Internationaler Tag der Roma

Am 08. April ist internationaler Tag der Roma. Anlass genug für uns, an einen Skandal zu erinnern, der Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter bis heute leiden lässt: Die Vereinten Nationen (UN) haben alle Warnungen in den Wind geschlagen und vor 20 Jahren im Kosovo mehrere hundert geflüchtete Angehörige dieser Minderheiten in bleiverseuchten Lagern untergebracht. Deshalb erkrankten mindestens 192 von ihnen ernsthaft, unter ihnen viele Kinder. Sie kämpfen noch immer mit den gesundheitlichen Folgen.

Wir haben uns gleich nach der Nato-Intervention im Kosovo 1999 für die Flüchtlinge eingesetzt. Extremistische Albaner hatten sie vertrieben, viele ihrer Häuser niedergebrannt. Erst kämpften wir für die Verlegung der Flüchtlingscamps, dann für medizinische Behandlung und Entschädigung der Betroffenen.

Wir sind noch nicht am Ziel, aber unsere beharrliche Menschenrechtsarbeit hat entscheidend dazu beigetragen, dass viel erreicht wurde. So hat der Menschenrechtsausschuss der UN-Mission im Kosovo „Human Rights Advisory Panel“ (HRAP) offiziell empfohlen, die Flüchtlinge zu entschädigen. Mit einer Dokumentation über die aktuelle Lage der Betroffenen konnten wir die Unterstützung des Europäischen Parlaments gewinnen. 55 EU-Abgeordnete appellierten Ende Januar 2019 an den UN-Generalsekretär António Guterres, endlich zu handeln. Auch der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Giftstoffe richtete einen Appell an Guterres.

Leider haben die UN bisher nur halbherzig reagiert. In einen freiwilligen Treuhandfonds, der schließlich eingerichtet wurde, hat noch kein einziger Staat eingezahlt. So müssen wir weiter darauf drängen, dass die UN für ihre Fehler geradestehen und ihren eigenen Prinzipien treu bleiben: Rechtsstaatlichkeit, Übernahme von Verantwortung für Schwächere und Stärkung von Minderheitenrechten! Menschenrechtsarbeit braucht einen langen Atem. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, unseren wichtigen Einsatz für ethnische und religiöse Minderheiten zu finanzieren. Wir sind für jeden Beitrag sehr dankbar.

Lesen Sie hier das Statement der Roma-Aktivistin und ehemaligen GfbV-Mitarbeitern im Kosovo, Argentina Gidžiç zum Internationalen Tag der Roma

Ich danke Ihnen von Herzen!

Jasna Causeviç

Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung

 


Rede von Argentina (Tina) Gidziç: Veranstaltung im Europäischen Parlament zum Thema: “Creating Trust through Uncovering and Recognising the Truth: Advancing Recognition and Remedy for Anty-Gypsysm”, European Parliament, 20 – 21 March 2019
Patronage : European Parliament and European Commission
Personal Testimony: Ms Argentina (Tina) Gidziç