Die Massai sind eine ostafrikanische Volksgruppe, die im Süden Kenias sowie im Norden Tansanias beheimatet ist. Die Massai sind Halbnomaden.
Vertreibung der Maasai in Tansania
Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat heute an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier appelliert, sich bei seiner bevorstehenden Reise nach Tansania für die Rechte der Maasai einzusetzen. Seit Juni 2022 führt die Regierung Tansanias eine konzertierte Vertreibungskampagne gegen die Maasai durch. Aus zwei Gebieten sollen insgesamt 150.000 Menschen vertrieben werden, vorgeblich um den Naturschutz zu stärken.
Die tansanische Regierung lässt seit einigen Tagen keine Beobachtungs-Missionen mehr in den Ngorongoro-Nationalpark im Norden des Landes. Vor-Ort-Berichten zufolge eskaliert die Regierung die Gewalt gegen die Maasai, die sie von ihrer dortigen Heimat zu vertreiben versucht. Verhaftungen, Schikanen und Bedrohung am vergangenen Wochenende zeigen, warum die tansanische Regierung den Ngorongoro-Nationalpark seit der vergangenen Woche abgeriegelt hält.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker gratuliert dem Rechtsanwalt und Maasai-Aktivisten Joseph Moses Oleshangay zum Weimarer Menschenrechtspreis. Joseph Oleshangay kämpft seit seiner Jugend unter größtem persönlichem Risiko für die Rechte seines Volkes. Wir freuen uns sehr, dass die Jury des Menschenrechtspreises in Weimar dieses Engagement anerkennt.
Noch immer sind zwei Dutzend der ab dem 28. Juni 2022 verhafteten Massai im Gefängnis. Die Umstände ihrer Verhaftungen lassen politische Gründe für ihre fortdauernde Haft vermuten, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker berichtet. Die Verhaftungen fanden im Zuge der Proteste gegen die laufende Vertreibung zahlreicher Massai statt. Auf ihrem traditionellen Territorium soll ein luxuriöses Jagd-Ressort entstehen, vornehmlich für touristische Gäste aus Dubai.
Einladung zur Menschenrechtsaktion in Berlin (22.6.)
Seit einigen Wochen vertreiben tansanische Sicherheitskräfte in Loliondo im Distrikt Ngorongoro Massai gewaltsam aus ihrer Heimat. 31 Menschen sollen bereits verletzt und eine Person davon getötet …
Mehr als acht Millionen Menschen benötigen Hungerhilfe – zehntausende Nomaden auf der Flucht
Zehntausende von Nomaden sind in Ostafrika auf der Flucht vor einer Dürrekatastrophe. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) teilte am Freitag mit, allein in den vergangenen Tagen seien mehr als 10.000 Nomaden aus dem Norden Kenias in das benachbarte Uganda geflohen.