Das Horsemanship-Projekt der Lakota-Indianer in Süd-Dakota

Die Pine Ridge Reservation ist mit rund 13.000 qkm die zweitgrößte Reservation und zugleich eines der ärmsten Gebiete der USA. Hier im Südwesten des Bundesstaates Süd Dakota ist die Heimat der ca. 26.000 Oglala Lakota (Sioux) Indianer. Ihre Lebensbedingungen lassen sich durchaus mit der Situation in einem "Dritte-Welt-Land" vergleichen. Die Arbeitslosigkeit liegt (Saison bedingt) zwischen 75 und 85 %. Mehr als 60 % der Lakota leben unterhalb der Armutsgrenze. Ebenfalls bei 60 % dürfte die Alkoholikerrate liegen. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird von den Behörden mit ca. 50 Jahren angegeben. Sie liegt damit weit unter der durchschnittlichen Lebenserwartung in den nicht-indigenen USA, die bei etwa 77 Jahren liegt. Zurückzuführen ist das auf die allgemein schwierigen Lebensbedingungen, schlechte Ernährung sowie die mangelhafte medizinische Versorgung.

Folgen dieser Verhältnisse sind Perspektivlosigkeit, Apathie, Resignation und Depression. Besonders erschreckend ist die hohe Selbstmordrate, gerade bei Kindern und Jugendlichen bis zu 25 Jahren, sie liegt 4 mal höher als die nationale Rate in den gesamten USA.

Die Sunka Wakan Na Wakanyeja Awicaglipi Horsemanship (dt. Übersetzung: Pferd und Kind zurückbringen), eine gemeinnützige Organisation in Pine Ridge, will dem entgegensteuern.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Wendell Yellow Bull und Bamm Charles Brewer engagieren sich seit Jahren zusammen mit den Mitgründern der Horsemanship, den Kindern und Jugendlichen ihres Volkes zu helfen, den richtigen Weg zurück ins Leben zu finden. Sie geben benachteiligten Kindern die Chance, die alte traditionelle Reitkunst (= horsemanship) zu erlernen und sie zu fördern und an Reitveranstaltungen teilzunehmen.

Die Lakota gelten als die besten Reiter sowie Pfeil- und - Bogenschützen. Beides ist in ihrer Tradition tief verankert. Ziel dieser Organisation ist es, den Kindern durch verschiedene Reitprogramme die Rückführung zur eigenen Kultur zu ermöglichen. Durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Reitkunstprogramme lernen die Kinder, mit persönlichen Herausforderungen umzugehen und als Team mit anderen zusammenzuarbeiten. Diese Arbeit und das Zusammenleben mit den Pferden, aber auch das Aufleben alter traditioneller Werte, sollen den jungen Indianern zur Wiederfindung ihrer Identität und zu neuem Selbstbewusstsein verhelfen und sie vor Suizid, Alkohol- und Drogenmissbrauch bewahren.
Die Organisation nimmt jedes Jahr mit den Kindern und Jugendlichen an verschiedenen Gedenkritten teil: u.a. am Crazy Horse Gedenkritt, Little Big Horn Ritt und Wounded Knee Ritt, bei denen ihre Vorfahren geehrt werden. Begleitet werden sie dabei von dem traditionellen Häuptling Mel Lone Hill. Sie führten Kurse in Holzgestaltung, Kräuterexkursionen und Workshops z.B. für das Anfertigen von Halftern durch. Mehrtätige Wilderness Camps und Ausflüge sind geplant.

Damit sie auch in Zukunft die Kinder und Jugendliche im Reservat unterstützen und fördern können, braucht die Sunka Wakan Na Wakanyeja Awicaglipi Horsemanship dringend unsere Unterstützung.


