Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert Bundeskanzler Olaf Scholz auf, einen besonderen Schwerpunkt seiner morgen beginnenden Südamerika-Reise auf die Rechte der indigenen Völker dieser Länder zu legen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit dürfe keinesfalls indigene Rechte beschneiden. Das müsse der Bundeskanzler auf seiner Reise nach Brasilien, Chile und Argentinien deutlich machen.
Amtsantritt des neuen Präsidenten Brasiliens (1.1.)
Die indigenen Völker Brasiliens verbinden mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva am 1. Januar 2023 wichtige Forderungen bezüglich ihrer Rechte. Die rechtliche Anerkennung ihrer Territorien, die unter der vorherigen Regierung komplett ausgesetzt wurde, steht ganz oben auf der Agenda. Zudem hat die Regierung Bolsonaro einige indigenenfeindliche Rechtsakte erlassen, die die neue Regierung schnellstmöglich aufheben muss.
Indigene Völker aller Kontinente werden ihren Anliegen auf der Weltklimakonferenz COP27 Gehör verschaffen. Auch mit Unterstützung der Gesellschaft für bedrohte Völker reisen indigene Vertreterinnen und Vertreter darum nach Scharm asch-Schaich. Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen indigener Völker immens. Zugleich spielen sie durch ihr einzigartiges Wissen eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Krise.
Eine zweite Amtszeit für den amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro wäre eine Katastrophe für die indigenen Völker Brasiliens. Zu dieser Einschätzung kommt die Gesellschaft für bedrohte Völker vor der Stichwahl zwischen Bolsonaro und seinem linksgerichteten Herausforderer Luís Inácio Lula da Silva am 30. Oktober. Seit Bolsonaros Amtsantritt nahm die Gewalt gegen indigene Gemeinschaften unaufhörlich zu.
Bei den brasilianischen Wahlen am 2. Oktober treten in diesem Jahr 182 Kandidierende aus 45 indigenen Völkern an. Sie stammen aus insgesamt 24 Bundesstaaten im Amazonasgebiet, im Nordosten und Südosten, im mittleren Westen und Süden Brasiliens. Die brasilianische Bevölkerung wählt neben dem Präsidenten neue Gouverneure sowie Abgeordnete des Senats und des Kongresses. Auch über die Landesparlamente in allen 26 Bundesstaaten wird abgestimmt.
Um auf die verzweifelte Lage der Yanomami im brasilianischen Regenwald aufmerksam zu machen, veranstaltet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am kommenden Dienstag, dem Internationalen Tag …
ILO-Konvention 169 tritt für Deutschland in Kraft (23.6.)
In Deutschland tritt am 23. Juni 2022 die Ratifizierung der ILO-Konvention 169 in Kraft. Mit dem Beitritt sendet Deutschland ein wichtiges Signal. Doch dem Beitritt mit großem Symbolgehalt müssen nun auch konkrete Taten folgen. Der Koordinationskreis ILO 169 appelliert an die Deutsche Bundesregierung, noch in dieser Legislaturperiode eine ressortübergreifende Strategie zum Schutz der Rechte indigener Völker zu erarbeiten und konsequent umzusetzen.
Die indigene Vereinigung „Hutukara Yanomami“ hat neue Daten über die aktuelle Lage der Yanomami in den brasilianischen Bundesstaaten Amazonas und Roraima veröffentlich. Dem Bericht zufolge haben illegale Bergbauaktivitäten auf den Territorien der Gemeinschaft im Jahr 2021 um 46 Prozent zugenommen. Dabei stieg auch die Zahl der gewaltsamen Übergriffe auf Yanomami.
Einladung zur Menschenrechtsaktion in Leverkusen (29.4.)
Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Bayer AG fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker einen weltweiten Exportstopp für in der EU verbotene Pestizide. Gemeinsam mit einem großen Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, das vom Netzwerk Coordination gegen BAYER-Gefahren organisiert wird, laden wir Sie herzlich zur Aktion vor der Konzernzentrale in Leverkusen ein.