Der Iran ist das Ursprungsland der Bahá’í- Religion, die im 19. Jahrhundert von ihrem Stifter Bahá’u’lláh aus dem schiitischen Islam heraus entwickelt wurde. Weltweit gibt es rund 7,7 Millionen Anhänger, von denen ca. 5.000 in Deutschland leben. Anders als die Christen, Juden oder Zoroastrier werden die ca. 300.000 Bahá’í im Iran nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt. Vielmehr betrachten die schiitischen Führer des Landes die Bahá’í als Abtrünnige des Schiitentums. Die iranische Regierung porträtiert die Bahá’í als Feinde und Sündenböcke, um so die Unterstützung der Massen zu erlangen.
Auch auf rechtlicher Ebene widerfährt den Bahá’í grenzenloses Unrecht. Bereits 1991 wurde das „Golpaygani- Dekret“ verabschiedet, das die Diskriminierung und Schikanierung der Bahá’í gesetzlich verankert. Es schreibt eine gezielte und schikanierende Ausgrenzungspolitik gegenüber den Bahá’í vor- sowohl religiös, kulturell als auch strukturell und privat.
Mit dem Amtsantritt des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat sich die Lage der Bahá’í weiter verschlechtert. Die Zahl der Übergriffe, Verhaftungen und Zerstörungen von heiligen Stätten hat sich dramatisch erhöht. Besonders besorgniserregend ist allerdings das (noch nicht ratifizierte) „Apostasiegesetz“, das vorsieht, die Konversion vom Islam mit dem Tod zu bestrafen. Dieses Gesetz soll gar auch außerhalb der iranischen Grenzen gelten, was bedeutet, dass die Bahá’í auch in anderen Ländern gefährdet wären.
Foto: Hanno Schedler für GfbV
Nicht ein weiteres Jahr!
Mit Hilfe des Hashtags #ReleaseBahai7Now soll auf die weiterhin inhaftierten sieben ehemaligen Mitglieder der iranischen Baha’i-Führung aufmerksam gemacht werden.
Alarmiert von einer Verhaftungswelle unter den Baha’i in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag an Außenminister Sigmar Gabriel gewandt. Die Menschenrechtsorganisation bat Gabriel dringend, alle diplomatischen Beziehungen zu nutzen, um die wenigen Angehörigen dieser Religionsgemeinschaft im Jemen vor der Willkür der im Norden des Landes herrschenden Huthi-Rebellen zu schützen.
„Die heutige Großdemonstration gegen Jakartas Gouverneur Basuki Tjahaja Purnama, der christlichen Glaubens und chinesischer Abstammung ist, ist ein deutliches Zeichen, wie sehr sich die Lage religiöser und ethnischer Minderheiten in Indonesien verschlechtert hat.“
Foto: Sanofi Pasteur via Flickr
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht in Indonesien alarmierende Anzeichen zunehmender religiöser Intoleranz und fordert einen besseren Schutz religiöser und ethnischer Minderheiten vor Übergriffen radikal islamischer Gruppen.
Tänzerinnen und Tänzer der Tscherkessen, die mit etwa 4.000 Angehörigen zu den zahlenmäßig kleinsten Minderheiten in Israel gehören. Foto: Israeltourism via Flickr
Minderheiten in Israel: Zwischen staatlicher Fürsorge und langsamer Assimilierung
Ungefähr 1,8 Millionen Menschen, das entspricht 24 Prozent der Bevölkerung, sind in Israel nicht jüdisch.
„Unsere Menschenrechtsorganisation will Herrn Gabriel beim Wort nehmen und appelliert an ihn, sich für die Freilassung von politischen und Gewissengefangenen im Iran einzusetzen“, erklärte Sido. Foto: SPD Schleswig-Holstein via Flickr
Gabriel soll sich für die Freilassung politischer Gefangener einsetzen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gebeten, sich im Iran für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen.
Niedersächsischer Ministerpräsident besucht den Iran (15.-19.4.)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) gebeten, sich im Iran für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen.
Deutscher Außenminister im Iran und Saudi-Arabien erwartet (2.2.)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gebeten, sich im Iran für die Freilassung politischer Gefangener wie der sieben Mitglieder des ehemaligen informellen Führungsgremiums der Baha’i-Religionsgemeinschaft oder des gewaltlosen kurdischen Menschenrechtlers Mohammad Sadiq Kabudvand einzusetzen.
Religiöse Minderheiten in Indonesien befürchten weitere Einschränkungen ihrer Glaubensfreiheit, sollte bei den morgigen Präsidentschaftswahlen der Ex-General Prabowo Subianto siegen. Dies berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag in Göttingen. Prabowo hat bei seiner Wahlkampagne gezielt auf die Unterstützung sunnitischer Extremisten gesetzt und Konkurrenten als Ungläubige diffamiert. Wenn er gewählt wird, wird die religiöse Intoleranz in dem bevölkerungsreichsten islamischen Staat noch weiter zunehmen.