KOREANER AUßERHALB KOREA

  • China teilt sich mit Nordkorea eine 1416 Km lange Grenze

    03.02.18 / Pressemitteilung
    Trump empfängt Nordkorea-Flüchtlinge im Weißen Haus
    Flüchtlinge aus Nordkorea brauchen mehr Aufmerksamkeit und Schutz

    29.12.17 / Pressemitteilung  / English
    Mehr Einsatz für Nordkorea-Flüchtlinge gefordert
    Nach Nordkorea abgeschobener Atomwissenschaftler begeht Selbstmord - Katastrophale Menschenrechtslage nicht ignorieren!

    11.08.17 / Pressemitteilung / English
    Nordkoreanische Flüchtlinge besser schützen
    Drohende Abschiebungen aus China verhindern

    20.02.14 / Stellungnahme der GfbV an die Vereinten Nationen
    Nordkoreanische Flüchtlinge in China

    Film Crossing  RoK 2008. 1:50 h. Koreanisch englische UT.

    In China leben geschätzte 200 000 Nordkoreaner in illegalen Umständen. Dies ist zB der Fall, wenn sie aus Nordkorea geflohen sind.

    Viele Nordkoreaner leben aber auch unter legalen Umständen in China. Meist sind sie zur beruflichen Tätigkeit entsandt und stehen unter erheblichen Einschränkungen seitens Nordkoreas.

    Koreaner sind eine in China anerkannte ethnische Minderheit.

    Dr. Zheng Yichun ist Dichter und Internet-Essayist. Am 20. September 2005 wurde er wegen »Aufwiegelung zur Subversion gegen die Staatsmacht« zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der 1959 geborene Schriftsteller gehört der koreanischen Minderheit an. Er ist Autor von vier Gedichtbänden und verfasste mehr als 200 politische Essays.
    Ausführlich in unserem Menschenrechtsreport Verfolgte Autoren in China (Okt 2009).

    In China leben 56 Nationalitäten. Die Han-Chinesen sind mit 1,2 Milliarden die größte Nationalität. Die restlichen 55 Nationalitäten, die Minderheiten, sind ca. 106 Millionen Menschen. Anja-Désirée Senz von der Bundeszentrale für politische Bildung: "Das sind nur etwa 8,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, aber die von ihnen bewohnten Regionen umfassen zwei Drittel der Gesamtfläche Chinas, insbesondere die rohstoffreichen, aber wenig erschlossenen Grenzgebiete."

    China hat in den vergangenen Monaten im Grenzgebiet zu Nordkorea systematisch Fluchthelfer festgenommen. Viele waren koreanische Geistliche. Sie hatten ein ausgeklügeltes System von Fluchtwegen bis ins rettende Laos aufgebaut, um geflohene Nordkoreaner in Sicherheit zu bringen und ihnen von dort eine Ausreise nach Südkorea zu ermöglichen.
    Aus unserer Pressemitteilung 29.12.17. s.o.

    Polizisten drangen am 28. Dezember 2012 in die Zhenguang- Hauskirche im Distrikt Pudong und nahmen den südkoreanischen Pastor Hu fest. Der Geistliche wurde zwar nach zwei Stunden wieder freigelassen, wurde jedoch ausgewiesen und musste aber sofort das Land verlassen (Radio Free Asia, 28.12.2012).
    Aus unserem Report Die Menschenrechtslage in Hamburgs Partnerstadt Shanghai (Nov 2014)

    Zur Nationalitätenfrage und deren Konflikte (April 2005).

    Das chinesische Gesetz der Volksrepublik China über die Regionale Nationale Autonomie (in Englisch) (chinesische Website)

     
  • Russland teilt sich mit Nordkorea eine 18 Km lange Grenze.

    Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für die Lage der Menschrechte in Nordkorea, Marzuki Darusman:
    UN rights expert urges Russia not to implement the new extradition treaty with North Korea.
    "According to reports, there are an estimated 10,000 North Korean regular labourers in Russia, some of whom stay in the country after their contracts have expired in order to seek asylum. Others fleeing the DPRK try to reach Russia through other countries." (Feb 2016)

    Nordkoreanische Arbeitslager  Reportage von VICE 2011.
    Nordkorea lässt seine Bürger für wenig Geld und unter schlechten Bedingungen im Ausland arbeiten. Zum Beispiel in Russland

    In der Region Primorsky Krai leben seit jeher Menschen, die Koreanisch sprechen. Es ist eine Grenzregion zu Nordkorea.

    Koreaner kamen nach Russland als Korea japanische Kolonie war und Japan größere Teile von Asien besetzt hielt. Meist zwangsweise und als Zwangsarbeiter. Die heute russische Insel Sachalin war Anfang des 20. Jahrhunderts Teil Japans.

     
  • Zentralasien / Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgisistan

    In allen fünf Ländern ist die Menschenrechtslage schwierig.

    Koreaner in Zentralasien - damals und heute. Film Outlander : Unfinished Diaspora des südkoreanischen staatlichen Auslandssenders arirang. 50 Min. Englisch.

    In unserer Zeitschrift "Pogrom" (Feb 2014) über die Kollektivdeportationen unter Stalin erschien ein Bericht über Koreaner, die vom Osten Russlands nach Zentralasien zwangsumgesiedelt wurden. Titel
    Koreaner: „Das ganze Volk wurde präventiv bestraft, ohne je ein Verbrechen begangen zu haben“

    Film "Koryo Saram"

     
  • Japan ist vom südkoreanischen Busan 209 Kilometer und vom nordkoreanischen Wonsan 1016 Kilometer entfernt.

    Zur Kolonialzeit verschlug es viele Koreaner nach Japan. Ihre Nachfahren sind noch dort. Der berühmte japanische Film-Regisseur Nagisa Oshima griff einen Fall von 1958 auf. Er thematisiert 1968 in dem Film "Tod durch Erhängen" die Todesstrafe und Diskriminierung der Koreaner. Die Benachteiligung von Koreanern hielt in Japan nach Ende der Kolonialzeit an und verbesserte sich nur allmählich. Sie bleibt Thema in dem Buch "Go" von Kazuki Kaneshiro aus dem Jahr 2000. Auch andere Minderheiten haben es schwer in Japan. Leider gab es in letzter Zeit Rückschritte. Ein von der internationalen Gemeinschaft gefordertes Gesetz gegen Hass-Rede wurde im Mai 2016 in Japan Gesetz. Der Erfolg hält sich in Grenzen.

    Seit vielen Jahren bemühen sich Menschen in Südkorea von der japanischen Regierung sowohl eine Aufarbeitung, ein Eingeständnis der begangenen Verbrechen im zweiten Weltkrieg als auch Entschuldigung und Entschädigung insbesondere für die ehemaligen Sexsklavinnen zu erhalten. Ein Abkommen zwischen Südkorea und Japan Ende 2015 wurde im Ausland zunächst als großer Durchbruch gefeiert, aber die Betroffenen sehen das ganz anders.

    Der im Mai 2017 gewählte neue südkoreanische Präsident Moon Jae-In ordnete aufgrund von Protesten inzwischen eine Überprüfung des Abkommens an. Südkoreas neue Regierung will einen nationalen Gedenktag für diese Opfer sexualisierter Gewalt ausrufen, das Schicksal der Verschleppten von Historikern aufarbeiten lassen und ein Museum errichten. Japans Regierung hingegen verlangt von Südkorea eine Entfernung von Denkmälern, die nahe japanischer Konsulate erbaut wurden, um an die „Trostfrauen“ zu erinnern.

    Nachfahren von Überlebenden der Abwürfe der Atombomben kämpfen bis heute mit den Folgen.

