Die Kurden zählen zu den indoeuropäischen Völkern. Mit 30-35 Millionen Menschen sind sie weltweit das größte Volk ohne eigenen Staat. Ihr Siedlungsgebiet wurde nach dem 1. Weltkrieg zwischen den neu entstandenen Staaten Syrien, Irak, Türkische Republik und Iran aufgeteilt. Eine kurdische Streuminderheit lebt in der ehemaligen Sowjetunion.
Das schwere Erdbeben der vorvergangenen Nacht hält die Türkei nicht davon ab, kurdisch kontrollierte Gebiete in Nordsyrien zu bombardieren, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker am heutigen Dienstag in Göttingen kritisiert. Gegen Mitternacht griff die Türkei das vom Beben betroffene Umland von Tal Rifaat an. In der Gegend nördlich von Aleppo haben kurdische Vertriebene aus der Region Afrin Zuflucht gefunden.
Nach dem schweren Erdbeben in Nordsyrien und der Türkei fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker schnelle Hilfe für die kurdisch kontrollierten Gebiete. Die Bundesregierung muss die Türkei dazu drängen, ihre Angriffe auf Nordsyrien einzustellen, damit nach Überlebenden gesucht werden kann.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor weiteren Zugeständnissen an den türkischen Machthaber im Zuge des schwedischen Nato-Beitritts. Die kurdische Bevölkerung auf Geheiß des türkischen Präsidenten zu unterdrücken widerspreche allem, wofür Schweden steht. Zudem würde ein Entgegenkommen nur zu weiteren Forderungen des türkischen Machthabers führen.
Einladung zur Menschenrechtsaktion in Berlin (18.1.)
Anlässlich des fünften Jahrestages der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in die nordsyrische kurdische Region Afrin am 20. Januar organisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker eine Mahnwache unter dem Motto „Bomben auf Kurden – Nato-Partner Erdogan endlich stoppen, Herr Scholz!“ in Berlin. Dazu laden wir Sie herzlich ein.
Der Gerichtsprozess gegen die Menschenrechtlerin und Ärztin Sebnem Korur Fincanci geht am 11. Januar in Istanbul weiter. Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert die deutsche Bundesregierung auf, die Willkürpraktiken ihres Nato-Partners Türkei unmissverständlich zu verurteilen. Die seit 80 Tagen inhaftierte, renommierte Menschenrechtsverteidigerin müsse freikommen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker verurteilt die brutale Ermordung des kurdischen Juristen Luqman Hanan in der nordwestsyrischen Region Afrin. Verantwortlich für den Tod des 45-Jährigen unter Folter sind von der Türkei kontrollierte islamistische Milizen. Luqman Hanan wurde am 20. Dezember 2022 zum dritten Mal vom türkischen Geheimdienst und syrischen Islamisten in Afrin verhaftet. Zwei Tage später holte seine Familie die Leiche aus einem Militärkrankenhaus ab.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker gratuliert Feryad Fazil Omar zum Bundesverdienstkreuz, das ihm am heutigen 21. Dezember in Berlin verliehen wird. Herr Omar ist Ehrenmitglied der GfbV und ihr ehemaliger langjähriger Bundesvorsitzender.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker befürchtet eine erneute großangelegte Invasion der Türkei in Nordsyrien. Eine Milliarden-Zahlung aus dem islamistischen Golf-Emirat Katar mache dieses Szenario wahrscheinlicher.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker begrüßt die Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats, der sich am morgigen Donnerstag, den 24. November, mit der Lage im Iran befassen will. Bei den anhaltenden Protesten gehen die Sicherheitskräfte mit brutaler Gewalt gegen friedlich Demonstrierende vor.