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Stefan Siebenrock, Birte Schumann

E-Mail: berlin@gfbv-rg.de

Facebookseite der RG Berlin

Veranstaltungen

Uiguren - Zwei Augenzeug*innen berichten aus Umerziehungslagern

In den Lagern Chinas

Die Uigurin Gulbahar Haitiwaji und die ethnische Usbekin Qelbinur Sidik haben die Umerziehungslager der chinesischen Regierung in Xinjiang/Ostturkestan von innen gesehen. Seit 2017 wurden schätzungsweise 1,8 Millionen Mitglieder der muslimischen Volksgruppen der Uiguren, Kasachen, Kirgisen und Usbeken willkürlich in die Lager geschickt, in denen sie mit Gehirnwäsche, Folter und Zwangsarbeit zu linientreuen Staatsbürgern gemacht werden sollen. Die chinesische Regierung hat die Existenz der Lager zuerst geleugnet, sie aber dann angesichts vieler Berichte von Überlebenden und Menschenrechtsorganisationen beschönigend als ‚Ausbildungsstätten‘ bezeichnet.


Do, 18.11.21  18.00 Uhr

KiJuKuZ - Alte Feuerwache
Axel-Springer-Str. 40/41
10969 Berlin

Eintritt frei.

 

Regionalgruppentreffen

Wir treffen uns für gewöhnlich jeden letzten Montag im Monat um 19:00 Uhr. Interessierte sind bei unseren Treffen immer herzlich willkommen!

Versammlungsort ist das Restaurant „Paella"(mexikanisch) in der Wundtstraße 72 / Ecke Neue Kantstraße, zu erreichen mit der Ring-Bahn Station Messe Nord (südlicher Ausgang) oder per Bus (u.a.) mit den Linien M49, X34 oder 139. 

 

Bild: Fair Trade Messe Berlin Charlottenburg 2014 

Schwerpunkte der Regionalgruppe Berlin

Die Regionalgruppe Berlin der Gesellschaft für bedrohte Völker organisiert und beteiligt sich vielfältig an Aktionen, Demonstrationen und Protesten. Dabei arbeiten wir eng mit dem Berliner Büro und der Göttinger Geschäftsstelle zusammen. In den letzten Jahren waren wir regelmäßig auf Veranstaltungen wie dem Karneval der Kulturen oder Markt der Kontinente beteiligt

 

Syrien

Hilfe für Nordsyrien 

Schwerpunkt der RG Berlin ist derzeit die Unterstützung syrischer Kurden, von deren örtlichen Hilfsorganisationen, Ärzten und Krankenhäusern dringende Hilferufe kommen. Die Ärzte benötigen dringend Medikamente und insbesondere folgende medizinische Kleingeräte und Operationsmittel: Blutdruckmessgeräte, Stethoskope, Operationsbesteck und Materialien.

Die Aktion wird getragen von Dr. med. Rassoul Faki (Mitglied der GfbV und Initiative der syrisch-kurdischen Ärzte in Deutschland). Die dringend benötigten Mittel werden von Dr. Faki persönlich nach Afrin und Umgebung gebracht. Geldspenden werden erbeten unter:

 

Förderverein für bedrohte Völker

Postbank Hamburg Kontonr.: 7400 201

IBAN: DE 89 2001 0020 0007 4002 01

BLZ: 200 100 20

BIC: PBNKDEFF

Verwendungszweck: Hilfe für Nord-Syrien

 

Korea

Film Korea - geteiltes Land . Aus der Reihe "Planet Wissen". SWR 2015. 55 Min.

Größere Karte anzeigen. Karte von OpenStreetMap Deutschland.

Die Choseon-Dynastie regierte in Korea seit 1392. Zum Ende des 19. Jhds entstand ein Vakuum, da Reformen und der Anschluss an die Moderne versäumt wurden. Das machte sich Japans damalige Regierung zunutze - es beherrschte Korea von 1910 - 1945 als Kolonie. Das Land wurde ausgebeutet, die koreanische Kultur unterdrückt.

Japan beging während des 2. Weltkrieges Kriegsverbrechen in seiner Region. Diese sind in großen Teilen bisher weder eingestanden noch aufgearbeitet. Opfer und Teile der japanischen Zivilgesellschaft fordern das bis heute. Es belastet bis heute politische Beziehungen. Frauen aus Korea wurden als Sexsklavinnen missbraucht, Koreaner starben als Soldaten oder Kriegsgefangene für die japanische Armee, in medizinischen Versuchen, als Zwangsarbeiter. Viele Menschen aus Korea starben als Opfer der Atombomben weil sie an den Tagen der Abwürfe als Zwangsarbeiter in Hiroshima oder Nagasaki waren. Der 2. Weltkrieg endete mit Japans Kapitulation im August 1945. Das war auch das Ende von Korea als Kolonie Japans.

Die Teilung in zwei Länder - Nord- und Südkorea - beruhte auf der Absprache, dass die Sowjetunion und USA zunächst je ein Teil des Landes verwalten. Staatsgründung der Republik Korea, also Südkorea war der 15.08.1948. Am 09.09.1948 gründete sich die Demokratische Volksrepublik Korea, also Nordkorea. 1950 bis 1953 herrschte der Korea - Krieg. TV-Dokumentation "Korea - der vergessene Krieg" Sendetermine.

Seitdem ist die Teilung in Nord-und Südkorea zementiert. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea nennt sich DMZ, die "Demilitarisierte Zone". In Wahrheit ist sie so hoch aufgerüstet wie es nur geht. Der Grenzstreifen ist teils Niemandsland. 1965 konnte dort mit Genehmigung des U.S. -Militärs ein Film gedreht werden. Der ganze Irrsinn erlebt von zwei Kindern. Film DMZ RoK 1965 61 Min. Koreanisch englische Untertitel.

