Editorial

Foto: privat

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt“, wusste der italienische Dichter Dante Alighieri bereits im 13. Jahrhundert. Und auch heute handeln viele Menschen nach diesem Credo, weil sie Missstände nicht hinnehmen, sondern zu beseitigen versuchen. Dabei lassen sie sich einiges einfallen, um sich Gehör zu verschaffen.

Juden in Polen nutzen das World Wide Web, um jüdisch-polnische Geschichte aufzuarbeiten. Indigene Filmemacher erzählen ihre eigenen Geschichten, weil nicht-indigene Regisseure eher die „Exotik“ indigener Völker porträtieren, als sich mit ihrer Lebenswirklichkeit auseinanderzusetzen. In Nordwestafrika zupft die Tuareg-Band Tinariwen seit mehr als 30 Jahren Gitarrensaiten, um auf die Lage ihres Volkes aufmerksam zu machen. In den USA greifen die Native Americans auf altbewährte Protestformen zurück, um dem Raubbau an Mutter Erde ein Ende zu setzen.

Oft bedarf es großen Mutes, für Menschenrechte einzutreten. So wie der Radiosender Arta FM im nordsyrischen Amuda, der inmitten des Bürgerkriegs versucht, die Bevölkerung mit unabhängigen Informationen zu versorgen. Diese Arbeit hatte bereits ihren Preis: Ein Videojournalist von Arta FM wurde entführt und neun Tage lang festgesetzt und verhört.

In eigener Sache: Und auch wir sind aktiv, kreativ und provokativ. 300 Ausgaben von bedrohte Völker - pogrom sind mittlerweile erschienen. Wir prangerten Menschenrechtsverletzungen an, gaben Opfern eine Stimme und nannten die Täter beim Namen. Wir zeigten Lösungen für Konflikte auf, die ein friedliches Zusammenleben und den Respekt für die Identität und Lebensweise von ethnischen sowie religiösen Minderheiten einschließen. Wir scheuten uns nicht vor unbequemen Forderungen. Und wir werden dies auch unermüdlich weiter tun!

Ihre Sandy Naake

Redakteurin bedrohte Völker - pogrom 



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