Kontakt

Dietmar Hasse

Heinrichstr. 2
90439 Nürnberg

Tel.: 0911 - 61 11 98

Mobil: 0171 - 585 23 38

E-Mail: nuernberg@gfbv-rg.de

Die Regionalgruppe Nürnberg / Mittelfranken besteht derzeit aus fünf Aktiven. Geleitet wird sie von dem Arktis-, Klima- und Wald-Koordinator der GfbV, Dietmar Hasse.

Die Regionalgruppe Nürnberg ist Mitglied in der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg und Teilnehmer am Runden Tisch Menschenrechte der Stadt Nürnberg.


Wenn ihr Interesse habt, euch bei der Regionalgruppe zu engagieren, wendet euch bitte an Dietmar. 

Bild: GfbV-Ehrenmitglied Dietmar Hasse (m.) mit dem ehemaligen Bundesvorsitzenden Feryad Omar (l.) und Vereinsgründer Tilman Zülch (r.) 

Aktuelle Veranstaltungen

Infos und Pressemitteilungen

Treffen der GfbV-Regionalgruppe in Nürnberg

Wir treffen uns jeden ersten Freitag im Monat immer um 19.00 Uhr.

Balazzo Brozzi
Hochstr.2
90429 Nürnberg

Kommt gerne vorbei!

 

Wenn ihr Interesse habt, euch bei der Regionalgruppe zu engagieren, wendet euch bitte an Dietmar. 

Dietmar Hasse

Heinrichstr. 2

90439 Nürnberg

Tel.: 0911 - 61 11 98

Mobil: 0171 - 585 23 38

E-Mail: dh.norrsken@gmx.de

Kontakt zur Regionalgruppe

Artikel: Waldbrände in Skandinavien - Indigene Sami fürchten um ihre Rentierherden

von Diemar Hasse

aus "Pogrom - bedrohte Völker" Nr. 6/2018

Sie können den Artikel hier herunterladen.

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Unermüdliches Engagement: Nürnberger Regionalgruppe der Gesellschaft für bedrohte Völker ausgezeichnet (Pressemitteilung)

Die ehrenamtlich aktiven Mitglieder der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Nürnberg sind auf der Mitgliederversammlung der Menschenrechtsorganisation am vergangenen Wochenende in Göttingen mit dem GfbV-Regionalgruppenpreis ausgezeichnet worden. Stellvertretend für die Gruppe nahm der Nürnberger Menschenrechtsaktivist Dietmar Hasse die Urkunde entgegen.

Darauf wird der Einsatz der Nürnberger Ehrenamtlichen gewürdigt: „Mit Infoständen auf Stadtfesten, Parteitagen, Konzerten und zahlreichen anderen Veranstaltungen wart Ihr für die GfbV immer präsent. Mit Euren Aktionen habt Ihr Euch für Umwelt und Klima stark gemacht und auch verhindert, dass die Stadt Nürnberg Tropenholz für ihre Sitzbänke nutzt. Mit Eurem unermüdlichen Engagement habt Ihr die Menschenrechtssituation der skandinavischen Samen immer wieder zum Thema gemacht. Wir danken für diesen beispielhaften Einsatz, der Euch zum Vorbild für alle Regionalgruppen und Ehrenamtlichen der GfbV macht.“

Dietmar Hasse kündigte an, sich zukünftig noch engagierter für die Landrechte der Sami in Schweden einsetzen zu wollen. In seiner Heimatstadt Nürnberg und Umgebung will er sich enger mit Umweltgruppen vernetzen, um Maßnahmen gegen den Klimawandel einzufordern. „Die Samen in Nordeuropa leiden wie viele andere Ureinwohnergemeinschaften in Asien und Afrika schon heute spürbar unter der Erderwärmung. Dafür tragen die Industrienationen eine große Verantwortung. Wir müssen alles uns Mögliche dafür tun, um den Klimawandel zu begrenzen und die kulturelle Vielfalt unseres Planeten zu bewahren. Die indigenen Gemeinschaften sind noch viel mehr auf ein intaktes Ökosystem angewiesen als wir. Ihr Überleben ist in großer Gefahr. Sie sind die ersten Opfer des Klimawandels.“

Deutschlandweit sind für die GfbV in 15 Städten und Gemeinden Regionalgruppen oder besonders engagierte Einzelpersonen ehrenamtlich aktiv. Der Regionalgruppenpreis wird einmal im Jahr vergeben. Er ist undotiert.

