Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor neuer Gewalt sunnitischer Extremisten gegen Schiiten in Pakistan und fordert einen besseren Schutz der dort seit Jahren massiv bedrängten religiösen Minderheit der Hazara.
Religiöse Minderheiten in Pakistan müssen besser geschützt werden
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat einen wirksameren Schutz religiöser Minderheiten in Pakistan gefordert. Angehörige religiöser Minderheiten sind die Hauptopfer des politisch motivierten Extremismus in Pakistan. Ob schiitische Hazara oder Ismailiten, Ahmadiyyahs, Sikhs, Christen oder Hindu – In Pakistan ist es lebensgefährlich, sich als Angehöriger einer religiösen Minderheit zu seinem Glauben zu bekennen.
Blasphemie-Gesetze in Pakistan sind schwerer Verstoß gegen Glaubensfreiheit – Morde an Kritikern bleiben ungesühnt
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Blasphemie-Vorschriften in Pakistans Strafgesetzbuch als schweren Verstoß gegen die Glaubensfreiheit bezeichnet. Nachdrücklich kritisierte die Menschenrechtsorganisation, dass selbst eine öffentliche Diskussion der Blasphemie-Gesetze für Kritiker lebensgefährlich ist und Morde an Blasphemie-Gegnern ungesühnt bleiben wie der Mord an dem Menschenrechtsanwalt Rashid Rehman vor einem Jahr. Auch die Morde an Blasphemie-Kritikern im April 2015 und September 2014 sind bislang ungeklärt.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich bei ihrer Begegnung mit Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif am Dienstag für einen besseren Schutz von Christen und anderen religiösen Minderheiten sowie für eine Abschaffung der Blasphemie-Paragraphen in dem südasiatischen Land einzusetzen. Nach der Ermordung eines unter Blasphemie-Verdachts stehenden christlichen Ehepaars in Pakistan und der Bestätigung des Todesurteils gegen die Katholikin Asia Bibi darf es in dem geplanten Gespräch mit Sharif nicht nur um Sicherheitspolitik gehen.
Pakistan muss religiöse Minderheit besser schützen
Pakistan muss die religiöse und ethnische Minderheit der schiitischen Hazara vor Terrorangriffen sunnitischer Extremisten besser schützen, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Das Jahr 2013 droht für die Hazara noch blutiger zu werden als das schlimme Jahr 2012, in dem rund 400 Angehörige der Minderheit politischer Gewalt zum Opfer fielen.
Pakistans Oberstes Gericht setzt Zeichen und fordert Langzeitstrategie für besseren Schutz der schiitischen Minderheit
Pakistans Oberstes Gericht hat von der Regierung eine Langzeitstrategie für einen wirksamen Schutz der schiitischen Hazara-Minderheit gefordert. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass führende Verfassungsorgane Pakistans nicht mehr mit Gleichgültigkeit auf die zunehmende Gewalt gegen die Minderheit reagieren.
Menschenrechtler fordern mehr Schutz für Minderheiten in vergessenen Konflikten – Mangelnde Glaubwürdigkeit des Rates
Zum Beginn der 22. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mehr Schutz für Minderheiten in vergessenen Konflikten gefordert. Das Leiden der Zivilbevölkerung in Syrien ist in aller Munde. Doch dass der Sudan seit zehn Monaten humanitären Helfern den Zugang zu Not leidenden Zivilisten in der Konfliktregion Süd-Kordofan verweigert, ist international kaum ein Thema.