Spendengelder für Heizmaterial für die Lakota-Sioux in Süd Dakota (USA)

Die Pine Ridge Reservation in Süd Dakota, die Heimat der Oglala Lakota Indianer, zählt zu den ärmsten Gebieten der USA. Mehr als 80 Prozent der Lakota leben unterhalb der Armutsgrenze, vom Staat werden sie nur äußerst mangelhaft unterstützt. Die Hütten der Lakota sind in einem schlechten baulichen Zustand und meist schlecht isoliert. Mehr als 30 Prozent der Menschen im Reservat sind obdachlos. Sie sind dem harten Winter, in dem es minus 20 Grad und kälter wird, schutzlos ausgeliefert. Die meisten Lakota sind so arm, dass sie sich das nötige Heizmaterial nicht leisten können. So erfrieren in Pine Ridge jedes Jahr viele Menschen. Der jetzige Winter kann noch lange dauern und auch die darauffolgenden Winter können extrem hart werden.

Deshalb sammelt Andrea Cox, die sich für die Menschen in der Pine Ridge Reservation einsetzt, über unser Spendenkonto Gelder, die zu 100 Prozent für die Winterhilfe für die Lakota – vor allem für die Finanzierung von Heizmaterial – direkt in die USA überwiesen werden.

Andrea Cox, der Lakota Wendell Yellow Bull und seine Frau Delores berichten über das Winterprojekt im Pine Ridge Indianer Reservat:


Updates vom Projekt

31.07.2017

Heizung für „Water Protectors“

Kerstin Gröper (Buchautorin) war so freundlich und hat eine ausgezeichnete Geschichte zum Winterprojekt verfasst, die wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen.

Majazu drückte ihre Nase gegen die eisige Fensterscheibe und blickte in den Schneesturm hinaus. Ihr Name bedeutete Regen in der Sprache der Lakota. Aber Regen gab es schon länger nicht mehr. Der Winter hatte das Land der Lakota bereits fest im Griff. Eisblumen hatten sich gebildet und das Mädchen kratzte ungeduldig die Scheibe frei, um überhaupt etwas sehen zu können. Im Trailer war es bitterkalt und so hatte sie sich in eine Decke gehüllt, um sich etwas zu wärmen. Der Ofen war ausgegangen und an den Wänden im Inneren bildeten sich Eiskristalle. Vor ihrer Nase sammelte sich Raureif, der an der Fensterscheibe sofort gefror und das kleine Guckloch, das sie sich freikratzte, sofort wieder schloss.

Heute! Heute würde die Mama endlich heimkehren! Majazu zappelte ungeduldig und drehte sich zur Großmutter um, die ebenfalls in eine Decke gehüllt im Sessel saß. Sie hielt den kleinen Bruder im Schoß und las ihm etwas vor. „Unci! Wann kommt Mama denn?“, fragte sie voller Sehnsucht. Die Großmutter sah auf und schaute sie über den Rand ihrer Brille hinweg an. „Bald! Es hat geschneit, da kommt der Wagen nicht so schnell durch.“ Wieder rubbelte das Mädchen die Scheibe klar und versuchte, einen Blick nach draußen zu erhaschen. Die Großmutter lachte leise. „Setz dich zu uns. Du kannst doch das Auto hören, wenn es kommt!“

„Stimmt!“ Majazu wandte sich vom Fenster ab und setzte sich auf einen weiteren Sessel. „Warum war Mama so lange eingesperrt?“

