Graffiti der Nasa. Foto: Geya Garcia/Flickr CC BY 2.0

Frieden und Sicherheit – danach sehnen sich die indigenen Gemeinschaften in Kolumbien. Es gibt unter ihnen außerordentlich mutige Menschen, die daran glauben, dass es für sie eine gute Zukunft geben kann. Sie setzen sich öffentlich für die Rechte der Indigenen ein und riskieren damit ihr Leben. Besonders schlimm ist die Situation im Westen des Landes, im Bezirk Cauca. Dort kämpfen Drogenbosse und Großgrundbesitzer um Land und Macht. Sie schrecken vor nichts zurück, um Widerstand niederzuschlagen und Gegner zum Schweigen zu bringen.

Erst vor wenigen Wochen wurde Edwin Dagua Ipia, ein junger Nasa, ihr Opfer. Seine ganze Gemeinde trauert um ihn. Er war Vorsteher von Huellas Caloto und stand bei ProtestengegenLandraub immer ganz vorn. Mehrfach hatte er Todesdrohungen erhalten. Er sollte sogar Polizeischutz bekommen. Dieses Angebot kam zu spät, wahrscheinlich war es auch nicht ernst gemeint: Am 7. Dezember 2018 wurde Edwin Dagua auf dem Rückweg von einer Gemeindeversammlung auf einer einsamen Landstraße erschossen. Er wurde nur 28 Jahre alt.

Mutter und Kind in Caloto. Foto: Marcha Patriotica/Flickr CC BA-ND 2.0

Edwin Dagua ist einer von mindestens 35 Indigenen, die zwischen Anfang August und Ende Dezember 2018 ermordet wurden. Diese erschreckende Zahl zeigt, dass sich die Lage für die indigenen und afro-kolumbianischen Minderheiten nicht beruhigt hat, obwohl der kolumbianische Staat mit der größten Guerilla-Gruppe FARC 2016 einen Friedensvertrag unterzeichnet hat. Die Bilanz der vergangenen drei Jahre ist noch schlimmer: Insgesamt wurden in diesem Zeitraum bis zu 335 Menschenrechtsverteidiger getötet. Das berichtet der UN-Beauftragte für die Lage von Menschenrechtsverteidigern. Etwa 500 Personen seien in akuter Gefahr.

Großgrundbesitzer und Drogenbosse greifen nach dem Land indigener Gemeinden. Skrupellose Söldner werden angeworben, um eine Erweiterung der Zuckerrohr-, Ölpalmen- oder Kokapflanzungen durchzusetzen oder sie zu sichern. Indigener Widerstand wird brutal bekämpft. Die paramilitärische Organisation „Schwarze Adler“ hat sogar Kopfgelder auf indigene Führungspersönlichkeiten ausgesetzt. Mörder haben in Kolumbien kaum etwas zu befürchten. Sie können bis heute mit Straflosigkeit rechnen.

Die Nasa in Cauca gehören mit den Awá in den Bezirken Nariño und Putumayo sowie im angrenzenden Ecuador zu den am meisten von Gewalt betroffenen indigenen Völkern Kolumbiens. Der Dachverband der indigenen Organisationen Kolumbiens ONIC beklagt Massaker und gezielte Morde an indigenen Wortführern und spricht von einem Genozid. Insgesamt sind dort laut ONIC 38 indigene Völker physisch und kulturell bedroht, unter ihnen die Awá, Nasa, Embera Chami und Zenú.

Edwin Dagua war nicht nur Gemeindevorsteher, sondern auch einer der sechs Repräsentanten der indigenen Selbstorganisation des nördlichen Cauca ACIN. Er war davon überzeugt, dass die indigenen Völker ihre Rechte und ihre Identitätgegenalle Gewalt mit friedlichen Mitteln verteidigen müssen und überleben werden. Schon als Jugendlicher hatte er sich für indigene Selbstverwaltung eingesetzt, vor allem für autonome zweisprachige Bildung in der jeweils eigenen indigenen Sprache und Spanisch. In einem Filminterview, das wenige Tage vor seinem Tod veröffentlicht wurde, sagte er: „Wir werden nicht in Angst erstarren. Die Botschaft ist klar und einfach: Wir werden Widerstand leisten gegen diejenigen, die uns in unserem Territorium Schaden zufügen wollen. Das ist immer unser Motto gewesen: Sie mögen einen von uns töten, aber tausend andere werden geboren werden.“

Aktion

Machen Sie mit! Laden Sie die Postkarte herunter und schicken Sie diese an Außenminister Heiko Maas oder schreiben Sie ihm einen Brief (Adresse: Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 11013 Berlin). Bitten Sie ihn darum, die kolumbianische Regierung dazu zu drängen, indigene Menschenrechtler zu schützen und Mörder konsequent zu verfolgen.  

Alternativ können Sie auch an unserer Online-Petition teilnehmen.


Bitte beteiligen Sie sich an unserer Aktion. Die indigenen Gemeinschaften brauchen unsere Hilfe!

Senden Sie unser Info- und Aktionsblatt "Skrupellose Mörder bedrohen Indigene in Kolumbien" an Freunde und Bekannte: Infoblatt und Aktionskarte

Sie können das gedruckte Faltblatt und die Postkarte auch kostenlos in unserem Online-Shop (Kategorie: Aktionsmaterial) bestellen: Zum Shop

 


Bitte tragen Sie zu unserer Menschenrechtsarbeit für bedrohte Völker mit einer Spende bei.

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft

(IBAN)DE68 2512 0510 0000 708090

(BIC) BFSWDE33HAN

Herzlichen Dank!


Diese Kampagne wurde im Februar 2019 lanciert.