Sich selber überlassen kehrte in den Grenzstreifen eine reiche Tier- und Pflanzenwelt zurück.
 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker beobachtet die Entwicklung der Menschenrechte in Nordkorea, für Koreaner außerhalb Koreas und in Südkorea. Seit 1993 hat die GfbV beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (UN) und legt ihm regelmäßig Stellungnahmen vor.

Grundlage der Menschenrechte sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.48 und danach abgeschlossene Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen. Nord - bzw. Südkorea sind seit 1991 Mitglieder der Vereinten Nationen.

Zur aktuellen Menschenrechtslage von

NORDKOREA
KOREANER AUßERHALB KOREA
SÜDKOREA

Bisherige Aktionen

19. September - 07. November 2021

Glaubensverfolgung früher und heute - Ausstellung

Über die koptisch-christliche Minderheit in Ägypten, die uigurischen Muslime in China, die yezidische Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten, muslimische Rohingya und andere Glaubensgemeinschaften. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht.

Die Vereinten Nationen gründeten sich 1945. Im Dezember 1948 verkündeten sie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Diese gelten für alle und jede*n, jederzeit und überall. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht. Andere sind Pressefreiheit, das Recht auf Leben, das Verbot der Folter, Verbot der Sklaverei, Meinungsfreiheit. das Recht auf Staatsangehörigkeit, das Recht in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen und 22 Menschenrechte mehr. Die Vereinten Nationen zählen 193 Staaten. Sie verpflichten sich auf die Menschenrechte. Darunter Afghanistan, Ägypten, China, Myanmar, Syrien. Nur wenige Staaten gehören nicht den Vereinten Nationen an.

Kirche der Evangelischen Kapernaum-Gemeinde

Berlin - Wedding
Seestraße 34
13353 Berlin

kapernaum-berlin.de

Geöffnet Mi 16.00 bis 18.30 Uhr sowie vor und nach den Gottesdiensten (meist 10.30 bis 11.00 und 11.45 bis 12.15 Uhr).

Eine Zusammenarbeit der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. - Regionalgruppe Berlin und der Evangelischen Kapernaum Gemeinde Berlin

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14. Juni 2018

Kampf der Nachfahren der nordamerikanischen Indianer für das Überleben ihrer Bisons

Gemeinsam mit dem "Zusammenschluss der Unterstützer der Nordamerikanischen Indianer", dem ASNAI e.V., wird die RG am kommenden Donnerstag, den 14. Juni 2018, in der Kreuzberger Axel-Springer-Str. 40 in 10696 Berlin folgende Veranstaltung abhalten:

Mike Mease aus Nordamerika, ein Kämpfer in dieser Sache schon seit über 20 Jahren, wird vortragen, dass Bisons nicht nur schützenswerte Tiere sind, sondern für die dort lebenden Nachkommen der Ureinwohner sehr vieles sind, Kultur, Überleben, Tradition und noch vieles mehr.

Hier unter dem folgenden Link:

http://www.buffalofieldcampaign.org/

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18. bis 21. Mai 2018

Infostand beim Karneval der Kulturen

Wir sind mit dabei, wenn der Karneval der Kulturen erneut Kreuzberg mit seiner bunten Vielfalt einnimmt. Und wir freuen uns auf Ihre Besuche.

Sie finden uns vom am Stand "BP 024" (gegenüber der Bühne "East2West", direkt vor dem Kaufhaus "Domäne").

Freitag, 18. Mai 2018: 16 - 23 Uhr

Samstag, 19. Mai 2018: 11 - 23 Uhr

Sonntag, 20. Mai 2018: 11 - 23 Uhr

Montag, 21. Mai 2018: 11 - 19 Uhr

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Donnerstag, 1. März 2018

Allein in der Freiheit? Außenseiter in Südkorea

19 Uhr im Restaurant Paella (schräg gegenüber ICC, S-Bahn Messe Nord/ICC (WItzleben), Bus M49, X34)

Referent: Dr. Christof Theilemann, Ostasien-Referent, Berliner Missionswerk

Einleitung und Moderation: Annette Kirsch, GfbV-Regionalgruppe Berlin

Bei allem wirtschaftlichen Erfolg Südkoreas erfahren wir über andere Facetten des Landes wenig. Das Berliner Missionswerk arbeitet seit Jahren mit Projekten in Südkorea zusammen, die sich um Menschen kümmert die durch die sozialen Netze fallen. Darunter jugendliche Flüchtlinge aus Nordkorea und Migranten aus den asiatischen Nachbarländern wie Angehörige der koreanischen Minderheit aus China.

Sie können sich das Veranstaltungsplakat hier herunterladen.

Eintritt frei. Spenden erwünscht.

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Samstag, 09.09.17 14-15 Uhr

Nordkorea: Menschenrechte statt Atomsprengköpfe!

Mahnwache vor der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea), Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin-Mitte (U-Mohrenstraße, Bus 200, M48)

Auf dieser Mahnwache fordert die Regionalgruppe Berlin der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Abschaffung der Todesstrafe und tödlicher Lebensumstände in dem fernöstlichen Land. Flyer

Immer mehr Länder auf dem asiatischen Kontinent schaffen die Todesstrafe ab. Zuletzt die Mongolei am 01. Juli 2017. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen legt Wert auf Abschaffung der Todesstrafe. In Nordkorea kann sie auch in Fällen verhängt werden, die international nicht als schwerste Straftaten akzeptiert sind. Manche Paragrafen, die die  Todesstrafe vorsehen, sind schwammig formuliert und können auf beliebige Vorgänge angewendet werden.

Nicht nur durch die mangelhafte Gesetzgebund sind Bürger Nordkoreas der Willkür ausgesetzt. Es gibt weder faire Gerichtsprozesse noch unabhängige Richter. Je schlechter die Einstufung im "Songbun", einer staatlichen Einordnung jeder Person aufgrund des "Familien-Hintergrundes" sowie eigenem "politisch korrekten Verhaltens" ist, desto strenger wird im Fall einer Verurteilung bestraft beispielsweise bei Verurteilung zu Arbeitslager oder mit Verhängung der Todesstrafe. Wer in Nordkorea Geld hat, kann sich ein leichteres Strafmaß kaufen.

Nordkorea schüchtert mit der Todesstrafe seine Bevölkerung ein. Unmenschlich sind die öffentlichen Hinrichtungen. Viele Nordkoreaner werden gezwungen, mindestens einmal in ihrem Leben einer oder mehreren Hinrichtungen zuzusehen. Auch Kinder und Jugendliche!

Die GfbV- Regionalgruppe Berlin fordert Nordkora dringend dazu auf, auch harte Strafen abzuschaffen, die ein erhebliches Sterberisiko beinhalten, wie die Entsendung in ein Straflager. Dort sind Häftlinge Folter, Kälte und Hunger ausgesetzt. Sie müssen unbezahlte Schwerstarbeit leisten. Medizinische Versorgung fehlt. Arbeitsunfälle sind an der Tagessordnung. Öffentliche Hinrichtungen gang und gäbe.

Außerdem müssen Todesschüsse an den Landesgrenzen umgehend eingestellt werden.

Nordkorea gründete sich als Demokratische Volksrepublik Korea am 09. September 1948. Im Dezember 1948 verkündeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Seit September 1991 ist Nordkorea Mitglied der Vereinten Nationen. Dennoch verletzt das Land laufend die Rechte und Grundfreiheiten seiner Bürger.

Fordern Sie mit uns Nordkorea auf: Menschenrechte statt Atomsprengköpfe!

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. / Regionalgruppe Berlin


Siehe

Death Penalty in North Korea - In the machinery of a totalitarian State
Fédération Internationales des ligues des droits de l'Homme (Mai 2013. 40 Seiten)

Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zur Lage der Menschenrechte in der Demokratischen Volksrepublik Korea
Vereinte Nationen (März 2014. Ab Seite 199)

Das Recht auf Leben
Deutsche Gesellschaft der Vereinten Nationen

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Mittwoch, 30.08.17 18-21 Uhr

Das Unabhängigkeitsreferendum in Irakisch-Kurdistan (Südkurdistan)

Ort: Rathaus Charlottenburg (Festsaal), Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin

Vorläufiges Programm:

Moderation: Dr. Rassoul Faki

Eröffnung durch Dr. Rassoul Faki

Musikalische Begleitung durch „Adar Ensemble“

Grußwort des Bezirksbürgermeister Herrn Reinhard Naumann (angefragt)

Grußwort von Matthias Hoffmann (Initiative Schulen für Kurdistan)

Kurzimpuls zur kurdischen Geschichte und der Teilung Kurdistans

Beitrag von Martin Weiss, langjähriger Außenpolitikberater der SPD-Bundestagsfraktion, Nahost-Experte (insbesondere für Kurdistan): "Innerirakische und internationale Reaktionen auf das geplante Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Irak"

Grußwort von Ali Ertan Toprak, Vertreter der kurdischen Gemeinde in Deutschland

Podiumsdiskussion mit Dr. Rassoul Faki und Dipl. Päd. Matthias Hoffmann

Imbiss und Bilderausstellung im Foyer

 

Veranstalter:

Initiative Deutsch-Kurdische Ärzte in Deutschland

Dipl. Päd. Matthias Hoffmann - Schulen für Kurdistan

Berliner Regionalgruppe der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

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Montag, 03.07.17 16 - 17 Uhr

Nordkorea: Menschenrechte statt Atomsprengköpfe!

Mahnwache vor der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea), Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin-Mitte (U-Mohrenstraße) Pressemitteilung

Seit September 1991 ist das Land Mitglied der Vereinten Nationen, verletzt aber laufend die Rechte und Grundfreiheiten aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Bewegungs- , Reisefreiheit und freie Wahl des Aufenthaltsortes garantiert Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Realität in Nordkorea ist davon weit entfernt.

Nordkoreanern ist es nicht erlaubt, innerhalb ihres Landes zu reisen wie es ihnen gefällt. Für Strecken ist eine behördliche Genehmigung notwendig. Offiziell ist diese umsonst. Straßenabschnitte und Ortsgrenzen werden kontrolliert. Wer erwischt wird, wird bestraft.

Wo Nordkoreaner wohnen ist abhängig von dem Arbeitsplatz. Über den entscheidet die Regierung. Wohnen oder Reisen in die Hauptstadt Pjöngjang wird nur dem Kim-Regime besonders loyalen Menschen gestattet. Dem Regime nicht genehme Bürger werden in vorgesehene Gegenden an- und umgesiedelt.

Für die Grenzregionen im Norden gibt es nur ausnahmsweise Reiserlaubnis. Grenzen sind scharf bewacht. Grenzübertritte ohne Genehmigung sind verboten. Sie gelten als Hochverrat und werden schwer bestraft. Die Grenze zu Südkorea gilt als unüberwindbar.

Ins Ausland reisen dürfen nur Personen, die für die Regierung arbeiten oder als Arbeiter vermittelt werden. Arbeiten im Ausland ist heiß begehrt. Aber sie werden kaum etwas von ihrem Lohn oder dem fremden Land sehen. Selbst in den Zielländern maßt sich Nordkorea Vorschriften an.