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Eiszeit in Finnland

von Nadine Trachim, Janine Siewert und Dietmar Hasse

Fern der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit, aber mitten in Europa kämpfen die Sami im finnischen Lappland um ihre Rechte. Ein österreichisch-australisches Unternehmen hat Anträge an die finnische Regierung gestellt, Grabungen nach Mineralien durchzuführen, die von großem wirtschaftlichem Interesse sind. Der Haken ist, dass diese Grabungen in Naturschutz- und Weidegebieten der Rentierherden in Finnland, Schweden und auch Norwegen stattfinden sollen.

Die Anfrage des Unternehmens führte zum Aufruhr unter den Sami. Sollte die finnische Regierung den Grabungsanträgen stattgeben, hätte dies massive Auswirkungen auf die Rentierwirtschaft, denn Rentiere reagieren sehr sensibel auf Veränderungen in der Umwelt und sind an ihre angestammten Weidegebiete gewöhnt. Auch benötigen Rentierherden Gebiete, die mit den Jahreszeiten wechseln und sich eben nicht beliebig verkleinern oder verschieben lassen.

Eigentlich ist es in Finnland so geregelt, dass das Sami-Parlament bei Entscheidungen, die das Leben und die Kultur der Sami betreffen, ein Mitspracherecht hat. Doch diese Regelung wurde in diesem Fall einfach übergangen. Auch Einsprüche von vielen Menschenrechtsorganisationen wurden ignoriert und Beschwerden seitens der Vereinten Nationen blieben ohne Erfolg.

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf dem Blog der GfbV: Eiszeit in Finnland

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CETA zerstört die Umwelt und verletzt Rechte indigener Gemeinschaften

von Dietmar Hasse, GfbV-Koordinator für Arktis, Klima und Wälder

Als Menschenrechtler und Umweltschützer sollten wir das kanadisch-europäische Freihandelsabkommen CETA (Comprehensive Economic and Free Trade Agreement) verhindern. Hauptgrund für das Abkommen ist meines Erachtens nach der Export von Kanadas dreckigem Erdöl. Bisher war es für Kanada unmöglich, das Teersandöl nach Europa zu transportieren, da es von EU-Richtlinien als besonders dreckig deklariert ist. Heute jedoch spielt die außenpolitische Krise mit Russland den Kanadiern in die Hände. So hat Spanien bereits Teersandöl aus Kanada importiert.

Die zweitgrössten Erdölvorräte der Welt (an Land) nach Saudi-Arabien liegen in der Provinz Alberta: insgesamt 174 Milliarden Barrel, verteilt auf einer Fläche doppelt so gross wie Bayern. Dort wird es jedoch nicht per Pumpsysten gefördert, sondern es ist im Sand gebunden.In circa 30 Meter Tiefe liegen die Vorkommen. Um an das Öl zu gelangen, werden die Wälder abgeholzt, der Heimat von etwa 600 Tierarten und 300 Pflanzenarten. Täglich verschwinden 18 Hektar Wald. Auch arktische und subarktische Moore werden dabei zerstört. Sie bedecken zwar nur 3 Prozent der Erdoberfläche, speichern aber bis zu 30 Prozent Kohlendioxid.

Dann beginnt eine Show der Superlative: Die weltgrössten Bagger beladen die weltgrössten Muldenkipper (jeder einzelne Kipper ist 4 Millonen Euro teuer). Diese Muldenkipper sind mit 4.500 PS ausgerüstet, ihr Gewicht übersteigt das eines Jumbo-Jets und sie können bis zu 400 Tonnen tragen. Mit ihnen wird an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden pro Tag Kanadas Erde zerstört.

Der Ölgehalt im Sand liegt oft unter zehn Prozent. Extraktion heisst das Zauberwort, wo am Ende aus zwei Tonnen Sand ein Barrel Erdöl (159 Liter) entsteht. Täglich gewinnen internationale Firmen so 1,3 Millonen Barrel Erdöl. Der Prozess der Extraktion benötigt allerdings viel Wasser. Schon jetzt verbraucht die Industrie doppelt soviel Waser wie die Millionenstadt Calgary, die größte Stadt Albertas und viertgrößte Kanadas. Das Wasser wird vom Athabaska, einer der längsten Flüsse in Kanada, entnommen. Im Winter ist er allerdings tief gefroren, nur noch zehn Prozent sind nicht vereist. Trotzdem darf er Tag und Nacht angezapft werden.

