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Die Gesellschaft für bedrohte Völker - München
Gesellschaft für bedrohte Völker
Weitlstraße 141

80995 München


Ansprechpartnerin:
Tjan Zaotschnaja
Tel.: 089-21 80 23 73
E-Mail: tjanzaotschnaja@web.de

Interessierte sind bei unseren Treffen immer herzlich willkommen!


Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Regionalgruppe München) informiert MünchnerInnen und Auswärtige über die Vielfalt der Kulturen der indigenen Völker Sibiriens und ihre rechtlich unsichere Lage. Deutschland bezieht 30% seiner Erdöl, und 40% seiner Gasimporte aus Russland. Sie kommen genau aus den Regionen, die der Lebensraum für die indigenen Völker als Fischer, Jäger, Rentierzüchter sind. Vom Klimawandel und damit verbundener Umweltzerstörung sind sie am meisten betroffen. Beides verursacht in der Folge unter anderem gravierende Gesundheitsprobleme.

In Abständen von jeweils 3-5 Jahren wird entweder ein/e Vertreter/in aus Sibirien nach München eingeladen, oder es werden selbst Informationsabende mit Dias oder Filmen veranstaltet. Es wurde zusammen mit KJR eine Ausstellung "Kinder malen ihre Welt" organisiert. Zur Förderung indigener KünstlerInnen konnte im Juni 2009 eine Jugendfolkloregruppe aus Kamtschatka aufgrund unserer Einladung nach München kommen, was den Jugendlichen viel Selbstvertrauen und Ermutigung für ihr weiteres künstlerisches Schaffen gab.

Die RG unterstützte ein Fischerbootsprojekt der Itelmenen mit und fördert seit Jahren auch Kinder in Kindergärten/Internaten /Schulen in zwei kleinen Orten auf Kamtschatka mit Geld für warme Mahlzeiten oder für die Anschaffung von Spielsachen, Sachbüchern, etc.



Aktuelle Termine



Regionalgruppentreffen
es ist ein Treffen im Juni-Juli 2010 geplant: näheres bei Tjan.

27 Juli 2010 (Dienstag), 10:00-14:30 Uhr
Bayernweite Schulmesse in Augsburg. Unser Thema: "Bedrohte Sprachen – Gefahr für Minderheiten weltweit"

Weitere Infos hier:
http://www.eineweltnetzbayern.de/schule-einewelt/index.shtml





Projekt zur Erhaltung der itelmenischen Sprache und Kultur auf der Kamtschatka, Russland



Eines der ältesten indigenen Völker auf der Kamtschatka sind die Itelmenen. Itelmenisch gehört zu den außerordentlich gefährdeten Sprachen dieser Erde. Immer weniger Menschen lernen Itelmenisch in ihrer Familie; heute beherrschen nur noch knapp 20 Personen der älteren Generation die Sprache aktiv. Lediglich im Dorf Kowran wird gegenwärtig Itelmenisch unterrichtet. Aber auch der Dorfschule Kowran droht mittlerweile aufgrund staatlicher Kürzungen die Schließung.

Dennoch haben gerade junge Leute auf der Kamtschatka großes Interesse daran, die Sprache zu erhalten und versuchen, die Traditionen des itelmenischen Volkes wieder aufleben zu lassen.

Von offizieller und staatlicher russischer Seite bleibt Unterstützung jedoch aus.

Nun wurde von ein paar EnthusiatInnen auf der Kamtschatka ein Projekt zur Rettung der itelmenischen Sprache ins Leben gerufen. Es handelt sich hierbei um die wohl letzte Gelegenheit, das Itelmenische mit Hilfe der wenigen Menschen, die diese Sprache noch in ihrem Elternhaus gelernt haben, neu zu verbreiten. Ein neues Studien- und Lehrangebot soll geschaffen werden, das Studenten vor Ort nutzen können, ohne - wie bisher - die Kamtschatka für lange Zeit oder für immer zu verlassen zu müssen und damit den Bezug zu ihrer Heimat zu verlieren.

Das 2010 startende Projekt sieht Folgendes vor:

* Entsendung eines Dozenten für Itelmenisch von der Kamtschatka nach St. Petersburg zur Weiterbildung an der Staatlichen pädagogischen Herzen-Universität,
* Sammlung und Systematisierung aller existierenden itelmenischen Bücher, Tonaufzeichnungen, Bild- und Videomaterialien,
* Herausgabe eines neuen Itelmenisch-Lehrbuchs für den Unterricht an Hochschulen,
* Einrichtung einer Studienmöglichkeit für Itelmenisch und andere Sprachen indigener Völker an der Pädagogischen Hochschule in Petropawlowsk-Kamtschatski. Hierzu sollen an der Hochschule eine permanente Räumlichkeit bereitgestellt, erforderliche Unterrichtsmaterialien und Lehrbücher ausgewählt, Lehrpläne erstellt werden.

Die Realisierung des Projekts ist abhängig von Spenden. Bereits mit einem geringen Beitrag können Sie helfen, die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Kamtschatka zu bewahren.

Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie bei Frau Tjan Zaotschnaja (GfbV, RG München)

(Tel.: 089 / 313 69 90, e-Mail: tjanzaotschnaja@web.de) und auf der Seite der Kulturstiftung Sibirien, Kooperationspartner des Projektes: http://www.kulturstiftung-sibirien.de/index.html.

Konto für Spenden: Kulturstiftung Sibirien
Konto-Nr. 3753005389 BLZ 16050000
Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
Stichwort: Itelmenen

Ausgewählte Literatur, Lehrbücher und CD zur itelmenischen Sprache und Kultur:

Wolodin, A.P. 1976: Itelmenski jasyk
Chalojmova, K.; Dürr, M.; Kasten; E.; Longinov, S. 1997: Istoriko-etnografitscheskoje utschebnoe posobije po itelmenskomu jasyku
Dybowski, B. 1998: Slovar itelmenskogo jasyka
Chalojmova, K.; Dürr, M; Kasten, E. 2001: Itelmen Language and Culture (CD)


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