Der Lakota Wendell Yellow Bull erzählt über sein Projekt im Pine-Ridge-Reservat


Updates vom Projekt

Lesen Sie den Bericht von der Horsemanship Sunka Wakan na Wakanyeja Awicaglipi Inc. zum historischen Ritt 2018 Tag für Tag mit. Übersetzt wird er während des Ritts von Robert Götzenberger. Danke - Wopila an Robert für die schnelle Übersetzung. Auch weiterhin wird jede Spende DRINGEND gebraucht für Verpflegung und Unterkünfte sowie für die Verpflegung der Tiere und die Transportkosten. Wopila.

10. Mai 2018

Begegnungsbericht von Grit und Marcus Nierich vom 150-jährigen Treaty Ride April 2018

Am Donnerstag halb neun abends pünktlich in Rapid gelandet und am Freitagmorgen auf dem Weg nach Fort Laramie. Es geht durch die Buckelprärie, die paar Nester, die wir passieren, haben so drei bis fünf Einwohner, unseren Weg kreuzen mehr Rehe als Autos.

In Fort Laramie angekommen, gehen wir erst einmal auf einen Orientierungsmarsch, vom offiziellen Parkplatz gefühlte drei Kilometer über die Prärie zu den Camps. Ja, wo stehen denn nun die Lakota? Zelte und Camper gesichtet, aber die falsche Fahne. Hätten wir unseren Adlerblick geschärft, wäre es glatt möglich gewesen, auch die Lakota Fahne nebst Camp zu entdecken, so fragen wir uns aber durch.

Nun drei Kilometer zurück, den Wohnwagen holen, holper, stolper über die Prärie mit dem Wagen zurück. Wir können uns ein schönes Plätzchen aussuchen, es ist noch nicht so voll.

Nach und nach treffen weitere Leute ein, nun wird es voll um uns herum, wir müssen das Auto mal hin und her fahren. Neben uns bauen die Arapaho ihr Lager auf.

Perfektes Wetter, die Sonne scheint, 24 Grad. Wir warten auf die Reiter. Endlich werden sie angekündigt- noch eine Stunde, oder sagte er zwei?

Nun aber hopp über die Prärie zu den großen Zelten, dort kommen die Reiter an. Hier sind auch sieben Tipis für die sieben Ratsfeuer im Halbkreis aufgebaut, jeder Eingang zeigt nach Osten.

Es ist beeindruckend, im Schritt kommen die Reiter die Straße entlang, dann geht es in den Galopp. Die Fahnen wehen, Reiter und Zuschauer trillern lelelelelele. Nach und nach sucht sich jeder seinen Platz nebst Pferd im Kreis und es beginnen die Reden, mal ruhig, mal kämpferisch.

Später geht es zurück ins Camp, es wird langsam kühl. In den Camps ist es ruhig, gelegentlich hört man einen Trommelschlag.

Das Lager ist gut organisiert, es gibt ein Verpflegungszelt, überall Dixitoiletten und Müllbehälter.

Jeder Stamm hat sein Camp, erkennbar an den Fahnen. Geschlafen wird in Zelten und Campern, die Pferde sind im Corral oder an den Pferdetrailern angebunden. Auf dem Weg zu neuen Futterstellen oder Eindrücken spaziert das eine oder andere Pferd auch mal allein über die Prärie.

Samstagmorgen- dank des Jetlags sind wir schon wach, als es gegen sechs an die Tür klopft. Wie, schon so früh Besuch? Draußen steht ein Mann mit einem Pferd und fragt, ob es unseres wäre. Ja, nee, schon klar, man kann ja mal ein Pferd verlieren. Man sieht, die Organisation klappt, der Besitzer des Pferdes wird schnell gefunden und ist nun auch wach.

Morgengebet und Zeremonien schallen durch das Lager, um neun soll im großen Zelt gesprochen werden. Autos und Reiter machen sich auf den Weg- wir sind als Fußgänger eher allein. Noch nix los im großen Zelt, also zurück und gegen zehn nochmal los.

Jetzt sind auch alle da und es wird bis 15.00 Uhr gesprochen, über das Volk, über das Leben, über die gebrochenen Verträge. Die Sprecher sind mal in Jeans und Hemd, aber auch mit kompletter Adlerfederhaube. Auch vor dem geschmückten Podium sitzen traditionell gekleidete Natives.

