Lieferkettengesetz:

Zwangsarbeit nicht unterstützen: Wir brauchen ein Lieferkettengesetz!

schon ist „Sommerschlussverkauf“ und große Handelsketten locken mit günstigen Preisen für Kleidung, Schuhe oder Accessoires. Doch oft ahnen wir nicht einmal, unter welchen Bedingungen T-Shirt, Jeans oder Sommerkleid entstanden sind. Rund 20 Prozent der weltweit produzierten Baumwolle kommen aus Xinjiang/Ostturkestan, dem Nordwesten Chinas, berichtet die  internationale Initiative „End Uyghur Forced Labor“. Dort leben die muslimischen Uigur*innen. Sie leiden unter Unterdrückung und Verfolgung, Hunderttausende von ihnen müssen in einem ausgedehnten System von Zwangsarbeit auf den (Baumwoll-)Feldern schuften.
Die Textilindustrie profitiert von der Zwangsarbeit und viele Firmen oder Handelshäuser machen sich so zu Komplizen des chinesischen Unrechtsregimes. Unter ihnen sind auch deutsche Firmen wie Puma. Leider halten sich nur wenige Unternehmen freiwillig an menschenrechtliche Sorgfaltspflichten. Viele haben auch zu wenig Überblick über die Aktivitäten ihrer Zulieferer oder wissen nicht genau, woher die Rohstoffe kommen. Das gilt weltweit auch für andere Wirtschaftszweige.  
Wir wollen erreichen, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass ihre Produkte unter fairen Umständen entstanden sind. Menschenrechtsverletzungen müssen dabei ausgeschlossen sein! Deshalb fordern wir in Deutschland gemeinsam  mit anderen Organisationen dafür einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen – ein Lieferkettengesetz.
 
Arbeitsminister Heil und Entwicklungshilfeminister Müller haben ein solches Lieferkettengesetz auch bereits angekündigt. Bundeskanzlerin Merkel befürwortet die Pläne. Sie wurden 2018 im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Auch immer mehr Unternehmen sprechen sich für einen gesetzlichen Rahmen aus. Doch Wirtschaftsminister Altmaier sperrt sich. Wir wollen ihn dazu bewegen, seine Blockade zu beenden. Bitte unterstützen Sie uns und schreiben Sie eine Mail an Minister Altmaier: Fordern Sie ihn auf, das Lieferkettengesetz nicht länger zu verzögern und so einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Menschenrechte weltweit zu leisten. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir die Politik immer wieder an ihre Versprechen erinnern. Gleichzeitig fordern wir Bekleidungsmarken auf, Zwangsarbeit in Xinjiang nicht länger mitzutragen.