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit gilt auch Besuchern aus dem Ausland. Egal ob Tourist oder beruflich. Reiseprogramm und die Personen die Reisende treffen dürfen sind festgelegt. Nur wenige Nicht-Regierungs-Organisationen dürfen ins Land. Immer wieder werden Besucher unter ungesicherten Begründungen festgenommen und mit langen Strafen in Lager inhaftiert.

Fordern Sie mit uns Bewegungs- und Reisefreiheit für Nordkoreaner.

GfbV / Regionalgruppe Berlin

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Freitag, 31.03.17 16 bis 17 Uhr

Nordkorea: Menschenrechte statt Atomsprengköpfe!

Mahnwache vor der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea), Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin-Mitte (U-Mohrenstraße)  Flyer

Die Regierung leugnet ihre Existenz, aber Straflager sind in Nordkorea offene Geheimnisse. Warum Leute dort eingesperrt werden und für wie lange, erfahren sie in der Regel nicht. Völlig unschuldige Verwandte werden mit eingesperrt. Einen fairen Gerichtsprozess gibt es nicht. Die Haftbedingungen sind lebensgefährlich - Inhaftierte erwartet Folter, Gewalt die nie geahndet wird und völlig unzureichende Versorgung mit Medizin, Lebensmitteln, Kleidung und Unterkunft. Den ganzen Tag müssen sie Zwangsarbeit verrichten. Abends stundenlange Um"erziehung".

Aus besonders schlimmen Lagern ist zeitlebens kein Entkommen möglich.

Nordkorea gründete sich als Demokratische Volksrepublik Korea 1948. Seit September 1991 ist das Land Mitglied der Vereinten Nationen, verletzt aber die Rechte und Grundfreiheiten aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte jeden Tag.

Wir erinnern eine Regierung Nordkoreas daran die Menschenrechte einzuhalten!

Pressemitteilung 

Siehe oben plus
The Hidden Gulag Second Edition  vom Committee for Human Rights in North Korea
Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights in the Democratic People's Republic of Korea / 22.02.17


GfbV / Regionalgruppe Berlin

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Freitag, 09. Dezember 2016 15 bis 16 Uhr

Nordkorea: Menschenrechte statt Atomsprengköpfe

Mahnwache vor der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea), Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin (U-Mohrenstraße, Bus 200, M48)

Am Vorabend des Internationalen Tages der Menschenrechte fordern wir Nordkorea auf die Menschenrechte einzuhalten. Handzettel

Nordkorea verletzt Menschenrechte aufs Massivste. Ende der 50er Jahre entstand in Nordkorea das "Songbun"-System. Nach ihm teilt der Staat seine Bürger in drei Ober- und ca. 51 Unterkategorien ein. Diese Einteilung besteht von Geburt an. In ihr fließt der "Familien-Hintergrund" ein. "Verbesserungen" durch eigenes Verhalten sind begrenzt, dagegen der freie Fall nach unten möglich.

Güter (z.B. Nahrungsmittel), Dienstleistungen (z.B. Arte der Ausbildung) verteilt in Nordkorea der Staat. Und zwar entsprechend dieser Einstufung. Wer auf den oberen Plätzen steht erhält eine bessere Ausbildung, mehr Nahrungsmittel, mehr und besser von allem. Wer auf die unteren Plätze eingestuft ist, verhungert möglicherweise.

Wir fordern Nordkorea auf, das "Songbun"-System abzuschaffen!

Auf der Rangliste der Korruption im öffentlichen Sektor von Transparency International teilt sich das Land den letzten Platz mit Somalia. Korruption führt zu Menschenrechtsverletzungen. Wenn bei einer ineffizienten Verwaltung und dem Mangel an allem auch noch bei der Verteilung diskriminiert wird ist das Nährboden für Korruption. Gerade Menschen mit eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten haben wenig Geld. Gerade sie müssen in Nordkorea ausfallende staatliche Leistungen auf einem Schwarzmarkt kaufen.

Wir fordern Nordkorea auf, der Konvention gegen Korruption der Vereinten Nationen (UNCAC) beizutreten, ihr Gesetzeskraft zu geben und sie umzusetzen!

Nordkorea gründete sich als Demokratische Volksrepublik Korea 1948. Wenige Wochen später legten die Vereinten Nationen die allgemeinen Grundsätze der Menschenrechte fest. Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verpflichten sich zur Einhaltung dieser Rechte und Grundfreiheiten. Nordkorea ist seit September 1991 Mitglied der Vereinten Nationen, verletzt aber diese Rechte und Grundfreiheiten laufend.

Wir erinnern die Regierung Nordkoreas daran die Menschenrechte einzuhalten!

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Mo, 28.11.16 19:30 Uhr

Agrokalypse - Gensoja am Beispiel Brasilien

Filmvorführung. Anschließend Diskussion. Eintritt frei.

Die einen leben auf Kosten der anderen - dies muss aber nicht immer so sein!

Offizieller Kinotrailer
www.agrokalypse.de

Ort:
Nebenraum des Gasthauses "Paella". Charlottenburg, Nähe des ICC und ZOB .
Wundtstraße 72, 14057 Berlin. Ecke Neue Kantstraße.

S-Bahnhof "Messe Nord/ICC". Von dorther nur noch 30 Meter die Neue Kantstraße in Richtung Berlin City laufen. Auf der linken Seite etwas zurückversetzt befindet sich der Eingang des Lokals.
 