Das Wetter meint es gut mit uns, es ist zwar windig, aber sonnig und wir bekommen 27 Grad.

Auch abends bleibt es schön warm und wir gehen mit Trommelklängen und Gesang, die nun ringsherum ertönen, ins Bett.

Sonntagmorgen- wir erwachen mit Trommelklängen. Heute klopft es erst gegen neun an der Tür, dafür umso lauter und unerbittlich. Aha, hier wird Kaffee gebraucht. Mit tatkräftiger Unterstützung mache ich mich daran einen Cowboykaffee zu kochen. Wieder etwas gelernt.

Wieder ein perfekter sonniger Tag. Heute werden die Verträge präsentiert, unsere Nachbarn, die Arapaho, ziehen Festkleidung an. Wir nutzen das schöne Wetter und schauen uns mal im Fort um. Man kann nicht meckern, sehr schön gemacht, die alten Häuser sind begehbar und man kann in die Zimmer schauen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie die Menschen hier früher gelebt haben. Nur irgendwie finden wir nicht eine Hinweistafel über die Natives. Zur historischen Seite über den Fluss darf man nicht. Dort stehen drei Tipis- nur geführte Touren.

Wir spazieren am Fluss entlang, sehr idyllisch. Vom großen Zelt dringen Trommeln und Gesang herüber. Nun noch zum Winter Count und uns auf einem Bisonfell verewigen.

Zurück im Camp schauen wir dem Lagerleben zu. Kinder, Reiter, Autos- alle sind irgendwie unterwegs, mal hier, mal dort hin. Einige Kinder sind unterwegs zum Fluss, hier gibt es ein flache Stelle, an der sie den Fluss überqueren können. Der eine oder andere macht das einfach auch zu Fuß, mit oder ohne Schuhe.

Es wird ruhiger, manche packen schon zusammen. Der laue Sommerabend klingt gemütlich aus. Ringsherum ist schon wieder eine Menge Platz, viele sind schon gefahren. Aber bei unseren Nachbarn ist noch eine Menge los, hier singen die Kinder, danach sitzen alle im Kreis und reden. Sogar die Kinder sind ruhig und lauschen.

Dann wird auch hier gepackt, die letzten sitzen ums Lagerfeuer. Hier und da glimmt ein weiteres Lagerfeuer auf.

Am nächsten Morgen werde ich beim Kaffee holen am Verpflegungszelt von einem Fremden mit einem freundlichen „Guten Morgen“ begrüßt.

Woher weiß er?

Auch wir packen nun zusammen.

Danke, dass wir dabei sein durften.

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30. April 2018

Gedenkritt ist zu Ende

Unsere Camp-Nachbarn, die nördlichen Arapaho halten mit uns Oglalas zusammen. Sie errichteten ein ehrwürdiges Tipi, während ich sie dabei fotografiere.

Wow, was für ein geschäftiger Tag !! Ich konnte einige Tanten von Cheyenne River wieder sehen und nun ist Jeder am Abreisen, obwohl der letzte Tag morgen ist.

In der Zwischenzeit müssen diejenigen von uns, die noch immer im Camp sind, mit dem hier heute Nacht zurechtkommen, morgen treten wir die Heimreise an.

Wopila tanka für all die Unterstützung und für das Interesse an einem großen historischen Ereignis, der Oglala Lakota und all ihren Verwandten... im  Namen von

Wendell W. Yellow Bull Sr. Maza Su

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28. April 2018

Hihanni Waste vom Oglala Camp im Bereich des historischen Fort Laramie

Wir beendeten gerade die traditionelle Sonnenaufgangs-Zeremonie im Oceti Sakowin Kreis, wo auch das heilige Feuer entzündet wurde. L i l i l i l i l i l i l i l i l i (Unser Trotzzustand ist so stark, dass wir es trotz Sonnenaufgang gar nicht geschafft haben, den Sonnenaufgang zu beginnen als es soweit war , lol). (Lakota Humor)

Überhaupt ist es ein geschäftiger Morgen, wir hören Vorträge von Arvol Looking Horse, sowie einem traditionellen Häuptling der Südlichen Cheyenne aus Oklahoma, einem 98 Jahre alter Veteran des 2. Weltkrieges, von St. Francis School Schülern, deren Lehrplan nun die wahre Geschichte ihres Volkes beinhaltet, und von weiteren inspirierenden, anspruchsvollen und ermutigenden Sprechern.