In den Anlagen zerlegen heißes Wasser, Chemikalien und Zentrifugen den Ölsand in seine Bestandteile, bis daraus eine zähe, schwarze Masse entsteht: Bitumen. Aber erst durch weitere chemische Prozesse unter Einsatz von Hitze und hohem Druck wird das ,wonach die Welt giert, nämlich Erdöl. Die Rückstände dieses Prozesses sind so giftig, das sie nicht in den Fluss geleitet werden können. In riesigen Auffangbecken staut sich das Gemisch aus krebserregenden Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen. Die Erdwälle um die Becken bilden den grössten Stausee der Welt- und täglich kommen 250 Millonen Liter Giftmüll hinzu. Es wird mit Millionen Aufwand geforscht, wie die Abwässer zurückgewonnen werden können, aber der Durchbruch ist noch nicht gelungen... und er wird sehr teuer werden. Schon heute ist die Ölschlickdepos 176 Quadratkilometer groß – das reicht, um die Stadt Köln drei Meter hoch zuzuschütten.

Die Sorge um die fehlenden Möglichkeiten zur Beseitigung der giftigen Überreste stören die beteiligten Firmen nicht. Die internationalen Ölkonzerne Exxon (USA), BP ( England), Shell (Niederlande) und Total (Frankreich) investierten bereits 100 Milliarden Dollar in die Förderung des Terrsandöls. In den nächsten 25 Jahren sollen nochmals insgesamt 364 Milliarden Dollar investiert werden. Da stört es natürlich, wenn das gewonnen Öl nicht auf den europäischen Markt verkauft werden kann. So meinte David Freeman vom Amerikanischen Ölverband (AFPM): ”Die EU-Qualitätsrichtlinie zwingt Kanada zu genauen Deklaration des Erdöls aus Teersand. Dies ist Handelshemmnis.” Auch der kanadische Finanzminister Joe Oliver hält die Bedenken der Europäer für übertrieben: ”Durch die EU-Klassifizierung wird Kanadas Öl gefährlicher gemacht als es ist.”

Noch ist die EU gegen dieses Öl, aber die Ukrainekrise lässt viele Politiker schwanken. Um die Energieversorgung der EU zu sichern, fangen Teilnehmer der Delegation, die CETA mit den Kanadiern aushandeln sollen, an, die Linie Kanadas zu vertreten. Andere Delegierte der EU hatte in den Verhandlungen über CETA zwar Bedenken gegen den Import von Öl aus Teersanden geäußert, sie jedoch zurückgezogen, nachdem Kanada noch unter Premier Stephen Harper mit Schadensersatzklagen wegen Diskriminierung gedroht hatte. Und die Ölkonzerne scheinen schon davon auszugehen, dass das CETA-Abkommen beschlossen und somit der Weg für Teersandöl in der EU frei wird: Exxon steckte bereits eine Milliarde Dollar in den Umbau seiner Raffinerie in Antwerpen, um das zähflüssige Öl dort verarbeiten zu können.

Diese teuren Investitionen sollen sich natürlich auszahlen. Schon in zwei Jahren könnte, so die Zeitung ”Oilsandsreport”, 500.000 Barrel Erdöl pro Tag von Kanada aus in alle Welt verschifft werden. Aus diesem Grund wird im Ort in Churchill an der Hudson Bay ein Ölterminal erbaut. Das soll den Transportweg nach Rotterdam verkürzen, von wo aus das Öl in die anderen Länder der EU transportiert werden kann.

Bevor das Erdöl nach Europa verschifft werden kann, muss es eine weite Strecke von Alberta zur Hudson Bay per Zug zurücklegen. Die amerikanische Transportfirma Omnitrax hat dafür bereits den Bahnhof in Churchill und das gesamte Schienennetz zwischen Churchill und dem Epizentrum der Ölindustrie in Alberat, Fort McMurray, gekauft. Eben jenem Ort, der durch furchtbare Waldbrände im Mai 2016 treaurige Berühmtheit erlangte. Den Kauf des Schienennetzes ließ sich Omnitrax von der kanadischen Regierung subventionieren. Doch der Transport mit dem Zug könnte verheerend für die Umwelt sein. Die Schienen verlaufen auf Permafrostboden, der aufgrund des Klimawandels mittlerweile in den Sommermonaten auftaut. Die Schienen sind schief und die durchweichten Holzschwellen werden, laut einer Umweltschützerin der First Nations, ganz einfach umgedreht. Ein Güterzug mit Weizen ist schon entgleist, nicht vorstellbar, was passiert ,wenn so ein Zugunglück mit vollen Öltanks passiert.

