Krieg und Gewalt hilflos ausgeliefert:
Kinder aus Kriegsgebieten nicht allein lassen!

Bomben, Explosionen und Schüsse, einstürzende Gebäude, Tote, Sterbende und Verwundete, Flucht, Trennung und Verlust. Kinder sind oft mittendrin in den schrecklichen Kriegen heute: in der Ukraine, in Syrien, in Myanmar, im Sudan. Die entsetzlichen Kriegserlebnisse verletzen Kinderseelen zutiefst. Viele Menschen leiden daran ihr Leben lang. Doch manches Leid wird von der Öffentlichkeit schnell vergessen und verdrängt.

Kinder von Minderheiten geraten zwischen die Fronten. Sie werden verfolgt und vertrieben. Wir dürfen sie nicht alleine lassen! Wir als Gesellschaft für bedrohte Völker stehen an ihrer Seite.

 

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Die ostpreußischen „Wolfskinder“ traf der grausame Krieg der Erwachsenensehr sehr hart: Verwaist irrten sie nach der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee ganz allein durch Litauens Wälder, bettelten bei Bauern um Essen, wurden zur Arbeit gezwungen. Zehntausende starben an Krankheiten oder verhungerten. Kinder, die überlebten, sollten ihre Herkunft vergessen. Die GfbV setzt sich seit Jahren für diese unschuldigen Opfer des Krieges ein. Zuletzt erreichten wir für sie 2017 eine symbolische Entschädigung und organisierten im März 2023 gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein erfolgreiches Symposium.

Das tun wir jetzt: Wir tragen dazu bei, dass die Wolfskinder einen Platz in der deutschen Erinnerungskultur erhalten. Dazu erarbeiten wir eine neue Dokumentation über ihr Schicksal und sprechen mit einer Zeitzeugin in unserem Podcast. Was die Wolfskinder bis ins hohe Alter durchstehen, muss uns mahnen, Kinder in Kriegen nicht alleinzulassen.

 

Die kollektive Deportation der Krimtataren unter Stalin war ein Völkermordverbrechen mit rund 230.000 Toten. Eine Rückkehr auf die Krim war Überlebenden und Nachfahren erst kurz vor der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 möglich. Dann annektierte Russland 2014 die Krim. Seitdem werden die Krimtataren wieder systematisch verfolgt. Viele ihrer Kinder wachsen als Flüchtlinge auf, werden gedemütigt und diskriminiert.

Das tun wir jetzt: Wir informieren über die bedrückende Lage der Krimtataren unter der völkerrechtswidrigen russischen Besatzung, fordern Unterstützung für dieses indigene Volk. Wir setzen uns für die Freilassung der politischen Häftlinge ein und stärken die zu uns geflüchteten Krimtataren durch gemeinsame Veranstaltungen und Vernetzung.

 

Viele der yezidischen Flüchtlingskinder sind völlig verängstigt
und traumatisiert. Foto: UNHCR/S. Baldwin

 

Die Verfolgung der Yeziden im Nahen Osten zieht sich durch die Jahrhunderte. Dieser Glaubensgemeinschaft wurde immer wieder großes Leid angetan – in der Türkei, in Syrien, im Irak. Zuletzt überfiel der „Islamische Staat“ 2014 die Yeziden im irakischen Sinjar-Gebiet. Die Menschen liefen um ihr Leben. Zehntausende sind bis heute in Flüchtlingslagern untergebracht, auch viele traumatisierte Kinder. Etwa 200.000 Yeziden leben in Deutschland. Auch hier sind sie mit negativen Stereotypen konfrontiert.

Das tun wir jetzt: Wir setzen uns für die Zusammenführung yezidischer Familien ein, die durch den Vernichtungsfeldzug des „IS“ zerrissen wurden. Um die Gewalt an den Yeziden auch nach dem Genozid im Irak zu dokumentieren, planen wir eine Recherchereise. Wir arbeiten direkt mit jungen Yeziden in Deutschland zusammen, denn sie leiden unter Vorurteilen und Rassismus. Mit ihnen werden wir Workshops durchführen und erarbeiten, wie sie Stereotypen und Vorurteilen begegnen können.

Das Leben der muslimischen Rohingya aus Burma/Myanmar ist schwer vorstellbar. Jahrzehntelang herrschten dort für sie Apartheid-ähnliche Umstände. 2017 wurden durch Myanmars Militär Tausende ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Die Vereinten Nationen sprechen von einem Völkermord. Mehr als eine Million Rohingya floh in das Nachbarland Bangladesch und in andere benachbarte Staaten. Heute vegetiert fast das ganze Volk völlig verarmt in einem riesigen Flüchtlingslager in Bangladesch. Die Kinder haben keinen Zugang zu Bildung, sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und sind Gewalt schutzlos ausgeliefert.

Das tun wir jetzt: Die Öffentlichkeit hat die Rohingya und ihre Kinder fast völlig vergessen. Doch wir versuchen regelmäßig, in den Medien wachzurütteln. Wir ermöglichen es Sprechern der Rohingya, die UN zu informieren und arbeiten mit dem „Unabhängigen Ermittlungsmechanismus für Myanmar“ des UN-Menschenrechtsrates zusammen, um Straflosigkeit zu verhindern. Im Mai organisierte unsere Hamburger Regionalgruppe eine große Veranstaltung mit Rohingya aus mehreren Ländern. Sie müssen als Genozid-Opfer anerkannt und entschädigt werden. Ihr langfristiges Ziel ist es, als Staatsbürger und ethnische Minderheit in Myanmar/Burma anerkannt zu werden. Erst dann und wenn Frieden in ihrer Heimat herrscht, können sie zurückkehren.

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Diese Kampagne wurde im Mai 2023 lanciert.