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Freitag, 09. September 2016 16 bis 17 Uhr

Nordkorea: Menschenrechte statt Atomsprengköpfe

Mahnwache vor der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea), Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin

Wir fordern die Regierung Nordkoreas auf, die Menschenrechte einzuhalten!

Am selben Tag an dem Nordkorea seinen fünften Atomversuch startete, standen wir vor ihrer Botschaft und hielten dem Botschafter und seinen Mitarbeitern dieses Transparent vor.


Pressemitteilung der GfbV vom 06.09.16

Unter dem Motto „Menschenrechte statt Atomsprengköpfe“ ruft die Regionalgruppe Berlin der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zu einer Mahnwache vor der nordkoreanischen Botschaft in Berlin am Nationalfeiertag der Demokratischen Volksrepublik, dem kommenden Freitag auf. Der Staat wurde am 9. September 1948 gegründet. Außerdem jährt sich die Mitgliedschaft des Landes bei den Vereinten Nationen am 17. September zum 25. Mal.

In Nordkorea existieren weder Gedanken- und Religionsfreiheit (Artikel 18) noch Meinungsfreiheit, das Recht sich zu informieren oder Pressefreiheit (Artikel 19). Wer dort nicht der offiziellen Linie folgt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Andersdenkende werden von dem Regime mit gnadenloser Härte bestraft, Abweichler und ihre Angehörigen Jahrzehnte lang in Arbeits- oder Umerziehungslager gesteckt, Todesurteile rigoros verhängt und vollstreckt. Viele Opfer, die dem Regime entkommen konnten, berichten, sie hätten die Hölle auf Erden durchlebt.

Laut Verfassung muss in der Demokratischen Volksrepublik Korea zwar Religionsfreiheit gewährt werden, doch die Realität sieht anders aus. Niemand kann sich über Religionen wie Buddhismus, Christentum oder koreanische Religionen informieren oder sie gar leben. Ihre Grundlagen, wie z.B. Schriften sind kaum verbreitet und wer sie besitzt, wird strengstens bestraft. Alte buddhistische Klöster oder christliche Kirchen, die in Pjöngyang stehen, müssen als "Kosmetik" für das Ausland verstanden werden.

Auch Meinungs- und Pressefreiheit garantiert die Verfassung. Aber andere Meinungen als die der Regierung können in Nordkorea weder erfahren noch vertreten werden. Es gibt keine Medien, die Meinungen veröffentlichen können, die auch nur im Ansatz von der der Regierung abweichen. Selbst wer im privaten Kreis eine eigene Meinung vertritt, geht ein sehr hohes Risiko ein. Unabhängig recherchieren können weder In- noch Ausländer. Wir können diese Menschenrechtsverletzungen nicht stillschweigend hinnehmen.

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Mo, 02.05.16 20 Uhr

Katalonien auf dem Weg zur Unabhängigkeit ?

Gespräch über aktuelle Entwicklungen in Katalonien und grundsätzlich über Autonomie, Föderalismus, Nationalstaat und Minderheitenfragen

mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus-Jürgen Nagel
(Departament de Ciències Polítiques i Socials Universitat Pompeu Fabra, Barcelona)

Einblick in die Thematik: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Nagel spricht auf der Konferenz der Universität Zürich “Katalonien und der Wunsch nach Unabhängigkeit” (Video auf youtube).

Veranstaltungs-Ort: Restaurant "Paella". Mexikanische Küche.
Wundtstr. 72. 14057 Berlin-Charlottenburg. S-Bahnhof Messedamm/ICC. Mehrere Bus-Linien.

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22.01.2016

Mahnwache zu 1. Deutsch-Türkischen Regierungskonsultationen

Mit einer Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt wird die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am heutigen Freitag (22.01.16, von 12.30 bis 14:30 Uhr) an Bundeskanzlerin Angela Merkel appellieren, die türkische Regierung dazu zu drängen, den Dialog mit Kurden wiederaufzunehmen und die Grenze nach Syrien für Hilfslieferungen zu öffnen.

"Die Türkei gehört an die Seite Europas. Wie wichtig das ist, hat die Bundesregierung noch vor einem Jahr verkannt. Beim letzten Davutoğlu-Besuch gab es mit den Kurden noch den Friedensprozess, jetzt ist die Türkei in einen Drei-Fronten-Krieg verstrickt, hat wieder Bürgerkrieg im eigenen Land, behindert in Syrien die Friedensgespräche und trägt so mehr zur Massenflucht bei, als sie sie einzudämmen kann. Die Kanzlerin muss jetzt der Türkei unsere Interessen unmissverständlich klar machen, aber auch deren Interessen endlich ernst nehmen", erläutert Pfr. Christian Johnsen die Aktion, der sie als stellvertretender Bundesregionalgruppensprecher der GfbV heute vor dem Kanzleramt leiten wird. 

"Die Türkei muss ihre Unterdrückungs- und Verfolgungspolitik gegenüber den 15 Millionen Kurden im eigenen Land sowie den Angehörigen dieser Volksgruppe in den Nachbarstaaten schnell beenden“, unterstreicht Tilman Zülch, Generalsekretär der GfbV. „Deshalb müssen Deutschland und Europa ihren Nato-Partner dazu bewegen, zum Dialog zurückzukehren."

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19.09.2015

Mahnwache gegen Erdogans Krieg

Erdogans Krieg beenden! Frieden jetzt! Erdoganin Savasi bitsin! Baris simdi!

Große Transparente der GfbV mit der Aufschrift „Erdogans Krieg beenden – Frie­den jetzt!“ richten sich sowohl an die regierende AKP-Partei als auch die kurdische PKK: Sie sollen einen beiderseitigen Waffenstillstand erklären und umgehend sowie ohne Vorbedingungen zu den Friedensverhandlungen zurückkehren.

