NORDKOREA (Demokratische Volksrepublik Korea)

  • Öffentliche Anhörungen des Ausschusses zur Untersuchung der Menschenrechtslage in Nordkorea (Commission of Inquiry on Human Rights in the Democratic People’s Republic of Korea) der Vereinten Nationen

    Öffentliche Anhörungen (mit Transkriptionen in Englisch zum Mitlesen)
    Abschlussbericht des Ausschusses (in Englisch, 372 Seiten)

    Überblick über die Probleme in Nordkorea. In Englisch. Von der Organisation "Liberty in North Korea" (LiNK).

    11.06.2018 /Gesellschaft für bedrohte Völker / Pressemitteilung
    Nordkorea-USA-Gipfel: Auch Menschenrechte müssen Thema sein!
    Sippenhaft, Arbeitslager, keinerlei Religionsfreiheit - Schwere Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea im Dialog nicht aussparen!
     
  • Lager

    Film Accounts from Camp Survivors  Von Human Rights Watch 2014 (14:33 Min, Englisch Koreanisch mit englischen Untertitel)

    Kim Hye Sook war lange Jahre in einem Lager in Nordkorea inhaftiert. Ein Wunder, dass sie überlebt hat. Einem Reporter von VICE erzählt sie ihre schrecklichen und grausamen Erlebnisse und zeigt die von ihr gemalten Bilder, mit denen sie ihre Schilderung darstellt. Sie konnte fliehen und lebt heute in Südkorea.
    Film Escaping from a North Korean Concentration Camp  (7 Min, 2015)

     
  • Todesstrafen werden verhängt und vollstreckt / das verletzt Artikel 1 der AEMR

    Death Penalty in North Korea - In the machinery of a totalitarian State
    von Fédération Internationale des ligues des droits de l'Homme (FIDH. Mai 2013. 40 Seiten)

    Die GfbV ist gegen die Todesstrafe. In jedem Fall.

     
  • Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren / Artikel 1, 2 und 7 der AEMR

    Aber nicht in Nordkorea. Dort hat Diskriminierung Methode. Menschen werden 51 Kategorien zugeordnet. Das beeinflusst alle Aspekte des Lebens.

    Marked for Life - Songbun: North Korea’s Social Classification System. The Committee for Human Rights in North Korea 2013. 133 Seiten.

     
  • Überwachung

    Polizeistaat - eine totale Kontrolle über die nordkoreanische Gesellschaft und die ökonomischen Entbehrungen sind der Menschenrechtsorganisation The Committee for Human Rights in North Korea nach der Grund für das politische weiter bestehen.

     
  • Keine Religions-Freiheit

    Das "Open Doors" beobachtet und unterstützt weltweit die Lage der Christen. Das überkonfessionelle internationale Hilfswerk erstellt jährlich den Weltverfolgungs-Index mit den 50 Ländern in denen Christen am meisten verfolgt werden. Seit Jahren hält Nordkorea den ersten Platz.

    Film Staatsfeind Christ: Christenverfolgung in Nordkorea (5 Min, deutsch)
    Situation von Christen in Nordkorea.

     
  • Kein Schutz der Familie

    Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte schützt in Artikel 16 und 25 Familie, Mütter und Kinder. Die Realität in Nordkorea ist davon weit entfernt.

    Die Trennung von Familien durch den Korea-Krieg, durch Entführungen oder der Flucht aus Nordkorea bedeuten bis heute eine endgültige Trennung. Regelmäßige Besuche, Telefonate oder Briefe sind nicht erlaubt. Torn Apart - Vereinte Nationen 2016, 36 Seiten

    Nur wenige Treffen fanden für Familienmitglieder, die durch den Korea-Krieg getrennt waren, statt. Bei weitem nicht alle können teilnehmen. Die Familienmitglieder haben sich seit Jahrzehnten nicht gesehen und werden sich nie wieder sehen.

    Das Menschenrecht auf Familie verletzt Nordkorea noch auf andere Weisen:

    So sind junge Menschen, die die Armee in Nordkorea durchlaufen, verpflichtet, 10 Jahre nicht zu heiraten. Auch einen Freund zu haben oder eine Freundin ist nicht erlaubt.

    Eine Ausbildung oder eine Berufsausübung können die Trennung der Familie bedeuten. Ist die Person in einem anderen Teil des Landes bildet die allgemeine Armut und eingeschränkte Reisefreiheit eine automatische Barriere. Oft verbietet das Regime den Kontakt zu Familienangehörigen über Jahre, im Extrem für den Rest des Lebens. Entsendungen innerhalb des Landes können von dem Verbot begleitet sein, Ort, Dauer und Tätigkeit der Familie (und anderen) mitzuteilen.

