Die GfbV-Referentin für Südosteuropa, Jasna Causevic, mit den Mitgliedern einer bleivergifteten Roma-Familie im Jahr 2006. Foto: GfbV-Archiv
UN-Generalsekretär Guterres soll Verantwortung übernehmen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) hat dringend an UN-Generalsekretär Antonio Guterres appelliert, die Roma, Aschkali und Kosovo-Ägypter, die in bleiverseuchten Flüchtlingscamps der Vereinten Nationen (UN) im Kosovo 1999 bis 2012 schwere Gesundheitsschäden davongetragen haben, zu entschädigen.
Es ist an der Zeit, dass 25 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention durch Deutschland die Rechte aller Kinder uneingeschränkt gelten – egal, wo die Kinder oder ihre Eltern herkommen. Foto: pixabay.com
In Deutschland haben nicht alle Kinder die gleichen Rechte
Auch nach 25 Jahren UN- Kinderrechtskonvention müssen Kinder für ihre Rechte in Deutschland kämpfen.
Frau Merkel: Gewähren Sie langjährig geduldeten Roma-Flüchtlingskindern Bleiberecht! Foto: UN Photo/Aliza Eliazarov
Angela Merkel: Halten Sie fest am Kurs für Menschlichkeit!
Frau Bundeskanzlerin, Ihre Worte ermutigen uns, Sie heute herzlich darum zu bitten, jetzt für die Roma-Minderheit an Ihrem Kurs für Menschlichkeit festzuhalten, den Sie im vergangenen Jahr mit der Einladung von einer Million Flüchtlingen und Vertriebenen eingeschlagen haben.
Im Pfarrhaus St. Emmeram in Regensburg hatten zwischenzeitlich bis zu 45 Roma Schutz vor drohender Abschiebung gesucht, zuletzt waren es noch 16 gewesen. Nahrungsmittelspenden an sie wurden verhindert. Foto via Wikimedia Commons
Schutzsuchende Roma-Flüchtlinge verhaftet: Kirchliche Obhut war „böse Falle“
Als eine „Schande für beide Kirchen“ hat Tilman Zülch, Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker – International (GfbV), die polizeiliche Räumung des katholischen Regensburger Pfarrhauses St. Emmeram am gestrigen Montagabend bezeichnet.
Die Bundesregierung hatte zum Weltflüchtlingstag Opfern von Flucht und Vertreibung gedacht, doch gleichzeitig werden Roma-Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, in den Kosovo abgeschoben. Das ist für uns nicht hinnehmbar! Deswegen demonstrierten wir während der Feierstunde vor dem Gebäude.
Entwurzelt nicht „unsere“ Roma-Kinder!
Während der Feierstunde der Bundesregierung zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung im Deutschen Historischen Museum am Montag in Berlin haben wir gemeinsam mit langjährig geduldeten Roma aus dem Kosovo gegen die geplante Abschiebung dieser Minderheitenangehörigen protestiert.
"Angesichts ihrer unerträglichen Situation und eingedenk der Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma durch das NS-Regime fordern wir die Bundesregierung und die Bundesländer auf, die nur rund 4.400 langjährig in Deutschland geduldeten Roma aus dem Kosovo als Kontingent bei uns aufzunehmen und so ein Zeichen des guten Willens für diese existenziell bedrohte Minderheit zu setzen." Tilman Zülch, Präsident der GfbV International
Menschenrechtler mahnen mit Aktion in Berlin: Abschiebung langjährig geduldeter Flüchtlinge ist Vertreibung!
Aktion vor dem Deutschen Historischen Museum in Berlin: „Unsere“ Roma-Kinder dürfen nicht entwurzelt werden!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Stellungnahme des Menschenrechtsausschusses im Kosovo (The Human Rights Advisory Panel/HRAP), in der empfohlen wird, dass sich die Vereinten Nationen (UN) bei Angehörigen der Roma, Aschkali und Ägypter entschuldigen sowie sie entschädigen sollen.