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01. Januar 2002 "Ich träume von dem Tag, an dem Palästinenser und Israelis von Unserem Jerusalem sprechen werden und dabei sowohl das der Israelis als auch das der Palästinenser meinen werden."
Mit diesen Worten unterstützte Faisal Husseini, der verstorbene Führer der Palästinenser in Jerusalem 1995 eine Aktion der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom. Mit zwei Straßenschildern, die jeweils auf West- bzw. Ostjerusalem zeigten und mit ihren Aufschriften "Westjerusalem - Hauptstadt Israels" und "Ostjerusalem - Hauptstadt Palästinas" die Hoffnungen auf zwei souveräne, friedliche Staaten mit geteiltem Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten ausdrückten, kämpfte die Friedensbewegung für gegenseitige Verständigung und Anerkennung. diesen Kampf führt sie noch heute. Als die zionistische Bewegung am Ende des 19. Jahrhunderts die Entscheidung traf, ein "Land ohne Menschen" durch "Menschen ohne Land" zu besiedeln, entstanden gegenseitiges Misstrauen und feindliche Angriffe zwischen Israelis und Palästinensern. Tief sitzendes Unverständnis und "absolute Blindheit" führte laut Gush Shalom zu falschen und gefährlichen Einschätzungen des Gegenübers, die bis heute tief im Bewusstsein der Menschen verankert sind und einen dauerhaften Frieden zwischen beiden Völkern für viele unmöglich erscheinen lassen.
Neben dem täglich in den Nachrichten auf beiden Seiten zu sehenden Hass auf beiden Seiten und den andauernden Kämpfen gibt es jedoch auch viele Menschen, darunter einige Friedensorganisationen, die auf israelischer wie auf palästinensischer Seite miteinander für ein Ende der Gewalt, die auf beiden Seiten immer wieder Tote und Verletzte fordert, eintreten.
Gush Shalom steht seit ihrer Gründung 1992 für eine Annäherung beider Völker und einen dauerhaften Frieden zwischen zwei souveränen Staaten. Initiiert wurde die Gründung, als der ehemalige Premierminister Yitzak Rabin 415 islamische Aktivisten vertrieb. Jüdische und arabische Israelis demonstrierten vor dem Büro des damaligen Premierministers und harrten dort 45 Tage und Nächte in zelten aus. Die Gespräche zwischen den Aktivisten und die immer stiller werdenden existierenden Friedensorganisationen bestärkten die Teilnehmer in der Auffassung, dass ein neues, aktives Bündnis für die Friedensarbeit geschaffen werden musste. Gush Shalom, zu Deutsch "Der Friedensblock", bezeichnet sich seither selbst als harten Kern der Friedensarbeit im Nahen Osten. der innere Kreis von Gush Shalom umfasst mittlerweile an die 100 Aktive, die Zahl der Mitglieder liegt bei 1.500. Unterstützt werden sie sowohl aktiv als auch passiv von einigen Tausend Menschen weltweit.
Das wohl bekannteste Gründungsmitglied, Uri Avneri, jahrelanges Mitglied der Knesset, israelischer Publizist und Friedenskämpfer, ist in Deutschland durch seine Auszeichnung mit dem Aachener Friedenspreis 1997 und zahlreichen Publikationen und Interviews bekannt. In Israel gehörte er zu den ersten Israelis, die den Kontakt mit Palästinensern und ihrer Vertretung, der PLO, suchten. Unabhängig von politischen Parteien und anderen politischen Gruppierungen steht Gush Shalom für gegenseitige Anerkennung der beiden Völker, ein Ende der israelischen Besatzungspolitik und einen unabhängigen souveränen Staat Palästina, mit der Anerkennung der PLO als Vertretung des palästinensischen Volkes und innerhalb der Grenzen von vor 1967.
Um ihren Forderungen und ihrem Glauben an die Möglichkeit und Notwendigkeit der Lösung aller Konfliktpunkte Ausdruck zu verleihen, veröffentlichte Gush Shalom am 10. August 2001 in der Ha'aretz, der größten israelischen Zeitung, einen Vorschlag für einen Friedensvertrag zwischen Israel und der PLO. Hauptanliegen Gush Shaloms ist es, mittels täglicher, engagierter Stellungnahmen, Kampagnen und Demonstrationen gegen Vorurteile, Missverständnisse und die Resignation zu kämpfen, die viele Menschen angesichts des niemals endenden Konflikts befällt. Denn, so Uri Avneri, die Resignation überlässt "das Schlachtfeld kampflos den Feinden der Menschheit (...)."
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