     
  • Europa / Deutschland

    Anfang der 50er Jahre kamen Nordkoreaner zum Studium oder für eine Ausbildung in die DDR.
    Mit dem Anwerbeabkommen zwischen Südkorea und der Bundesrepublik im Jahre 1963 kamen Südkoreaner*innen in die BRD, um als Bergarbeiter und Krankenschwestern zu arbeiten.

    Sie waren oft gut ausgebildet und fehlten mit ihren Kompetenzen in Südkorea, das zu der Zeit eines der ärmsten Länder der Welt war. Als sich niemand Reisen leisten konnte, war es Gelegenheit, andere Länder zu sehen. Sie unterstützten ihre Familen und wichen gleichzeitig deren sozialen Kontrolle aus. Es bot Abstand zur Militärdiktatur der 60er bis Mitte 80er Jahre mit ihren schweren Menschenrechtsverletzungen, die fest auf die Devisen rechnete.

    Als in der Bundesrepublik die Wirtschaftswunderjahre in eine Wirtschaftskrise umschlugen wurden Arbeitserlaubnisse nicht verlängert. Dagegen wehrten sich Ende der 70er Jahre Krankenschwestern mit Erfolg.

    Der südkoreanische Geheimdienst ist nicht weit. Im Jahre 2003 reist Du Yul Song, Professor an der Universität Münster und deutscher Staatsbürger nach Südkorea. Er wird verhaftet. Der Prozess im Jahre darauf endet "auf Bewährung".

     
  • Adoptionen

    Schätzungsweise 200.000 Kinder aus Südkorea wurden seit den 50er Jahren adoptiert, vor allem durch US- Amerikaner und Europäer. Nicht alle diese Kinder wurden in dem fremden Land glücklich. Und nicht immer verlief die Adoption nach heutigen Standards.

    How I became Cha Jung Hee (6 Min, in Englisch) von Deann Borshay Liem. Liem wurde 1964 von einer US- amerikanischen Familie adoptiert.

    In dem Film "A Brand new life" wird das Mädchen Jin Hee von ihrem Vater in einem Waisenhaus abgegeben. Es ist Mitte der 70er Jahre. Einige Zeit später wird sie von Ausländern adoptiert. Der Film lief 2010 auf der Berlinale. Regisseurin Ounie Lecomte erlebte Ähnliches. 1966 in Südkorea geboren wurde sie im Alter von 9 Jahren von Franzosen adoptiert. Seit den 90er Jahren hat sie wieder Kontakt zu ihrer ursprünglichen Familie.

    Südkorea unterzeichnete im Mai 2013 das (Haagener) Übereinkommen (vom 29. Mai 1993) über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption.

    Im Laufe der Jahre wurden weniger südkoreanische Kinder zur internationalen Adoption frei gegegen, aber ganz endete dieses Vorgehen nie. Adoptivkinder von damals sind heute erwachsen. Sie gründeten zur Vertretung ihrer Belange Organisationen. Auf einer Pressekonferenz und Mahnwache im Juli 2017 in Seoul forderten Adoptivkinder das sofortige Ende der internationalen Adoptionen.
     
  • Lateinamerika (Mexiko, Cuba)

    1905 verpflichteten sich Koreaner*innen in Mexiko zu arbeiten. Als ihr Vertrag auslief, war Korea japanische Kolonie geworden. Wenigen gelang der Weg zurück.

    Der südkoreanische Autor Kim Young Ha schildert am Anfang des Buches "Schwarze Blume" die Situation in Korea um 1900 und warum es zu dieser Auswanderung kam. Leseprobe > Literatur > Kim Young Ha > Schwarze Blume > Leseprobe.

    Manche zogen weiter nach Cuba (Film, 50 Min, Englisch Spanisch Koreanisch engl Untertitel, vom südkoreanischen staatlichen Auslandssender arirang). Ein Vorfahr dieser Kubanerin kämpfte für ein freies Korea während der japanischen Kolonialzeit.

     
  • BÜCHER

    Kim Jung Rak
    Diaspora: Korean Nomadism
    Carlsbad (USA), Naju (South Korea): Hollym / Arts Council Korea 2011