Freimut Duve verstarb am 3. März 2020 in Hamburg. Bild: MoSchle via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0).
Zum Tod von Freimut Duve
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) trauert um Freimut Duve, der die Arbeit der Menschenrechtsorganisation lange begleitet und unterstützt hat. Als Lektor des Rowohlt Verlags und Herausgeber der Buchreihe rororo aktuell leistete Duve in den 1970er und 80er-Jahren einen wichtigen Beitrag dazu, die Probleme und Belange bedrohter Völker einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Protest der GfbV vor dem Konserthuset in Stockholm. Foto: Siems/GfbV
Nur Verachtung für die Opfer
Proteste in Stockholm gegen Nobelpreis an Handke:
• „Handke hat für die Opfer nur Verachtung übrig und steht weiter an der Seite der Täter“
• „Er schürt nationalistischen Hass und glorifiziert Verbrecher“
• Mehrere Rechtsterroristen hatten sich auf serbische Ultranationalisten berufen
Das Stockholmer Konzerthaus am Heumarkt (Hötorget), in dem die feierliche Überreichung aller Preise mit Ausnahme des Friedenspreises stattfindet. Foto: Jonas Bergsten via Wikimedia
Forderung zur Nobelpreisverleihung an Peter Handke
Nobelpreiszeremonie für Peter Handke:
• GfbV fordert Schweigeminute für die Opfer des Genozids in Bosnien
• Schwedische Akademie müsse sich von Handkes Ansichten distanzieren
• Die moralische Integrität des Preises und des Komitees stünden auf dem Spiel
Die Schriftstellerin hatte ihren Rückzug am Montag bekannt gegeben und unter anderem damit begründet, dass Handke zum Literaturnobelpreisträger 2019 ausgewählt wurde. Auch der Schriftsteller Kristoffer Leandoer scheidet aus dem Gremium aus. Ihm ging der Veränderungsprozess bei der Schwedischen Akademie nach dem Skandaljahr 2018 nicht schnell genug. Foto: S. Hermann & F. Richter via pixabay
Literaturnobelpreis
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Rückzug der Schriftstellerin Gun-Britt Sundström aus dem Literaturnobelpreis-Komitee begrüßt. „Dieser Schritt zollt den Genozidopfern von Srebrenica, die der diesjährige Preisträger Peter Handke so tief verletzt hat, Respekt. Wir danken Frau Sundström für ihren Entschluss und dafür, dass sie ihre moralische Integrität öffentlich beweist“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Göttingen.
Rückzug wegen Auszeichnung von Handke – Menschenrechtler danken Schriftstellerin Sundström für moralische Integrität – Glaubwürdigkeit des Nobelkomitees tief erschüttert
Sieben serbische Angeklagte, darunter Mitglieder der serbischen Führung, hat der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) für den Genozid von Srebrenica verurteilt. Unmittelbar nach dem Völkermordverbrechen war Handke 1995 nach Serbien gereist und hatte über seine Eindrücke ein Buch verfasst. Foto: Photo RNW.org via Flickr (CC BY-ND 2.0)
Nobelpreis für Peter Handke
Nobelpreis für Peter Handke:
• GfbV fordert Suhrkamp auf, Peter Handke ins Gewissen zu reden
• Der Verlag müsse seinen Autor dazu bringen, auch im moralischen Sinne Verantwortung für seine Sprache zu übernehmen
• Sonst schließe er sich ohne Not der Verhöhnung der Opfer an
• Handke sollte sich von seinen früheren Äußerungen zum Völkermord distanzieren
• Er sollte Überlebende treffen und sich bei ihnen entschuldigen
• Serbische Ultranationalisten wollen den Preis bereits für sich vereinnahmen
Literaturnobelpreis für Peter Handke. Foto: Gorupdebesanez/ Wikimedia Commons.
Literaturnobelpreis für Peter Handke
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke: „Während des Bosnienkrieges hat sich Handke bedingungslos an die Seite serbischer Kriegsverbrecher gestellt“, erinnert Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung.
Kritik zum 24. Jahrestag des Genozids von Srebrenica (11.7.):
• Die internationale Gemeinschaft hilft nicht mehr, Genozidopfer zu identifizieren
• Das lokale Institut wird aus der serbischen Republika Srpska behindert
• Dort wird der Genozid geleugnet und verurteile Verbrecher als Helden verehrt
Anlässlich der Westbalkankonferenz, die morgen im polnischen Posen beginnt, kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Herangehensweise der EU und der deutschen Bundesregierung. Header Bild: Österreichisches Außenministerium via Flickr (CC BY 2.0).
Westbalkankonferenz in Posen (5.7.)
GfbV-Forderungen zur Westbalkankonferenz in Posen:
– Glaubwürdige Beitrittsperspektiven schaffen
– Minderheitenrechte stärken
– Genozidleugnung unter Strafe stellen