Warnung vor neuen Unruhen in Tibet – Chinas Kriminalisierung von Selbstverbrennungen schürt Spannungen
Anlässlich des Jahrestags des Volksaufstands in Tibet vor 54 Jahren (10.3.) warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor neuen Unruhen in Tibet. Wenn China die Proteste der Tibeter nicht ernst nimmt und nur mit neuer Gewalt reagiert, drohen Tibet sehr schwierige Zeiten.
Ein essentieller Aspekt eines funktionierenden Menschenrechtssystems, das die Freiheit seiner Mitglieder garantieren kann, ist die Herrschaft des Gesetzes und die Unabhängigkeit der Judikative. Die Abwesenheit eines funktionierenden und gerechten Rechtssystems ist eines der wesentlichen Probleme der tibetanischen Minderheit in China und führt zu einem Mangel an richterlicher Unabhängigkeit und der Verweigerung von fairen Gerichtsverfahren. Dies fällt mit der Tatsache zusammen, dass chinesische Strafverfolgungsbehörden weitgehend freie Hand gelassen wird. Jede öffentliche Aussage, die der Ideologie der kommunistischen Partei Chinas widerspricht, kann zu Inhaftierung oder Deportation in Straflager führen. Die Erzwingung von Geständnissen durch Folter ist dort an der Tagesordnung. Gefangene werden dort häufig über Jahre ohne Prozess festgehalten.
Kriminalisierungskampagne gegen Angehörige von Selbstmördern
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Chinas Behörden vorgeworfen, auf die vielen Selbstverbrennungen in Tibet hilflos nur mit noch mehr Verfolgung zu reagieren, statt nach den Ursachen der Verzweiflungstaten zu fragen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) organisiert am frühen Donnerstagabend in der Göttinger Innenstadt vor der Jacobikirche eine Lichtermahnwache unter dem Motto „Für Religionsfreiheit. Weltweit“. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation informieren dort über die Situation verfolgter Glaubensgemeinschaften.
Angehörige tibetischer Selbstmörder werden von chinesischen Behörden eingeschüchtert, diskriminiert oder verhaftet
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft Chinas Behörden vor, eine Kriminalisierungskampagne gegen Angehörige und Freunde von tibetischen Selbstmördern gestartet zu haben. Tibeter, die Opfern von Selbstverbrennungen nahe standen, werden gezielt eingeschüchtert, diskriminiert oder verhaftet.
Fünf Selbstverbrennungen von Tibetern vor KP-Kongress – China braucht eine neue Tibet-Politik!
Nach der Selbstverbrennung von fünf Tibetern unmittelbar vor dem heute beginnenden 18. Kongress der Kommunistischen Partei Chinas hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine neue Tibet-Politik Chinas gefordert. Chinas neue Führung muss ihre Tibet- und Nationalitäten-Politik grundlegend überdenken, wenn die Spannungen in den tibetischen Siedlungsgebieten nicht weiter eskalieren sollen.
Welle von Selbstmorden wird immer dramatischer – Drei Tibeter sterben innerhalb einer Woche
Als immer dramatischer bezeichnete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Welle von Selbstverbrennungen von Tibetern. Am gestrigen Samstag hatte sich der 27 Jahre alte Sangay Gyatso in der Nähe eines Klosters in Brand gesetzt und war seinen Verletzungen erlegen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an die Außenminister der Europäischen Union appelliert, Chinas Drängen nach Aufhebung des EU- Waffenembargos gegen die Volksrepublik nicht nachzugeben. Eine Aufhebung dieser Sanktionen ist nicht gerechtfertigt, so lange sich die Menschenrechtslage in China nicht spürbar bessert.
„Europa verrät seine rechtsstaatlichen Ideale“ – Kritik an Ausgrenzung von Menschenrechtsfragen beim EU-China-Gipfel
Vor Beginn des 15. EU-China-Gipfels am Donnerstag in Brüssel hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) der Europäischen Union (EU) vorgeworfen, sich Chinas Druck zu beugen und die Erörterung von Menschenrechtsfragen bei den Gipfeltreffen zu vermeiden.