Protest der GfbV vor dem Konserthuset in Stockholm. Foto: Siems/GfbV
Nur Verachtung für die Opfer
Proteste in Stockholm gegen Nobelpreis an Handke:
• „Handke hat für die Opfer nur Verachtung übrig und steht weiter an der Seite der Täter“
• „Er schürt nationalistischen Hass und glorifiziert Verbrecher“
• Mehrere Rechtsterroristen hatten sich auf serbische Ultranationalisten berufen
Das Stockholmer Konzerthaus am Heumarkt (Hötorget), in dem die feierliche Überreichung aller Preise mit Ausnahme des Friedenspreises stattfindet. Foto: Jonas Bergsten via Wikimedia
Forderung zur Nobelpreisverleihung an Peter Handke
Nobelpreiszeremonie für Peter Handke:
• GfbV fordert Schweigeminute für die Opfer des Genozids in Bosnien
• Schwedische Akademie müsse sich von Handkes Ansichten distanzieren
• Die moralische Integrität des Preises und des Komitees stünden auf dem Spiel
Die Schriftstellerin hatte ihren Rückzug am Montag bekannt gegeben und unter anderem damit begründet, dass Handke zum Literaturnobelpreisträger 2019 ausgewählt wurde. Auch der Schriftsteller Kristoffer Leandoer scheidet aus dem Gremium aus. Ihm ging der Veränderungsprozess bei der Schwedischen Akademie nach dem Skandaljahr 2018 nicht schnell genug. Foto: S. Hermann & F. Richter via pixabay
Literaturnobelpreis
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Rückzug der Schriftstellerin Gun-Britt Sundström aus dem Literaturnobelpreis-Komitee begrüßt. „Dieser Schritt zollt den Genozidopfern von Srebrenica, die der diesjährige Preisträger Peter Handke so tief verletzt hat, Respekt. Wir danken Frau Sundström für ihren Entschluss und dafür, dass sie ihre moralische Integrität öffentlich beweist“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in Göttingen.
Rückzug wegen Auszeichnung von Handke – Menschenrechtler danken Schriftstellerin Sundström für moralische Integrität – Glaubwürdigkeit des Nobelkomitees tief erschüttert
Sieben serbische Angeklagte, darunter Mitglieder der serbischen Führung, hat der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) für den Genozid von Srebrenica verurteilt. Unmittelbar nach dem Völkermordverbrechen war Handke 1995 nach Serbien gereist und hatte über seine Eindrücke ein Buch verfasst. Foto: Photo RNW.org via Flickr (CC BY-ND 2.0)
Nobelpreis für Peter Handke
Nobelpreis für Peter Handke:
• GfbV fordert Suhrkamp auf, Peter Handke ins Gewissen zu reden
• Der Verlag müsse seinen Autor dazu bringen, auch im moralischen Sinne Verantwortung für seine Sprache zu übernehmen
• Sonst schließe er sich ohne Not der Verhöhnung der Opfer an
Literaturnobelpreis für Peter Handke. Foto: Gorupdebesanez/ Wikimedia Commons.
Literaturnobelpreis für Peter Handke
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke: „Während des Bosnienkrieges hat sich Handke bedingungslos an die Seite serbischer Kriegsverbrecher gestellt“, erinnert Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung.
Während das heutige Urteil Karadzics Verantwortung für den Genozid in Srebrenica bestätigt, wurden die Verbrechen in sieben weiteren Gemeinden Bosniens erneut nicht als Völkermord, sondern nur lediglich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt. Foto: GfbV (2016)
Urteil im Karadžic-Berufungsverfahren:
Radovan Karadžic wurde am heutigen Mittwoch in Den Haag rechtskräftig wegen Genozid in Srebrenica und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die lebenslange Haftstrafe – ist jedoch enttäuscht, dass der Richterrat die Verbrechen in den Orten Prijedor, Sanski Most, Kljuc, Zvornik, Bratunac, Vlasenica und Foca nicht beim Namen nennt: Auch dort ist Völkermord verübt worden.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der Regierung in Bosnien und Herzegowina (BiH) vorgeworfen, bei den bevorstehenden allgemeinen Wahlen Minderheiten auszugrenzen und zu diskriminieren.
Mütter von Srebrenica protestieren mit selbsgemachten Plakaten vor dem Internationalen Strafgerichtshof während der Urteilsverkündung gegen den einstigen Militärchef der bosnischen Serben, Ratko Mladic am 22. November 2017. Foto: GfbV
Kroatien: Suizid vor Tribunal in Den Haag hat „fatale Signalwirkung“
Der Suizid des früheren Militärchefs der bosnischen Kroaten, Slobodan Praljak, nach Verkündung seines Urteils im Gerichtssaal des UN-Kriegsverbrechertribunals (ICTY) in Den Haag hat nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) „fatale Signalwirkung“.
Es muss eine neue Verfassung entwickelt und durchgesetzt werden, die weder eine ethnische Spaltung zulässt noch erlaubt, die Vertreibung der bosniakischen Bevölkerung zu zementieren. Foto: otarikkoc via pixabay
4. Westbalkankonferenz in Triest (12.7.)
Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Bosnien und Herzegowina auf der Westbalkan-konferenz am Mittwoch in Triest entschlossene Hilfestellung zu einem schnellen EU-Beitritt anbieten.