Pflanzen brauchen Wasser, um zu wachsen. Manche brauchen sehr viel Wasser, wie dieser Reis im Land Laos. Andere Pflanzen brauchen weniger oder fast gar kein Wasser – wie die Kakteen. Bild: Pacific Disaster Center/ Flickr CC BY-NC-ND 2.0

 

Durstlöscher, Saubermacher oder eine coole Abkühlung. Wasser kann so vieles sein! Menschen, Tiere, Pflanzen – wir alle brauchen Wasser. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf unserer Erde. Doch gerade weil Wasser so wichtig für alle ist, gibt es immer wieder Probleme und Streit um den Alleskönner.

 

Von Johanna Fischotter

In Deutschland drehst du einfach den Wasserhahn auf und schon sprudelt dir sauberes Wasser entgegen. In Europa haben wir sogar das sauberste Trinkwasser auf der ganzen Welt.
Sauberes Trinkwasser ist sehr wichtig für den menschlichen Körper. Denn unser Körper besteht zu mehr als 70 Prozent aus Wasser. Es sorgt dafür, dass alles im Körper funktioniert. Aber wir verbrauchen das Wasser in unserem Körper: Mit jedem Atemzug geht ein kleines bisschen Wasser verloren. Hauch doch einmal gegen einen Spiegel. Dann siehst du, wie sich am Spiegel kleine Tröpfchen bilden. Das Wasser aus deinem Atem.

Wenn du rennst, Fußball spielst oder es einfach sehr warm ist, schwitzt du. Auch beim Schwitzen gibt unser Körper Wasser ab – um sich abzukühlen. Und nun versuche einmal, längere Zeit nicht zu blinzeln. Sehr schnell wirst du feststellen, dass deine Augen anfangen zu jucken. Sie werden zu trocken. Jedes Mal, wenn wir die Augen kurz schließen, befeuchten wir sie mit Flüssigkeit.

Zwischendurch musst du außerdem immer mal wieder zur Toilette. Mit dem Pipi strullerst du am Tag mal eben einen bis anderthalb Liter Wasser aus deinem Körper heraus. Und dieses ganze verbrauchte Wasser musst du nachfüllen. Dein Körper gibt dir dafür ein klares Signal: Durst! Ganz ohne Trinken können wir Menschen nur drei bis vier Tage überleben. Dann sterben wir. So wichtig ist Wasser für uns!

Aber wir brauchen das Wasser nicht nur für uns selbst. Auch die Tiere und Pflanzen brauchen Wasser, um zu überleben. Pflanzen können ohne Wasser nicht wachsen. Ohne Pflanzen gibt es aber kein Obst oder Gemüse zu essen oder Gräser für Tiere zu fressen. Außerdem sterben auch die Tiere genau wie wir, wenn sie nicht trinken.

Probleme mit Wasser

Nicht überall auf der Welt ist es so einfach, an das lebenswichtige Wasser zu kommen wie bei uns. Weltweit gibt es ganz verschiedene Probleme mit Wasser: dreckiges Wasser, zu wenig Wasser, gar kein Wasser.

Wer seinen Durst mit dreckigem Wasser stillt, wird krank. Vor allem Durchfall ist eine häufige Folge. Das ist sehr gefährlich, denn bei Durchfall verliert der Körper noch mehr Wasser. Jeden Tag sterben deswegen fast 1.000 Kinder an dreckigem Wasser.

In vielen Teilen der Welt ist das Wasser nicht nur dreckig, sondern es gibt auch nur sehr wenig Wasser. Die Menschen müssen viele Kilometer weit laufen, um Wasser zu holen. Oft ist das in einer Familie die Aufgabe der Mädchen. Die schweren Wasserkanister müssen sie dann den ganzen Weg zurück zu ihren Familien tragen. In Deutschland wäre diese Art der Arbeit für Kinder verboten.

Wenn es wenig Wasser gibt, kommt es außerdem schnell zu Streit. Länder führen wegen Wasser sogar Krieg. Warum? Stell dir einen Fluss vor, der durch mehrere Länder fließt. Nun überlegt sich das Land, durch das der Fluss als erstes fließt, dass es einen Staudamm bauen möchte. Dank des Staudamms bleibt mehr Wasser im Land. Mit diesem kann das Land seine Bevölkerung wunderbar versorgen.

