Online-Veranstaltungsreihe: Zerstörung von Familien

Online-Veranstaltungsreihe: Zerstörung von Familien

Weltweit waren und sind Familien von Kriegs- und Völkermordverbrechen vielfältig betroffen. Meist sind Frauen und Kinder das Hauptziel. Sie anzugreifen ist ein wirksames Mittel repressiver Regime, um sich ihrer Minderheiten zu entledigen, sie einzuschüchtern, zu kontrollieren und zu unterdrücken. Betroffene Familien sind zeitlebens auf das Schwerste gezeichnet. Menschenhandel und Missbrauch tragen ebenfalls dazu bei, dass insbesondere Frauen mit schwerem Stigma behaftet werden. 

Die systematische Zerstörung von Familien fand und findet auf allen Kontinenten statt. Auch heute werden in jedem Moment Familien zerrissen, erfahren Frauen und Kinder Gewalt: Bei Zwangssterilisierungen von Frauen, um Geburtenraten zu verringern; mit systematischer Vergewaltigung als Folter und Kriegswaffe; mit illegalen Adoptionen kurz nach der Geburt ohne Einwilligung der Mütter; bei Kindern, die in staatlichen Internaten von ihren Eltern und ihrer Herkunftskultur entfremdet werden; innerhalb von Familien, in denen Väter, Onkel, Brüder ermordet wurden oder Eltern und Großeltern in Lagern verschwinden;  wo Kinder viel zu früh erwachsen werden, um deren Rollen auszufüllen: Uigur*innen, Mapuche, Angehörige der First Nations, Rohingya, Bosniak*innen, Yezid*innen, Alevit*innen wurden und werden Opfer von verschiedenen Formen staatlicher Maßnahmen. Diese wenigen Beispiele sind exemplarisch für die Leiden vieler Minderheiten. Die, die überleben, zurückkehren oder zurückbleiben, leben in dysfunktionalen, schwer traumatisierten Familien weiter. Die erste Generation der Überlebenden kann ihr schweres Trauma und damit verbundene Emotionen auch auf die eigenen Kinder und künftige Generationen übertragen mit dem Ergebnis eines transgenerationalen Traumas.

 

Alle Veranstaltungen liegen in der Vergangenheit. 

8. März 2022: Zwischen Familie und Flucht. Über die Erfahrungen der yezidischen Familien in der Diaspora
15. März 2022: Zerstörung von uigurischen Familien
29. März 2022 : Indigene Kanadas in Zwangsinternaten
12. April 2022: Von Dersim bis Afrin – Zerstörung von kurdischen Familien durch die Türkei
3. Mai 2022: Wenn der Staat Kinder stiehlt: Illegale Adoptionen in Chile
17. Mai 2022: Den Kreis der Traumatisierung durchbrechen! Am Beispiel der bosnischen Frauen und Rohingya

 

Die Gespräche können hier nocheinmal angesehen werden: