Kolumbien: Skrupellose Mörder bedrohen Indigene

Newsletter, 27. Feburar 2019

Drogenbosse und Großgrundbesitzer – das sind mächtige Gegner. In Kolumbien haben sie es auf das Land indigener Gemeinschaften abgesehen. Sie wollen ihre Zuckerrohr-, Ölpalmen- oder Kokapflanzungen erweitern oder sichern. Wenn ihnen jemand in die Quere kommt, scheuen sie nicht davor zurück, skrupellose Söldner anzuheuern. Zu befürchten haben sie kaum etwas. Selbst für Mörder herrscht weitestgehend Straflosigkeit in dem südamerikanischen Land.

Das traurige Schicksal von Edwin Dagua Ipia, einem jungen Nasa aus Huellas Caloto im Bezirk Cauca, ist ein Beispiel für die Brutalität der Söldner. Edwin Dagua stand bei Protesten gegen Landraub immer ganz vorn. Er wurde mehrfach mit dem Tod bedroht und am 7. Dezember 2018 auf dem Rückweg von einer Gemeindeversammlung auf einer einsamen Landstraße erschossen. Seine ganze Gemeinde trauert um ihn. Er wurde nur 28 Jahre alt.

Frieden und Sicherheit – danach sehnen sich die indigenen Gemeinschaften in Kolumbien und dafür brauchen sie dringend unsere Unterstützung! In den vergangenen drei Jahren wurden dort nach UN-Angaben bis zu 335 Menschenrechtsverteidiger ermordet. Etwa 500 Personen sind in akuter Gefahr. Der Friedensvertrag, den die Regierung 2016 mit der größten Guerilla-Gruppe FARC unterzeichnet hat, reicht nicht aus, um die Lage der Indigenen zu verbessern. 38 indigene Völker sind physisch und kulturell bedroht, unter ihnen die Awá, Nasa, Embera-Chami und Zenú, berichtet der Dachverband der Indigenen Organisationen Kolumbiens ONIC. Er spricht sogar von Genozid.

Bitte helfen Sie den so sehr bedrohten indigenen Gemeinschaften Kolumbiens. Unterzeichnen Sie unsere Petition an Außenminister Heiko Maas. Er soll die kolumbianische Regierung dazu drängen, indigene Menschenrechtler zu schützen und Mörder konsequent zu verfolgen. 

Bitte unterstützen Sie unsere Menschenrechtsarbeit mit Ihrer Spende.

Herzlichen Dank!

Ihre Yvonne Bangert, Referentin für indigene Völker