Empower Women - Indiens Frauen stehen für ihre Rechte ein

Ob im Sudan, Iran, in der Türkei, Algerien oder Indien – überall stehen Frauen bei öffentlichen Protesten in der ersten Reihe, um Rechte einzufordern. Indien gilt für Frauen als eines der gefährlichsten Länder der Welt, weil sie dort besonders unter Gewalt, Willkür und Ausgrenzung leiden. Selbst schwerste Menschenrechtsverletzungen an Frauen bleiben oft straflos und erschüttern Indiens Ruf als Demokratie.

Doch Indiens Frauen wollen dies nicht länger akzeptieren: Ihre Stimmen werden immer lauter, sie fordern ein Ende von Gewalt und Ausgrenzung. Als im Dezember 2019 junge Studentinnen bei friedlichen Demonstrationen Opfer gewaltsamer Übergriffe der Polizei wurden, entstand eine beispiellose Protestbewegung. Seither gehen Frauen jeden Alters auf die Straßen, organisieren Mahnwachen, Sit in‘s und friedliche Besetzungen, um gegen Übergriffe auf Muslim*innen zu protestieren. Mit improvisierten Lesungen auf Straßenkreuzungen, Konzerten und Sitzstreiks wenden sich Frauen gegen die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihres Glaubens. Ihr Protest richtet sich gegen ein von der hindu-nationalistischen Regierung beschlossenes neues Staatsbürgerschaftsgesetz. Denn sie fürchten, dass mit diesem Gesetz verarmte Muslim*innen ausgebürgert werden könnten, weil sie nicht mit Dokumenten beweisen können, dass sie seit Jahrhunderten im Land leben.

Manche der protestierenden Frauen haben noch nie vorher an einer Demonstration teilgenommen. So wie die 50 Jahre alte Bahro Nisa. Sie unterstützt die Proteste, damit ihrer Tochter nicht die Rechte genommen werden. An den Protesten nehmen jeden Tag rund 20.000 Menschen teil, an Wochenenden bis zu 150.000. So sind die Frauen zum Leitbild einer Demokratiebewegung geworden, die Indiens Regierung an die Verfassung des Landes und an die Werte Mahatma Gandhis erinnert. Nationalistische Hindu-Politiker*innen drohen den engagierten Frauen Gewalt an. Dass dies keine leeren Drohungen sind, wurde in den vergangenen Tagen deutlich, als 47 Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen um das Gesetz starben.

Wir machen auf die Proteste der Frauen aufmerksam, stärken ihr Engagement für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Sie brauchen unsere Hilfe heute mehr denn je zuvor, denn Hindu-Extremisten bedrängen sie zunehmend. Bitte unterstützen Sie unsere Menschenrechtsarbeit für Indiens mutige Frauen mit einer Spende. Ihr Protest ist wichtig, um die Ausgrenzung von Millionen Menschen zu verhindern.


 

Die neue Ausgabe unserer Zeitschrift ist da!
Versagen und Erfolge: 75 Jahre Vereinte Nationen

Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte eine neue, stärkere Weltorganisation den fragilen Frieden sichern. Die Vereinten Nationen (UN) waren geboren. Minderheiten und indigene Völker setzen seither ihre Hoffnungen in die Staatengemeinschaft – und werden doch immer wieder enttäuscht. Ein Betroffener berichtet in unserer Ausgabe, warum er trotz des Erlebten seinen Glauben an die Menschlichkeit und an Gerechtigkeit nicht verloren hat.

 

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