Nord-Mali ist weiter denn je von Frieden entfernt – Neue Friedensinitiativen sind notwendig!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat neue Friedensinitiativen für Nord-Mali angemahnt, um den Friedensprozess im seit Jahrzehnten schwelenden Tuareg-Konflikt wieder zu beleben. Kritisch äußerte sich die Menschenrechtsorganisation zu der vom Bundestag geplanten schlichten Verlängerung des deutschen Engagements bei der UN-Friedenstruppe, die die Entsendung von bis zu 150 deutschen Soldaten zur Unterstützung der MINUSMA vorsieht
Krieg gegen islamistische Extremisten in Nord-Mali ist noch lange nicht vorbei
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor einem langen Krieg gegen islamistische Extremisten im Norden Malis. Die islamistischen Terror-Gruppen wurden von französischen Soldaten in den vergangenen 13 Monaten zwar aus den Städten vertrieben, haben sich aber in einigen ländlichen Gebieten neu strukturieren können und verüben nun wieder Terroranschläge.
Mehr Soldaten schaffen nicht mehr Sicherheit – Ursachen der Krise bleiben ungelöst – Nord-Mali braucht Jobs, Entwicklung und politischen Willen für Frieden
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die geplante Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali als „Augenwischerei“ kritisiert. Mehr deutsche Soldaten werden nicht mehr Sicherheit bringen. Nord-Mali braucht mehr politische Initiativen, Jobs und Entwicklung, um den Frieden zu stabilisieren.
Deutschlands Stimme in Afrika sollte gestärkt und nicht geschwächt werden!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die geplante drastische Kürzung des französischen Programms der „Deutschen Welle“ für Afrika und die angekündigte Streichung ihres portugiesischen Programms. Deutschlands Stimme in Afrika sollte gestärkt und nicht geschwächt werden, gerade auch weil sich dort jetzt deutsche Blauhelme an Friedensmissionen beteiligen sollen.
Menschenrechtler warnen vor Mammut-Aufgabe – Exodus von Muslimen erschwert Versöhnung
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Appell von Außenminister Frank-Walter Steinmeier an die EU-Staaten begrüßt, Frankreichs Friedensmission in der Zentralafrikanischen Republik zu unterstützen. „Die internationalen Friedenstruppen stehen bei ihrem Einsatz aber vor einer Mammut-Aufgabe“, warnte die Menschenrechtsorganisation.
Ein Jahr nach Beginn seiner Militärintervention in Mali hat Frankreich einige, aber längst nicht alle Ziele der „Operation Serval“ erreicht, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). So konnte die Terrorherrschaft radikaler Islamisten in Nord-Mali beendet werden und die Extremisten wurden aus den Städten vertrieben. Doch Al Kaida im Maghreb (AQMI) verübt noch immer Terroranschläge und könnte sich nach der von Frankreich geplanten Truppenverringerung erneut formieren.
Schwerer Rückschlag für den Friedensprozess in Mali
Die Entführung und Ermordung von zwei französischen Journalisten bedeutet einen schweren Rückschlag für den Friedensprozess im Norden Malis und für Frankreichs Regierung, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. Denn die Bluttat macht deutlich, dass Nord-Mali auch zehn Monate nach Beginn der französischen Militärintervention noch immer nicht sicher ist.
Lösegeldzahlung bedeutet Rückschlag für Kampf gegen Straflosigkeit und islamistische Gewalt
Die Freilassung der vier französischen Geiseln in der Sahara wird den Kampf gegen Straflosigkeit und islamistische Gewalt in Nordwestafrika erschweren, befürchtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Tuareg berichten, dass Frankreich dem umstrittenen islamistischen Tuareg-Führer Iyad ag Ghaly im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln Straffreiheit zugesichert hat und dass 20 bis 25 Millionen Euro an Lösegeld an die Vermittler sowie an Islamisten gezahlt wurden.
Versöhnung herbeiführen – Straflosigkeit beenden – alle Menschenrechtsverletzungen konsequent aufklären!
Anlässlich der Feiern zum Amtsantritt des neuen Präsidenten von Mali mit internationalen Staatsgästen am Donnerstag in Bamako hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine konsequente Aufarbeitung aller Menschenrechtsverletzungen verlangt, die im Bürgerkrieg begangen wurden. Vordringlichste Aufgabe von Ibrahim Boubacar Keita muss es sein, die Straflosigkeit zu beenden. Nur so kann eine Versöhnung zwischen den verfeindeten ethnischen Gruppen in dem westafrikanischen Land erreicht werden.