    Nordkoreaner müssen regelmäßig sog. "Freiwilligen"-Arbeit nachgehen. Neben der normalen Arbeitszeit und Verpflichtungen. Das kann bedeuteten, dass ein Familienleben nicht möglich ist, da es keine Gelegenheiten gibt sich zu sehen.

    Nordkoreaner die im Ausland arbeiten können ihre Familie meist nicht mitnehmen. Das trifft auch für diplomatisches Personal zu. Es soll eine Flucht im Ausland verhindern, denn es bedeutet für die Geflüchteten, dass sie ihre Familien nicht wieder sehen. Wegen der in Nordkorea angewandten Sippenhaft wissen Flüchtende, dass ihre Familienangehörigen mit Strafen zu rechnen haben.

    Die Zerstörung der Familie zeigt sich auch in dem besonders traurigen Schicksal der Straßenkinder. Sie werden "Schwalben" genannt. Ihr Leben hat natürlich gar nichts Idyllisches an sich. Während der Hungerkatastrophe der 90er Jahre und bis heute schlagen sich Kinder alleine durchs Land. Andere Familienmitglieder waren verhungert, an Krankheiten wie Tuberkulose gestorben oder nach China geflüchtet um Nahrung zu beschaffen. Die Kinder waren auf sich alleine gestellt.

    Eine der vielen Unmenschlichkeiten des Lager-Systems ist, dass Familienmitglieder mitinhaftiert werden und die anderen Verwandten keinen Kontakt halten können. Besuche sind für Familienangehörige selten möglich und gefährden sie selber. Die Familien werden nicht informiert, wo und für wie lange ihre Angehörigen im Lager sind. Auch den Grund kennen sie nicht. Die Existenz der Lager ist in Nordkorea ein offenes Geheimnis. Wenn Personen einfach nicht mehr auftauchen kann eine Familie davon ausgehen, dass ihre Angehörigen inhaftiert sind. Wenn sie nicht gleich mit inhaftiert wird. In dem Fall zerfällt eine Familie, denn im Überlebenskampf im Lager ist sich jeder selbst der nächste und lange Stunden der Zwangsarbeit und anschließender Um"erziehung" verhindern dass sich eine Familie noch sieht oder bei der dort alltäglichen Gewalt Kraft für eine Art Familienleben hat. Den Grund warum eine Person im Lager ist, weiß diese allermeist selber nicht. Aus Lager Entlassene dürfen nichts über ihre Zeit im Lager erzählen oder sie werden sofort wieder inhaftiert. Die mörderischen Bedingungen der Lager bedeuten für viele Insassen den Tod. Ein Begräbnis oder ein Grab gibt es selten. Dass eine Person im Lager gestorben ist, woran und wann erfahren Familienangehörige nicht. Der Leichnam wird der Familie nicht übergeben.

     
  • Keine Meinungs- und Presse-Freiheit

    02.06.16 / Stellungnahme der GfbV an die Vereinten Nationen zur Lage des Menschenrechts auf Presse- und Meinungsfreiheit in Nordkorea

    Bei der jährlich erstellten Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen hält Nordkorea regelmäßig den vorletzten oder letzten Platz.

    Auch die US-amerikanische Organisation Freedom House bewertet regelmäßig Länder nach ihrer Presse-Freiheit. 0 Punkte erhält ein Land mit freier Presse. Norwegen hat mit 8 Punkten die weltweit freieste Presse. 100 Punkte erhält ein Land mit der unfreiesten Presse. Nordkorea erhielt 2017 wie Turmenistan 98 Punkte. Beide Länder waren 2017 Schlusslicht bei der Pressefreiheit.

     
  • Keine Bewegungs- und Reisefreiheit  / Keine Freiheit des Aufenthaltsortes

    Bewegungs- , Reisefreiheit und freie Wahl des Aufenthaltsortes garantiert Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Realität in Nordkorea ist davon weit entfernt.

    Nordkoreaner ist es nicht erlaubt innerhalb ihres Landes zu reisen wie es ihnen gefällt. Für Strecken ist eine behördliche Genehmigung notwendig. Offiziell ist diese umsont. Straßenabschnitte und Ortsgrenzen werden kontrolliert. Wer erwischt wird, wird bestraft.

