kann ich ... ?" bekommt man die Antwort "Ja, mach doch. Wenn du Hilfe brauchst, such sie dir !". Wir suchten also einen Parkplatz, einen Zeltplatz und einen Ort für unseren grünen GfbV-Info-Pavillion. Dieser reihte sich neben den weißen Zelte ein, die für die Kleingruppen vorgesehen waren. Für größere Tages- und Abendveranstaltungen und Strategiekonferenzen stand ein Cirkuszelt zur Verfügung. In einem zentralen Orga-Zelt liefen die Fäden zusammen. 

Die Infrastruktur war ausgereift. Es gab Gruppen für Orga, Presse, Strom u.v.m. - natürlich auch eine Shit-Brigade. Besonders beeindruckten mich die sanitären Anlagen. Natürlich war alles aus Sperrholz und Plastikfolie. Aber wo sonst findet man ein behindertengerechtes Kompostklo und ein Damen-Pissoir (mit Wasseranschluss !) ? 

Die Stromversorgung wurde im letzten Jahr erstmals ausschließlich solar sichergestellt. Für Vorträge standen auch Beamer zur Verfügung. Einige Workshops wurden in englisch abgehalten. Bei großen Treffen wurden Simultanübersetzungen in beide Richtungen mit Kopfhörern geleistet.

Das Essen war streng vegan, was auch bedeutete, dass nicht einfach Würstchen auf den Grill gehauen wurden, sondern Unmengen von Gemüse geschnibbelt und schmackhaft zubereitet wurden. Jeder war gehalten sich einzubringen und sei es beim Schnibbeln oder Spülen, wo man übrigens bestens miteinander ins Gespräch kam. Beim Schälen von Rote Bete habe ich mindestens so viel über die GfbV erzählt, wie am Flyer-Tisch. Dieser stand regen- und windgeschützt im Pavillion.

Anders als bei aufgeregten Straßenfesten bot dieser ganztägig geöffnete GfbV-Stand den Besuchern ausgiebig Gelegenheit für längere Gespräche und zum ungestörten Studium der Zeitschrift POGROM.

Man trifft auf ein vielfältiges, meist junges, aufgeschlossenes Publikum. Der Umgang miteinander verdient noch besondere Erwähnung. Alle sprechen wertschätzend und respektvoll miteinander. Diskussionen werden ernsthaft und diszipliniert geführt. Die Themen der Workshops und Vorträge waren weitgespannt von theoretischen Grundlagen bis zu direkter Aktion. Ein besonderes Anliegen war dieses Mal der Dalog mit der lokalen Bevölkerung und die Würdigung ihres jahrzehntelangen Widerstandes.

 

Tjans Vortrag war gut besucht. Einen Tag später informierte uns Leona, eine Dineh-Frau, über die untrennbare Verbindung von Steinkohle und Uran, sowohl im Abbau wie in der Verwertung. Mühselig versuchen sich die Native Americans gegen die Ausbeutung und Verdreckung ihres Landes zu wehren.

Spontan verabredeten die beiden Frauen für den Abend eine gemeinsame Veranstaltung im Cirkuszelt. Trotz der kurzen Vorlaufzeit war die Organisation bestens und jeder Platz besetzt.

Auf diesem fruchtbaren rheinischen Acker sprachen also eine aus Sibirien gebürtige Frau und eine aus dem amerikanischen Südwesten gemeinsam über die Bedrohung indigener Völker durch Kohletagebau. Das Forum war von linksgrünen Weltverbesserern organisiert und im Publikum saßen mehrere grundkonservative Menschen aus der Nachbarschaft, deren Heimat nach dem Willen von RWE in Kürze in einem Loch verschwinden soll. 

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Im August auf dem Klimacamp im Rheinland :
Tjan Zaotschnaja von der RG München unterhält sich mit der Waldführerin Eva Töller vor dem grünen GfbV-Pavillion.

 


 

Januar, Mai, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember 2018

Waldspaziergänge im Hambacher Wald

Die Waldspaziergänge unter Leitung von Michael Zobel und Eva Töller boten Gelegenheit ein sensibilisiertes Publikum auf zwei Aspekte aufmerksam zu machen :

Erstens wird hier vor der eigenen Haustür mal deutlich wie eine unselige Verstrickung von Politik und Wirtschaft es ermöglicht, geschützt durch die Staatsmacht die Interessen eines Konzerns durchzusetzen auch wenn dies die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung massiv schädigt. Eine bittere Erfahrung, die indigene Gemeinschaften seit mindestens zweihundert Jahren machen.

Und zweitens ist es nicht damit getan auf die Verstromung von Braunkohle zu verzichten, wenn dafür vermehrt Steinkohle aus Ländern wie Russland und Kolumbien importiert wird, wo die Rücksichtslosigkeit gegenüber Mensch und Umwelt noch sehr viel größer ist.

An den Folgen für das globale Klima ändert der bloße Wechsel des fossilen Energieträgers sowieso nichts Wesentliches.

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Tagebau
vernichtet
Lebensräume
weltweit

 


01. Mai 2018

GfbV-Stand am Maifeiertag beim DGB-Fest auf dem Johannes-Rau-Platz

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Vorsicht : Die Lösung steht oben rechts ...

 


26. und 27. April 2018

Tjan von der RG München und Anke demonstrieren anläßlich der HV von RWE und besuchen den Hambacher Wald

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01.Mai 2017

GfbV-Stand am Maifeiertag beim DGB-Fest auf dem Johannes-Rau-Platz

"Was bedroht Völker weltweit ?"
ist der Name einer Art Memory-Spiel mit Hilfe einer Weltkarte.

Wir bringen es regelmäßig zum Stand auf dem DGB-Fest mit und freuen uns auf ein Spielchen.

Wer sich gut vorbereiten möchte, kann sich die unten stehende Tabelle ja schon mal genauer ansehen.

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Links die Völker, rechts die "Bedrohungen,
und in der Mitte die Weltkarte.
Hier sind schon mal die Völker den richtigen Ländern zugeordnet.
Und hier ist dann auch klar, welchen Bedrohungen die verschiedenen Gemeinschaften ausgesetzt sind.

 


21. April 2016

Protest anlässlich der RWE Hauptversammlung 2016

Unser Protest gegen den Energieanbieter RWE hat gute Gründe :

Hier ein Memorandum zum Import von Steinkohle aus dem Kuzbass nach Deutschland :
https://www.gfbv.de/de/news/memorandum-steinkohle-schoren-7988/

Und hier Hintergründe und aktuelle Nachrichten zum indigenen Volk der Schoren :
https://www.gfbv.de/de/informieren/laender-regionen-und-voelker/voelker/schoren/

 

2018 setzten wir unseren Protest fort. Die Geschichte dazu steht hier :
https://gfbvblog.wordpress.com/2018/05/30/das-rheinland-und-suedsibirien-haben-mehr-gemeinsam-als-man-denkt/#more-15717

 

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Im Frühjahr 2018 war der frischgefallene Schnee ...
... schwarz im südsibirischen Kuzbass.
Die heiligen Berge der Schoren werden weggesprengt, um im Tagebau an die Steinkohle zu gelangen.
RWE importiert diese Steinkohle, um sie in Deutschland zu verstromen.
Dimitri, Vladislav, Tjan und Anke protestierten 2016 dagegen vor der RWE-Hauptversammlung in Essen.

 


Wege zur GfbV

Ein Weg zur GfbV - einer von vielen. Beschrieben im Gemeindeblatt WIR der katholischen Gemeinde Düsseldorfer Rheinbogen 03/2019