Die Adivasi (Hindi: erste Menschen) sind die Ureinwohner Indiens. Sie wurden seit 1500 v. Chr. von indogermanischen Nomadenvölkern in die unzugänglichen Wald- und Bergregionen des Landes verdrangt. Der indische Wirtschaftsboom droht sie nun aber auch aus diesen an Bodenschätzen reichen Gebieten zu vertreiben. Die Adivasi pflegen eine spirituelle Beziehung zu ihrem Land und wirtschaften daher angepasst an ihre jeweilige Umwelt, um so ausschließlich ihre unmittelbaren Lebensbedürfnisse befriedigen zu können. Gegenwärtig leben 82,54 Mio. Adivasi in Indien. Sie stellen 8,2 Prozent der Bevölkerung. Ihr Hauptsiedlungsgebiet sind die Bundesstaaten Zentralindiens, der sogenannte „Tribal Belt“
(bestehend aus den Bundesstaaten Madhya Pradesh, Chattisgarh, Maharashtra, Orissa, Jharkhand and Gujarat). Obwohl die indische Verfassung ihnen besondere Rechte gewährt, werden sie nach wie vor oft als minderwertig betrachtet und diskriminiert. 90 Prozent der Adivasi leben unterhalb der Armutsgrenze.
Indigene Menschenrechtler brauchen mehr Schutz
Ureinwohner, die öffentlich für die Menschenrechte ihrer Gemeinschaften eintreten, sind in vielen Ländern der Welt in großer Gefahr. Darauf macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Internationalen Tages der indigenen Völker (9.8.) aufmerksam.
Mord an katholischer Nonne und Menschenrechtlerin muss rückhaltlos aufgeklärt werden!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die Regierung Indiens dringend auf, den Mord an der Nonne Valsa John in Jharkhand am 15. November 2011 rückhaltlos aufzuklären. Die 53-Jährige hatte sich für die Rechte der Adivasi-Ureinwohner eingesetzt.
„Staudammprojekte für Wasserkraft bedrohen zehntausende Ureinwohner“
Die GfbV hat den Internationalen Tag der indigenen Völker (9. August) zum Anlass genommen, ein Hintergrundpapier mit zahlreichen Einzelfällen zum Thema „Staudammprojekte für Wasserkraft bedrohen zehntausende Ureinwohner“ zu erstellen. Oft wird diese bedingungslose Nutzung der Wasserkraft auch noch als beispielhafte Nutzung erneuerbarer Energie gepriesen, obwohl sie massiv Menschenrechte verletzt.
Staudammprojekte für Wasserkraft bedrohen zehntausende Ureinwohner weltweit
Für die Nutzung von Wasserkraft droht mehreren zehntausend Ureinwohnern in Asien, Afrika und Südamerika die zwangsweise Umsiedlung und Entwurzelung. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) weist anlässlich des internationalen Tages der indigenen Völker (9. August) darauf hin, dass Jäger und Sammler, Hirten, Fischer und Kleinbauern durch die Errichtung von Staudämmen und die anschließende Überflutung ihres Landes die Existenzgrundlage verlieren und mit großer Wahrscheinlichkeit ins Elend getrieben werden.
Ureinwohner leiden unter Uranabbau für Deutschlands Kernkraftwerke
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an den Vorsitzenden der Ethikkommission für den Atomausstieg, Klaus Töpfer, appelliert, sich bei der Bundesregierung für eine Offenlegung der Herkunft des in Deutschland genutzten Urans einzusetzen. Die GfbV bat den ehemaligen Umweltminister Töpfer, sich dafür zu engagieren, dass Energiekonzerne rechtlich verbindlich verpflichtet werden, die Herkunft des Urans nachzuweisen.
Wirtschaft statt Menschenrechte – Keine Hilfe für Opfer von Indiens Wirtschaftsboom
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bedauert, dass beim Indien-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreichen deutschen Ministern die schwierige Lage der diskriminierten 95 Millionen Ureinwohner des Subkontinents nicht erörtert wird. Statt sich nur für deutsche Wirtschaftsinteressen einzusetzen, sollte die Bundeskanzlerin auch die Chance nutzen, sich für die Menschenrechte der vernachlässigten Adivasi zu engagieren.
Keine Gerechtigkeit für Christen, die in Indien Opfer eines Pogroms wurden
Empörung hat unter Indiens Christen der Freispruch von zwei mutmaßlichen Vergewaltigern einer Nonne ausgelöst, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen. Die zwei Mitarbeiter der radikal-hinduistischen Bharatiya Janata Partei (BJP) wurden am 9. Mai 2011 vom Obersten Gericht des Bundesstaates Orissa aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Vergewaltigung der Nonne Meena Barwa bei einem Pogrom extremistischer Hindu gegen Christen im August 2008 freigesprochen.
Ureinwohner leiden für „unseren“ Atomstrom – RWE muss für Schutz vor Radioaktivität in Uran-Abbaugebieten sorgen!
Mit einer Mahnwache vor der RWE-Hauptversammlung in Essen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen den Energieversorger erhoben: „Ureinwohner leiden für „unseren“ Atomstrom!“, kritisierte die Menschenrechtsorganisation auf Schildern und forderte Schutzmaßnahmen nach deutschem Standard für Bergleute und Anwohner in der Nähe von Uran-Minen oder -Tagebau.
GfbV fordert Herkunftsnachweis für Uran für deutsche AKW: Uranabbau verseucht Ureinwohner-Gebiete!
Am Vortag der Anti-Atom-Menschenkette von Neckarwestheim nach Stuttgart erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) daran, dass bereits ganz am Anfang des Urankreislaufs Menschen hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Uranminen befinden sich meist im Gebiet von Ureinwohnergemeinschaften wie bei den Adivasi in Indien, den Tuareg in Niger, den Aborigines in Australien oder den Lubicon-Cree-Indianern in Kanada.