16.05.2023

„Zünde eine Kerze in Deinem Herzen an“

Gedenken an die Deportation der Krimtataren – Für eine freie Krim in einer demokratischen Ukraine

Ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen und Künstlern ruft zur Gedenkkundgebung anlässlich der Deportation des krimtatarischen Volkes durch das Stalinregime vor 79 Jahren auf. Seit der russischen Besetzung der Krim im Jahr 2014 sind die Krimtataren starken Repressionen ausgesetzt. Mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine hat sich die Unterdrückung, die bis hin zu Verschwindenlassen und Mord reicht, weiter verschärft. Aufgrund der Verfolgung mussten tausende krimtatarische Familien erneut die Heimat verlassen. Zu dieser Gedenkveranstaltung laden wir Sie herzlich ein:

Am Donnerstag, den 18. Mai 2023,

von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr

vor dem Brandenburger Tor, Berlin

An diesem Gedenktag wird weltweit der krimtatarischen Opfer der sowjetischen Deportation im Jahr 1944 gedacht – und seit 2014 außerdem der Opfer des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Am 18. Mai 1944 deportierte das sowjetische Regime alle Krimtataren, die indigene Bevölkerung, von der Krim in entlegene Regionen Zentralasiens, nach Sibirien und in den Ural. Sie wurden der „Desertion“ und der „Massenkollaboration mit den Faschisten“ beschuldigt, obwohl viele Krimtataren zu der Zeit auf Seiten der Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland kämpften. Die Deportierten litten unter Hunger, Gewalt und Willkür. Ein großer Teil der krimtatarischen Bevölkerung kam dabei ums Leben, darunter viele Kinder und alte Menschen. Erst seit 1988 durften die Krimtataren auf die Krim zurückkehren.

Die sowjetische Unterdrückung von Andersdenkenden und die russisch-imperialistischen Ambitionen zeigten sich unter anderem seit 2014, mit der Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim. Sie findet ihre Fortsetzung seit Februar 2022 im umfassenden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Politisch und religiös motivierte Verfolgungen, Zwangsverschleppung, Entführungen von Ukrainern, Krimtataren und anderen proukrainischen Gruppen sind in den von Russland kontrollierten Gebieten zum Alltag geworden.

Um das Bewusstsein für die damaligen und heutigen Verbrechen zu stärken und den Opfern der Aggressionen zu gedenken, werden Teilnehmer dieser Kundgebung gemeinsam aus Kerzen eine Karte der Krim formen. Das Programm umfasst Redebeiträge unter anderem von einer Vertreterin der Ukrainischen Botschaft und einem Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, sowie krimtatarische Musik.

Die Veranstaltung wird von Berlin Info-Point Krim organisiert und von der Initiative Qırımlı, der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), dem Institute for Caucasica- Tatarica- and Turkestan Studies (ICATAT) und dem Deutsch-Krimtatarischen Dialog unterstützt.