Die First Nations haben bereits Maßnahmen gegen den Transport auf Schienen unternommen. Sie wollen ein Schutzgebiet für Eisbären in der Größe von 1.500 Quadratkilometer einrichten. Und auch die Provinzregierung von Manitoba, durch das die Öltransporte gehen, hat diese bereits untersagt. Wenn der Hafen in Churchill als Umschlagplatz für das Teersandöl nach Europa genutzt werden word, müsste sich Omnitrax für jeden Transport in Zukunft eine Genehmigung einholen.

Um diesem Problem zu entgehen, soll das Öl aus Albertas Teersandfeldern nun mit der Energy-East-Line-Pipeline über 4.600 Kilometer an die Küste transportiert und dort raffiniert werden. Die Pipeline wird über das Land zahlreicher indigener Gemeinden führen, die allesamt das Projekt ablehnen. Sie fürchten u.a., dass Lecks in der Pipeline über eine so lange Strecke nicht schnell genug aufgespürt werden und die Natur vergiftet wird.

First Nations – Ölsand

Fort McMurray war vor zehn Jahren ein verschlafenes Kaff inmitten der kanadischen Wildnis. Heute ist es Epizentrum der Ölindustrie. Die Einwohnerzahl hat sich mehr als verdoppelt. Menschen aus 70 Nationen leben hier, mit dem enrtsprechenden Land- und Ressourcenverbrauch. Im Volksmund heißt die Stadt ”Fort McMoney." 300 Kilometer entfernt von Fort McMurray liegt die indianische Siedlung Chipewyan. Hier leben etwa 1.200 Menschen, hauptsächlich vom Volk der Cree First Nations. In den vergangenen Jahren sind in ihrer Gemeinschaft rätselhafte Krebserkrankungen wie Gallengangkrebs, der normalerweise einen Menschen von 100.000 trifft, gehäuft aufgetreten. Mitlerweile sind schon fünf Einwohner von Chipewyan an dem Kebs gestorben.

Wie allen Ureinwohnern ist auch den Cree die Natur heilig. Sie leben von der Jagd und vom Fischfang. Seit der Ansiedlung der Industrie ist die Natur jedoch aus den Fugen geraten. Im Mündungsdelta des Athabaska Rivers, wo er flach wird und langsam fließt, lagern sich die Schwermetalle und andere Gifte ab. Dort aber fischen die Menschen. Doch seit einiger Zeit fangen sie Fische mit dicken Buckeln, mit unnatürlich großen Augen und verschiedenen anderen Deformationen. Das örtliche Gesundheitsamt schränkte mittlerweile den Verzehr von Zandern wegen zu hohem Quecksilbergehalt stark ein. Zudem stellte Dr Colmar, Amtsarzt der Regierung von Alberta, eine siebenfach höhere Anzahl an Krebserkrankungen als in anderen Gegenden Kanadas fest. Die Regierung konterte und verkündete, dass die Einwohnerzahl zu gering sei, um verlässliche Werte zu bekommen. Die First Nations vom Stamm der Athabaska Chipewyan und Mikisew Cree hingegen fordern eine umfassende öffentliche Untersuchung und misstrauen den bisherigen Untersuchungen. Zudem ergab 2010 eine Studie, dass tatsächlich die Ölsandproduktion den Fluss verschmutzt hat. Also nicht – wie von der Regierung behauptet – natürliche Ursachen Schuld sind. Die Verschmutzung beinhaltet auch Quecksilber und Blei.