Wir schulden dem Kochteam ein aufrichtiges, herzliches WOPILA TANKA, sie machten einen hervorragenden Job, indem sie nicht nur die Oglala-Reiter versorgten, sondern jeden Reiter egal welcher Nation. Wir hatten eine Variation leckeren Essens jeden Tag und Kaffee war jeden Tag zu jeder Zeit verfügbar.

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25. April 2018

Van Tassle, WY

Nachdem ich gestern erfuhr, dass der Campingplatz an dem vorgesehenen Lagerpunkt in Van Tassle, Wyoming, noch nicht geklärt und vorbereitet war für uns, wir außerdem Heu brauchten, schaltete ich in den Militärmodus um und machte mich von unserem letzten Stopp in Harrison aus Richtung Van Tassle auf, um diese zwei Dinge zu organisieren und zu erreichen.

Als ich langsam durch die kleine Stadt mit dem Schild "Einwohnerzahl 15" fuhr, schickte ich ein Gebet nach oben und begutachtete die Häuser und versuchte zu entscheiden, an welcher Tür ich klopfen sollte.

Es zog mich dann zu einem blauen Haus am Ende der Stadt. Nachdem ich mich erst mal mit dem Wachhund anfreundete, gelangte ich an die Vordertüre von Barney Reece, einer sehr netten älteren Dame, die mich in ihr Haus einlud nachdem ich mich vorstellte und erklärte, dass ich Ausschau hielt, um etwas Heu zu kaufen. Als ich bequem in ihrer Küche saß, erläuterte ich ihr wer wir seien und aus welchem Grund wir ritten.

Dann fragte ich, wo wir ein Camp aufschlagen könnten in ihrer Stadt. Sie sagte ihre Stadt wäre zu klein, machte dann aber einige Telefonanrufe und ihr Freund Lloyd Adams, der Rancher ist, bot an sein Land zu nutzen, seine Wasserquelle um die Wassertanks aufzufüllen und sogar die Dusche in seinem Haus, damit die Leute duschen konnten! Ich war noch dankbarer, dass die nette Barney Reece nicht ihre Schrotflinte auf mich richtete, die bereitstand, was ich aber erst bemerkte als ich ihr Haus wieder verließ. Lol.

Wopila tanka für all die Gebete für uns, Tunkasila wacht über uns. Wir können heute Nacht entspannen und gut schlafen in der Gewissheit, dass wir an einem sicheren Ort und aufs höchste willkommen sind, in Van Tassle, Wyoming.

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24. April 2018

Der nächste Tag im Camp

Guten Morgen . . . Brrr . . . es ist ein kühler Morgen hier in Fort Robinson aber die Oglala Köche sind fleißig dabei, ein warmes Frühstück für all die hungrigen Reiter und Leute zu machen.

Beim Mittagsstop haben die Oglala und Cheyenne River-Köche ihre Kräfte kombiniert und verköstigten mit einer sättigenden Mahlzeit von Chili und Sandwiches. Beim Abendessen boten die Oglala-Köche dann eine Mahlzeit bestehend aus Hamburgern, Pasta und Bohnen für die Reiter an. Yumm!

Wir verpassten die Reiter, die im Camp ankamen, weil ich weg musste, um Besorgungen zu erledigen, yay! Ich meine damit, dass ich fleißig dabei war gutes, zertifiziertes Alfalfa-Heu für die Pferde zu organisieren. Das bevorzugen sie gegenüber dem trockenen Gras. Yummie for their tummies! Die Pferde sind wichtig und man muss für sie sorgen, da sie unsere vierfüßigen Freunde sind, die unsere Leute nach Fort Laramie tragen.

