Anlässlich des Weltromatages (8. April) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Politik der Bundesregierung gegenüber langjährig in Deutschland ansässigen Roma-Flüchtlingen aus dem Kosovo scharf kritisiert.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker wird am kommenden Mittwoch mit Unterstützung der beiden Europa-Parlamentarierinnen Soraya Post (Schweden) und Cornelia Ernst (Deutschland) in Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Brüssel ihren Bericht über die katastrophalen Folgen der Zwangsrückführung von Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter in den Kosovo vorstellen.
Sowohl die westeuropäische Rückführungspolitik als auch die Wiedereingliederungspolitik im Kosovo zwingen Tausende Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter in einen fortwährenden Migrationskreislauf. Sie finden in Europa buchstäblich keinen Platz zum Bleiben.
Der 15-jährigen Anita aus Göttingen, die in Deutschland geboren ist, droht jetzt die Abschiebung in den Kosovo. Ihren Eltern wird kein Asyl gewährt – und sie muss mit.
Gerechte Flüchtlingspolitik für alle Schutzsuchenden angemahnt
Menschenrechtler mahnen gerechte Flüchtlingspolitik für alle Schutzsuchenden in Deutschland und politischen Willen zur Bekämpfung von Fluchtursachen an.
Westbalkan-Länder nicht zu sicheren Herkunftsstaaten erklären!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) ruft die Europäische Kommission dazu auf, den Kosovo, Albanien und Montenegro nicht zu „sicheren Herkunftsländern“ zu erklären, da diese Generalisierung für Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter nicht zutrifft.
Einsame Landschaften in Gora: Vor allem junge Goranen verlassen die Region, weil sie dort keine Perspektiven für sich sehen. Foto: Flickr/transition_girl
Goranen in Dragash/Kosovo: Die junge Generation zieht weiter
Die junge Generation der Goranen, der slawischsprachigen Muslime im Kosovo, sieht keine Perspektive in ihrer Heimatregion.
Zum Tod von Günter Grass: „Bedrängte Minderheiten haben einen wichtigen Fürsprecher verloren“
Mit großer Betroffenheit hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den Tod von Günter Grass zur Kenntnis nehmen müssen. Bedrängte Minderheiten – und vor allem diejenigen, von denen keiner spricht – haben einen sehr wichtigen Fürsprecher verloren.