Im gleichen Jahr wurden die Bedenken gegen den Teersandabbau vor die Nationale Versammlung der First Nations (Assembly of First Nations, AFN) gebracht. Diese repräsentiert über 630 Gemeinden mit mehr als 700.000 Menschen. AFN-Chief Shawn A-in-chut Atleo erwähnte speziell die hohen Krebsraten in Fort Chipewyan. Die Chiefs zeigen sich besorgt, denn im nördlichen Alberta sind weitere Gemeinschaften vom Ölsandabbau betroffen. Gerade hier aber brauchen sie Land, Wasser und Wildtiere für Jagd, Fischen, Fallenstellen, Sammeln, Ernte, Orientierung, Zeremonien, Erhohlung und alltägliche Bedürfnisse wie Kochen und Trinken. Die Chiefs forderten deswegen ein Moratorium bezüglich der Ölgewinnung bis eine umfassende Regulierung aufgestellt wurde. Auch verlangten sie von der Regierung, umfassender informiert zu werden. Zudem stellten sie fest, dass die Regierungen von Alberta und Kanada ihre Rechte verletzt haben. Seitdem versuchen die First Nations verstärkt, juristisch ihre konstitutionell gesicherten Rechte einzufordern. Die First Nations werfen der Regierung vor, zu versagen und ihren heiligen und lebenswichtigen Lebensraum nicht ausreichend zu schützen. Sie wollen eigene unabhängige Studien in Auftrag geben. Denn sie haben es satt,auf die Regierung zu warten. Sie nehmen ihr Schicksal nun selbst in die Hand.

Quellen:

Die kanadischen Teersande, ein Reader zur Klimabilanz und zu den Lebenszyklustreibhausgasemissionen der kanadischen Teersande, zusammengestellt vom Sekretariat des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 26.Juni 2012., Seite 179 – 189.

3Sat, Hi Tec Teersand- Der dreckige Reichtum Kanadas, 2010.

Plusminus vom 3.September 2014.

ARD Reportage vom 29. November 2014.

Phoenix, Bonanza in Alberta - Kanada und der Kampf ums Öl, 2015.

[Stand: Juni 2016]

Sie können sich den Artikel auch kostenlos herunterladen: CETA zerstört die Umwelt und verletzt Rechte indigener Gemeinschaften (pdf)

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Stellungnahme von Dietmar Hasse, GfbV-Koordinator für Arktis, Klima und Wälder, zum Artikel „Rentierschlachtung im schwedischen Fjäll: Nichts für zarte Gemüter“ in "Nordis"

Der Journalist Lars Wennersheide hat im Magazin "Nordis" eine Reportage über die Rentierschlachtung bei Samen veröffentlicht. In ihr sind Aspekte genannt, die Dietmar Hasse in dieser Stellungnahme richtig stellen möchte.

Das Nordeuropa-Magazin „Nordis“ möchte, nach eigenen Angaben auf seiner Homepage, „die vielfältige landschaftliche Schönheit und den Reichtum an attraktiven Reisezielen in Nordeuropa“ durch „faszinierende Reisereportagen mit Profi-Informationen über Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark sowie Island, die Färöer Inseln und Grönland“ zeigen. Zudem berichten Journalisten vor Ort über „über Kultur, Politik und Wirtschaft“. So auch Lars Wennersheide, der eine Reportage über die Rentierschlachtung bei Samen geschrieben hat. Bereits die Einleitung lässt vermuten, worauf der Artikel hinaus möchte: „Einmal jährlich im Herbst treffen sich alle Mitglieder eines Samenstammes, treiben ihre Rentiere zusammen, sortieren die Herden und feiern ein großes Schlachtfest.“ GfbV- Koordinator für Arktis, Klima und Wälder, Dietmar Hasse, hat dazu eine Stellungnahme verfasst, um einige im Text beschriebene Aspekte richtig zu stellen.

1. Die Samen kennen keine Stämme (sie sind keine Indianer) und nicht alle Ureinwohner leben in Stämmen. Das ist Karl May Ideologie.

2. Es gibt 51 Samedörfer ( Samebyar) von der finnisch/schwedischen Grenze bis ins Idrefjäll in Darlarna.

3. Über die Rentierzucht identifizieren sich alle Samen, auch die, die fernab von ihren Dörfern anderen Berufen nachgehen.

4. Wenn Kinder und Jugendliche an der Rentierscheidung mit allen Vor- und Nachteilen teilnehmen, so ist das nicht verwerflich, sondern zu begrüßen. Sie zeigen damit, dass sie ihre Wurzeln kennen und sich für sie interessieren.

5. Die Bedrohungen der Samen (alle bisherigen UN Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker (Dr. James Anaya und Frau Tauli-Corpus) haben alle drei skandinavischen Staaten stark kritisiert in Bezug auf deren Umgangsweise mit den Samen). Es sind über 1000 Anträge auf Grubenöffnungen bei Bergstaten (schwedische Bergbaubehörde) eingegangen, die teils die Lebensgrundlage der Samen, ihre traditionelle Lebensweise und Kultur sowie die einzigartige Umwelt gefährden. In einem intakten Weidegebiet eines Samidorfes in der Nähe von Gällivare sollen 150 Windkraftanlagen gebaut werden, mitten rein in uralte Winterweidegebiete.

