Anlässlich des Weltflüchtlingstags warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer eskalierenden Spirale des humanitären Leids im Sudan. „Die Lage im Sudan verschlimmert sich täglich. Jeder Tag ohne gesicherte Fluchtrouten bedeutet mehr Tote. In El Fasher ist die Lage verheerend. Sollten die paramilitärischen Rapid Support Forces die Stadt komplett einnehmen, drohen weitere ethnisch motivierte Massaker“, sagt Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit der GfbV.
Fluchtrouten im Sudan jetzt einrichten, Waffenstillstand verhandeln!
„Stündlich verschlimmert sich die Lage in El Fasher im Sudan, der einzigen Provinzhauptstadt in Darfur, die noch teils unter der Kontrolle der sudanesischen Armee ist. Hunderttausende Zivilisten si…
„Völkermord an den Masalit in Darfur und systematische Verletzungen des humanitären Völkerrechts sind völkerrechtlich relevante schwere Verbrechen, die wir als Bilanz nach einem Jahr Krieg im Sudan…
Einladung zur Menschenrechtsaktion in Berlin (15.4.)
Anlässlich des ersten Jahrestags des Kriegsbeginns im Sudan lädt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zu einer Menschenrechtsaktion ein. Unter dem Motto: „Krieg im Sudan: Endlich handeln!“ v…
Eine breite Koalition von humanitären Organisationen, Menschenrechtsgruppen, Graswurzelorganisationen aus dem Sudan und Fachleuten für Genozid-Prävention, darunter die Gesellschaft für bedrohte Völker, hat einen dramatischen Appell an die Vereinten Nationen und speziell den UN-Sicherheitsrat formuliert. Er wird heute in New York übergeben.
Seit vier Monaten herrscht im Sudan wieder Krieg. Vor diesem Hintergrund kritisiert die „Bana Group for Peace and Development“, ein Netzwerk sudanesischer Frauenorganisationen die internationale Gemeinschaft: Die demokratische Bewegung des Sudan, die 2018/2019 das Ende der Militärdiktatur unter Omar Al Baschir erreichte, sei viel zu wenig unterstützt worden.
Schwer bewaffnete Einheiten der Rapid Support Forces (RSF) kreisen seit gestern El Fasher ein, die größte Stadt im sudanesischen Darfur. Heute Nacht wurden aus dem Norden und Osten der Stadt heftige Kämpfe gemeldet. Die RSF halten die wichtigsten Straßen blockiert, die aus der Stadt herausführen. Nach Angaben von Quellen vor Ort ist die sudanesische Armee in höchster Alarmbereitschaft.
Drei Monate nachdem die Konflikte zwischen der regulären Armee des Sudan und den Rapid Support Forces in Khartum ausgebrochen sind, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker vor einem Flächenbrand: „Die Kämpfe haben mittlerweile auf mindestens sechs Landesteile übergegriffen.
Sudans regierender Militärrat betreibt systematische Desinformation, um internationale Proteste gegen das brutale Vorgehen von Milizen und Militärs abzumildern. So wurden ausländische Journalisten eingeladen, Schäden durch vermeintliche Übergriffe von Demonstranten zu betrachten. Eine Befragung von unabhängigen Zeugen durch BBC-Journalisten ergab jedoch, dass Milizionäre des Regimes die Räume des Gesundheitsministeriums verwüstet hatten. Bild: M.Saleh via Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Schwere Menschenrechtsverletzungen im Sudan
Sudans regierender Militärrat betreibt systematische Desinformation, um internationale Proteste gegen das brutale Vorgehen von Milizen und Militärs abzumildern. So hatte Sudans Militär heute erklärt, „einige Soldaten“ für Übergriffe auf Zivilisten festgenommen zu haben. Eine wirksame Strafverfolgung von Soldaten, die Zivilisten getötet haben, gibt es aber nicht. Bislang ist auch noch kein Mitglied der hauptverantwortlichen Rapid Support Forces festgenommen worden.