Aber die Menschen in den anderen Ländern, durch die der Fluss nun nicht mehr weiterfließt, haben kein Wasser mehr. Ihre Tiere verdursten, ihre Felder vertrocknen und am Ende haben sie nicht mal mehr Wasser für sich selbst. Ohne Wasser kein Leben. Also werden die Menschen dafür kämpfen, dass der Staudamm wieder abgerissen – oder besser – gar nicht erst gebaut wird.

In manchen Gegenden gibt es (fast) gar kein Wasser mehr. Seit Jahren hat es nicht geregnet. Die Flüsse sind ausgetrocknet. In solchen Gegenden können die Menschen nicht weiterleben. Sie müssen ihre Heimat verlassen. Schuld daran, dass der Regen ausbleibt, ist der Klimawandel.

 

Diese Kinder tragen schwere Plastikkanister mit Wasser von der Wasserstelle bis zu ihren Familien nach Hause. Oft machen sie das mehrmals am Tag. Bild: UN Photo/Tim McKulka

Bösewicht Klimawandel

Unser Wetter verändert sich ständig. Das ist normal. In der einen Jahreszeit wird es wärmer und es scheint häufiger die Sonne. In einer anderen ist es kalt und es schneit. Wenn wir das Wetter in einer bestimmten Region viele Jahrzehnte beobachten, können wir feststellen, dass bestimmte Wetterereignisse immer ungefähr gleich ablaufen. Die Beobachtungen fassen Forscher als Klima zusammen.

Klimawandel beschreibt nun die Veränderung des Wetters über viele Jahre. Wo es früher jedes Jahr in einem bestimmten Monat geregnet hat, regnet es nun seit vielen Jahren nicht mehr. Seit es die Erde gibt, hat sich das Klima immer mal verändert. Das Besondere an dem aktuellen Klimawandel aber ist, dass er von uns Menschen verursacht wird und sich das Klima sehr schnell verändert.

Unsere Erde ist von einer Lufthülle umgeben. Das Licht und die Wärme der Sonne können diese Hülle durchqueren. Früher konnte die Wärme diese Hülle aber auch wieder verlassen. Heute geht das nicht mehr so einfach. Weil unsere Autos, Flugzeuge und Fabriken Gase ausstoßen, die sich mit der Lufthülle vermischen, wird die Wärme in der Luft festgehalten.

Die wärmere Luft hat Auswirkungen auf das Wetter. Diese Auswirkungen sind weltweit zu spüren: In manchen Regionen regnet es zu viel und zu stark, in anderen gar nicht mehr. In manchen Regionen wird es viel wärmer als früher, in anderen schneit es heftig. Außerdem schmelzen durch die wärmere Luft die dicken Eiskrusten in den Bergen und die Eispanzer am Nord- und Südpol. Dieses Eis ist aber ein wichtiger Vorrat an Trinkwasser für uns Menschen. Wenn es schmilzt, fließt das Wasser ins Meer, vermischt sich dort mit Salzwasser und ist für uns nicht mehr einfach trinkbar.


Schon gewusst?

Der trockenste Ort der Welt liegt nicht etwa in einer heißen Sandwüste. Er ist in der Antarktis auf einem 4.000 Meter hohen Berg. Durchschnittlich ist es dort -70 Grad kalt. Bei dieser Temperatur können sich keine Wolken bilden. Also kann es auch nie regnen.


Was können wir tun?

Um Wasserprobleme auf der Welt zu lösen, müssen wir also vor allem versuchen, den Klimawandel aufzuhalten. Hier die gute Nachricht: Jeder kann etwas gegen den Klimawandel tun! Nimm das Fahrrad, statt dich von einem Erwachsenen mit dem Auto fahren zu lassen. Schalte das Licht erst an, wenn es draußen wirklich dunkel ist. Sogar Mülltrennen hilft. Alles, was Strom und Abgase aus Fabriken oder Abgase von Autos und Flugzeugen spart, schützt unser Klima.

Um mehr Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, müssen wir Menschen außerdem lernen, Wasser gerechter zu teilen. Wir müssen Rücksicht aufeinander nehmen. Nur gemeinsam können wir Lösungen finden.


GfbV-Zeitschrift im Abo

Wir würden uns besonders darüber freuen, wenn Sie unsere Zeitschrift regelmäßig lesen möchten: Das Abonnement umfasst sechs Ausgaben im Jahr und kostet inklusive Versand 25 Euro pro Jahr (ermäßigt 20 Euro).

Jetzt Zeitschrift abonnieren oder kostenloses Probeheft anfordern.


Lesen Sie weiter