 

Sowohl die PKK als auch das türkische Militär dürfen die Zivilbevölkerung nicht in Mitleiden­schaft ziehen, verlangt die GfbV. Zivilisten und die wenigen noch in der Türkei lebenden christlichen Assyrer/Aramäer, Armenier, Yeziden sowie andere Minder­heiten müssen geschützt werden.

„Die AKP und die türkischen Behörden müssen dafür sorgen, dass alle Übergriffe auf Büros der demokratisch gewählten Parteien sofort eingestellt werden. Außerdem muss gegen die Verantwortlichen für die bisherigen Übergriffe juristisch vor­gegangen werden“, erklärt die Menschenrechtsorganisation. Vom 7. bis 8. September wurden mindestens 305 Angriffe ultranationalistischer und radikalislamisti­scher Gruppen gegen Büros der prokurdischen HDP gezählt.

Das Schicksal von Cizîra Botan (Cizre), einer mehrheitlich kurdischen Stadt im tür­kisch-syrisch-irakischen Dreiländereck mit etwa 100.000 Einwohnern, steht bei­spielhaft für das Leid der kurdischen Zivilbevölkerung in den vergangenen Wochen. Seit dem 4. September ist Cizîra Botan von der türkischen Armee umzingelt. Das Militär vermutete, dass sich PKK-Kämpfer in der Stadt aufhielten und ging gezielt gegen die Zivilisten vor. Das türkische Innenministerium bezeichnete alle Getöte­ten als PKK-Kämpfer. Augenzeugen berichteten jedoch, dass während der ersten tagelangen Ausgangssperre bis zum 12. September 21 Zivilisten von türkischen Sicherheitskräften getötet wurden. Die Namen dieser Toten, unter denen sich auch ein elf-Monate altes Kleinkind befindet, liegen der GfbV vor. Einer Deutsch-Kurdin, die sich noch immer in der Stadt aufhält, ist es gelungen, die Namen der Opfer zu dokumentieren und an die GfbV weiterzugeben.

„Um einen konstruktiven politischen Dialog mit allen Vertretern der kurdischen Bevölkerung in der Türkei, in Syrien und im Irak beginnen zu können, darf die türki­sche Armee keine grenzüberschreitenden Angriffe in Richtung Irak oder Syrien mehr unternehmen“, fordert die GfbV.

 

Bericht

 

Teilnehmende

Bei der Berliner Mahnwache am 19.09.2015, 11:00-12:15 Uhr, nahmen 26 Personen teil. Aus der Berliner Regionalgruppe waren 5 Personen da, neben mir als Versammlungsleiter Stefan, Rassoul, Eberhard, Annette, aus deren zahlenden meine Frau und ein zahlendes Mitglied der GfbV, das gelegentlich zu Aktionen kommt, aber nie zu unseren Treffen, außerdem 3 Armenier, die sich ebenfalls als "GfbV Regionalgruppe Berlin" bezeichneten, aber auch noch nie bei den Treffen waren. Von unserem Berliner Büro kam außerdem 1 Praktikant Von Berliner Verein Komkar waren 2 Teilnehmende, der Geschäftsführer, Herr Aktas, und ein Mitglied dabei. 1 Kurdin, Frau Amen, hatte uns im Internet über den Komkar-Verband gefunden, ob sie dort Mitglied ist, ist unklar. 7 Personen waren von der Partei Yetik  gekommen, darunter 5 junge Flüchtlinge aus Afrin, die in der Unterkunft in der Prenzlauer Allee wohnen und erst seit kurzem in Deutschland sind. Zusätzlich zu diesen 20 Teilnehmenden, die ich persönlich begrüßt hatte und an die ich mich konkret erinnern kann, hat Stefan während der Veranstaltung 6 weitere gezählt, die ich rückblickend nicht mehr zuordnen kann. 

Ankündigung und Medienresonanz

Im Internet hatten sich über facebook zunächst 7 Personen angekündigt, von denen allerdings keine einzige kam. Die Veranstaltung wurde mehrfach geliked und geteilt. Es gab aber von turkmenisch-türkischer Seite kritische Stimmen und eine intensive Online-Diskussion auf der Seite der facebook-Veranstaltung. Ein turkmenischer Diskutant und eine kurdische Diskutantin haben ihre Posts hinterher dort wieder gelöscht, so dass man nur meine Antworten sieht. Ca. 10% meiner türkischen facebookfreunde haben die facebook-Freundschaft am Tag der Veranstaltung beendet. Die Mahnwache wurde online außer auf verschiedenen facebook-Seiten auch auf der GfbV-Seite unter Termine und auf der Berliner RG-Seite angekündigt. Dabei stellte sich heraus, dass man dort keine Bilder hochladen kann, was ein Programmier- bzw. Rechte-Setzungs-Fehler seitens der Agentur war und wegen Urlaub der zuständigen Mitarbeitenden dort noch nicht behoben werden konnte. Die Pressemitteilung der GfbV wurde von keiner Berliner Redaktion vorab gedruckt. Immerhin war aberzur Veranstaltung selbst Herr Gabbert als Fotograf für dpa gekommen.