Ich verpasste es, Fotos von der Fütterung zu machen, da ich im Fokus hatte, lecker riechende Spaghetti in meinen Bauch zu kriegen! Lol. Die Oglala-Köche haben sich wieder einmal selbst übertroffen mit einer heißen Mahlzeit an einem kühlen Tag.

Nun kannst du die Jugend nur lachen hören und sie haben eine gute Zeit. Das ist woraus Erinnerungen entstehen!

Native Nations von überall her kommen zusammen.

Ich bin wirklich froh, dass wir die mobilen Toiletten besorgten und mitnahmen! Sie kommen echt gelegen, wenn du in der Mitte von Nirgendwo bist oder in einem RV Park campst ohne Toiletteneinrichtungen, lol.

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21. April 18

Kurzes Update vor dem großen historischen Ritt der Oglala Lakota und allen Stämmen der Nördlichen Plains - den Cheyenne und Nakota und Dakota nach Fort Laramie

Heute war ein chaotischer und ermüdender Tag für die Reiter. Nach der Einnahme eines warmen Frühstücks in der Rockyford Schule, machten sie sich auf den Weg nach Oglala. Jedenfalls, was ein eher kurzer Ritt hätte werden sollen, erwies sich als eine ganztägige Nerverprobe wegen des . . . ähm . . . "örtlichen" Führers, der falsch abbog am gekennzeichneten Weg und sie alle eine sehr "malerische" Route deshalb nahmen.

Wir hatten es arrangiert,dass die Reiter in der Pine Ridge High School Turnhalle untergebracht wurden und ein Abendessen bekommen sollten. Aber wegen ihrer Ankunft in Oglala spät am Abend, entschieden sich manche am See zu kampieren, während andere sich entschloßen sich selbst um Unterbringung zu kümmern. So wurde dann den Reitern im Camp ein warmes Essen bestehend aus Spaghetti, Chili und Frybread geliefert. Obwohl die armen Reiter erschöpft und nicht besonders erfreut über den unnötigen Umweg waren natürlich, wurde die warme Mahlzeit von Jenen die im Camp blieben sehr geschätzt.

Sie haben morgen einen Ausruhtag und am Montag, nach einer Gebetsversammlung an der heiligen Stätte von Wounded Knee, werden verschiedene Reitergruppen von unterschiedlichen Abschnitten aus gleichzeitig nach Fort Robinson in Nebraska starten. Wo sie dann alle nach der Ankunft kampieren werden.

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20. April 2018

In wenigen Tagen beginnt der historische Ritt

Wow, was für ein Tag!Unsere Gäste (1868 Ft. Laramie Reiter von Standing Rock und Cheyenne River) kamen im Oglala Land an.

Also kamen wir unseren Gastgeber Pflichten nach und boten Unterkunft (inkl. Dusch Möglichkeiten) sowie eine warme Mahlzeit an.

Wir danken sehr der Rockyford Schule für die Benutzung ihrer Turnhalle und dass sie sechs Truthähne für die Reiter spendete. (Sie müßten mittlerweile alle schläfrig sein, grins).

Kein Grund sich wegen der Reiter zu Sorgen, solange sie Oglala Gäste sind. Wir kümmern uns um Unterkunft und Verpflegung.

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April 2018

150 Memorial Treaty Ride Fort Laramie WY

Dieses Jahr 2018 steht eine ganz besonderes Ereignis für unsere Lakota Horsemanship SWnWA. Inc. bevor. Denn dieses Jahr jährt sich die Vertragsunterzeichnung von Fort Laramie Wyoming zum 150 mal.

Wendell Yellow Bull, Ur- Ur- Ur- Enkel des berühmten Häuptlings Red Cloud (Mütterlicherseits) und Hüter dessen Hl. Pfeife sowie die Horse- Society planten hierfür gemeinsam einen Gedenkritt.

