Kontinuierliche Verschlechterung der Menschenrechtslage
Die unvorhergesehenen Ereignisse, die derzeit die arabische Welt erschüttern, zum Sturz der Regime von Tunesien und Ägypten geführt haben und höchstwahrscheinlich auch zum Ende der Herrschaft des Gaddafi-Clans in Lybien führen werden, richten den Blick der Weltöffentlichkeit derzeit auch auf die anderen arabischen Staaten. Ob die Protestwelle auch Syrien, das im regionalen Gefüge eine zweifellos wichtige Schlüsselrolle spielt, erreichen wird, ist derzeit ungewiss.
Demokratische Opposition und Kurden misstrauen Ankündigungen des Assad-Regimes
Große Teile der kurdischen Bevölkerung misstrauen den Versprechungen des syrischen Regimes unter Baschar al-Assad. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) berichtete am Montag, nicht nur die Opposition, auch die Mehrheit der rund zwei Millionen Kurden Syriens halte die Ankündigung, dass der seit 1963 andauernde Ausnahmezustand bald aufgehoben oder politische Gefangene freigelassen werden, für pure Augenwischerei.
Deutschland soll Rückübernahmeabkommen mit Syrien aufkündigen
Vor dem Hintergrund des gewaltsamen Vorgehens von syrischen Sicherheitskräften gegen friedliche Demonstranten fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die deutsche Bundesregierung dringend dazu auf, Abschiebungen nach Syrien sofort offiziell auszusetzen.
Deutsch-syrischer Menschenrechtler wird in Damaskus festgehalten
Er kam gerade mit seiner Frau und den vier Kindern aus dem Urlaub. Nach einem Besuch in Syrien wollte er mit ihnen am 23. August 2010 von Aleppo zurück nach Deutschland fliegen, nach Kiel, wo die Familie lebt. Doch syrische Sicherheitskräfte hielten Ismail Abdi fest. Sie sagten ihm nur, er müsse mit dem Geheimdienst sprechen. Seine Familie musste alleine zurückfliegen und hat ihn seither nicht mehr gesehen.