Durchführung

Das Wetter in Berlin war an diesem Samstag Morgen sonnig und warm. Als erstes waren die Polizisten vor Ort. Da es bei diesem Thema schon Zusammenstöße in Berlin zwischen kurdischen und turkmenischen Türken gegeben hatte, waren dort am Anfang ca 10 Beamte, die aber nicht alle bis zum Ende der Kundgebung blieben. Stefan hatte vom Berliner Büro am Tag zuvor das große Transparent mit dem Motto und zwei kleine allgemeine GfbV Transparente geholt, von denen Stefan und Rassoul zunächst die beiden kleinen an den kleinen Pfeilern fixierten, die den Tiergarten von der Straße und der Bushaltestelle gegenüber der türkischen Botschaft trennen. Die Armenier hatten eigens ein Transparent erstellt, indem ein weißer Halbmond mit Stern auf rotem Hintergrund den Buchstaben "G" ersetzt, gefolgt von der Buchstabengruppe "enozid". Frau Amen hatte außerdem ihr vielseitig einsetzbares Kurdistan-Band dabei. Das große Transparent mit Erdogans Gesicht, den Totenschädeln, dem Motto und dem GfbV-Logo wurde während der gesamten Veranstaltung von wechselnden Teilnehmenden in Richtung der Botschaft hochgehalten, wo allerdings an diesem Samstag niemand arbeitete. Auch S.E. Karsioglu war nicht anwesen, obwohl sein R.R. von der Botschaft stand, aber den benutzt er sowieso nie, trotz Zulassung. Während der ersten Stunde wurden von den Teilnehmenden selbst viele Fotos gemacht und angeregte Gespräche untereinander geführt. Stefan hatte im Büro auch einige Flyer in A5 gedruckt, die während der Mahnwache an Teilnehmende und interessiert Passanten oder Wartende an der Bushaltestelle verteilt wurden. Bei der zu Yekiti gehörenden Flüchtlingsgruppe war am Anfang nicht ganz klar, ob sie teilnehmen oder nur die Kundgebung von etwas weiter weg beobachten will. Das lag vor allem daran, dass sie noch kein Deutsch konnten und sie unseren Flyer nicht verstanden. Zunächbst übersetzte ich den Satz für Satz ins Englische und ein etwa 20jähriger Flüchtling aus Afrin, der in Aleppo zu studieren begonnen hatte und deshalb gut Englisch konnte, übersetzte dann weiter ins Kurmanci, das von den teilnehmenden Kurden zum Glück Rassoul beherrscht, der uns dann beim Übersetzen ablöste. Schließlich konnten wir sie überzeugen teilzhunehmen und sogar unser Transparent mit zu halten. Ich hatte in Absprache mit Stefan vorsichtshalber ein Megaphon beschafft, mit dem am Schluss unsere armenischen Freunde eine vorbereitete Kundgebung verlesen konnten, wonach ich das Ende der Versammlung bekannt gab und mich im Namen der GfbV bei den Teilnehmenden bedankte.

Im Anschluss nahmen meine Frau und ich in der Prager Straße in Wilmersdorf im Gegenzug an einer Gedenkveranstaltung für die am 17.09.1992 beim Mykonos-Attentat ermordeten Kurden teil, zu der Komkar eingeladen hatte. Dort trafen wir auch Frau Amen wieder. 

 

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28.01. bis 28.02.2015

Ausstellung „Amazonien - was soll uns bleiben?"

Der Yasuní-Nationalpark in Ecuador ist eines der artenreichsten Gebiete der Erde. Er ist die Heimat zahlreicher indigener Gemeinschaften, darunter die kontaktierten Waorani und die in freiwilliger Abgeschiedenheit lebenden Tagaeri-Taromenane. Dieses Paradies ist durch Ölförderungen bedroht.  

 

Aktuell ist die (noch mind.) bis zum 28. Februar 2015 laufende Ausstellung „Amazonien - was soll uns bleiben? Kontraste in Grün-Schwarz“ zur Ölförderung und indigener Rechte in Ecuador. Die Ausstellung, organisiert von Thea, ist zu finden im Eingangsbereich im Lateinamerika-Institut der FU Berlin, Rüdesheimer Straße 54-56 in 14197 Berlin Dahlem (am Breitenbachplatz).  

 

Rückblick zur Diskussion im Anschluss an den Vortrag

"YASunidos - für den Yasuní, für eine Post-Erdölgesellschaft"

von Katharina Schwirkus und Josephine Koch, beide von YASunidos in Ecuador/Deutschland

In unserem Einführungsvortrag haben wir über den aktuellen zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die Erdölbohrungen im Yasuní berichtet und YASunidos als zivilgesellschaftliche Bewegung vorgestellt. Unser Ziel war es, die Problematik um die Erdölförderung in Ecuador allgemein und speziell im Yasuní zu beleuchten und im Rahmen eines Spendenaufrufs um Unterstützung für die YASunidos-Bewegung und ihre Arbeit zu werben.

Der Vortragsraum im Lateinamerika-Institut der FU Berlin war mit ca. 45-50 Personen voll besetzt. Unter den Anwesenden befand sich auch der ecuadorianische Botschafter Jorge Jurado, der die Veranstaltung mit drei (!) weiteren Botschaftsangehörigen besuchte. Im Anschluss an unseren Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, hauptsächlich zwischen uns Referentinnen und dem Publikum auf der einen Seite und den VertreterInnen der ecuadorianischen Botschaft auf der anderen. Dabei hatte Botschafter Jurado unseren Ausführungen zu den Repressionen und Schikanen gegenüber YASunidos-Mitgliedern und anderen ecuadorianischen UmweltaktivistInnen nichts Überzeugendes entgegenzusetzen. Zwar stritt er die massenhafte Manipulation und Annullierung der Unterschriften für das Referendum ab, konnte die Vorwürfe aber nicht glaubhaft entkräften.