Bei diesem Vertrag wurden den Lakota Stämmen die Heiligen Black Hills zugesprochen, die der weltbekannte Friedenshäuptling Red Cloud mit seiner Hl. Pfeife besiegelte.

Die Lakota Stämme möchten mit diesem Gedenkritt, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass dieser Vertrag für sie immer noch existent ist.  Die USA hat diesen später für ungültig erklärt, da Gold in den Black Hills gefunden wurde. Für die Lakota aber gilt er nach wie vor. Wenn einmal ein Vertag mit einer Pfeife besiegelt wurde, dann ist das unkündbar!!! Mehr dazu s.unten unter Red Clouds Krieg!

Für diesen für die Lakota Oyate so wichtigen Ritt brauchen sie natürlich unsere Unterstützung, Jeder Euro hilft hier, die Kosten zu decken wie den Transport der Pferde und Reiter von dem Reservat aus nach Wyoming, Verpflegungskosten und Sprit sowie Verpflegung für die Pferde etc.Es ist ein großes Ereignis mit wichtigen Persönlichkeiten der Lakota Völker und ihren Zeremonien in Fort Laramie. 

Zur Geschichte: Red Clouds Krieg und der Fort Laramie Vertrag von 1868

Der Red Cloud Krieg, auch bekannt als Powder River – oder Bozeman Krieg,  fand in den Wyoming und Montana Territorien im Zeitraum von 1866 – 1868 statt. Er endete mit dem Fort Laramie Vertrag den Häuptlinge der vereinigten Stämme am 29. April 1868 unterzeichneten,  Red Cloud selbst jedoch erst im November 1868.

RedCloud (Mahpiya Luta, Rote Wolke) war ein prominenter Oglala-Lakota Anführer von Reputation und führte in dem genannten Zeitraum eine Koalition von Lakota, nördlichen Cheyenne und nördlichen Arapaho im Kampf um ihr Land, ihre Jagdgründe und zum Schutz ihrer traditionellen Lebensweise. Die Stämme waren beunruhigt über die zunehmende  Zahl von weißen Siedlern die mit ihren Wagentrecks seit einigen Jahren auf dem Weg nach westlicher gelegenen Gebieten die reichen Jagdgründe der Indianer durchquerten. Diese verstörten die Büffel und anderes Jagdwild und beeinträchtigten das althergebrachte Leben der ansässigen Indianergruppen. Im Verlauf des Aufeinandertreffens dieser zweier grundsätzlich verschiedener Kulturen, kam es wiederholt zu Zusammenstößen, als die immer besorgter um ihr Land und ihre Zukunft wurden. Daraus resultierte schließlich der bewaffnete Konflikt zwischen den verbündeten Lakota, Cheyenne und Arapaho auf der einen Seite, sowie der US-Armee auf der anderen. Seit die Regierung Armeeposten im Indianerland etablierten, gerieten diese immer mehr in den Focus der Stämme und im Red Cloud Krieg waren die Schauplätze der Auseinandersetzungen oft in deren Umgebungen. Den größten Sieg über die Armee während des Konfliktes erlangten die Indianer am 21. Dezember 1866, als sie in dem sogenannten Fetterman-Fight  rund achtzig Soldaten töteten.

