Stoppt den Rassismus gegen Indigene!

wir sind empört und entsetzt über die tödliche Gewalt von Polizeibeamten gegen People of Colour in den USA. Tagtäglich erfahren dort auch Angehörige indigener Gemeinschaften unterschwellig oder ganz offen verletzenden Rassismus und erniedrigende Diskriminierung. Indigenen in Australien und Kanada geht es genauso. Die Bedrohung geht für viele von ihnen so weit, dass sie ihren Kindern beibringen, sich möglichst passiv und zurückhaltend zu verhalten, um sich nicht in Gefahr zu bringen. Das berichtete uns Kira Bain sehr anschaulich, als sie uns im Oktober in Göttingen besuchte. Sie kommt aus Australien. Dort ist die Bilanz für Indigene verheerend: In den vergangenen 30 Jahren kamen auf dem fünften Kontinent mindestens 432 Indigene in der Haft oder durch Polizeiwillkür ums Leben.

Wie sehr Indigene in Australien unter alltäglichem Rassismus leiden, zeigt schon ein Blick auf die Zahlen: Bei einem Bevölkerungsanteil von nur drei Prozent sind doch 30 Prozent der Gefängnisinsassen Indigene. Besonders bedrückend ist die große Zahl von „Häftlingen“, die gerade mal zehn Jahre alt sind. In Australien gelten so junge Kinder schon als strafmündig, obwohl Gefängnisstrafen für sie die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, im späteren Leben Probleme zu bekommen. Zwischen 2018 und 2019 machten indigene Kinder 64 Prozent der mehr als 8.350 inhaftierten Minderjährigen unter 14 Jahren aus.

Es ist wichtig, immer wieder anzuprangern, dass Indigene in Nordamerika und Australien alltäglichem Rassismus ausgesetzt sind. Wir machen dieses Unrecht hier zum Thema, sensibilisieren die Öffentlichkeit und unterstützen die Bürgerrechtsbewegungen vor Ort. Bitte unterstützen Sie unsere Menschenrechtsarbeit mit Ihrer Spende jetzt!