Auch die Tatsache, dass ein großer Teil der EcuadorianerInnen die Nichtausbeutung der ITT-Blöcke befürwortet und ein Referendum über die „ÖlFrage“ fordert, ignorierte der Botschafter geflissentlich. Der Argumentation seiner Regierung folgend, habe Ecuador ein Recht auf Entwicklung und strebe nach sozialer Gleichheit. Solange Kinder in Ecuador unter Armut leiden und nicht zur Schule gehen können, seien die neuen Erdölförderpläne - auch im YasuníNationalpark - gerechtfertigt, so der Botschafter.

Dem entgegnete beispielsweise Christian Johnsen* von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), der ebenfalls als Zuhörer zur Veranstaltung kam, dass das Bemühen um soziale Gleichheit natürlich legitim sei, aber eben nicht über die Rechte von Minderheiten gestellt werden dürfe. Das Leben der indigenen Gruppen im Yasuní werde durch die Ölförderung akut und massiv bedroht.

Katharina und ich verwiesen außerdem auf die einmalige, unschätzbare Biodiversität des Yasuní und die klimapolitische Relevanz der „Yasuní-Idee“ weltweit. Darüber hinaus gehe mit dem Ausbau der Ölförderung im Yasuní-ITT keinesfalls automatisch eine Verbesserung der ökonomischen und sozialen Situation aller im Land einher. Auch nach über 40 Jahren Ölförderung in Ecuador gehörten die Gebiete, in denen Öl abgebaut wird, noch immer zu den ärmsten des Landes. Zudem sei die Höhe des Gewinns an dem besonders schwierig zu extrahierenden Schweröls im ITT angesichts der niedrigen Ölpreise und abzüglich der hohen sozialökologischen Kosten sowie der immensen Investitionen für den Infrastrukturaufbau im ITT sehr fraglich.

Wir machten darüber hinaus klar, dass es gar nicht darum geht, die Erdölförderung und den Ressourcenabbau im Allgemeinen von einem Tag auf den anderen zu stoppen, sondern zunächst erst einmal darum, sie nicht auszuweiten. Vielmehr sollten Alternativen, wie u.a. durch die ITT-Initiative vorgeschlagen, genutzt und die internationale Gemeinschaft bei ihrer Implementierung wieder stärker einbezogen werden. Schließlich könne auf diese Weise mittelfristig eine nachhaltige, solidarische Wirtschaft aufgebaut und eine PostErdölgesellschaft erreicht werden – ganz im Sinne des andinen, alternativen Entwicklungskonzepts Buen Vivir, das auch von der ecuadorianischen Regierung vertreten wird. Deren propagierte Strategie, den „Extraktivismus durch den Extraktivismus“ - gemeint ist durch die erweiterte Ölförderung im Yasuní-ITT - zu „überwinden“, erschien jedoch auch an diesem Abend nicht mehr als eine Phrase, hinter der kein konsistenter Plan für eine ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung steht.

Demgegenüber rechnete Stefan Golla, der sich in der YASunidos-Gruppe Dresden engagiert und sich ebenfalls zu Wort meldete, ganz konkret vor, wie durch den Ausbau erneuerbarer Energien in Ecuador der Yasuní-ITT unberührt bleiben könne und der Ausstieg aus der Ölabhängigkeit möglich werde. Laut der Ergebnisse seiner eigenen wissenschaftlichen Energiestudie, in der er auch Zukunftsszenarien für Ecuador aufzeigt, könne der ecuadorianische Stromsektor theoretisch schon innerhalb von nur 7 Jahren aus 100% erneuerbaren Energien bestehen, wenn ihr Anteil jährlich um 1 GW ausgebaut würde. Rund die Hälfte des bisher geförderten Erdöls werde dann nicht mehr für die eigene Energieversorgung benötigt, sondern könnte komplett exportiert werden. Bis 2050 erwirtschaftete man so ca. 20 Mrd. USD (bei 50 USD pro Barrel) extra. Statt neue Ölquellen, wie die ITT-Felder im Yasuní zu erschließen, könnten bestehende Fördergebiete schrittweise stillgelegt und mit dem Gewinnüberschuss die Diversifizierung der ecuadorianischen Wirtschaft vorangetrieben werden.

Daneben betonte auch Irina Roerig, eine weitere interessierte und engagierte Bürgerin unter den ZuhörerInnen, die Bereitschaft aus vielen Teilen der Zivilgesellschaft, gemeinsam, über nationale Grenzen hinweg und jenseits überheblicher neo-kolonialer Attitüden, nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Wir, die Zivilgesellschaft, erkannten durchaus unsere ökologische Schuld und viele von uns seien über den Ausgang der Yasuní-ITT-Initiative, an dem der ehm. deutsche Entwicklungsminister Niebel seinen Anteil hatte, sehr erschüttert. Umso wichtiger sei es nun, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten und den Yasuní mit seinen BewohnerInnen nicht aufzugeben.

Botschafter Jurado, sichtlich beeindruckt von dem gut informierten, aber auch engagierten Publikum, bemühte sich schließlich um versöhnliche Töne und befand, dass „uns mehr verbindet als trennt“. Er bekundete großes Interesse sowohl an der erwähnten Energiestudie als auch an den Kooperationsbemühungen und unterstrich seine Dialogbereitschaft. Katharina und ich versichertem dem ecuadorianischen Botschafter, ihn in Puncto Dialog und Lösungsfindung gern beim Wort zu nehmen. Gleichzeitig bekräftigten wir, dass wir als VertreterInnen von YASunidos an der Kritik an der ecuadorianischen Regierung weiterhin festhielten und uns bei der Rettung des Yasuní nicht auf Regierungen allein verlassen werden.

Josephine Koch Josephine.koch@yasunidos.org

* Im Originalbericht stand statt "Christian Johnsen" fälschlicherweise "Christoph Baumann"

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