Endlich ein Gesetz gegen Genozid-Leugnung für Bosnien:
• Leugnung von Völkermordverbrechen soll bald unter Strafe stehen, ähnlich dem Verbot der Holocaust-Leugnung in Deutschland
• Der Hohe Repräsentant will dafür notfalls Bonner Befugnisse nutzen
• Serbische Politiker verhindern ein entsprechendes Gesetz seit Jahren
Vor 25 Jahren wurde das Dayton-Friedensübereinkommen geschlossen. Doch bis zum heutigen Tage ist das Land politisch entlang ethnischer Grenzen gespalten. In einem Land, das der EU beitreten will, kann es schlicht keinen Platz geben für nationalistische Hetze, die Leugnung von Kriegsverbrechen oder die Glorifizierung von Kriegsverbrechern. Die kürzlich erfolgte Annahme der überarbeiteten Nationalen Strategie zur Verfolgung von Kriegsverbrechen war daher ein sehr wichtiger Schritt.“
Bosnien und Herzegowina: Ein Konflikt in der Warteschleife
25 Jahre Dayton-Friedensabkommen (21.11.):
• Abkommen beendete den Bosnien-Krieg – Bilanz aber ernüchternd
• Ethnische Spaltung zementiert, serbischer Einfluss untergräbt Souveränität
• Reformen, Stabilität und dauerhafte Versöhnung erfordern entschlossene Schritte durch die internationale Gemeinschaft
• Zusammenfassung der Bilanz und Empfehlungen im Anhang
– GfbV besorgt über Stabilität der Region
– Nationalistische und proserbische Parteien erreichen knappe Mehrheit
– Fordern NATO-Austritt, Distanzierung von EU, Ende der Unabhängigkeit und Nicht-Anerkennung des Kosovo
25 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica (11.7.)
Gedenkveranstaltung erinnert an die Opfer von Srebrenica:
• Gedenkfeier und Kranzniederlegung an der Neuen Wache in Berlin
• Interreligiöse Gebete, bosnische Trauerlieder und Redebeiträge von Politiktreibenden
• Bilder der Veranstaltung finden Sie im Anhang an diese Mitteilung
Protest der GfbV vor dem Konserthuset in Stockholm. Foto: Siems/GfbV
Nur Verachtung für die Opfer
Proteste in Stockholm gegen Nobelpreis an Handke:
• „Handke hat für die Opfer nur Verachtung übrig und steht weiter an der Seite der Täter“
• „Er schürt nationalistischen Hass und glorifiziert Verbrecher“
• Mehrere Rechtsterroristen hatten sich auf serbische Ultranationalisten berufen
Das Stockholmer Konzerthaus am Heumarkt (Hötorget), in dem die feierliche Überreichung aller Preise mit Ausnahme des Friedenspreises stattfindet. Foto: Jonas Bergsten via Wikimedia
Forderung zur Nobelpreisverleihung an Peter Handke
Nobelpreiszeremonie für Peter Handke:
• GfbV fordert Schweigeminute für die Opfer des Genozids in Bosnien
• Schwedische Akademie müsse sich von Handkes Ansichten distanzieren
• Die moralische Integrität des Preises und des Komitees stünden auf dem Spiel
Die Schriftstellerin hatte ihren Rückzug am Montag bekannt gegeben und unter anderem damit begründet, dass Handke zum Literaturnobelpreisträger 2019 ausgewählt wurde. Auch der Schriftsteller Kristoffer Leandoer scheidet aus dem Gremium aus. Ihm ging der Veränderungsprozess bei der Schwedischen Akademie nach dem Skandaljahr 2018 nicht schnell genug. Foto: S. Hermann & F. Richter via pixabay
Literaturnobelpreis
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Rückzug der Schriftstellerin Gun-Britt Sundström aus dem Literaturnobelpreis-Komitee begrüßt. „Dieser Schritt zollt den Genozidopfern von Srebrenica, die der diesjährige Preisträger Peter Handke so tief verletzt hat, Respekt. Wir danken Frau Sundström für ihren Entschluss und dafür, dass sie ihre moralische Integrität öffentlich beweist“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Göttingen.
Rückzug wegen Auszeichnung von Handke – Menschenrechtler danken Schriftstellerin Sundström für moralische Integrität – Glaubwürdigkeit des Nobelkomitees tief erschüttert
Sieben serbische Angeklagte, darunter Mitglieder der serbischen Führung, hat der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) für den Genozid von Srebrenica verurteilt. Unmittelbar nach dem Völkermordverbrechen war Handke 1995 nach Serbien gereist und hatte über seine Eindrücke ein Buch verfasst. Foto: Photo RNW.org via Flickr (CC BY-ND 2.0)
Nobelpreis für Peter Handke
Nobelpreis für Peter Handke:
• GfbV fordert Suhrkamp auf, Peter Handke ins Gewissen zu reden
• Der Verlag müsse seinen Autor dazu bringen, auch im moralischen Sinne Verantwortung für seine Sprache zu übernehmen
• Sonst schließe er sich ohne Not der Verhöhnung der Opfer an