Libyens Süden will Autonomie ausrufen – Fezzan beklagt Diskriminierung und Vernachlässigung
Zwei Jahre nach dem Sturz Diktator Gaddafis droht Libyen eine Zerreißprobe. Denn Älteste der Volksgruppen der Tuareg, Toubou und Araber im ölreichen Süden des Landes wollen in der kommenden Woche die Autonomie ihrer Region, des Fezzan, ausrufen. Dies berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. Wenn Deutschland seinen Öl-Lieferanten Libyen nicht verlieren will, dann muss es sich mehr einsetzen für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Entwicklung in Süd-Libyen.
Manche Unterzeichnerstaaten sind nicht glaubwürdig in ihrem Engagement gegen sexuelle Gewalt im Krieg
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt, dass sich 113 Staaten in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch am Rande der UN-Vollversammlung verpflichtet haben, sich für ein Ende sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten einzusetzen. Doch manche Unterzeichnerstaaten sind nicht glaubwürdig in ihrem Engagement.
Libyens Demokratisierung in Gefahr: Nicht-arabischen Minderheiten und Frauen mehr Mitsprache in Verfassungskonferenz einräumen!
Nach Demonstrationen von Berbern vor dem libyschen Nationalkongress in Tripolis warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer Gefährdung der Demokratisierung des Landes. Den nicht-arabischen Minderheiten muss ausreichend Mitsprache eingeräumt werden, denn die Politik der Arabisierung und Islamisierung unter Diktator Muammar al-Gaddafi kann glaubhaft nur durch eine angemessene Beteiligung der Berber, Tuareg und Toubou am politischen Leben überwunden werden.
Libyen: Premierminister will Rückkehr der Vertriebenen aus Tawergha verschieben – Politik der nationalen Versöhnung droht zu scheitern
Vier Tage vor der geplanten Rückkehr von 35.000 Vertriebenen in die Stadt Tawergha in Libyen hat die Regierung dem Vorhaben eine Absage erteilt: Libyens Premierminister Ali Zeidan forderte die vertriebenen libyschen Staatsbürger schwarzer Hautfarbe am Donnerstag dazu auf, nicht wie geplant am 25. Juni 2013 in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warf der libyschen Regierung daraufhin Rassismus und mangelndes Engagement für eine Versöhnung zwischen verfeindeten Bevölkerungsgruppen vor.
Libyen: Rassismus-Opfer aus Tawergha brauchen besonderen Schutz
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert besonderen Schutz für die 35.000 rückkehrwilligen Kriegsflüchtlinge aus der Stadt Tawergha in Libyen, die während des Bürgerkriegs im August 2011 vor rassistisch motivierter Gewalt der Milizen fliehen mussten. Die Flüchtlinge sind schwarzafrikanischer Abstammung und haben für den 25. Juni 2013 die Rückkehr in ihre Heimatstadt angekündigt.
Islamisten bedrängen gemäßigte Muslime und Christen
Gemäßigte Muslime und Christen werden in Tunesien und Libyen massiv von radikalen Islamisten bedrängt. Dies erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch in Göttingen.
Libyens Tuareg fordern gerechten Anteil an Erträgen aus Ölförderung
Libyens Tuareg fordern einen gerechteren Anteil an den Erträgen aus der Ölförderung. In einem Gespräch mit dem Ölminister des Landes verlangte der Tuareg-Rat am Dienstagabend mehr Arbeitsmöglichkeiten in der Ölindustrie für Angehörige der Minderheit sowie den Ausbau von Krankenstationen, Krankenhäusern und Landwirtschaftsprojekten im verarmten Süden des Landes.
Libyen verhängt Kriegsrecht und schließt Grenzen im Süden des Landes
Die Schließung der Staatsgrenze Libyens und die Verhängung des Kriegsrechts im Süden des Landes sind nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ein „problematisches Signal“ für die dort lebenden Minderheiten der Toubou und Tuareg. Libyen sollte den nicht-arabischen Minderheiten endlich mehr Rechte geben und mehr für die Entwicklung ihrer Region tun.
Vereinte Nationen sollen sich für Schutz von Libyens Toubou–Minderheit einsetzen
Nach neuen Kämpfen im Südosten Libyens hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Navanethem Pillay, aufgefordert, sich mehr für den Schutz den bedrängten Toubou-Minderheit einzusetzen.