Die Großmutter seufzte. „Weil sie demonstriert hat!“, erklärte sie geduldig. Majazu wackelte mit den Füßen und schnaubte geringschätzig. „Unci! In Standing Rock haben ganz viele demonstriert. Keiner will schmutziges Öl in seinem Trinkwasser! Warum also hat die Polizei unsere Mama mitgenommen?“ Majazu rieb sich die Nase und dachte kurz an diesen Augenblick zurück, als ihre Mutter vor ihren Augen brutal zu Boden gedrückt und abgeführt worden war. Die Polizisten hatten dabei gebrüllt und geschlagen und keine Rücksicht darauf genommen, dass Majazu und ihr kleiner Bruder vor Entsetzten geschrien hatten. Eine Dame vom Jugendamt hatte die beiden aus dem Protestcamp geholt und bei der Großmutter abgegeben. Das war im Sommer gewesen. Bis zu diesem Vorfall war es im Oceti Sakowin Camp schön gewesen. Es hatte Zeremonien geben, Spiel, Gebete und Abenteuer pur. Majazu hatte mit den vielen anderen Kindern gespielt und am Unterricht teilgenommen, der dort von Lehrern abgehalten wurde. Sie hatte riesige Fortschritte im Lakota gemacht und sich gewundert, dass ihre Großmutter diese alte Sprache sprechen konnte. Sie hatte die Oma darum gebeten, öfter mit ihr in Lakota zu sprechen, aber der alten Frau fiel es sichtlich schwer. „Als Kind bin ich immer geschlagen worden, wenn ich Lakota gesprochen habe“, hatte sie sich entschuldigt. Und Majazu hatte empört die Hände in die Hüften gestemmt und sie streng angesehen. „Aber Unci! Niemand schimpft dich mehr! Es ist doch jetzt ein Schulfach!“ Doch dann war die Lage eskaliert und viele Aktivisten waren verhaftet worden. Grundlos. Einfach so. Auch ihre Mama.

Inzwischen war Winter und die Kinder vermissten die Mutter so sehr. Die Lage der Familie hatte sich zugespitzt, denn die Großmutter hatte kein Geld und der Staat hatte unter Präsident Trump begonnen, alle Leistungen zu kürzen. Das einzige Einkommen war über die Mutter erzielt worden, doch durch die lange Haft fehlte der Familie nun das Geld. Im Herbst war es noch irgendwie gegangen, denn die Großmutter hatte einen Garten, in dem sie Gemüse züchtete. In der Umgebung standen Obstbäume und ein Nachbar hatte Fleisch vorbeigebracht. Aber nun war der Winter hereingebrochen und das Gas für die Heizung war aus. Die Großmutter hackte Holz für den zusätzlichen Ofen, doch Holz war rar und so machten sie es immer erst am Abend an. „Solange wir uns bewegen, brauchen wir kein Feuer“, hatte sie erklärt.

Majazu war da anderer Meinung. Sie war froh, wenn morgens der Schulbus kam und sie in die warme Schule fahren konnte. Wie sollte das weitergehen? Der Winter hatte gerade erst angefangen! Zitternd wickelte sie die Decke enger um ihren Körper. Selbst mit Decke fror sie nun. „Können wir endlich Feuer machen?“, fragte sie quengelnd.

„Gleich!“, wehrte die Großmutter ab. „Ich lese noch das Buch fertig, dann muss ich ohnehin kochen.“ Sie ignorierte den weinerlichen Blick ihrer Enkeltochter.

Majazu lauschte der weichen Stimme ihrer Großmutter, bis ein entferntes Motorgeräusch sie aufhorchen ließ. „Sie kommt!“, rief sie voll freudiger Erwartung. Schon stand sie an der Tür und riss sie auf. Eine Welle kalter Luft schlug ihr entgegen, sodass sie die Tür wieder schloss und durch eine Scheibe an der Tür hinauslugte. „Ich sehe die Scheinwerfer!“

Kurze Zeit später knirschten die Räder, als das Auto vor der Tür zum Stehen kam. Türen wurden geöffnet und wieder zu gedroschen, dann stand die Mutter endlich vor der Tür. „Ina!“, rief Majazu überglücklich und umarmte sie stürmisch. Auch der kleine Bruder rannte herbei und fiel seiner Mutter um den Hals, sodass sie fast das Gleichgewicht verlor. Sie wirkte blass und müde. Ein Mann drängte sich ebenfalls herein und schloss die Tür hinter sich. Er trug eine Jeans und einen warmen Parka. Seine langen Haare lugten unter einer warmen Mütze hervor. „Hau!“, grüßte er höflich und nickte der Großmutter im Sessel zu. „James, le miye!“, stellte er sich kurz vor. „Yellow Bull tiospaye“, aus der Familie Yellow Bull. Er schlug frierend die Hände zusammen und blickte sich kurz um. „Kalt hier!“, bemerkte er überflüssigerweise.

Majazu nickte traurig. „Wir haben kein Geld für das Gas!“, erklärte sie die Situation.

