Menschenrechtswebinar

nach erfolgreicher Generalprobe möchten wir Sie heute sehr herzlich einladen zu unserem ersten Webinar! Es soll einen der Workshops ersetzen, die wir für unsere Mitgliederversammlung im April organisiert hatten. Die Versammlung in Göttingen mussten wir ja leider absagen. Aber wir treffen uns dafür im Internet und freuen uns auf Ihre und Eure rege Beteiligung: 

am Donnerstag, den 4. Juni, um 18 Uhr

starten Dr. Kamal Sido und Lina Stotz aus unserem Referat für Minderheiten und Nationalitäten mit unserem Webinar

Kurdistans Frauen zwischen Patriarchat und Gleichberechtigung

Sie sprechen über die Rolle der Frau in Kurdistan und erinnern daran, dass Hochglanzmagazine und Modelabels im Jahr 2014 Gefallen an kurdischen Anti-IS-Kämpferinnen fanden. War das Wertschätzung oder Verklärung? Ist das Interesse nun versiegt? 

Wir nutzen das Videokonferenzprogramm Zoom, sodass alle Teilnehmenden interaktiv diskutieren und sich austauschen können. Dafür brauchen Sie Computer und Internetanschluss, jedoch weder Kamera noch Headset. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, bitte melden Sie sich hier an.
Nach der Anmeldung zur Veranstaltung gelten unsere Datenschutzbestimmungen. Für die Verwendung der Software ZOOM übernimmt die GfbV keine Haftung. Die geltenden Datenschutzrichtlinien von Zoom finden Sie hier.
 

ANMELDUNG
 

Weitere Informationen zu den Webinaren finden Sie hier.



Alarmierende Nachrichten erreichten uns aus der Türkei: Dort wussten die Oberhäupter der jüdischen und christlichen Gemeinschaften keinen anderen Rat mehr als sich an Präsident Erdogan zu wenden und für ihre Gemeinden  um Schutz zu bitten. Denn die wenigen in der Türkei verbliebenen Menschen jüdischen und christlichen Glaubens fühlen sich nicht mehr sicher: Gegen sie wurde in den vergangenen Tagen und Wochen wieder massiv gehetzt. 

Das ist unter anderem auf einen Bericht in einem einflussreichen Magazin zurückzuführen. Darin wurden christliche und jüdische Gemeinden beschuldigt, hinter dem oppositionellen islamischen Prediger Fethullah Gülen zu stehen und mit den Putschisten von 2016 gemeinsame Sache gemacht zu haben. Die türkische Regierung hat dessen Bewegung zur terroristischen Organisation “FETÖ” erklärt. Jede Person, die mit „FETÖ“ in Zusammenhang gebracht wird, ist faktisch vogelfrei. Das haben kritische Medienschaffende, Politikerinnen und Politiker schon schmerzhalt zu spüren bekommen. Viele von ihnen, die sich für Religionsfreiheit und kulturelle Vielfalt in der Türkei eingesetzt haben, sitzen im Gefängnis (Näheres dazu finden Sie in unserem Memorandum). 

Die politische Hetze gegen christliche und jüdische Gemeinden ist brandgefährlich. Allen Pogromen, Massakern und Völkermorden in der Türkei und im Osmanischen Reiches sind Verunglimpfungen vorausgegangen. Die christlichen und jüdischen Gemeinden in der Türkei zählen nur noch 120.000 Mitglieder - bei einer Gesamtbevölkerung von insgesamt 83 Millionen Menschen.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Demokratiebewegung in der Türkei gestärkt und die Minderheiten geschützt werden. Unsere Solidarität und Hilfe sind wichtig, nicht zuletzt um ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht im Stich gelassen werden. Bitte unterstützen Sie unsere Menschenrechtsarbeit mit Ihrer Spende. 

Wir danken Ihnen sehr und senden herzliche Grüße

Lina Stotz & Dr. Kamal Sido
Referat für ethnische, religiöse, sprachliche Minderheiten und Nationalitäten