6. Die weiblichen, t r ä c h t i g e n Rentiere behalten im Winter ihr Geweih, um damit die besten Futterplätze zu verteidigen. Sie müssen nämlich das Kalb in der Tracht (Ausdruck für Gebärmutter bei Säugetieren) zusätzlich mit ernähren.

7. Das einzige was stimmt, ist der Satz, dass bei der Schlachtung alles vom Rentier verarbeitet wird.

8. Dass die Rentiere mittlerweile in Schlachthöfe transportiert werden müssen (außer zum Eigenverbrauch), ist nicht den Samen anzulasten, sondern der EU-Hygiene Verordnung zu verdanken. Sie wurde geschaffen, nachdem in Großbritannien Tiermehl gemahlener Schafe an Rinder verfüttert wurde und dadurch die BSE-Seuche entstand. Daran kann man sehen, was Umsatzstreben in jeglicher Form auch weit vom Ursprungsland entfernt anrichten kann.

 

Auch Marie Enoksson vom Sametinget, dem Samen-Parlament in Schweden, fand den Artikel nicht gut. In einer Emailkorrespondenz mit Dietmar Hasse sagte sie dazu:

„Der Verfasser versteht nichts von der Schlacht! Das ist nicht ein Blutfest und die Samen sind nicht blutdürstig! Es gibt 51 Samedörfer in Schweden (nicht 57). Ein Samedorf ist ein großes geografisches Gebiet wo die Mitglieder ihre Rentiere haben. Es ist nicht ein Dorf! Und absolut nicht ein Stamm! Wenn Kinder und Jugendliche teilnehmen ist es eine Weise die Tradition und die Kenntnis weiterzuführen. Für Bauer ist Schlacht ganz normal – woher kommt das Fleisch? Für Samen ist es normal, dass Herbst Schlachtzeit ist. Das ist kein Schlachfest! Aber es mach Spaß alle Leute zu treffen.“

 

7. Januar 2016

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Klimawandel und die Rechte der Sámi: GfbV-Arktis-Koordinator Dietmar Hasse im Gespräch


Regionalgruppe Nürnberg/Mittelfranken auf dem Südstadtfest (SSF) 2017

Mehrere Politiker kamen beim Südstadtfest an unseren Stand und erkundigten sich bei Mohammed Sheeka und anderen Oromo nach der aktuellen Situation in Oromia. Auch andere Bürger fragten sehr interessiert nach Äthopien und trafen auf unser motiviertes Standpersonal.  

Michael Frieser (CSU Bundestagskandidat, Mitglied im Menschenrechtsausschuss Bundestag) und Mohammed Sheeka.

Daniel Arnold (Vorsitzender Bü90/Die Grünen Kreisgruppe Nürnberg) im Gespräch mit Mohammed Sheeka.

Britta Walthelm (Bundestagskandidatin Bü90/Die Grünen) im Gespräch mit Mohammed Sheeka.

Koordinator für Arktis, Klima und Wälder Dietmar Hasse war zusätzlich auch noch mit seinem mobilen Stand unterwegs.

Regionalgruppe Nürnberg/Mittelfranken in Aktion:

Eine von der Regionalgruppe Nürnberg organisierte Demonstration für den Frieden in der Türkei.

Dietmar Hasse mit Bischof Erwin Kräutler bei der Verleihung des Bayrischen Naturschutzpreises 2016 in Nürnberg.

Beim Ice-Race, einer Fahrraddemonstration von Greenpeace, hielt der Koordinator für Arktis, Klima und Wälder Dietmar Hasse eine Rede zu Minderheiten in der Arktis. 

Foto: Heiko Eck

 

Drei Mitglieder der Regionalgruppe Nürnberg beim Südstadtfest.

Die Regionalgruppe bei einer Anti-TTIP-Demo.

