Nevzat Öztürk ist Kurde. Als junger Mann setzte er sich für die Rechte der Kurd*innen ein. Im Jahr 1992 – vor 31 Jahren – wurde er verhaftet. In Istanbul, fern seiner Heimat, wurde er auf Anordnung des Staatssicherheitsgerichts festgenommen. Nach 14 Tagen Misshandlung auf einer Polizeistation, verurteilte ihn das Gericht wegen „Zerstörung der Einheit und Integrität der Türkei“ zu lebenslanger Haft. 

Im Juni dieses Jahres hätte der Kurde eigentlich entlassen werden sollen – doch seine Haft wurde um drei Monate verlängert. Der Grund: Er soll im Gefängnis „nicht sparsam mit Strom umgegangen“ und „nicht genügend Bücher in der Gefängnisbibliothek gelesen“ haben. 

Der gescheiterte Militärputsch in der Türkei jährt sich am 15. Juli zum siebenten Mal. Die Lage politischer Gefangener hat sich seitdem verschärft. In türkischen Gefängnissen wird versucht, Kurd*innen zu assimilieren, indem man sie zwingt, ihre kurdische Identität zu verleugnen und ihre Sprache, Kultur und Geschichte abzulehnen. Obwohl der Staat Nevzats Familie bereits in den 30ern im Rahmen des türkischen „Familiennamensgesetzes“ den Nachnamen „Öztürk“ (zu Deutsch: Reintürke) aufgezwungen hatte, nimmt die Indoktrinierung kein Ende. 

Öztürk ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seine Tochter Jiyan, die heute in Köln lebt, war drei und sein Sohn ein Jahr alt, als er verhaftet wurde. Gemeinsam mit Jiyan haben wir diesen Appell initiiert. 

Der Gefangene ist herzkrank. Immer wieder wird er verlegt. Besuchs- und Telefonverbote sind an der Tagesordnung. Ehefrau und Sohn, die noch in der Türkei leben, müssen 1300 km fahren, um ihn sehen zu können – nur um dann manchmal abgewiesen zu werden. Auch hier herrscht staatliche Willkür. 

Ob Öztürk in drei Monaten tatsächlich freikommt? Das ist ungewiss. Wir wollen uns mit euch dafür einsetzen. Unterzeichnen Sie jetzt den Appell an die Menschenrechtsbeauftragte Luise Amtsberg und fordern Sie seine Freilassung!

 

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