Während das heutige Urteil Karadzics Verantwortung für den Genozid in Srebrenica bestätigt, wurden die Verbrechen in sieben weiteren Gemeinden Bosniens erneut nicht als Völkermord, sondern nur lediglich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt. Foto: GfbV (2016)
Urteil im Karadžic-Berufungsverfahren:
Radovan Karadžic wurde am heutigen Mittwoch in Den Haag rechtskräftig wegen Genozid in Srebrenica und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die lebenslange Haftstrafe – ist jedoch enttäuscht, dass der Richterrat die Verbrechen in den Orten Prijedor, Sanski Most, Kljuc, Zvornik, Bratunac, Vlasenica und Foca nicht beim Namen nennt: Auch dort ist Völkermord verübt worden.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Überlebenden dieser schweren Verbrechen erwarten, dass die Täter belangt werden. Bild: GfbV (2016)
Karadzic-Berufungsverfahren
Radovan Karadzic wurde wegen Völkermordes in Srebrenica, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 40 Jahren Haft verurteilt. Im Berufungsverfahren wird das zuständige Gericht am 20. März 2019 in Den Haag sein Urteil verkünden. Rechtsextreme wie der Christchurch-Terrorist Brenton Tarrant berufen sich bis heute auf Karadži? und seine mörderische Ideologie.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Regierung in Bosnien und Herzegowina (BiH) vorgeworfen, bei den bevorstehenden allgemeinen Wahlen Minderheiten auszugrenzen und zu diskriminieren.
In Bihac besteht das Camp für Geflüchtete aus zwei Teilen: dem wilden Zeltlager zwischen den Bäumen und der Ruine eines Anfang der 1990er Jahre nur halb fertiggestellten Studentenwohnheims, das nach dem Krieg verfallen ist. Bild: Sascha Schießl
Bosnien: Gestrandete Flüchtlinge müssen besser versorgt werden
In Sorge um Leben und Gesundheit von bis zu 5.000 im Nordwesten Bosniens gestrandeten Flüchtlingen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch an die Regierungen der Europäischen Union appelliert, sich um diese immer verzweifelteren Menschen zu kümmern und das offenbar überforderte Bosnien zu entlasten.
Hatidza Mehmedovic (zweite von rechts) bei einer Mahnwache der Gesellschaft für bedrohte Völker vor dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag, während der Bekanntgabe des Urteils gegen den ehemaligen bosnisch-serbischen General Ratko Mladic am 22.11.2017.
Bild: GfbV
Hatidza Mehmedovic ist tot
Die Gesellschaft für bedrohte Völker trauert um ihre langjährige Mitarbeiterin und Präsidentin der „Srebrenica-Mütter“, Hatidza Mehmedovic.Nach langer schwerer Krankheit ist sie am Sonntagabend in Sarajevo im Alter von 66 Jahren gestorben.
Die westbalkanischen Staaten im Jahr 2018. Von Nord nach Süd: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien, Mazedonien. Bild: Marko7 via Wikimedia Commons
Westbalkan-Gipfel in London: Eine gerechte Zukunft für den Westbalkan gestalten
Die EU-Staaten müssen die Regierungschefs des Westbalkans in die Pflicht nehmen, für die angestrebte Aufnahme in die EU-Familie grundlegende Reformen in ihren Ländern durchzusetzen.
Die EU muss ihrer Führungsrolle auf dem Westbalkan gerecht werden und alle Länder in die Lage versetzen, sich zu einer demokratischen und gerechten Gesellschaft zu entwickeln. Bild: pxhere
Europa: Sind die Westbalkan-Länder reif für die europäische Union?
Die EU muss ihrer Führungsrolle auf dem Westbalkan gerecht werden und alle Länder in die Lage versetzen, sich zu einer demokratischen und gerechten Gesellschaft zu entwickeln.
Die EU muss ihrer Führungsrolle auf dem Westbalkan gerecht werden und alle Länder in die Lage versetzen, sich zu einer gerechten Gesellschaft zu entwickeln, in der Menschen- und Minderheitenrechte gewährleistet sind. Bild: Lizenzfrei
Westbalkan: Stabilisierung der Konfliktregion gefordert
Für eine Stabilisierung der konfliktreichen Westbalkan-Region hält es die Gesellschaft für bedrohte Völker für dringend nötig, dass alle mutmaßlichen Kriegsverbrecher in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens juristisch verfolgt und bestraft werden.
Bedauerlich ist, dass Juncker kein Wort über die soziale Lage der Roma-Bevölkerungen im West-Balkan verloren hat. Foto: Nikolay Doychinov (EU2018BG) via Flickr
Europäische Union soll sich mehr für Roma und Bosnien einsetzen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker-International (GfbV-I) hat eine kritische Bilanz der West-Balkan-Reise des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker gezogen.