Foto: © Josh Reuter

Anti-Tropenholz-Aktion

Die Regionalgruppe Nürnberg setzte sich erfolgreich gegen die Verwendung von Tropenholz für städtische Parkbänke in Nürnberg ein. Der Stadtrat hat nun beschlossen, dass für die 3500 Nürnberger Parkbänke kein Holz aus dem Regenwald - auch nicht solches mit einem FSC-Siegel - verwendet werden darf. Einen Pressespiegel mit vielen Zeitungsmeldungen zu diesem Thema finden Sie hier. 

Einsatz für den Muddus Nationalpark

Mitten im schwedischen Lappland befindet sich der Muddus-Nationalpark. Er ist Teil der UNESCO-Welterbestätte Laponia, die Dietmar Hasse, Koordinator für Arktis, Klima und Wald der GfbV, 2011 besuchte.

Photo: Kjell Bergqvist

Arktische Woche in Nürnberg 2009

Foto: Dietmar Hasse/GfbV

Dietmar Hasse  mit der samischen und grönländischen Flagge.

Foto: Dietmar Hasse/GfbV

Hinten Stefan Mikkelson, Vorsitzender des Schwedischen Samiparlaments, in der Mitte der Englischübersetzer und vorne Pekka Aikio, damaliger Präsident des finnischen Samiparlaments.

Foto: Dietmar Hasse/GfbV

Die Schwestern Ursula und Tuuni Länsmän mit Mann aus Angelin in Finnland (Joikmusik).

Foto: Dietmar Hasse/GfbV

Pekka Aikio, die Angelins und Dietmar Hasse, sowie Nina Michael aus Finnland.

Vergangene Veranstaltungen

Mittwoch, 20. März 2019, 19:00 Uhr

Vortrag: Klimawandel in der Arktis

Naturkundehaus im Tiergarten Nürnberg 

Am Tiergarten 30, 90480 Nürnberg

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

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17. Januar 2019, 19 Uhr

Vortrag - Klimawandel in der Arktis und die Auswirkungen auf Ureinwohner und Natur

von Dietmar Hasse

Veranstaltungsort:

Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Nürnberg
Kaiserstraße 17
90403 Nürnberg
Eintritt frei

 

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Freitag, 9. November 2018, 18:15 Uhr

Lappland: Welt der Sami

Das Bildungszentrum organisiert mit uns gemeinsam ein Seminar zu den Sami in Lappland. Unser Regionalgruppenmitglied diemtar Hasse wird an der Diskussionsrunde teilnehmen.

Veranstaltungsort: Bildungszentrum Seminargebäude, Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg

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Samstag, 8. Dezember 2018, 16:30-17:30 Uhr

Klimawandel in Afrika schürt Konflikte

Vortrag von Ulrich Delius, Gfbv-Direktor, mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch im Presseclub Nürnberg, Nürnberger Akademie, Marmorsaal
Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg.

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V., Arbeitskreis Forum International, organisiert den Infotag "Afrikanische Perspektiven". Dieser wird einige globale Zusammenhänge und Schnittstellen zwischen Ökologie, Lebensbedingungen der Menschen, Politik und wirtschaftlicher Ausbeutung sowie gelungene Anstrengungen im Naturschutz genauer beleuchten. Im Rahmen dieser Aktion laden wir herzlich zum Vortrag von GfbV-Direktor Ulrich Delius ein.

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7. und 8. April 2018

FrühjahrsLust (Infostand)

Die Regionalgruppe Nürnberg lädt Sie herzlich dazu ein, bei der 11. FrühjahrsLust den Infostand der Gesellschaft für bedrohte Völker besuchen.

7.-8. April 2018 | FrühjahrsLust

Wolfgangshof Anwanden

Hier finden Sie eine Anfahrtsbeschreibung: Anfahrt zur FrühjahrsLust

Informieren Sie sich in einem persönlichen Gespräch über zahlreiche Themen, aktuelle Geschehnisse und die Menschenrechtslage von ethnischen und religiösen Minderheiten sowie indigenen Gemeinschaften weltweit. Unser diesjähriger Infostand hält vor allem zahlreiche Infos zu Nahost und der Arktis bereit.