Im Frühjahr 1868, nach hartnäckigen Kämpfen, war die US Regierung bereit einen Vertrag mit den Verbündeten Stämmen zu verhandeln um einen Frieden zu erreichen.  Die Verhandlungen gipfelten schließlich in den bekannten Fort Laramie Vertrag von 1868. Obwohl einige Häuptlinge bereits im April den Vertrag unterzeichneten, war Red Cloud als Hauptanführer erst bereit dies zu tun, wenn die Forts der Soldaten verlassen sein würden und seine Bedingungen erfüllt und das Land und die Jagdgründe der Stämme gesichert sein würden. Im Laufe der folgenden Monate verließen die Soldaten die Forts und diese wurden von den Indianern daraufhin niedergebrannt. Erst im November 1868 war Red Cloud daraufhin bereit nach Fort Laramie zu kommen, dem bestehenden Hauptposten, um den Vertrag selbst zu unterzeichnen. Mit diesem Vertrag entstand die sogenannte Große Sioux Reservation, in welche die Cheyenne und Arapaho mit einbezogen wurden. Dies war ein vollständiger Sieg für die Indianer kann man sagen, der allerdings 1876 mit erneuten, nicht rechtmäßigen Forderungen der US Regierung und vertragswidrigem Vorgehen der US Armee und eindringen in das Indianergebiet, zunichte gemacht und der Vertrag von US Seite gebrochen wurde. Bereits vorher zeichneten sich Schwierigkeiten ab und es kam immer wieder zu Kämpfen als die Indianer ihre Rechte verteidigten.  Die Kämpfe nahmen einen Höhepunkt am Little Big Horn, als die vereinigten Stämme die 7. Kavallerie unter Gen. Custer vernichtend  schlugen. Nach diesem Sieg wurden die Indianer von der Armee erbittert gejagt, die Büffel dezimiert durch weiße Bisonjäger und den Indianern immer mehr die Lebensgrundlage entzogen, um in Freiheit leben zu können. Die Stämme mußten einer nach dem anderen dem Druck nachgeben und ein Leben auf den Reservationen beginnen.

Nachdem Red Cloud den Laramie Vertrag unterzeichnete und akzeptierte, ging er den Weg des Friedens, für den er sein Wort gab, besiegelt mit dem Rauch der heiligen Pfeife, dass für ihn bindend war.

Dieses Jahr, 2018 wird an die historischen Ereignisse bei einem 150-jährigen Jubiläum erinnert. Die Feierlichkeiten finden vom 28. April bis 1. Mai statt. Zahlreiche Vertreter der verbündeten Stämme werden erscheinen und teilnehmen. Unter anderem der hochgeschätzte Hüter der Sacred White Buffalo Calf Pipe der Lakota, Arvol Looking Horse, sowie der direkte Ur-Urenkel von Red Cloud, Wendell Yellow Bull, der die Pfeife seines Ur-Urgroßvaters hütet, jene Pfeife welche beim Vertragsabschluss von Red Cloud geraucht wurde und diesen besiegelte. Mit diesem Vertrag erlangten die Indianer einen großen Sieg und ihre Rechte. Leider nicht auf ewig, obwohl der Vertrag rechtlich noch immer gültig ist. Trotz des Vertrages wurden ihnen letztendlich durch Willkür und Expansionsdrang der Weißen dennoch ihr Land und ihre traditionelle Lebensweise genommen. Jedoch halten die Lakota, Cheyenne, Arapaho und viele andere Stämme an ihrem Erbe und vielen Traditionen  fest und verbinden Tradition und Moderne auf beeindruckende Weise.

Quellen:

Wikipedia, Eyewitness to the Fetterman Fight - Indian views, edited by John H., Monnett,  University of Oklahoma Press, Das große Indianer Lexikon, Renè Oth, Arena Verlag

Danke an Robert Götzenberger für die Zusammenstellung!

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Verwendungszweck: Pferdeprojekt

Jede noch so kleine Spende ist sehr willkommen. Ein monatlicher Beitrag würde sehr viel helfen. Die Spenden gehen zu 100 % an die Lakota Horsemanship.

Weitere Informationen über die Projektentwicklung, Berichte, Bilder, Verwendung der Gelder etc. finden Sie auf der Web-Page von Andrea Cox, ehrenamtliche Repräsentantin und Kontaktperson, der Lakota Horsemanship in Deutschland www.andreac.de unter Horse & Child.

Kontakt:

Andrea Cox

E-Mail: info@andreac.de

Homepage: http://www.lakota-indianer.de/

 

Kontaktperson in den USA (bitte in Englisch anschreiben):

Wendell Yellow Bull

E-Mail: icasamaza2@yahoo.com

 

Foto: privat


Stand: Mai 2018