Die Mutter stellte eine kleine Tasche ab und fuhr sich über die Haare. „Ich war so lange weg“, murmelte sie. „Ich habe keinen Job mehr, nachdem die mich so lange eingesperrt haben …“

James nickte wütend. „Diese Scheißkerle! So wollen sie uns weich kriegen. Verhaften Unschuldige, die dann keine Arbeit mehr haben! Oder sie nehmen ihnen unter irgendeinem Vorwand die Kinder weg.“

Die Mutter schrak sichtlich zusammen. „Zum Glück habe ich noch meine Mutter. Sonst hätten sie mir ebenfalls die Kinder weggenommen.“ „Und für was?“ fauchte der Mann ungehalten. „Sie haben dir nichts nachweisen können! Eigentlich müssten sie dir Schadensersatz zahlen!“ Die Frau zuckte unglücklich die Schultern. „Hat doch keinen Sinn. Als Indianer bekommst du nie Recht. Ich muss sehen, ob ich meine Arbeit wiederbekomme. Wir brauchen Gas und Vorräte.“ Ihre Stimme war alt und gebrochen. All ihr Widerstand hatte nichts genützt. Die Pipeline war gebaut worden, das Protestcamp geräumt, und alles, was blieb, waren Schulden und Hoffnungslosigkeit.

James steckte die Hände in die Taschen seiner Jacke und zog die Schultern hoch. „Brauchst du noch was?“, erkundigte er sich.

Die Frau seufzte tief. „Danke, dass du mich abgeholt hast.“

„Kein Problem!“

„Könntest du mir in den nächsten Tagen ein paar Lebensmittel bringen?“

Der Mann nickte. „Mach ich! Ich hole dir was von der Lebensmittelstelle. Ich sag denen, dass du Hilfe brauchst!“

Die Mutter nickte dankbar. Dann fiel ihr die Kälte im Trailer auf. „Kannst du auch was wegen der Heizung unternehmen?“

Der Mann lächelte breit. „Aber klar! Ich sage dem Winterprojekt Bescheid! Die liefern dir Gas, mit dem du über den Winter kommst.“

„Kostenlos?“, wunderte sich die Frau.

„Ja, kostenlos. Die sammeln Spenden und liefern an bedürftige Haushalte. Water-Protectors verdienen jede Unterstützung, die sie kriegen können. Findest du nicht?“

„Doch!“, stimmte die Frau mit einem Lächeln zu. „Zumindest, bis ich wieder für uns selbst sorgen kann!“

James lächelte ihr ermutigend zu. „Du bekommst deinen Job bestimmt zurück! Du wirst sehen! Wir halten hier zusammen. Die kriegen uns nicht klein.“

Die Mutter nickte erleichtert. „Das wäre schön“, flüsterte sie leise. Sie nahm den Sohn auf den Arm und drückte ihn ganz fest an sich, dann nickte sie ihrer Tochter zu. „Bald wird es schön warm bei uns!“

Majazu war etwas misstrauisch und wandte sich fragend an den Mann. „Wann kommt denn der Tankwagen mit dem Gas?“

„Morgen!“, versicherte James mit einem Zwinkern. „Morgen!“

„Und woher willst du das so genau wissen?“

„Na, weil ich ihn fahre! Ich komme als allererstes bei euch vorbei!“ Sein Lachen dröhnte durch den Raum und wärmte die Herzen der Menschen. Es würde ein extrem langer Winter werden, doch diese Familie würde nicht unter der unbarmherzigen Kälte in Süd Dakota leiden.

Kerstin Groeper

Aufruf:

Bitte helft mit Spenden! Jedes Jahr unterstützt das „Winterprojekt“ notleidende Familien mit Heizmaterial für den Winter. Nachdem viele soziale Projekte unter der Trump-Regierung gekürzt oder ganz abgeschafft wurden, sind die Familien umso mehr auf Hilfe angewiesen. Gerade aus Deutschland kam in den letzten Jahren viel Unterstützung. Vielen Dank an euch alle! Hier ist wieder die Kontoverbindung für weitere Spenden, die rein zu diesem Zweck verwendet werden:

Spendenkonto: Förderverein für bedrohte Völker

Postbank Hamburg, WICHTIG: Stichwort „Winterprojekt“

IBAN: DE89 2001 0020 0007 4002 01 ; BIC: PBNKDEFFxxx

Bis 200 Euro reicht der Überweisungsbeleg als Spendenbescheinigung für die Steuer.

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26.07.2017

Uns steht eine schwere Zeit bevor

Es fällt mir schwer, diese erste Bitte um Eure Unterstützung zu schreiben, da ich weiß, dass uns eine sehr schwere Zeit bevorsteht. Wir werden dieses Jahr Eure Hilfe brauchen wie noch nie zuvor.