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Freitag, 16. März 2018

Gerechtigkeit für die Opfer des Völkermordes in Irakisch-Kurdistan | Mahnwache

Mahnwache am Freitag, den 16. März 2018, von 16 bis 17 Uhr

Halllatz/ Ecke Königsstraße, 90402 Nürnberg

Im Andenken an die Opfer des Giftgasangriffes auf die kurdische Stadt Halabja in Irakisch-Kurdistan vor 30 Jahren organisieren wir gemeinsam mit dem Kurdischen Bündnis eine Mahnwache unter dem Motto: „Halabja 1988/Afrin 2018: Damals Giftgas, heute Panzer – Keine deutschen Waffen gegen Kurden!“

Am 16. und 17. März 1988 bombardierte die Luftwaffe des damaligen Regimes von Saddam Hussein Halabja mit Giftgas. Diese Attacke hatten auch deutsche und europäische Firmen, unter anderem durch Unterstützung des Aufbaus von Produktionsanlagen von Giftgas, ermöglicht. Mindestens 5.000 Menschen starben innerhalb weniger Stunden. Die Auswirkungen des Giftgaseinsatzes reichen bis in die Gegenwart.

Mit der Mahnwache fordern wir, dass endlich ein Fonds für Halabja und die umliegenden Dörfer eingerichtet und die medizinische und ökonomische Infrastruktur verbessert werden müssen. Außerdem erwarten die Opfer eine Entschuldigung der Bundesregierung für die Beteiligung deutscher Firmen am irakischen Chemiewaffenprogramm. Gerade im Zusammenhang mit dem derzeitigen fortdauernden Angriffskrieg der Türkei auf Kurden in Syrien verlangen wir ein klares Nein zu Waffenlieferungen in die Region.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bei unserer Aktion mitmachen würden.

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19.12.2017

Das bedrohte Volk der Samen (Filmgespräch mit Dietmar Hasse, Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.)

Am Dienstag, den 19. Dezember um 19.30 Uhr zeigt die Herrschinger Agenda 21 im Kino Breitwand den Film „Sami Blood“, einen dramatischen Spielfilm, der ein kaum bekanntes Kapitel der jüngeren Geschichte Schwedens beleuchtet.

Dienstag, 19. Dezember 2017, 19.30 Uhr

Kino Breitwand Herrsching, Luitpoldstr. 5


In den 1930er Jahren wird das 14-jährige Sami-Mädchen Elle Marja Opfer des sogenannten Kultivierungsprogramms. Sie wird in ein weit entferntes Internat geschickt, wo sie rassistische Demütigungen erfährt und ihr der Gebrauch der Sami-Sprache verboten wird. Sie beginnt sich von ihrer eigenen Kultur zu entfremden und nimmt schwedische Identität an. Erst viele Jahre später kehrt sie in ihre Heimat zurück.
Sami Blood ist das viel beachtete und vielfach prämierte Spielfilmdebüt der schwedischen Regisseurin Amanda Kernell, deren Vater samischer Herkunft ist. Der Film wurde 2016 bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig als bester europäischer Film ausgezeichnet.
Im Anschluss an den Film besteht Gelegenheit zum Filmgespräch mit Dietmar Hasse, Koordinator für Ureinwohner der Arktis, Klima und Wald bei der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

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05.08.2017

Lieder am See (Infostand)

Die Regionalgruppe Nürnberg lädt Sie herzlich dazu ein, auf dem Festival Lieder am See den Infostand der Gesellschaft für bedrohte Völker besuchen.

05. August 2017 | Lieder am See

Am Segelhafen, Enderndorf, 91174 Spalt

Informieren Sie sich in einem persönlichen Gespräch über zahlreiche Themen, aktuelle Geschehnisse und die Menschenrechtslage von ethnischen und religiösen Minderheiten sowie indigenen Gemeinschaften weltweit. 

Das vollständige Programm des Festivals finden Sie hier

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30.06.2017 - 02.07.2017

Südstadtfest Nürnberg (Infostand)

Die Gesellschaft für bedrohte Völker Regionalgruppe Nürnberg lädt Sie herzlich dazu ein, auf dem Südstadtfest im Nürnberger Annapark den Infostand der Gesellschaft für bedrohte Völker mit dem Schwerpunkt Oromo zu besuchen. 

30. Juni – 02. Juli 2017 | Südstadtfest

Annapark, 90459 Nürnberg 

Informieren Sie sich in einem persönlichen Gespräch über zahlreiche Themen, aktuelle Geschehnisse und die Menschenrechtslage von ethnischen und religiösen Minderheiten sowie indigenen Gemeinschaften weltweit. 

Das 37. Südstadtfest bietet darüber hinaus ein umfangreiches Programm in dem Völkerverständigung, Stadtentwicklung, Kultur und soziale Projekte im Vordergrund stehen.

Das vollständige Programm finden Sie hier

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