    Wo Nordkoreaner wohnen ist abhängig von dem Arbeitsplatz. Über den entscheidet die Regierung. Wohnen oder Reisen in die Hauptstadt Pjöngjang wird nur dem Kim-Regime besonders loyalen Menschen gestattet. Dem Regime nicht genehme Bürger werden in vorgesehene Gegenden an- oder umgesiedelt. In einem der korruptesten Länder der Welt können mit Geld Vorschriften umgangen werden.

    Für Grenzregionen im Norden gibt es nur ausnahmsweise eine Reise-Genehmigung. Grenzen sind scharf bewacht. Grenzübertritte ohne Genehmigung sind verboten. Sie gelten als Hochverrat und werden schwer bestraft. Die Grenze zu Südkorea gilt als unüberwindbar.

    Ins Ausland reisen dürfen nur Personen, die für die Regierung arbeiten oder als Arbeiter vermittelt werden. Letztere werden kaum etwas von ihrem Lohn oder dem fremden Land sehen. Arbeiten im Ausland ist heiß begehrt. Selbst in den Zielländern maßt sich Nordkorea Vorschriften an.

    Eingeschränkte Bewegungfreiheit gilt auch Besuchern aus dem Ausland. Egal ob Tourist oder beruflich. Reiseprogramm und Personen, die Reisende treffen dürfen sind festgelegt. Besucher sind immer in Begleitung des staatlichen Übersetzers, Fremdenführers und Fahrers. Unternehmungen auf eigene Faust sind nicht erlaubt und gefährden Besucher wie Bewohner. Immer wieder werden Besucher unter ungesicherten Begründungen festgenommen und mit langen Strafen in Lager inhaftiert. Nur wenige Nicht-Regierungs-Organisationen dürfen ins Land.

     
  • Menschenrecht auf Nahrung

    Auf Anfrage der Regierung betrachteten MitarbeiterInnen der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen und des World Food Programms im März und April 2019 die Ernährungslage in Nordkorea. (46 Seiten, Englisch)

    Nordkoreaner sind bis zu 20 Centimeter kleiner als gleichaltrige Südkoreaner. Dies liegt an der schlechten bis katastrophalen Versorgungs-Lage mit Lebensmitteln im Land. In den 90er Jahren gab es eine Hunger-Katastrophe. Sie kostete mehreren Hunderttausend bis 3 Millionen Menschen das Leben. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Das Öffentliche Verteilungs System (Public Distribution System), das die Bevölkerung mit Lebensmitteln (in erster Linie Reis) versorgte brach zusammen.

    Die Versorgungs-Lage mit Lebensmitteln verbesserte sich, ist aber nach wie vor kritisch. Heute ist Unter- und Mangelernährung ein Problem. Eine erneute Hungers-Not ist nicht ausgeschlossen.

    Unter - oder Mangelernährung können tödliche Folgen haben.

    Nordkorea war am 22. April 2016 Erstunterzeichnerin des Paris Abkommens. Die Staaten verpflichten sich darin zu verschiedenen Zielen und Maßnahmen um den Klimawandel entgegen zu treten. Es tritt am 04.11.16 in Kraft, da ausreichend Staaten, darunter Nordkorea, es ratifiziert haben.
     

  • Sogenannte "Heimkehrbewegung". Seit den späten 50er Jahren versprach Nordkorea Koreanern in Japan das Blaue vom Himmel und brachte an die 100.000 dazu nach Nordkorea überzusiedeln. Ihr weiteres Schicksal ist meist ungeklärt.

    Entführungen. Menschen aus anderen Ländern (Südkorea, Japan u.a.) wurden von Nordkorea verschleppt. Auch ihr weiteres Schicksal ist oft ungeklärt. Es wird angenommen, dass sich Nordkorea u.a. auf diese Weise Wissen ins Land holte. 

     
  • Aktuelles

    Daily NK  (auch einige Artikel auf Deutsch)
     
  • Bücher

    Barbara Demick
    Im Land des Flüsterns - Geschichten aus dem Alltag in Nordkorea
    - bereits unter dem Titel 'Die Kinogänger von Chongjin' erschienen -
    München: Knaur Taschenbuch 2013

    Pjöngjang (Graphic Novel)
    Guy Delisle
    Berlin: Reprodukt 2012

    Die Aquarien von Pjöngjang - 10 Jahre im Nordkoreanischen Gulag
    Kang Chol Hwan
    NUR auf Französisch (2000) oder Englisch (2001)

    Kim-ismus in Nordkorea : Analyse des letzten DDR-Botschafters in Pjöngjang
    Hans Maretzki
    Böblingen: Anita Tykve Verlag 1991