Die politische Lage in den USA hat sich sehr zu Ungunsten der Menschen in Pine Ridge entwickelt. Es wird sehr schwer werden, die vielen Hilfsbedürftigen zu versorgen. Das Reservat hatte bislang auch ein Nothilfeprogramm für Propan gerade für Ältere, welches es aufgrund der Streichung der finanziellen Mittel durch die Trump-Regierung nicht mehr in dieser Form gibt. Wir hoffen so sehr auf Eure Unterstützung!

Spendenkonto:

Förderverein für bedrohte Völker

Postbank Hamburg

WICHTIG: Stichwort „Winterprojekt“

IBAN: DE89 2001 0020 0007 4002 01 ;

Für Auslandsüberweisungen verwenden Sie bitte: Postbank Hamburg, BIC: PBNKDEFF Stichwort „Winterprojekt“.

Wenn Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, vergessen Sie nicht, Ihre Adresse anzugeben. Die Spendenbescheinigungen werden jedes Jahr im März zugeschickt.

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12.10.2016

Wintereinbruch im Pine-Rigde-Reservat

Der Winter ist seit gestern schon angekommen in Süd Dakota. Es hat teilweise heftig geschneit. Und wie mit jedem wiederkehrenden Wintereinbruch, kämpfen die Lakota (Sioux) Indianer gegen die eisige Kälte und um das pure Überleben.

Es haben schon viele Familien bei Misty Yellow Bull angerufen und um Heizmaterial gebeten. Es sind fast ausschließlich Familien mit Kindern, oftmals Großmütter, die sich auch um ihre Enkelkinder kümmern müssen. Bedürftige Familien erhalten in unserem Projekt kein Geld von den Spenden, sondern ausschließlich Propangas oder selten auch Holz zum Heizen. Das bedeutet, dass erst genügend Geld gesammelt werden muss, um überhaupt eine Lieferung Propangas bestellen zu können. Der Mindestbestellwert liegt bei 120 US-Dollar. Dafür bekommt man 75 Gallonen Propangas (ca.280l), was wiederum nur für etwa 2 bis 3 Wochen reicht, je nachdem wie viel geheizt werden muss.

Jedes Jahr erfrieren Menschen in Pine Ridge. Es ist ein hartes Leben im Winter, vor allem für die Frauen und Kinder. Oft wird nur ein Raum beheizt, in dem dann eine 15-köpfige Familie lebt. Jede Spende hilft somit ungemein. Deshalb folgt erneut von mir die dringende Bitte um Hilfe und Unterstützung, damit wir den Familien so gut wie möglich mit Heizmaterial helfen können.

Ihre Spenden werden von dem Förderverein für bedrohte Völker ohne Abzug zu 100 Prozent direkt in die USA für das Winterprojekt überwiesen und ausschließlich für Heizmaterial verwendet, welches dort vor Ort an die bedürftigen Familien im Reservat ausgeliefert wird.

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11.05.2016

Gedenken an Delores Yellow Bull

Am 3. Mai 2016 ist Delores Yellow Bull leider von uns gegangen. Sie hat sich all die Jahre aufopfernd für Familie und Volk eingesetzt und das Winterprojekt geleitet. Wopila tanka Waluta Win, R.I.P.

Wir vermissen Dich so sehr und du wirst immer in unseren Herzen bleiben, Waluta Win.

Nun wird ihre Tochter Misty Yellow Bull in ihre Fußstapfen treten und im Gedenken an ihre geliebte Mutter das Winterprojekt weiterführen, gemeinsam mit ihren Vater Wendell W. Yellow Bull.

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Unterstützen Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende!

Empfänger: Förderverein für bedrohte Völker 
IBAN: DE89 2001 0020 0007 4002 01 
BIC/SWIFT: PBNKDEFF 
Postbank Hamburg 

Verwendungszweck: Winterprojekt 

Wenn Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, vergessen Sie nicht Ihre Adresse anzugeben. Die Spendenbescheinigungen werden jedes Jahr im Januar - März von der GfbV verschickt. Monatliche Spendenbeiträge über die Wintermonate wären besonders hilfreich. 

Kontakt:

 Andrea Cox

 Tel +49 621 801116

 E-mail info@lakota-indianer.de

 Weitere Informationen unter http://www.lakota-indianer.de/