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Alawiten

- Nahost -

Die Alawiten werden der schiitischen Glaubensrichtung des Nahen Ostens zugeordnet. In Syrien leben heute etwa drei Millionen Angehörige dieser Glaubensgemeinschaft, die sowohl die militärische als auch die politische Elite des Landes bilden, obwohl sie eine religiöse Minderheit darstellen. Die nunmehr über 40 Jahre andauernde Herrschaft des alawitischen Assad-Clans, die am 16. November 1970 durch einen Putsch Hafiz‘ al Assads besetzt wurde, ist der Hauptgrund. Zuvor wurden die Alawiten jedoch über Jahrhunderte hinweg, z.B. während der osmanischen Herrschaft, als Häretiker verfolgt. Häufig gaben sie sich deswegen als Christen aus, da diese nach Vorschrift der Scharia im Vergleich zu ihnen besser gestellt waren. Nichtsdestotrotz waren auch Alawiten Opfer des Assad-Regimes. Die Assads benachteiligten immer wieder ihre eigene Religionsgemeinschaft, vermutlich um die große sunnitische Mehrheit zu besänftigen.

Seit Ausbruch der Proteste im März 2011 sind Alawiten auch Vergeltungsangriffen der sunnitischen Mehrheit ausgesetzt, die den aufgestauten Hass gegen das Regime undifferenziert an ihnen auslassen. Nicht-alawitische Syrer sehen diese generell als Nutznießer des Systems und der Politik Assads und so müssen Alawiten nach über vier Jahrzehnten an der Macht wieder um ihr Leben fürchten und ihren Glauben verstecken.


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Header Foto: Frank Hurley via Wikimedia Commons