Die Haratin sind eine schwarzafrikanische Gemeinschaft von Sklaven und ehemaligen Sklaven in Mauretanien. Sie stellen ca. 40 Prozent der Gesamtbevölkerung von 3,3 Millionen des Landes. Ungefähr 500.000 von ihnen werden immer noch als Sklaven gehalten. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Haratin ist katastrophal. Knapp 90% der einfachen Arbeiter in Mauretanien sind Haratin, während sie in Beamtenpositionen, der öffentlichen Verwaltung und Regierung so gut wie nicht zu finden sind. Obwohl die Sklaverei im Jahr 1980 offiziell abgeschafft und am 10. August 2007 ein Gesetz zur Bestrafung von Sklaverei verabschiedet wurde, existiert Sklaverei in Mauretanien bis heute fort. Vor allem Frauen und Kinder müssen unentgeltlich Haus- und Feldarbeiten verrichten oder Vieh hüten. Nicht selten leiden die Sklaven unter Demütigungen, Gewalt und Vergewaltigung durch ihre „Herren“.
Den Festgenommenen drohen in dem voraussichtlich am 3. August beginnenden Gerichtsverfahren langjährige Haftstrafen. Sie werden beschuldigt, eine zum Teil gewalttätige Demonstration von Slumbewohnern gegen die Zwangsräumung ihres Wohnviertels mitorganisiert zu haben. Die Menschenrechtler weisen die Vorwürfe aber als haltlos zurück. Foto: GfbV
Aktion: Freiheit für 13 inhaftierte Sklaverei-Kritiker in Mauretanien!
Mahnwache vor der Botschaft Mauretaniens am Mittwoch, den 3. August 2016, um 11.30 Uhr, Kommandantenstraße 80 / Ecke Axel-Springer-Straße, 10117 Berlin (nahe U-Bahnhof Spittelmarkt)
Brahim Bilal Ramdhane während eines Besuchs in Aachen im Juni 2012. Auf Einladung der GfbV nahm er dort an einer Veranstaltung im Rahmen des "Global Media Forums" der Deutschen Welle teil. Foto: Hanno Schedler/GfbV
Erneut Sklaverei-Gegner in Mauretanien festgenommen
Die mauretanischen Behörden verhafteten neun Mitglieder der Anti-Sklaverei-Organisation IRA-Mauritanie.
Balla Touré, Pressesprecher der Antisklavereiorganisation IRA, ist einer der sechs Kritiker, die festgenommen wurden. Foto: Alakhbar
Mauretanien geht erneut gegen Sklaverei-Kritiker vor
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die Freilassung von sechs Menschenrechtsverteidigern der Anti-Sklaverei-Organisation IRA, die in der vergangenen Woche in Mauretanien verhaftet wurden.
Biram Dah Abeid, Präsident der Initiative zur Wiederbelebung der Abschaffungsbewegung (der Sklaverei) IRA (Initiative pour la Résurgence du Mouvement Abolitionniste, IRA-Mauritanie), wurde 2013 mit dem Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Foto: UN Photo/ Paulo Filgueiras
Mauretanien: Sklavereigegner freigelassen!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erreichte am Mittwoch eine gute Nachricht: Die mauretanischen Menschenrechtler Biram Dah Abeid und Brahim Bilal Ramdhane wurden nach 18 Monaten Haft auf Anordnung des Obersten Gerichtshofes am Dienstag freigelassen.
Träger des Weimarer Menschenrechtspreises am Karfreitag seit 500 Tagen in Haft
Seit 500 Tagen inhaftiert, bleiben der Träger des Weimarer Menschenrechtspreises 2011, der mauretanische Sklaverei-Kritiker Biram Dah Abeid und sein Stellvertreter Brahim Ramdhane standhaft: Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) haben sie sich nicht kompromittieren und zur Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit in dem nordwestafrikanischen Land drängen lassen.
Mauretanien: Roadmap zur Beseitigung der Folgen der Sklaverei gescheitert
Zwei Jahre nach der Verabschiedung einer Roadmap durch die Regierung Mauretaniens, um die Folgen der Sklaverei zu beseitigen, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) dem Land Untätigkeit bei der Umsetzung des Aktionsprogramms vorgeworfen.
Sklaverei-Kritiker aus Mauretanien erhält Menschenrechtspreis
Am 10. Dezember 2011, dem Tag der Menschenrechte, wurde der mauretanische Menschenrechtler und Vorsitzende der Anti-Sklaverei-Bewegung, Biram Dah, Abeid auf Vorschlag der GfbV mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet.
In Mauretanien sind 13 Menschenrechtler nach Protesten gegen die dort noch immer praktizierte Sklaverei und Straffreiheit für Sklavenhalter festgenommen worden. Sie werden seit einer Woche in Haft gehalten. Neun Demonstranten wurden bei dem Polizeieinsatz zur Beendigung der Proteste in Arafat, einer Vorstadt von Noaukchott verletzt, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag mit.