„Völkermord an den Masalit in Darfur und systematische Verletzungen des humanitären Völkerrechts sind völkerrechtlich relevante schwere Verbrechen, die wir als Bilanz nach einem Jahr Krieg im Sudan…
Einladung zur Menschenrechtsaktion in Berlin (15.4.)
Anlässlich des ersten Jahrestags des Kriegsbeginns im Sudan lädt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zu einer Menschenrechtsaktion ein. Unter dem Motto: „Krieg im Sudan: Endlich handeln!“ v…
Eine breite Koalition von humanitären Organisationen, Menschenrechtsgruppen, Graswurzelorganisationen aus dem Sudan und Fachleuten für Genozid-Prävention, darunter die Gesellschaft für bedrohte Völker, hat einen dramatischen Appell an die Vereinten Nationen und speziell den UN-Sicherheitsrat formuliert. Er wird heute in New York übergeben.
Seit vier Monaten herrscht im Sudan wieder Krieg. Vor diesem Hintergrund kritisiert die „Bana Group for Peace and Development“, ein Netzwerk sudanesischer Frauenorganisationen die internationale Gemeinschaft: Die demokratische Bewegung des Sudan, die 2018/2019 das Ende der Militärdiktatur unter Omar Al Baschir erreichte, sei viel zu wenig unterstützt worden.
Schwer bewaffnete Einheiten der Rapid Support Forces (RSF) kreisen seit gestern El Fasher ein, die größte Stadt im sudanesischen Darfur. Heute Nacht wurden aus dem Norden und Osten der Stadt heftige Kämpfe gemeldet. Die RSF halten die wichtigsten Straßen blockiert, die aus der Stadt herausführen. Nach Angaben von Quellen vor Ort ist die sudanesische Armee in höchster Alarmbereitschaft.
Drei Monate nachdem die Konflikte zwischen der regulären Armee des Sudan und den Rapid Support Forces in Khartum ausgebrochen sind, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker vor einem Flächenbrand: „Die Kämpfe haben mittlerweile auf mindestens sechs Landesteile übergegriffen.
Angesichts der äußerst bedrohlichen Lage im Sudan mit heute schon hunderten Toten, über 1.000 Verletzten und rund 20.000 Flüchtlingen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker am Freitag schwere Vorwürfe gegen die internationale Gemeinschaft erhoben. Sie habe Warnungen demokratischer Aktivisten und internationaler Beobachter ignoriert.
Zum Internationalen Tag der Verschwundenen, am 30. August, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an die weltweit zehntausenden Opfer dieser schrecklichen Praxis. Neben Kriminellen lassen vor allem autoritäre Regime Menschen verschwinden, die sich für die Rechte der ethnischen, religiösen oder sprachlichen Gruppe einsetzen, der sie selbst angehören.
Der Sudan ist auf dem Weg zurück in die Militärdiktatur. Zwei Jahre nach den zivilen Massenprotesten, in deren Folge der Langzeit-Diktator Omar al-Bashir abgesetzt wurde, haben seine alten Weggefährten die Macht erneut an sich gerissen.