Erstmals seit dem Krieg gegen Bosnien brennen wieder Regierungsgebäude in Sarajevo!
Von Tuzla über Zenica bis Sarajevo haben Menschen aus blanker Verzweiflung und steigender Wut die Sitze der Regierung belagert. Sie haben sie beschädigt und in Brand gesteckt, weil ihre Not wirtschaftlich und gesundheitlich das nackte Überleben gefährdet – und die korrupten Eliten dies kalt ignorieren.
<b>Višegrad: Die Drina ist eines der größten Massengräber Bosniens.</b> Foto: CC BY-NC-SA 2.0 blandm (flickr.com)
Serbische Stadtverwaltung von Višegrad verhindert Andenken an bosniakische Genozid-Opfer
Die serbische Stadtverwaltung von Višegrad verhindert mit Polizeigewalt, dass Überlebende des Bosnienkrieges (1992-1995) öffentlich des Völkermords an den bosnischen Muslimen (Bosniaken) in der ostbosnischen Drina-Stadt gedenken. Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) berichtete, wurden am frühen Donnerstagmorgen mehr als hundert vermummte Polizisten einer Spezialeinheit auf den muslimischen Friedhof Straziste geschickt.
Gesellschaft für bedrohte Völker fordert: Niederlande und Vereinten Nationen müssen Überlebenden von Srebrenica Entschädigung zahlen!
Die Niederlande und die Vereinten Nationen (UN) müssen den überlebenden Angehörigen der Opfer von Srebrenica jetzt Entschädigung zahlen, forderte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen nach dem Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofes der Niederlande am Freitag. Die Entscheidung der Richter führt der internationalen Öffentlichkeit das Versagen der UN im Bosnienkrieg noch einmal deutlich vor Augen.
Müssen die Niederlande für den Tod der Einwohner von Srebrenica Mitverantwortung übernehmen?
Mit Spannung erwartet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) das Urteil des Obersten Gerichtshofes der Niederlande im Verfahren überlebender Angehörige der Opfer von Srebrenica gegen den niederländischen Staat. In dem Prozess soll entschieden werden, ob die in Srebrenica stationierten niederländischen Blauhelme für die Ermordung von bosnischen Zivilisten, die auf dem Stützpunkt der UN-Schutztruppe Zuflucht vor den serbischen Truppen gesucht hatten und fortgeschickt worden waren, tatsächlich Mitverantwortung tragen müssen.
Der serbische Präsident Tomislav Nikolic entschuldigt sich
Was sagen die Opfer?Aus bedrohte völker_pogrom 275, 1/2013„Er muss uns überzeugen, dass das, was er sagt, die Wahrheit ist, denn nur sieben Tage zuvor hat er in New York bei den Vereinten Nationen …
Eine Überlebende des Völkermordes von Srebrenica berichtet
„Die überlebenden Mütter, die meist, so wie ich, ganz alleine geblieben sind, stellen keine zu hohen Erwartungen; wir wollen nur die Wahrheit und die Bestrafung der Täter. Unsere brutal getöteten Söhne und Angehörigen kann uns niemand mehr zurückbringen. Aber wir wollen zumindest, dass das Verbrechen bei seinem Namen genannt wird und dass es niemandem erlaubt wird, das Ausmaß des Verbrechens zu relativieren, minimieren oder das Verbrechen gar zu leugnen.“
Gemeinsam mit der Bosniakischen Kulturgemeinschaft „Hannover“ e.V. und der bosnischen Diaspora in Deutschland erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am heutigen Donnerstag mit einer Mahnwache in Hannover an das Massaker von Srebrenica am 11. Juli 1995. Vor 18 Jahren marschierten serbische Truppen unter dem Kommando von General Ratko Mladic in der ostbosnischen UN-Schutzzone ein.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt, dass sich der serbische Präsident Tomislav Nikolic für die Verbrechen, die im Namen Serbiens an Bosniaken begangen wurden, entschuldigt hat. Es ist ein Schritt nach vorn, wenn Nikolic nach Srebrenica fahren und dort kniend um Verzeihung für Serbien bitten will.